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Tierbestattung für Pferde: Wege, Kosten und Recht

Tierbestattung für Pferde: Wege, Kosten und Recht

Eine Tierbestattung für Pferde ist eine emotionale, organisatorische und rechtliche Herausforderung zugleich. Wenn dein Pferd den Weg über die Regenbogenbrücke antritt, willst du in Würde Abschied nehmen, gleichzeitig stehen Fragen nach Abholung, Kosten, Krematorium, Erdbestattung und behördlichen Vorgaben im Raum. In Deutschland und Österreich (AT) ist das Pferd rechtlich ein landwirtschaftliches Nutztier nach der EU-Verordnung 1069/2009, deshalb ist die private Beerdigung im eigenen Garten nahezu überall verboten. Erlaubt sind je nach Bundesland die Tierkörperbeseitigung, die Einäscherung in einem zertifizierten Großtierkrematorium und in Ausnahmefällen die Erdbestattung auf einem genehmigten Pferdefriedhof.

In diesem Ratgeber erfährst du, welche Wege offenstehen, mit welchen Kosten du rechnen musst, wie die Abholung im Stall abläuft, welche Dokumente Tierarzt und Behörde brauchen und wie du die Trauer um dein Pferd bewusst gestalten kannst. Wir zeigen dir auch, was bei Euthanasie auf dem Hof zu beachten ist und welche Erinnerungsstücke wie Hufabdruck, Schweifhaarschmuck oder Urne dir helfen können. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Hinweis

Plane den Abschied frühzeitig

Sprich mit deinem Tierarzt und einem Großtierkrematorium, bevor der Ernstfall eintritt. So vermeidest du Stress, Fehlentscheidungen und überhöhte Notdienstgebühren. Viele Anbieter in Deutschland und Österreich nehmen Vorsorgeverträge ab etwa zweihundert Euro entgegen.

Welche Bestattungsarten sind für Pferde erlaubt?

Grundsätzlich stehen dir drei Hauptwege offen, wenn dein Pferd verstorben ist oder eingeschläfert wurde. Die häufigste und gesetzlich unbedenklichste Variante ist die Tierkörperbeseitigung über die jeweils zuständige Verarbeitungsanstalt (in Deutschland TBA, in Österreich TKV). Hier wird der Pferdekörper hygienisch entsorgt und in einer Sammelverbrennung thermisch behandelt. Die Kosten trägt in vielen Bundesländern die Tierseuchenkasse, in manchen Regionen wird ein Eigenanteil zwischen achtzig und vierhundert Euro fällig.

Die zweite Variante ist die Einzeleinäscherung in einem Pferdekrematorium. Dabei wird dein Pferd allein in einem Spezialofen verbrannt, du erhältst die Asche in einer Urne zurück. Diese Variante ist deutlich teurer, ermöglicht aber eine sehr persönliche Form des Abschieds. Die dritte Variante ist die Erdbestattung auf einem behördlich genehmigten Pferdefriedhof. Solche Friedhöfe gibt es in Deutschland in einigen Bundesländern, in Österreich beispielsweise in der Steiermark und in Niederösterreich. Eine Beisetzung auf der eigenen Weide ist hingegen fast überall untersagt, da Grundwasserschutz, Seuchenrecht und Bauleitplanung greifen.

Welcher Weg für dich passt, hängt von deinem Budget, deinem Wunsch nach einer Erinnerungsstätte und der Verfügbarkeit in deiner Region ab. Mehr zu rechtlichen Rahmenbedingungen findest du in unserem Ratgeber zum Einäschern von Großtieren.

Wie läuft die Abholung im Stall ab?

Wenn dein Pferd auf dem Hof verstorben ist oder dort eingeschläfert wurde, kommt der Tierkörperbeseitigungsbetrieb oder das Krematorium mit einem speziellen Abholfahrzeug. In der Regel ist das ein LKW mit Hebebühne und Seilwinde. Du solltest sicherstellen, dass die Zufahrt befestigt und mindestens drei Meter breit ist. Das Pferd wird vor der Box oder im Auslauf abgeholt, idealerweise so gelagert, dass die Beine nicht im Stall blockieren.

Die Abholung dauert meist zwanzig bis vierzig Minuten, je nach Lage und Größe des Tieres. Du kannst beim Verladen anwesend sein, viele Pferdebesitzer schätzen es jedoch, sich vorher zu verabschieden und während des Verladens nicht zuzusehen. Beim Krematorium wird das Pferd anschließend einzeln registriert, gewogen und meist innerhalb von drei bis fünf Werktagen verbrannt. Die Urne mit der Asche bekommst du nach etwa zwei Wochen per Post oder zur Abholung.

Wichtig: Vereinbare die Abholung möglichst zeitnah, denn ein verstorbenes Pferd muss laut Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz innerhalb von vierundzwanzig Stunden gemeldet werden. Bei Hitze sollte die Abholung noch schneller erfolgen, um hygienische Probleme zu vermeiden.

Was kostet eine Pferdebestattung in Deutschland und Österreich?

Die Kosten variieren stark nach Bestattungsart, Region und Gewicht des Pferdes. Eine Tierkörperbeseitigung über die TBA oder TKV kostet je nach Bundesland zwischen null und vierhundert Euro Eigenanteil, da Tierseuchenkassen einen Großteil tragen. In Bayern und Niedersachsen ist die Entsorgung für Pferdehalter oft weitgehend kostenfrei, in anderen Bundesländern werden Pauschalen erhoben.

Eine Einzeleinäscherung im Pferdekrematorium kostet zwischen 1.200 und 2.800 Euro. Der Preis hängt vom Gewicht ab, denn die Verbrennung eines Großpferds mit sechshundert Kilogramm benötigt mehr Energie und Ofenzeit als die eines Ponys. Die Urne ist meistens im Preis enthalten, edle Holz- oder Keramikurnen kosten zusätzlich fünfzig bis dreihundert Euro. Eine Erdbestattung auf einem Pferdefriedhof bewegt sich zwischen 800 und 1.800 Euro für die Grabstelle, plus Transport und gegebenenfalls Grabpflege.

Hinzu kommen die Tierarztkosten für die Euthanasie selbst. In Deutschland und Österreich liegt eine Einschläferung beim Pferd zwischen 150 und 400 Euro, je nach Wegegeld, Uhrzeit und verwendetem Medikament. Eine Pferdekrankenversicherung übernimmt die Bestattungskosten in der Regel nicht, einige Lebensversicherungen für Pferde decken jedoch einen Teilbetrag.

Welche rechtlichen Vorgaben gelten in Deutschland und Österreich?

Pferde gelten in der EU als landwirtschaftliche Nutztiere, auch wenn dein Tier reines Freizeitpferd war. Damit fällt jedes verstorbene Pferd unter die Verordnung 1069/2009 über tierische Nebenprodukte. Eine Beerdigung im eigenen Garten oder auf der Weide ist deshalb in Deutschland fast flächendeckend verboten, in Österreich gilt das Tiermaterialiengesetz mit ähnlichen Vorgaben. Ausnahmen sind nur in extrem abgelegenen Gebieten möglich, wenn die Tierkörperbeseitigung unzumutbar ist, eine behördliche Genehmigung liegt aber praktisch nie vor.

Erlaubt ist die Beisetzung auf einem genehmigten Pferdefriedhof oder die Bestattung der Urne nach der Einäscherung. Eine Urnenbeisetzung im eigenen Garten ist in den meisten Bundesländern toleriert, da die Asche nicht mehr unter das Seuchenrecht fällt. Im Pferdepass musst du den Tod des Tieres innerhalb von sieben Tagen an die zuständige Pferdezuchtbehörde oder den Verband melden, der Pass wird entwertet zurückgesandt. Mehr Hintergrund findest du in unserer Fütterungsübersicht für Pferde, die auch das Thema Lebensende und Vorsorge streift.

Wie gehst du mit der Trauer um dein Pferd um?

Der Verlust eines Pferdes ist ein einschneidendes Ereignis, denn die Bindung über viele Jahre, oft Jahrzehnte, ist intensiv. Erlaube dir bewusst zu trauern. Sprich mit deinem Stallumfeld, mit Familie oder einer auf Tiertrauer spezialisierten Beratungsstelle. In Österreich gibt es Tiertrauerhotlines wie das Angebot der Veterinärmedizinischen Universität Wien, in Deutschland bietet die Bundestierärztekammer Adressen.

Viele Pferdebesitzer schaffen sich ein Erinnerungsstück. Beliebt sind Schweifhaar-Armbänder, Hufabdrücke in Ton, fotografische Erinnerungsalben oder ein gepflanzter Baum am Rand der gemeinsamen Lieblingskoppel. Eine kleine Abschiedszeremonie im Reitstall, eventuell mit Stallgemeinschaft, hilft beim Loslassen. Auch die Aufbewahrung der Urne in der Wohnung oder eine Beisetzung auf einem Pferdefriedhof kann tröstlich sein.

Falls du Kinder hast, sprich offen über den Tod des Pferdes. Verharmlose nichts, lass die Kinder aber selbst entscheiden, ob sie sich verabschieden möchten. Ein gemeinsamer Erinnerungsritus, etwa ein Brief an das Pferd oder ein Bild, schafft Abschluss. Der Trauerprozess dauert oft Monate, manchmal Jahre. Auch ein zweites Pferd ersetzt das verstorbene niemals, ein neuer Begleiter kann jedoch nach angemessener Zeit ein eigenes Kapitel aufschlagen.

Wie bereitest du dich auf den Tag der Euthanasie vor?

Die Entscheidung zur Euthanasie ist niemals leicht. Stütze dich auf das Urteil deines Tierarztes und beobachte dein Pferd ehrlich: Frisst es noch mit Appetit, kann es ohne starke Schmerzen aufstehen, hat es Interesse an seiner Umgebung? Orientierungshilfen bieten Lebensqualitäts-Skalen wie HHHHHMM (Hurt, Hunger, Hydration, Hygiene, Happiness, Mobility, More good than bad days), die du gemeinsam mit dem Tierarzt durchgehst.

Plane den Termin idealerweise auf einen ruhigen Tag, möglichst am Vormittag. Bereite den Standort vor: ein weicher Untergrund auf einem Auslauf oder einer Wiese, mit Sichtschutz, gut zugänglich für das Abholfahrzeug. Halte Lieblingsleckerli, Bürste und vertraute Decke bereit. Eine Vertrauensperson sollte dich begleiten. Die Euthanasie selbst erfolgt zweistufig: zuerst eine Sedierung, dann die intravenöse Gabe von Pentobarbital. Innerhalb von wenigen Sekunden verliert das Pferd das Bewusstsein und sinkt zu Boden, der Herzstillstand tritt nach einigen Minuten ein.

Manche Pferdebesitzer wünschen sich eine Erschießung durch einen Jäger oder Schlachter mit Bolzenschuss. Diese Methode ist in Deutschland und Österreich legal, wenn ein zugelassener Schütze den Akt durchführt. Sie wirkt sofort und stressfrei für das Tier, ist emotional jedoch sehr belastend. Sprich mit deinem Tierarzt über beide Wege.

Welche Anbieter und Pferdefriedhöfe gibt es im DACH-Raum?

In Deutschland und Österreich existieren inzwischen mehrere spezialisierte Großtierkrematorien. In Deutschland sind unter anderem das Pferdekrematorium Sachsen, das Krematorium Nordheide in Niedersachsen, das Krematorium Bayern in Schwabach sowie die Anlagen in Hessen und Baden-Württemberg etabliert. In Österreich ist das Tierkrematorium Wien für viele Bundesländer der zentrale Anlaufpunkt, daneben gibt es regionale Anbieter in Oberösterreich und der Steiermark, die auch Pferde annehmen. Die meisten Krematorien arbeiten mit festen Abholpartnern und decken die jeweiligen Bundesländer beziehungsweise das gesamte Staatsgebiet ab. Achte bei der Auswahl auf zwei Punkte: zum einen die Zertifizierung als Verarbeitungsbetrieb der Kategorie 1 nach EU-Verordnung 1069/2009, zum anderen auf transparente Preislisten und nachvollziehbare Asche-Rückgabe (Einzelnachweis, Plombe, Begleitdokument).

Pferdefriedhöfe sind im DACH-Raum noch selten, gewinnen aber an Bedeutung. In Deutschland findest du genehmigte Anlagen etwa in Brandenburg, Schleswig-Holstein und Bayern. In Österreich sind Pferdefriedhöfe in Niederösterreich und der Steiermark bekannt, weitere entstehen in Tirol und Kärnten. Eine Erdbestattung kostet zusätzlich zur Grabgebühr meist Pflegepauschalen pro Jahr, die Liegezeit beträgt in der Regel zehn bis fünfundzwanzig Jahre. Wenn dir ein fester Ort der Erinnerung wichtig ist, lohnt eine Besichtigung vorab und ein Gespräch mit dem Friedhofsbetreiber über Grabgestaltung, Bepflanzung und Besuchszeiten.

Welche Erinnerungsstücke und Rituale helfen beim Abschied?

Erinnerungsstücke sind kein Kitsch, sondern wertvolle Anker im Trauerprozess. Sehr verbreitet sind Schweifhaarflechtungen zu Armbändern, Anhängern oder Schlüsselanhängern. Diese kannst du selbst anfertigen oder bei spezialisierten Werkstätten in Auftrag geben. Hufabdrücke in Ton oder Gips sind ein weiteres beliebtes Andenken, idealerweise nimmst du sie kurz nach der Euthanasie oder vorab zu Lebzeiten ab. Auch eine Locke aus der Mähne, das alte Halfter mit Namensschild oder ein gerahmtes Lieblingsfoto sind häufige Erinnerungsstücke.

Rituale geben dem Abschied Struktur. Manche Pferdebesitzer veranstalten am Tag der Beisetzung oder einige Wochen später eine kleine Feier im Stall, mit Blumen, Musik und einer Lesung. Andere pflanzen einen Baum am Rand der Lieblingskoppel oder legen einen Gedenkstein an. Wenn du dein Pferd im Krematorium verabschiedet hast, kannst du einen Teil der Asche in einer kleinen Diamant- oder Glasperle einarbeiten lassen, das ist eine moderne und unauffällige Form der Erinnerung. Wichtig ist, dass das Ritual zu dir und deinem Pferd passt, es gibt keine richtige oder falsche Form. Auch Gespräche mit anderen Pferdebesitzern, die Ähnliches erlebt haben, helfen, die Trauer einzuordnen und Schritt für Schritt zu integrieren.

Tierärztlicher Blick

Aus tierärztlicher Sicht steht das Wohl des Pferdes im Vordergrund. Eine Euthanasie ist dann angezeigt, wenn akute oder chronische Schmerzen nicht mehr ausreichend gelindert werden können, wenn dein Pferd nicht mehr aufstehen kann oder wenn die Lebensqualität dauerhaft eingeschränkt ist. Häufige Indikationen sind schwere Kolik mit ungünstiger Prognose, Hufrehe im Endstadium, Tumorerkrankungen, fortgeschrittene Arthrose oder altersbedingter Abbau mit Festliegen. Zögere nicht, deinen Tierarzt frühzeitig einzubeziehen, denn ein zu spätes Handeln verlängert das Leiden unnötig. Dokumentiere die Entscheidung schriftlich, das hilft dir später beim Loslassen und im Gespräch mit Reitstall und Versicherung. Auch die Vorsorgeplanung gehört zum verantwortungsvollen Halten, denn ein klarer Plan in der Schublade schützt dich in der akuten Trauerphase vor überstürzten Entscheidungen.

Häufige Fragen zur Tierbestattung beim Pferd

Darf ich mein Pferd im Garten begraben?
In Deutschland und Österreich ist die Erdbestattung eines ganzen Pferdes auf privatem Grund nahezu flächendeckend verboten. Erlaubt ist jedoch die Beisetzung der Urne nach einer Einäscherung im eigenen Garten, da die Asche nicht mehr unter das Seuchenrecht fällt.
Was kostet die Einäscherung eines Pferdes?
Eine Einzeleinäscherung in einem Pferdekrematorium kostet je nach Gewicht und Region zwischen 1.200 und 2.800 Euro. Hinzu kommen Transport und gegebenenfalls eine hochwertige Urne.
Wie schnell muss ein verstorbenes Pferd abgeholt werden?
Laut Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz musst du das tote Pferd innerhalb von vierundzwanzig Stunden bei der Tierkörperbeseitigung melden. Bei sommerlichen Temperaturen ist eine sofortige Abholung dringend zu empfehlen.
Was passiert mit dem Pferdepass nach dem Tod?
Du musst den Pferdepass innerhalb von sieben Tagen an die ausgebende Stelle, etwa den Zuchtverband oder die FN, schicken. Der Pass wird entwertet und dir auf Wunsch als Erinnerungsstück zurückgegeben.
Übernimmt eine Pferdeversicherung die Bestattungskosten?
Eine klassische Pferdekrankenversicherung deckt die Bestattung in der Regel nicht. Es gibt jedoch Lebens- und OP-Versicherungen mit Zusatzbaustein Tierkörperbeseitigung, die einen Teil oder die gesamten Kosten übernehmen.
Kann ich beim Verladen meines Pferdes dabei sein?
Ja, das ist grundsätzlich möglich und wird von vielen Bestattern respektvoll begleitet. Manche Halter verabschieden sich vorher in Ruhe und ziehen sich beim eigentlichen Verladen zurück, das ist eine sehr persönliche Entscheidung.

VETTY — Dein Tier-Assistent

Hallo! Ich bin VETTY, dein KI-Assistent rund ums Tier. Wie kann ich dir helfen?