Patellaluxation bei der Katze
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Patellaluxation bei der Katze beschreibt das wiederholte oder dauerhafte Herausspringen der Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Gleitrinne im Oberschenkelknochen. Anders als beim Hund, wo die Erkrankung sehr häufig vorkommt, ist die feline Patellaluxation seltener und wird in der Praxis oft erst spät erkannt, weil Katzen Schmerzen geschickt verbergen und eine Lahmheit über lange Zeit kompensieren. Trotzdem leiden geschätzt zwei bis acht Prozent aller Hauskatzen unter einer mehr oder weniger ausgeprägten Patellaluxation, mit einer deutlichen Häufung bei bestimmten Rassen wie Burma, Devon Rex, Abessinier oder Britisch Kurzhaar. Die Erkrankung ist meist angeboren, kann aber auch nach einem Trauma entstehen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du die typischen Symptome erkennst, welche Schweregrade es gibt, wann eine Operation sinnvoll ist und welche konservativen Maßnahmen den Verlauf positiv beeinflussen. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.
Auf einen Blick
Patellaluxation bei Katzen ist meist angeboren und tritt gehäuft bei Burma, Devon Rex, Abessinier und Britisch Kurzhaar auf. Klassische Zeichen sind eine intermittierende, schmerzlose Lahmheit, ein „hüpfender“ Gang oder ein kurzes Anheben der Hinterpfote im Lauf. Eine sichere Diagnose stellt die Tierärztin durch klinische Untersuchung und Röntgenbild. Konservative Therapie ist bei Grad I und II oft ausreichend, ab Grad III empfehlen Spezialisten meist eine Operation, vor allem bei jungen Tieren oder beidseitiger Manifestation.
Was ist Patellaluxation bei der Katze?
Die Patella ist eine kleine Knochenscheibe, die im Sehnenapparat des Oberschenkelmuskels (Quadrizeps) eingebettet ist und in einer schmalen, glatten Rinne (Trochlea) am Ende des Oberschenkelknochens gleitet. Beim Beugen und Strecken des Knies bewegt sie sich glatt nach oben und unten und überträgt die Muskelkraft über die Patellasehne auf das Schienbein (Tibia). Diese mechanische Achse ist im gesunden Knie stabil und schmerzfrei.
Bei der Patellaluxation springt die Patella aus ihrer Rinne, meist nach innen (medial), seltener nach außen (lateral). Bei Katzen überwiegt die mediale Form deutlich. Die Ursache ist oft eine angeborene Fehlstellung des Knies, die schon im Welpenalter angelegt ist. Eine zu flache Trochlea, eine Verdrehung des Schienbeins, eine Verlagerung der Tibiakante oder eine Verformung des Oberschenkels führen dazu, dass die Patella nicht in ihrer Rinne bleibt. Mit jeder Bewegung schleift sie über den Rand, was Knorpelschäden, Entzündung und langfristig Arthrose verursacht.
Eine zweite, deutlich seltenere Form ist die traumatische Patellaluxation nach Sturz, Autounfall oder Beißerei. Hier reißt der Bandapparat des Knies, die Patella verlagert sich akut. Diese Form ist meist mit starken Schmerzen, deutlicher Lahmheit und Schwellung verbunden, anders als die schleichende angeborene Form, die oft jahrelang ohne offensichtliche Beschwerden verläuft. Ein chronisches Hinken kann auch ein Hinweis auf andere Knieprobleme sein, weshalb die Differenzialdiagnose im Beitrag zu allgemeinen Krankheiten der Katze wichtig ist.

Welche Katzenrassen sind besonders betroffen?
Die Patellaluxation hat eine genetische Komponente, weshalb bestimmte Rassen ein deutlich erhöhtes Risiko tragen. Besonders häufig betroffen sind die Devon Rex, die Burma, die Abessinier, die Britisch Kurzhaar, die Maine Coon und vereinzelt auch die Heilige Birma. Bei diesen Rassen empfehlen seriöse Züchter eine orthopädische Voruntersuchung der Elterntiere, weil das Merkmal vererbt werden kann. In Österreich ist die Diagnose bei Burma- und Devon-Rex-Welpen aus Zuchtbeständen üblich, eine Bescheinigung der Knie-Gesundheit gehört oft zum seriösen Welpenkauf dazu.
Bei Hauskatzen ohne Stammbaum ist die Häufigkeit niedriger, aber durchaus relevant. Eine Untersuchung an mehreren tausend europäischen Hauskatzen zeigte eine Patellaluxations-Rate von etwa zwei bis fünf Prozent, mit deutlich höherem Anteil bei kleinen, leichtknochigen Tieren. Auffällig ist, dass viele dieser Katzen über Jahre keine offensichtliche Lahmheit zeigen und die Diagnose erst zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung gestellt wird.
Eine Sonderrolle spielen Katzen mit angeborenen Skelettanomalien wie Manx-Katzen oder Tieren mit Hüftdysplasie. Bei ihnen bündeln sich oft mehrere orthopädische Probleme, weshalb eine umfassende Untersuchung bei der Erstdiagnose Pflicht ist. Auch Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor: jede zusätzliche Belastung verschlimmert die mechanische Fehlstellung und beschleunigt die Knorpelabnutzung. Eine angepasste Fütterung über die richtige artgerechte Ernährung ist deshalb wichtiger Teil der Therapie.
Welche Symptome zeigen Katzen mit Patellaluxation?
Die Symptome der Patellaluxation sind oft subtil. Eine Katze mit Grad I oder II zeigt mitunter über Jahre keine offensichtliche Beschwerden. Beobachte deine Katze gezielt auf folgende Hinweise.
Klassisch ist eine intermittierende, schmerzlose Lahmheit. Die Katze hebt im Lauf kurz die Hinterpfote, hüpft auf drei Beinen weiter und nutzt die Pfote nach wenigen Sekunden wieder normal. Dieses „Skipping“ kann mehrmals pro Tag oder nur gelegentlich auftreten. Manche Katzen sitzen mit auffallend abgespreiztem oder verdrehtem Hinterbein. Andere zeigen einen ungewöhnlichen Sprungstil, vermeiden hohe Möbel oder springen zaghaft, wo sie früher elegant in einem Satz hochgekommen sind.
Bei höheren Schweregraden (Grad III und IV) wird die Lahmheit deutlicher und persistierender. Die Katze entlastet das Bein, der Hinterhand-Muskel atrophiert sichtbar, das Kniegelenk wirkt verformt, der Bewegungsumfang ist eingeschränkt. Wenn beide Knie betroffen sind, was bei Burma und Devon Rex häufig vorkommt, geht das Tier typisch geduckt, mit gebeugten Hinterläufen und einer verkürzten Schrittlänge. Sprung-Verweigerung wird zur Regel. Manche Tiere setzen sich beim Springen nach oben oft hin, weil ihnen das Knie ausreicht.
Schmerz zeigt eine Katze meist nur bei akuter Verschlechterung. Anzeichen sind Rückzug, Appetitverlust, vermehrte Aggression bei Berührung der Hinterhand und gelegentlich Vokalisation beim Aufstehen aus dem Liegen. Wenn deine Katze plötzlich nicht mehr in die gewohnte Katzentoilette springt oder sich beim Putzen der Hinterpfoten unwohl zeigt, kann ein orthopädisches Problem dahinterstecken. Halte solche Beobachtungen schriftlich fest, idealerweise mit kurzem Video, weil das der Tierärztin die Diagnose deutlich erleichtert.
Welche Schweregrade gibt es bei der Patellaluxation?
In der Tiermedizin wird die Patellaluxation in vier Schweregrade nach Singleton eingeteilt. Diese Einstufung ist die Grundlage jeder Therapieentscheidung.
Grad I: die Patella sitzt normal in ihrer Rinne, lässt sich aber bei manueller Manipulation durch die Tierärztin kurz nach innen oder außen drücken und springt dann selbständig zurück. Klinisch sind diese Katzen meist symptomfrei, der Befund wird oft zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung erhoben.
Grad II: die Patella springt spontan aus der Rinne, etwa beim Springen oder bei einer schnellen Drehung, kehrt aber von selbst oder durch eine kurze Streckung des Beins zurück. Die Katze zeigt das typische intermittierende Skipping. Eine konservative Therapie mit Gewichtsmanagement, kontrollierter Bewegung und Schmerzmittel-Bedarfsmedikation reicht oft aus.
Grad III: die Patella ist die meiste Zeit ausgerenkt, lässt sich manuell zurückdrücken, springt aber sofort wieder heraus. Die Katze zeigt eine deutliche, persistente Lahmheit, der Hinterhand-Muskel atrophiert. In dieser Stufe wird meist eine Operation empfohlen, vor allem bei jungen Tieren mit langer Lebenserwartung.
Grad IV: die Patella ist permanent ausgerenkt, lässt sich nicht zurückdrücken. Die Trochlea ist meist deutlich verformt, das Knie schwer fehlgestellt. Eine Operation ist hier notwendig, wenn das Tier eine akzeptable Lebensqualität haben soll. Ohne Eingriff entwickelt sich rasch eine schwere Arthrose mit chronischen Schmerzen.
Wie wird die Patellaluxation diagnostiziert?
Die Diagnose stellt die Tierärztin durch eine kombinierte klinische und bildgebende Untersuchung. Im ersten Schritt steht die Anamnese: wann ist die Lahmheit erstmals aufgefallen, wie häufig tritt sie auf, gibt es Tageszeit-Unterschiede, hat die Katze ein Trauma erlebt? Sehr hilfreich sind Videoaufnahmen, die du als Halterin oder Halter mitbringst, weil viele Katzen in der Praxis vor Stress nicht das typische Hinkbild zeigen.
Im zweiten Schritt untersucht die Tierärztin das Kniegelenk durch behutsame Manipulation. Sie palpiert die Patella, prüft, ob sie sich nach innen oder außen drücken lässt, beurteilt die Beweglichkeit und tastet nach Schwellung, Wärme oder Verformung. Diese Untersuchung sollte an beiden Knien erfolgen, weil eine beidseitige Manifestation häufig ist und einseitige Lahmheit das andere Knie nicht ausschließt.
Im dritten Schritt erfolgt eine Röntgenaufnahme des Knies in zwei Ebenen, idealerweise in Vollnarkose oder Sedation, weil eine entspannte Muskulatur die Beurteilung erleichtert. Das Röntgenbild zeigt die anatomische Stellung der Patella, die Form der Trochlea, die Achse von Oberschenkel und Schienbein und mögliche Begleiterkrankungen wie Arthrose, Knochenzysten oder einen Bandapparat-Schaden. In komplexen Fällen kann eine Computertomographie (CT) zusätzliche Informationen liefern, vor allem wenn ein chirurgischer Eingriff geplant wird.
Begleitend gehört eine umfassende orthopädische Untersuchung dazu. Hüfte, Sprunggelenk und Wirbelsäule werden geprüft, weil Begleitprobleme die Symptomatik verschlimmern können. Bluttests sind selten direkt zur Diagnose nötig, aber sinnvoll vor einer Operation, um die Narkose-Verträglichkeit zu klären. Bei älteren Tieren ist eine Nieren- und Leberuntersuchung Standard, mehr dazu im Beitrag zu Niereninsuffizienz bei der Katze.
Wann hilft eine konservative Therapie?
Bei Patellaluxation Grad I und II ist eine konservative Therapie oft ausreichend. Sie verlangt allerdings konsequente Disziplin in mehreren Bereichen, um die Verschlechterung über Jahre zu verzögern.
Erstens das Gewichtsmanagement. Jedes überschüssige Kilo erhöht die mechanische Belastung des Knies und beschleunigt die Knorpelabnutzung. Eine schlanke, athletische Körperkondition ist Therapieziel Nummer eins. Wenn deine Katze übergewichtig ist, lohnt sich eine strukturierte Diät über mehrere Monate. Mehr zur Gewichtsreduktion findest du im Beitrag zur artgerechten Ernährung und ergänzend zur passenden Variante bei reinen Wohnungskatzen.
Zweitens die kontrollierte Bewegung. Eine Katze mit Patellaluxation sollte hohe Sprünge möglichst vermeiden. Stelle Rampen oder Zwischenebenen zu beliebten erhöhten Plätzen, biete eine niedrige Katzentoilette an, vermeide glatte Böden, die abrutschen lassen. Regelmäßige sanfte Bewegung ist trotzdem wichtig, weil eine starke, stabilisierende Muskulatur das Knie führt. Spielen mit der Federangel auf Bodenhöhe und sanftes Schleichen sind ideal, halsbrecherisches Klettern ist tabu.
Drittens die medikamentöse Therapie bei Bedarf. NSAIDs (entzündungshemmende Schmerzmittel wie Meloxicam oder Robenacoxib) helfen in akuten Phasen, dürfen bei Katzen aber nur nach gründlicher Nierenfunktionsprüfung und in tierärztlich vorgegebener Dosierung eingesetzt werden. Bei chronischen Beschwerden kommen Knorpelschutzpräparate (Glucosamin, Chondroitin, Hyaluronsäure, Omega-3-Fettsäuren) zum Einsatz. Sie werden meist als Futterzusatz oder als Injektion verabreicht.
Viertens die unterstützende Physiotherapie. Eine spezialisierte Tierphysiotherapie mit passiven Bewegungsübungen, sanfter Massage und Lasertherapie kann die Hinterhand-Muskulatur stärken und die Beweglichkeit des Knies verbessern. In Österreich gibt es zertifizierte Tierphysiotherapeutinnen vor allem in Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Eine Sitzung kostet zwischen vierzig und neunzig Euro, eine Behandlungsserie umfasst meist sechs bis zehn Termine.

Wann ist eine Operation sinnvoll?
Eine operative Korrektur der Patellaluxation wird empfohlen bei Schweregrad III und IV, bei jungen Tieren mit langer Lebenserwartung sowie bei beidseitiger Manifestation mit fortschreitender Arthrose. Auch eine Patellaluxation Grad II, die trotz konsequenter konservativer Therapie nicht beherrschbar wird, ist eine Operationsindikation.
Die OP-Techniken sind unterschiedlich und werden individuell kombiniert. Eine Trochleaplastik vertieft die Gleitrinne, damit die Patella stabil sitzt. Eine Tibiakanten-Versetzung (Transposition der Tuberositas tibiae) korrigiert die Achse zwischen Oberschenkel und Schienbein. Eine Kapselraffung verstärkt den Bandapparat. Bei schweren Fehlstellungen kann eine korrigierende Osteotomie nötig sein, bei der ein Knochenkeil entfernt und das Bein geradegerichtet wird. Welche Technik in deinem Fall sinnvoll ist, entscheidet die Spezialistin nach Bildgebung und Untersuchung.
Die Operation erfolgt in Vollnarkose, die Katze bleibt meist ein bis zwei Tage stationär. Die Heilungsphase dauert sechs bis zwölf Wochen mit kontrollierter Bewegung, Käfighaltung in den ersten zwei Wochen und schrittweisem Belastungsaufbau. Eine begleitende Physiotherapie beschleunigt die Genesung. Komplikationen wie Infektion, Implantatlockerung oder erneute Luxation sind möglich, aber bei sauberer Operationstechnik selten. Die Erfolgsrate liegt bei erfahrenen Spezialisten zwischen achtzig und fünfundneunzig Prozent.
Die Kosten einer einseitigen Patellaluxations-OP liegen in Österreich je nach Klinik und OP-Aufwand zwischen tausend und zweitausendfünfhundert Euro, beidseitig entsprechend höher. Eine bestehende Katzenversicherung mit OP-Komponente deckt einen großen Teil dieser Kosten ab, insbesondere bei jungen Tieren mit angeborener Erkrankung. Bei Burma- und Devon-Rex-Katzen ist eine entsprechende Versicherung von Beginn an empfehlenswert.
Wie sieht der Alltag mit einer betroffenen Katze aus?
Eine Katze mit Patellaluxation braucht eine angepasste Wohnumgebung, die Sprünge minimiert und sicheren Halt bietet. Stelle Rampen, Treppen oder Zwischenebenen zu allen Lieblingsplätzen, vom Sofa über das Bett bis zur Fensterbank. Vermeide glatte Böden, die das Knie zusätzlich belasten. Teppiche, rutschfeste Läufer und Yoga-Matten an strategischen Stellen helfen, sicher zu landen.
Die Katzentoilette sollte einen niedrigen Einstieg haben. Hohe Hauben oder tiefe Streu erschweren das Hineinklettern und Verlassen, was eine Katze mit empfindlichem Knie zusätzlich belastet. Auch der Futternapf sollte ohne Sprung erreichbar sein. Wenn du mehrere Katzen hast, achte auf separate Plätze, damit deine Patientin nicht in Hektik geraten muss, wenn andere Katzen vorbeiströmen.
Eine angepasste Fütterung ist gerade bei chronischen Knieproblemen ein zentraler Hebel. Übergewicht verschlimmert die Symptome, Untergewicht schwächt die Muskulatur. Eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Protein, kontrollierter Energiezufuhr und gegebenenfalls Knorpelschutzzusätzen unterstützt die Gelenkgesundheit. Eine gute Wasserversorgung schützt zudem die Nieren, falls Schmerzmittel zum Einsatz kommen, mehr dazu im Beitrag zu Nassfutter für Katzen.
Beobachte deine Katze konsequent. Notiere die Häufigkeit des Hinkens, die Sprungbereitschaft, das allgemeine Verhalten, den Appetit und die Aktivität. Diese Daten helfen der Tierärztin, den Therapieerfolg zu beurteilen und gegebenenfalls die Strategie anzupassen. Halbjährliche Kontrolltermine mit klinischer Untersuchung und gegebenenfalls Röntgen sind bei chronischen Patientinnen sinnvoll. Bei akuter Verschlechterung, etwa bei plötzlich starker Lahmheit oder Berührungsempfindlichkeit, gehört die Katze zeitnah in die Praxis. Mehr zu allgemeinen Pflegethemen im Beitrag zur Krallenpflege, weil regelmäßiges Krallenkürzen das Abrutschen auf glatten Böden zusätzlich reduziert.
Tierärztlicher Blick: wann zur Spezialklinik?
Aus tierärztlicher Sicht lässt sich Patellaluxation Grad I und II in einer gut ausgestatteten Allgemeinpraxis konservativ begleiten. Eine seriöse Praxis dokumentiert den Befund detailliert, plant halbjährliche Kontrollen und passt die Therapie an, wenn sich die Symptomatik verschlimmert. Wichtig ist, dass die Erstuntersuchung an beiden Knien erfolgt, weil beidseitige Manifestation häufig vorkommt und einseitige Lahmheit irreführend sein kann.
Bei Schweregrad III und IV oder bei beidseitiger Manifestation ist die Überweisung an eine orthopädisch spezialisierte Klinik angezeigt. In Österreich sind das vor allem die Vetmeduni Wien, einige private Kleintierzentren in Wien, Graz, Linz und Salzburg sowie spezialisierte Praxen mit chirurgischem Schwerpunkt. Eine Erstvorstellung mit Röntgen kostet zwischen zweihundertfünfzig und vierhundertfünfzig Euro, die OP-Planung mit CT zusätzlich bis zu fünfhundert Euro. Die Operation selbst liegt zwischen tausend und zweitausendfünfhundert Euro pro Knie.
Bei Burma-, Devon-Rex- und Abessinier-Welpen aus seriöser Zucht ist eine orthopädische Voruntersuchung beider Elterntiere mit Röntgenbefund ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Frage gezielt danach, bevor du einen Welpen kaufst. Eine bestehende Patellaluxation der Elterntiere erhöht das Risiko für die Nachzucht erheblich. Eine geeignete Tierarztpraxis findest du über den Tierarzt-Finder, in der Bundeshauptstadt direkt unter Tierarzt Wien.
Was du auf keinen Fall tun solltest: humanmedizinische Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol verabreichen. Beide sind für Katzen toxisch, eine einzige Tablette kann tödlich sein. Auch hundespezifische Präparate wie Carprofen sind nicht für Katzen geeignet. Halte zudem ein Beobachtungstagebuch über mehrere Wochen. Die Veränderung über die Zeit ist oft aufschlussreicher als ein einzelner Tagesbefund.
Häufige Fragen zur Patellaluxation der Katze
Quellen
MSD Veterinary Manual: Musculoskeletal Disorders of Cats (2024) (letzter Zugriff: 30.04.2026)
WSAVA: Global Veterinary Guidelines (letzter Zugriff: 30.04.2026)
Österreichische Tierärztekammer: Patienteninformation Orthopädie (letzter Zugriff: 30.04.2026)
Vetmeduni Wien: Universitätsklinik für Kleintiere, Orthopädie (letzter Zugriff: 30.04.2026)
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