Grüner Star bei Katzen
Hol dir deinen persönlichen Bereich mit gespeicherten Beiträgen, Empfehlungen und Tierarzt-Terminen.
Mein go4vet kostenlos starten
Grüner Star (Glaukom) bei der Katze ist eine ernste Augenerkrankung, bei der der Druck im Inneren des Auges (Intraokulardruck, IOD) gefährlich ansteigt und den Sehnerv schädigt. Anders als beim Menschen entwickelt sich das feline Glaukom oft als Folge einer anderen Augenerkrankung, etwa einer chronischen Uveitis, einer Linsenluxation oder eines Tumors. Unbehandelt droht innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ein dauerhafter Sehverlust, weshalb der grüne Star zu den absoluten Notfällen in der Tiermedizin zählt. Wenn deine Katze ein gerötetes, getrübtes oder ungewöhnlich „leuchtendes“ Auge zeigt, blinzelt, das Auge zukneift oder sich offensichtlich unwohl fühlt, gehört sie sofort in die Tierklinik. Dieser Ratgeber erklärt dir, wie du erste Anzeichen erkennst, was beim Tierarzt gemessen wird, welche Therapien (medikamentös und operativ) zur Verfügung stehen und welche Verlaufsformen Katzen in Deutschland und Österreich am häufigsten betreffen. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.
Notfall: sofort in die Klinik
Ein akuter grüner Star ist ein augenmedizinischer Notfall. Bei rotem, hartem, getrübtem oder schmerzhaftem Auge sofort eine Tierklinik anfahren, im Idealfall mit einem Tierarzt für Augenheilkunde oder einer Notdienstklinik. Jede Stunde zählt, weil der Sehnerv unter Dauerdruck irreversibel zugrunde geht. In Wien sind die Vetmeduni und größere private Augenkliniken rund um die Uhr erreichbar.
Was ist grüner Star bei der Katze überhaupt?
Im gesunden Auge wird ständig eine klare Flüssigkeit (Kammerwasser) gebildet und über ein feines Abflusssystem im Bereich des Kammerwinkels wieder abgeleitet. Produktion und Abfluss halten sich die Waage, der Druck im Auge bleibt stabil bei etwa 15 bis 25 Millimeter Quecksilbersäule. Beim Glaukom ist dieser Abfluss gestört. Das Kammerwasser staut sich, der Druck steigt, und die empfindlichen Strukturen im Augeninneren, vor allem der Sehnervenkopf und die Netzhaut, geraten unter Druck. Innerhalb weniger Stunden beginnt der Sehnerv zu absterben. Wird der Druck nicht rasch gesenkt, ist das Sehen für immer verloren.
Bei der Katze unterscheidet man primäre und sekundäre Glaukome. Die primäre Form, bei der der Kammerwinkel anatomisch fehlgebildet ist, ist bei Katzen selten und tritt vor allem bei Burma- und Siamkatzen sowie vereinzelt bei Perserkatzen auf. Deutlich häufiger sind sekundäre Glaukome, die als Folge anderer Erkrankungen entstehen. Klassische Auslöser sind eine chronische Regenbogenhautentzündung (Uveitis), eine Linsenverlagerung, ein intraokularer Tumor (vor allem das diffuse Iris-Melanom), eine Blutung in der vorderen Augenkammer oder eine Vernarbung nach Trauma.
Diese Differenzierung ist wichtig, weil die Therapie nicht nur den Druck senken muss, sondern gleichzeitig die zugrunde liegende Ursache adressiert. Bei einer chronischen Uveitis braucht es entzündungshemmende Tropfen, bei einem Tumor möglicherweise die Entfernung des Auges. Mehr zu diesem Thema findest du in unserer Übersicht zu Krankheiten der Katze.

Welche Symptome zeigen Katzen mit grünem Star?
Die Symptome eines akuten Glaukoms sind oft erst spät sichtbar, weil Katzen Schmerzen geschickt verbergen. Trotzdem gibt es typische Warnzeichen, die du als Halterin oder Halter kennen solltest. Achte auf folgende Veränderungen am Auge.
Das betroffene Auge wirkt häufig größer als das gesunde Pendant, weil der Druck den Augapfel ausbeult (Buphthalmus). Die Hornhaut kann milchig blau bis grünlich getrübt erscheinen, daher der Name „grüner Star“. Die Bindehaut ist gerötet, die Pupille bleibt oft mittelweit gestellt und reagiert nicht mehr richtig auf Lichteinfall. Manche Katzen kneifen das Auge zu, andere reiben sich vermehrt mit der Pfote oder dem Kopf an Möbeln. Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit und ein deutlich verändertes Verhalten, etwa Rückzug, Appetitlosigkeit oder Aggression, können dazukommen.
Bei einem schleichenden Verlauf, etwa bei chronischen sekundären Glaukomen, fallen die Symptome subtiler aus. Deine Katze stößt vielleicht häufiger an Möbel, springt unsicher oder findet das Futter nicht mehr zuverlässig. Ein Auge wirkt „leblos“, die Pupille ist auffällig groß, der Kopf wird leicht schräg gehalten. Diese Anzeichen schleichen sich über Wochen ein und werden oft als Altersveränderung fehlinterpretiert. Spätestens wenn dir auffällt, dass deine Katze sich an einer Seite häufiger anstößt, sollte ein Augencheck erfolgen. Auch Tränen- oder Schleimabsonderungen, ähnlich wie bei begleitenden Allgemeinsymptomen, können ein Hinweis sein, dass etwas nicht stimmt.
Wichtig: ein einseitig erkranktes Auge kann sehr schnell auch das andere Auge in Mitleidenschaft ziehen, vor allem bei der primären Form. Eine Vorsorgekontrolle des zweiten Auges ist deshalb fester Bestandteil jeder Therapieplanung.
Welche Ursachen stecken hinter einem felinen Glaukom?
Im Gegensatz zum Hund, bei dem viele Rassen mit angeborenen Glaukomen kämpfen, ist die Katze meist sekundär betroffen. Die häufigste Ursache ist die chronische Uveitis, also eine wiederkehrende Entzündung der Regenbogenhaut. Diese Entzündung kann durch Infektionen wie Toxoplasmose, das feline Coronavirus (FIP), das feline Leukosevirus (FeLV), das feline Immundefizienzvirus (FIV) oder Bartonellen ausgelöst werden. Auch Pilze und immunmediierte Reaktionen kommen vor. Wenn eine solche Uveitis lange unentdeckt bleibt, vernarbt der Kammerwinkel, das Kammerwasser staut sich, das Glaukom entsteht.
Eine weitere wichtige Ursache ist das diffuse Iris-Melanom, ein langsam wachsender Tumor der Regenbogenhaut. Anfangs sieht man nur kleine, dunkle Flecken auf der Iris, die sich über Monate ausbreiten. Wenn der Tumor in den Kammerwinkel wächst, blockiert er den Abfluss. Das diffuse Iris-Melanom ist mit Abstand der häufigste primäre Augentumor der Katze und einer der Hauptgründe für sekundäre Glaukome bei älteren Tieren.
Eine Linsenluxation, also das Verrutschen der Linse aus ihrer normalen Position, kann den Kammerwasserabfluss mechanisch blockieren. Sie tritt bei Katzen meist nach Trauma oder im Rahmen einer chronischen Uveitis auf. Auch Blutungen in der vorderen Augenkammer (Hyphäma) nach Verkehrsunfall, Sturz aus dem Fenster oder Beißerei verstopfen den Abfluss und führen zum Druckanstieg. Freigängerkatzen, die du gerade an die Außenwelt gewöhnen willst, sind hier besonders gefährdet, weshalb der Beitrag zu Erziehungsthemen rund um den Freigang ergänzend interessant sein kann.
Schließlich gibt es die seltenen primären Glaukome bei Burma, Siam und Perser, bei denen ein angeborener Defekt im Kammerwinkel vorliegt. Diese Katzen erkranken meist in jungen Jahren beidseitig und brauchen lebenslange Augenüberwachung.
Wie wird der grüne Star sicher diagnostiziert?
Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen Untersuchung in der Tierklinik. Der Tierarzt prüft zunächst die Reflexe der Pupille, die Hornhaut, die vordere Augenkammer und die Linse mit einer Spaltlampe. Der entscheidende Schritt ist die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie). Dafür wird ein elektronisches Tonometer (TonoVet oder TonoPen) sanft auf die Hornhaut getippt, was die Katze meist gut toleriert. Werte über dreißig Millimeter Quecksilbersäule gelten als verdächtig, Werte über vierzig Millimeter Quecksilbersäule als sicher pathologisch.
Im zweiten Schritt wird der Augenhintergrund mit einem Ophthalmoskop oder einer Funduskamera betrachtet. Hier sieht der Tierarzt, ob der Sehnerv bereits Schäden zeigt (Atrophie, Aushöhlung der Papille) und wie die Netzhaut aussieht. Eine Ultraschalluntersuchung des Auges hilft, die innere Architektur darzustellen, vor allem wenn die Hornhaut so getrübt ist, dass eine direkte Einsicht nicht mehr möglich ist. Sie zeigt zudem mögliche Tumoren, Blutungen oder Linsenverlagerungen.
Bei jedem felinen Glaukom gehört eine systemische Abklärung dazu. Blutbild, klinische Chemie, FeLV/FIV-Test, Toxoplasmose-Titer und gegebenenfalls Bartonellen-Serologie helfen, die zugrunde liegende Ursache zu finden. Bei Verdacht auf einen Tumor oder eine schwere Entzündung kann eine Probe der vorderen Augenkammer (Aquozentese) gewonnen werden, die im Labor auf Zellen, Eiweiß und Erreger untersucht wird. Eine Übersicht zu chronischen systemischen Erkrankungen findest du auch im Beitrag zu Niereninsuffizienz bei der Katze, die ebenfalls häufig im Kontext seniorer Augenerkrankungen relevant wird.
Eine genaue Diagnose ist Voraussetzung für jede sinnvolle Therapie. Wenn die Ursache nicht klar ist, wird die alleinige Drucksenkung den langfristigen Verlauf nicht stoppen. Deshalb lohnt sich der Weg in eine Augenfachpraxis, auch wenn der erste Termin etwas teurer ist.
Welche Therapie senkt den Augendruck am sichersten?
Die Therapie verfolgt zwei Ziele. Erstens den Augeninnendruck so schnell wie möglich auf normale Werte senken, zweitens die Grunderkrankung behandeln. Der medikamentöse Werkzeugkasten umfasst mehrere Wirkstoffklassen, die kombiniert eingesetzt werden.
Carboanhydrase-Hemmer wie Dorzolamid oder Brinzolamid (Augentropfen) reduzieren die Bildung von Kammerwasser. Sie sind bei Katzen die erste Wahl. Betablocker wie Timolol senken ebenfalls die Produktion und werden häufig kombiniert. Prostaglandin-Analoga wie Latanoprost, die beim Hund den Abfluss erleichtern, wirken bei der Katze deutlich schwächer und werden seltener eingesetzt. Bei schwerem akutem Glaukom kann eine intravenöse Gabe von Mannitol notwendig sein, um den Druck binnen einer Stunde zu senken.
Begleitend braucht die zugrunde liegende Ursache eine eigene Therapie. Eine Uveitis wird mit entzündungshemmenden Augentropfen (Kortison oder NSAID) und gegebenenfalls einer systemischen Therapie behandelt. Eine Toxoplasmose erhält Antibiotika wie Clindamycin. Ein diffuses Iris-Melanom kann je nach Stadium beobachtet, mit Laser behandelt oder durch eine Bulbusentfernung adressiert werden. Eine Linsenluxation kann operativ gelöst werden, ist aber technisch anspruchsvoll und in Österreich nur an wenigen Spezialkliniken möglich.
Wenn der Druck trotz Therapie nicht beherrschbar wird, das Auge schmerzhaft bleibt und die Sehkraft verloren ist, wird in Absprache mit der Halterin oder dem Halter eine Bulbusentfernung (Enukleation) erwogen. Das mag drastisch klingen, ist aber für die Katze ein Befreiungsschlag, weil die ständigen Schmerzen verschwinden. Katzen kompensieren den Verlust eines Auges innerhalb weniger Wochen erstaunlich gut. Eine Alternative bei kosmetisch heiklen Fällen ist die intraokulare Prothese (Eviszeration mit Silikonimplantat), die das Augenvolumen erhält, das Sehen aber nicht wiederherstellt.
Wie sieht der Alltag mit einer Glaukom-Katze aus?
Eine Katze mit chronischem Glaukom braucht eine ruhige, vorhersehbare Umgebung. Stelle Möbel nicht ständig um, halte Futter- und Wassernapf am gewohnten Platz. Wenn deine Katze auf einem Auge nicht mehr sieht, kompensiert sie das in der Regel gut, solange ihre gewohnte Welt stabil bleibt. Springen auf hohe Möbel kann unsicher werden, deshalb sind Rampen, niedrige Aufstiege oder zusätzliche Zwischenebenen hilfreich.
Die Augentropfen müssen meist täglich, oft sogar mehrmals täglich, verabreicht werden. Übe das Tropfen ruhig und konsequent, am besten zu festen Zeiten und in Verbindung mit einer Belohnung wie einem Stück Trockenfutter oder einer Lieblings-Streicheleinheit. Wenn deine Katze ohnehin schon empfindlich ist, hilft eine ruhige Routine, die Behandlung dauerhaft umzusetzen. Mehr zu sanftem Handling findest du im Beitrag zur Pflege der Katze.
Eine ausgewogene Ernährung ist gerade bei chronisch erkrankten Katzen wichtig. Eine gute Wasserversorgung schützt die Nieren, vor allem wenn deine Katze zusätzlich Schmerzmittel oder systemische Medikamente bekommt. Nassfutter unterstützt die Hydration, Übersicht im Beitrag zu Nassfutter für Katzen. Bei Wohnungskatzen lohnt sich zudem ein Blick auf die passende Fütterung von Wohnungskatzen.
Wenn die Katze bereits beidseitig blind geworden ist, brauchst du etwas Geduld in den ersten Wochen. Sprich sie regelmäßig an, bevor du sie berührst, lass sie sich an deinen Geruch gewöhnen und führe sie behutsam an Futternapf, Katzentoilette und Schlafplatz heran. Viele blinde Katzen leben über Jahre ein erfülltes, glückliches Leben in einer vertrauten Wohnung. Freigang ist nach Sehverlust nicht mehr möglich, ein gesicherter Balkon oder ein katzensicherer Garten dafür umso wichtiger.

Wie ist die Prognose beim grünen Star?
Die Prognose hängt stark davon ab, wie schnell die Diagnose gestellt und die Therapie eingeleitet wird. Wenn der Druck binnen weniger Stunden gesenkt werden kann und die Grunderkrankung behandelbar ist, lassen sich Sehkraft und Lebensqualität langfristig erhalten. Bei verzögerter Diagnose oder wenn das Auge bereits Tage unter Druck stand, ist der Sehnerv meist bleibend geschädigt, das Sehen verloren. Das Auge selbst kann mit medikamentöser Therapie schmerzfrei gehalten werden, manchmal über Jahre.
Bei sekundären Glaukomen, etwa nach Uveitis oder bei Iris-Melanom, bestimmt die Grunderkrankung die langfristige Aussicht. Eine konsequente Therapie der Uveitis kann den Druck stabil halten. Ein langsam wachsendes Iris-Melanom kann Jahre beobachtet werden, bevor eine Operation nötig wird. Bei aggressiven Tumoren ist eine schnelle Bulbusentfernung manchmal lebensrettend, weil das Risiko einer Metastasierung mit jedem Wachstumsmonat steigt.
Beidseitige primäre Glaukome bei Burma oder Siam haben die schwierigste Prognose. Beide Augen erkranken meist binnen Monaten, eine vollständige Erhaltung der Sehkraft gelingt selten. Eine engmaschige Augenkontrolle ab dem ersten Diagnosezeitpunkt erlaubt jedoch, das zweite Auge möglichst lange schmerz- und funktionsfähig zu halten.
Wichtig ist, dass deine Katze nicht in einen Dauerschmerz-Zustand gerät. Ein chronisch erhöhter Augeninnendruck verursacht starke Schmerzen, die Katzen geschickt verbergen, die aber Lebensqualität, Appetit und Sozialverhalten massiv beeinträchtigen. Eine ehrliche Diskussion mit deinem Tierarzt über Bulbusentfernung als Alternative zur lebenslangen Tropftherapie ist in fortgeschrittenen Fällen kein Tabu, sondern oft die menschlich-medizinisch beste Entscheidung.
Womit kann grüner Star verwechselt werden?
Mehrere Augenerkrankungen können einem akuten Glaukom ähneln und müssen sicher abgegrenzt werden. Eine akute Konjunktivitis (Bindehautentzündung) verursacht ebenfalls Rötung, Tränenfluss und Lidkrampf, der Druck im Auge ist aber normal. Ursache sind meist Viren (Herpes, Calici) oder Chlamydien. Die Therapie ist eine ganz andere, weshalb die Druckmessung essenziell ist.
Eine Hornhautverletzung oder ein Hornhautulkus (Hornhautgeschwür) zeigt sich durch Lidkrampf, Tränenfluss und einen sichtbaren Defekt auf der Hornhaut. Mit der Spaltlampe und einem Fluoreszein-Test lässt sich das Ulkus rasch diagnostizieren. Auch hier ist eine zügige Behandlung wichtig, weil ein tiefes Ulkus zur Hornhautperforation führen kann.
Ein retrobulbärer Abszess, also eine Eiterhöhle hinter dem Augapfel, drückt das Auge nach vorne und kann an einen Buphthalmus erinnern. Die Symptome sind aber meist begleitet von Fieber, Apathie und Schmerzen beim Maulöffnen. Eine Bildgebung (Ultraschall, CT) klärt die Situation.
Schließlich kann eine vordere Uveitis ohne Glaukom ähnliche Symptome wie Rötung, Lichtscheu und Lidkrampf hervorrufen. Der Augeninnendruck ist hier meist normal oder sogar erniedrigt. Trotzdem ist die Uveitis eine Vorstufe zum Glaukom, weshalb sie ebenso zügig behandelt gehört. Mehr zu chronischen Augen-Begleiterkrankungen findest du im Beitrag zu Diabetes bei Katzen, weil systemische Stoffwechselerkrankungen sekundär ans Auge gehen können.
Tierarztkosten im Blick behalten
Grüner Star muss dauerhaft behandelt werden, manchmal ist sogar eine Operation nötig. Eine Katzenkrankenversicherung schützt dich vor hohen Rechnungen. Finde in zwei Minuten den passenden Tarif oder vergleiche die Anbieter direkt.
Tierärztlicher Blick: warum jede Stunde zählt
Aus tierärztlicher Sicht ist der grüne Star eine der wenigen wirklich zeitkritischen Augenerkrankungen bei Katzen. Wenn der Druck im Auge steigt, beginnt der Sehnerv binnen weniger Stunden zu sterben. Anders als beim Hund, wo manche Glaukome langsam fortschreiten, kann ein akutes felines Glaukom binnen eines Tages zur völligen Erblindung führen. Deshalb gilt bei jedem Verdacht: sofort in eine Tierklinik mit Augenheilkunde-Schwerpunkt fahren, nicht bis zum nächsten regulären Sprechstundentermin warten.
In Österreich gibt es spezialisierte Augenfachpraxen vor allem in Wien, Graz, Linz und Salzburg. Die Vetmeduni Wien bietet eine Augenklinik mit allen notwendigen Geräten von Tonometer über Spaltlampe bis hin zu Ultraschall und Elektroretinographie. Eine Erstuntersuchung mit Druckmessung kostet zwischen sechzig und hundertdreißig Euro, eine umfassende Augenheilkunde-Beratung mit Bildgebung zwischen zweihundert und vierhundert Euro. Eine Bulbusentfernung liegt typischerweise bei vierhundert bis siebenhundert Euro, eine konservierende intraokulare Prothese deutlich höher. Eine bestehende Katzenversicherung deckt einen großen Teil dieser Kosten ab, lohnt sich vor allem bei Burma- oder Siamkatzen mit Glaukomrisiko.
Eine geeignete Tierarztpraxis findest du über den Tierarzt-Finder, in der Bundeshauptstadt direkt unter Tierarzt Wien. Was du auf keinen Fall tun solltest: humanmedizinische Augentropfen verwenden. Viele Präparate aus der Hausapotheke sind für Katzen toxisch oder unwirksam. Auch Kortison-Augentropfen ohne Diagnose können bei Hornhautverletzung katastrophal wirken, weil sie die Heilung verzögern und Infektionen begünstigen.
Halte zudem ein Augentagebuch, wenn deine Katze chronisch betroffen ist. Notiere den Verlauf der Augenrötung, das Verhalten beim Tropfen, mögliche Beobachtungen wie Reiben oder Lidkrampf. Diese Daten helfen dem Tierarzt, die Therapie über Wochen und Monate sinnvoll zu steuern. Halbjährliche Kontrolltermine mit Druckmessung sind bei chronischen Glaukom-Patienten Standard.
Häufige Fragen zu grünem Star bei der Katze
Quellen
MSD Veterinary Manual: Glaucoma in Animals (2024) (letzter Zugriff: 30.04.2026)
McLellan GJ, Miller PE: Feline glaucoma. Vet Ophthalmol (2011) (letzter Zugriff: 30.04.2026)
WSAVA: Global Veterinary Guidelines (letzter Zugriff: 30.04.2026)
Österreichische Tierärztekammer: Patienteninformation Augenheilkunde (letzter Zugriff: 30.04.2026)
Vetmeduni Wien: Universitätsklinik für Kleintiere, Augenheilkunde (letzter Zugriff: 30.04.2026)
Hol dir deinen persönlichen Bereich mit gespeicherten Beiträgen, Empfehlungen und Tierarzt-Terminen.
Mein go4vet kostenlos starten