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Die Savannah Katze ist die spektakulärste und zugleich anspruchsvollste Hybridkatze, die du in Österreich und Deutschland halten kannst. Sie entsteht aus der Kreuzung einer afrikanischen Wildkatze, dem Serval, mit einer Hauskatze und vereint dadurch das exotische Aussehen der Wildform mit dem Zusammenleben im menschlichen Haushalt. Hohe Beine, ein schlanker Körper, riesige Ohren und ein getupftes Fell machen sie unverwechselbar. Frühe Generationen erreichen die Größe eines kleinen Hundes und gelten in Teilen Österreichs und Deutschlands rechtlich als Wildtiere, für deren Haltung du eine behördliche Genehmigung brauchst. Genau hier trennt sich Faszination von Verantwortung, denn eine Savannah ist kein Anfängertier und kein Statussymbol, sondern ein hochintelligentes, bewegungsstarkes Tier mit enormem Beschäftigungsbedarf. In diesem Porträt erfährst du, wie die Rasse entstanden ist, was die Generationen F1 bis F5 unterscheidet, welche Rechtslage in Österreich und Deutschland gilt, welche Krankheiten vorkommen und mit welchen Kosten du realistisch rechnen musst. So kannst du ehrlich einschätzen, ob dieses außergewöhnliche Tier zu deinem Leben passt, bevor du dich für eine der teuersten Katzenrassen der Welt entscheidest.

Savannah

Wildkatze im Wohnzimmer

Die Savannah stammt vom afrikanischen Serval ab. Je nach Generation trägt sie mehr oder weniger Wildblut, was Aussehen, Größe und Rechtslage bestimmt.

Aktiv

Extrem aktiv und intelligent

Sie springt bis zu zweieinhalb Meter hoch, liebt Wasser und lernt Tricks wie ein Hund. Ohne konsequente Auslastung entstehen Verhaltensprobleme.

Rechtslage

Frühe Generationen sind meldepflichtig

F1 bis F4 können in Österreich und Deutschland als Wildtierhaltung gelten. Vor dem Kauf musst du die Rechtslage bei deiner Behörde klären.

Preis

Eine der teuersten Rassen

Für eine F1-Savannah werden bis zu 20.000 Euro aufgerufen. Dazu kommen hohe laufende Kosten für Ernährung, Beschäftigung und Tierarzt.

Steckbrief Savannah

Merkmal Savannah Katze im Steckbrief
Herkunft USA, erste Zucht 1986, Kreuzung Serval mit Hauskatze
Größe Schulterhöhe je nach Generation 30 bis 45 cm, frühe Generationen sehr groß
Gewicht Kater 6 bis 11 kg (F1), spätere Generationen 5 bis 8 kg
Gewicht Katze 4 bis 8 kg
Lebenserwartung 12 bis 20 Jahre
Felltyp und Farben kurz, getupft (Spotted Tabby) in Braun, Silber, Schwarz und Black Smoke
Charakter hochaktiv, anhänglich, intelligent, hundeähnlich, wasserliebend
Aktivitätslevel sehr hoch
Anfängereignung nicht geeignet, nur für erfahrene Halter
Preis je nach Generation 1.500 bis über 20.000 Euro

Woher stammt die Savannah Katze?

Die Geschichte der Savannah beginnt im Jahr 1986, als in den USA eine Hauskatze erstmals von einem Serval gedeckt wurde und ein weibliches Kitten zur Welt brachte, das den Namen Savannah erhielt. Der Serval ist eine mittelgroße afrikanische Wildkatze mit auffällig langen Beinen, großen Ohren und getupftem Fell, die in den Savannen südlich der Sahara lebt. Aus diesem ersten Wurf und der gezielten Weiterzucht durch Liebhaber entstand ab den 1990er Jahren eine eigene Rasse. Der internationale Zuchtverband The International Cat Association erkannte die Savannah 2001 an und verlieh ihr 2012 den vollen Meisterschaftsstatus. Damit ist die Savannah eine noch sehr junge Rasse, deren Zucht bis heute streng über die Servalanteile der einzelnen Tiere gesteuert wird.

Das Ziel der Zucht war von Anfang an, das wilde, elegante Erscheinungsbild des Servals in ein Tier zu bringen, das im menschlichen Haushalt leben kann. Genau dieser Spagat macht die Savannah so besonders und zugleich so heikel. Je näher ein Tier am Serval steht, desto ausgeprägter sind sowohl das exotische Aussehen als auch die hohen Ansprüche an Platz, Beschäftigung und Haltung. Alle in Österreich und Deutschland gehaltenen Savannahs stammen aus Nachzuchten, ein Fang wildlebender Servale findet für die Zucht nicht statt. Wenn du dich für getupfte Hybridkatzen interessierst, findest du in unserer Übersicht der Hybridkatzen auch verwandte Rassen wie die Bengal im Vergleich.

Serval steht aufmerksam im Grünen und zeigt den schlanken Körperbau der Wildform

Wie sieht eine Savannah aus?

Die Savannah ist unverkennbar auf Höhe und Länge gebaut. Sie hat einen schlanken, muskulösen Körper, auffallend lange Beine und einen langen Hals, was ihr einen aufrechten, fast geparden Auftritt verleiht. Frühe Generationen zählen zu den größten Hauskatzen überhaupt und erreichen an der Schulter über 40 Zentimeter Höhe. Der Kopf wirkt im Verhältnis klein und dreieckig, getragen von sehr großen, hoch angesetzten Ohren mit den typischen hellen Flecken auf der Rückseite, den sogenannten Ozellen. Auffällig sind außerdem die dunklen Tränenstreifen, die sich von den Augenwinkeln nach unten ziehen und den Blick betonen.

Das Fell ist kurz, dicht und fühlt sich etwas grob an. Am bekanntesten ist die braun getupfte Variante mit warmem Goldton und tiefschwarzen, klar abgesetzten Tupfen, doch auch Silber, Schwarz und die rauchige Variante Black Smoke sind anerkannt. Die Tupfen sollen kräftig und kontrastreich sein, denn genau sie erinnern an das Wildmuster des Servals. Wie stark der wilde Typ ausgeprägt ist, hängt entscheidend von der Generation ab. Eine getupfte Hauskatze wie die Bengal zeigt ein ähnliches Muster, bleibt in Statur und Größe aber deutlich zahmer als eine frühe Savannah.

Bengalkatze mit getupftem Fell, die Savannah zeigt ein ähnliches Wildkatzen-Muster

Was bedeuten die Generationen F1 bis F5?

Um eine Savannah zu verstehen, musst du die Generationsbezeichnung kennen, denn sie entscheidet über fast alles: Größe, Wildanteil, Preis und sogar die Rechtslage. Die Abkürzung F steht für Filialgeneration, die Zahl gibt an, wie viele Generationen ein Tier vom reinen Serval entfernt ist. Eine F1-Savannah hat einen Serval als direktes Elternteil und trägt rund 50 Prozent Wildblut. Sie ist am größten, am wildesten im Verhalten und am teuersten. Mit jeder weiteren Generation, also F2, F3, F4 und F5, sinkt der Servalanteil rechnerisch, das Tier wird kleiner, ruhiger und alltagstauglicher. Ab etwa der fünften Generation gleicht eine Savannah im Wesen weitgehend einer normalen, wenn auch sehr aktiven Hauskatze.

Eine biologische Besonderheit betrifft die Fortpflanzung. Die männlichen Nachkommen der frühen Generationen, meist bis F4 und teilweise bis F5, sind unfruchtbar, während die Weibchen fruchtbar bleiben. Deshalb werden für die Weiterzucht die Kätzinnen der frühen Generationen mit Katern späterer Generationen oder erneut mit einem Serval verpaart. Das macht besonders die F1- und F2-Zucht aufwändig, selten und teuer. Für dich als künftigen Halter ist die Generation die wichtigste Kennzahl überhaupt. Sie sagt dir nicht nur, wie groß und wie fordernd dein Tier wird, sondern auch, ob du es überhaupt ohne Sondergenehmigung halten darfst.

Serval ruht im natürlichen Umfeld, gut sichtbar die langen Beine und hohen Ohren

Wie ist die Rechtslage in Österreich und Deutschland?

Dieser Abschnitt ist der wichtigste, bevor du überhaupt über einen Kauf nachdenkst. Der Serval ist eine Wildkatze und im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet. Aus dieser Wildherkunft folgt, dass frühe Generationen der Savannah in Österreich und Deutschland nicht automatisch wie gewöhnliche Hauskatzen behandelt werden. Häufig gelten die Generationen F1 bis F4 rechtlich als Wildtier- oder Hybridhaltung, für die je nach Bundesland eine Meldung oder eine behördliche Bewilligung nötig ist. Ab etwa der fünften Generation werden die Tiere in der Regel wie normale Hauskatzen eingestuft, doch auch das ist nicht überall einheitlich geregelt.

In Österreich richtet sich die Haltung nach dem Tierschutzgesetz und der 2. Tierhaltungsverordnung, die für die Haltung von Wildtieren besondere Anforderungen und Genehmigungen vorsehen. Zuständig ist die jeweilige Bezirksverwaltungsbehörde. In Deutschland ist die Lage noch uneinheitlicher, weil das Halten gefährlicher oder exotischer Tiere Ländersache ist. Einzelne Bundesländer verlangen für frühe Hybridgenerationen eine Genehmigung nach ihren Gefahrtier- oder Naturschutzregelungen, andere sind großzügiger. Verlasse dich deshalb niemals auf die Auskunft eines Verkäufers, sondern kläre die Rechtslage vor dem Kauf schriftlich mit der für dich zuständigen Behörde, in Österreich der Bezirksverwaltungsbehörde und in Deutschland dem Veterinär- oder Ordnungsamt. Ein Tier, das du nicht legal halten darfst, wird schlimmstenfalls beschlagnahmt.

Ist die Zucht der Savannah Katze aus Tierschutzsicht umstritten?

So faszinierend die Savannah Katze ist, so kritisch wird ihre Zucht von vielen Tierschutzorganisationen gesehen, und diese Bedenken solltest du kennen. Der Kern der Kritik: Hier wird eine Wildkatze mit einer Hauskatze gekreuzt, um ein exotisches Aussehen zu erzeugen, während die Bedürfnisse des Tieres in den Hintergrund geraten. Der Serval selbst ist ein Wildtier, dessen Haltung und Verpaarung in der Zucht hohe Anforderungen stellt und aus Tierschutzsicht problematisch ist. Frühe Generationen der Savannah tragen so viel Wildverhalten in sich, dass sie in einem normalen Haushalt kaum artgerecht leben können und häufig unter Reizarmut, Stress und Unterforderung leiden. Genau deshalb führen einzelne Qualzucht-Datenbanken und Tierschutzverbände Hybridkatzen wie die Savannah als kritisch und raten von der Anschaffung ab.

Dazu kommt das Schicksal vieler Tiere, die dem Wildtemperament nicht gewachsene Halter überfordert und die dann im Tierheim landen. Ein Wildtieranteil lässt sich nicht anerziehen, und eine Savannah, die nicht ausgelastet wird, entwickelt Verhaltensprobleme, die für Mensch und Tier belastend sind. Wenn du dir eine getupfte Katze mit besonderem Aussehen wünschst, ist eine spätere Generation ab F5 oder eine reine Hauskatzenrasse wie die Bengal in vielen Fällen die tierfreundlichere Wahl, weil ihre Gesundheit und ihr Wesen besser zum Leben im Haushalt passen. Eine Savannah sollte niemals aus Prestige gekauft werden, sondern nur von Menschen, die den Aufwand wirklich stemmen und das Tier ein Katzenleben lang artgerecht versorgen können.

Wie viel Beschäftigung und Platz braucht eine Savannah?

Eine Savannah in eine normale Wohnung zu setzen und zu erwarten, dass sie sich wie eine ruhige Sofakatze verhält, ist der häufigste und folgenschwerste Irrtum. Diese Tiere sind hochintelligent, athletisch und rastlos. Sie springen aus dem Stand zweieinhalb Meter hoch, klettern auf Schränke und Türen, öffnen Schubladen und lernen, Lichtschalter und Griffe zu bedienen. Wird dieser Bewegungs- und Kopfdrang nicht ausgelastet, entstehen Zerstörung, Dauerunruhe und Verhaltensstörungen. Die Savannah braucht viel Raum in der Höhe, stabile Kletterlandschaften, Freigang in einem gut gesicherten Garten oder einen katzensicheren Balkon und täglich mehrere aktive Spiel- und Beschäftigungseinheiten mit dir.

Viele Halter trainieren ihre Savannah wie einen Hund. Sie apportiert, lernt Tricks, geht an der Leine spazieren und liebt Wasser, sodass sogar Duschen oder ein Wasserbecken zum Spiel werden. Diese Nähe zum Menschen ist wunderschön, bedeutet aber auch, dass die Katze dich fordert und schlecht allein zurechtkommt. Ideen für sinnvolle Beschäftigung findest du in unserem Ratgeber, wie du eine Wohnungskatze artgerecht beschäftigst. Eine Savannah sollte außerdem selten allein sein. Ein zweites, ähnlich temperamentvolles Tier hilft, doch die Vergesellschaftung will gut vorbereitet sein, wie unser Leitfaden zum Halten von zwei Katzen in der Wohnung zeigt.

Passt eine Savannah zu dir?

Beantworte diese Fragen ehrlich, bevor du weiterdenkst. Hast du Erfahrung mit fordernden, aktiven Katzen? Kannst du täglich mehrere Stunden für Beschäftigung, Training und Aufsicht aufbringen? Hast du sehr viel Platz in der Höhe sowie einen gesicherten Freibereich? Ist geklärt, welche Generation du legal halten darfst und ob du eine Genehmigung brauchst? Kannst du den hohen Kaufpreis und die laufenden Kosten dauerhaft stemmen? Nur wenn du alle Punkte klar mit Ja beantwortest, solltest du über eine Savannah nachdenken. Bei auch nur einem Nein ist eine ruhigere Rasse die tierfreundlichere Wahl.

Ist die Savannah eine gute Familienkatze?

Die Savannah bindet sich eng an ihre Menschen und gilt als loyal, verschmust und verspielt. In einer erfahrenen, aktiven Familie kann sie ein wunderbarer Begleiter sein, der am Familienleben teilnimmt und mit älteren Kindern ausgelassen spielt. Voraussetzung ist, dass die Kinder alt genug sind, um das kraftvolle und schnelle Tier zu respektieren, denn im Spiel kann eine Savannah sehr wild werden. Für Haushalte mit sehr kleinen Kindern oder mit dem Wunsch nach einer ruhigen Schmusekatze ist sie ungeeignet.

Gegenüber anderen Haustieren verhält sich die Savannah sehr unterschiedlich. Mit hundeaffinen, souveränen Hunden versteht sie sich oft gut, weil ihr eigenes Wesen hundeähnlich ist. Kleintiere wie Vögel, Nager oder Fische betrachtet sie dagegen aufgrund ihres ausgeprägten Jagdtriebs schnell als Beute, weshalb eine gemeinsame Haltung heikel bis unmöglich ist. Wenn eine Savannah nicht als Einzeltier leben soll, passt am ehesten eine weitere aktive Katze. Ob eine Savannah als reine Wohnungskatze glücklich wird, hängt fast vollständig davon ab, wie viel Struktur, Höhe und Beschäftigung du bietest. Anregungen dazu bündelt unsere Übersicht der Kurzhaarkatzen.

Welche rassetypischen Krankheiten hat die Savannah?

Die Savannah gilt dank ihrer breiten genetischen Basis und dem sogenannten Hybrideffekt als grundsätzlich robuste Rasse, doch krankheitsfrei ist sie nicht. Aus den eingekreuzten Hauskatzenlinien kann sie mehrere Erbkrankheiten übernehmen, die du kennen solltest. An erster Stelle steht die hypertrophe Kardiomyopathie, kurz HCM, die häufigste Herzerkrankung der Katze. Dabei verdickt sich die Herzmuskelwand, das Herz kann nicht mehr richtig arbeiten, und im schlimmsten Fall drohen Blutgerinnsel, Lähmungen der Hinterbeine oder ein plötzlicher Herztod. HCM entwickelt sich oft schleichend und ohne früh sichtbare Anzeichen, weshalb regelmäßige Herzultraschall-Untersuchungen so wichtig sind.

Hinzu kommen zwei Erbkrankheiten, die über die Hauskatzenlinien eingebracht werden können. Die Pyruvatkinase-Defizienz, abgekürzt PK-Def, ist ein Enzymmangel, der zu einer Blutarmut mit Schwäche, Blässe und Leistungsabfall führen kann. Die progressive Retinaatrophie, PRA, lässt die Netzhaut allmählich absterben und endet in Erblindung. Für beide Erkrankungen gibt es zuverlässige Gentests, mit denen seriöse Züchter ihre Elterntiere untersuchen lassen, um betroffene Verpaarungen zu vermeiden. Kaufe deshalb niemals ein Kitten ohne Nachweis, dass die Eltern auf HCM geschallt und auf PK-Def sowie PRA getestet wurden. Frühe Generationen haben zudem einen empfindlicheren Magen-Darm-Trakt und reagieren mitunter empfindlich auf bestimmte Narkosemittel, worauf du deinen Tierarzt vor Eingriffen hinweisen solltest.

Weil Katzen Schmerzen und Schwäche instinktiv verbergen, erkennst du eine beginnende Erkrankung oft erst spät. Achte auf Warnzeichen wie schnelle Ermüdung beim Spielen, Atemnot, Appetitlosigkeit, plötzliche Schwäche der Hinterhand oder zunehmende Orientierungslosigkeit im Dämmerlicht. Bei solchen Anzeichen zählt jede Stunde. Eine erste Einordnung der Symptome liefert dir der Symptom-Checker von go4vet, er ersetzt aber keine Untersuchung. Sobald etwas nicht stimmt, solltest du rasch eine Tierärztin oder einen Tierarzt in deiner Nähe finden und dort vorstellig werden, idealerweise in einer Praxis mit Erfahrung in Kardiologie.

Wie pflege ich eine Savannah?

In der Fellpflege ist die Savannah angenehm unkompliziert. Ihr kurzes Fell braucht nur gelegentliches Bürsten, etwa einmal pro Woche, um lose Haare zu entfernen und den Kontakt zu pflegen. In den Fellwechselzeiten im Frühjahr und Herbst darfst du ruhig häufiger zur Bürste greifen. Regelmäßige Kontrollen von Ohren, Augen, Zähnen und Krallen gehören wie bei jeder Katze dazu. Weil die Savannah so aktiv ist und gern klettert, solltest du ihre Kletterlandschaften und Freibereiche regelmäßig auf Sicherheit prüfen.

Wichtiger als die Fellpflege ist bei dieser Rasse die geistige und körperliche Auslastung, die man durchaus als Pflege des Wesens verstehen kann. Eine Savannah, die sich langweilt, wird unglücklich und entwickelt Verhaltensprobleme, die deutlich schwerer zu beheben sind als ein verfilztes Fell. Plane deshalb feste Spiel-, Trainings- und Freigangzeiten ein und gestalte die Wohnung so, dass die Katze klettern, springen, sich verstecken und beobachten kann. Ein katzensicherer Balkon oder ein gesicherter Garten ist fast Pflicht, unser Ratgeber zeigt dir, wie du einen Balkon katzensicher gestaltest.

Was frisst eine Savannah?

Die Savannah ist wie jede Katze ein reiner Fleischfresser, hat aber wegen ihres hohen Energiebedarfs und ihrer teils wildnahen Verwandtschaft besonders hohe Ansprüche an die Ernährung. Grundlage sollte hochwertiges Futter mit einem sehr hohen Fleischanteil, wenig Getreide und ohne unnötige Füllstoffe sein. Viele Halter früher Generationen setzen zusätzlich auf rohes Fleisch nach dem BARF-Prinzip oder auf ergänzendes Frischfleisch, weil der Verdauungstrakt dieser Tiere darauf gut eingestellt ist. Eine solche Rohfütterung muss aber fachlich korrekt zusammengestellt und mit den nötigen Nährstoffen, allen voran Taurin und Kalzium, ergänzt sein, sonst drohen Mangelerscheinungen.

Sorge außerdem immer für frisches Wasser, das viele Savannahs wegen ihrer Wasserliebe gern aus fließenden Quellen oder einem Trinkbrunnen aufnehmen. Vermeide plötzliche Futterumstellungen, denn gerade frühe Generationen reagieren empfindlich mit Durchfall. Wenn dir das Gewicht deiner Katze Sorgen macht oder sie zunimmt, findest du praktische Hilfe in unserem Ratgeber, wie eine übergewichtige Katze gesund abnimmt. Bei Fragen zur passenden Rohfütterung oder zu Nahrungsergänzungen ist eine Ernährungsberatung durch deine Tierärztin sinnvoll, gerade bei einem so besonderen Tier.

💰 Kosten: Was kostet eine Savannah in Österreich und Deutschland?

Die Savannah gehört zu den teuersten Katzen der Welt, und der Preis hängt stark von der Generation ab. Für eine seltene F1-Savannah rufen seriöse Züchter in Österreich und Deutschland zwischen 12.000 und über 20.000 Euro auf, eine F2 kostet meist 5.000 bis 9.000 Euro. Spätere Generationen wie F4 oder F5 sind mit etwa 1.500 bis 4.000 Euro deutlich erschwinglicher und für die meisten Halter die realistische Wahl. Dazu kommt eine Erstausstattung mit hohen Kletterlandschaften, Sicherungen für Fenster und Balkon, Transportbox und Zubehör, die schnell 400 bis 800 Euro erreicht. Die laufenden Kosten für hochwertiges Futter, Katzenstreu und Beschäftigung liegen bei rund 60 bis 120 Euro im Monat und damit über denen einer normalen Hauskatze. Plane zusätzlich eine großzügige Rücklage für den Tierarzt ein, denn regelmäßige Herzultraschall-Kontrollen, Impfungen und mögliche Behandlungen summieren sich. Eine Katzenkrankenversicherung kann bei einem so wertvollen und potenziell teuren Tier sinnvoll sein.

Wenn dir diese Rasse gefällt, lohnt auch ein Blick auf Bombay, Ocicat, Abessinier und Toyger.

Häufige Fragen zur Savannah Katze

Darf man eine Savannah Katze in Österreich und Deutschland halten?
Das hängt von der Generation ab. Spätere Generationen ab etwa F5 gelten meist als normale Hauskatzen und dürfen ohne besondere Auflagen gehalten werden. Frühe Generationen von F1 bis F4 können dagegen als Wildtier- oder Hybridhaltung eingestuft sein und eine Meldung oder Genehmigung erfordern. In Österreich ist die Bezirksverwaltungsbehörde zuständig, in Deutschland regeln die Bundesländer das unterschiedlich. Kläre die Rechtslage unbedingt vor dem Kauf schriftlich mit deiner Behörde.
Wie groß wird eine Savannah Katze?
Das richtet sich nach der Generation. Frühe F1-Tiere zählen zu den größten Hauskatzen der Welt, erreichen an der Schulter über 40 Zentimeter Höhe und wiegen bis zu elf Kilogramm. Mit jeder weiteren Generation wird die Savannah kleiner. Ab F4 oder F5 gleicht sie in der Größe einer kräftigen normalen Hauskatze mit vier bis acht Kilogramm, wirkt durch die langen Beine aber weiterhin hochbeinig und elegant.
Ist die Savannah ein Anfängertier?
Nein. Die Savannah ist hochaktiv, extrem intelligent und fordert ihre Menschen dauerhaft. Ohne sehr viel Platz, Zeit für tägliche Beschäftigung und Erfahrung im Umgang mit temperamentvollen Katzen entstehen schnell Verhaltensprobleme. Sie eignet sich nur für erfahrene Halter, die ihr Leben auf die Bedürfnisse des Tieres einstellen können. Für Einsteiger sind ruhigere Rassen die deutlich bessere und tierfreundlichere Wahl.
Warum ist die Savannah so teuer?
Die Zucht früher Generationen ist aufwändig und selten. Ein Serval ist schwer zu halten und zu verpaaren, und die männlichen Nachkommen der ersten Generationen sind unfruchtbar, sodass nur Kätzinnen weiterzüchten können. Das macht F1- und F2-Tiere extrem rar und treibt den Preis auf bis zu 20.000 Euro. Spätere Generationen wie F4 oder F5 sind mit 1.500 bis 4.000 Euro erschwinglicher, bleiben aber teurer als die meisten anderen Rassekatzen.
Stimmt es, dass Savannahs Wasser lieben und an der Leine laufen?
Ja, das trifft auf viele Savannahs zu. Anders als die meisten Katzen scheuen sie Wasser oft nicht, sondern planschen, baden oder spielen begeistert damit. Durch ihr hundeähnliches Wesen lassen sich viele Tiere zudem an ein Geschirr gewöhnen und an der Leine ausführen, sie apportieren und lernen Tricks. Das macht sie faszinierend, bedeutet aber auch, dass sie viel Beschäftigung und enge Bindung an den Menschen brauchen.
Welche Krankheiten hat die Savannah Katze?
Die Savannah gilt als robust, kann aus den Hauskatzenlinien aber Erbkrankheiten übernehmen. Am wichtigsten ist die hypertrophe Kardiomyopathie HCM, eine Herzmuskelerkrankung, die per Herzultraschall überwacht wird. Dazu kommen die Pyruvatkinase-Defizienz, ein Enzymmangel mit Blutarmut, und die progressive Retinaatrophie PRA, die zur Erblindung führt. Für PK-Def und PRA gibt es Gentests. Kaufe nur bei Züchtern, die ihre Elterntiere auf diese Krankheiten untersuchen lassen.
War dieser Beitrag hilfreich?
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