Kartäuser
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Die Kartäuser Katze ist eine der ältesten und geheimnisvollsten Katzenrassen Europas und zugleich eine der am häufigsten missverstandenen. Der Grund: Hinter dem Namen verbergen sich eigentlich zwei Dinge. Im ursprünglichen Sinn ist die Kartäuser die französische Rasse Chartreux, eine robuste, blaugraue Katze mit kupferfarbenen Augen und einem sanft lächelnden Gesichtsausdruck. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff Kartäuser aber seit Jahrzehnten auch für die blaue Britisch Kurzhaar verwendet, sodass viele als Kartäuser angebotene Katzen in Wahrheit blaue Britisch Kurzhaar sind. Diese Verwechslung ist der wichtigste Punkt, den du verstehen solltest, bevor du dich für diese Rasse interessierst. In diesem Porträt klären wir genau diesen Unterschied, zeigen dir Herkunft, Aussehen und Wesen der echten Chartreux, erklären, woran du sie von der Britisch Kurzhaar und der Russisch Blau unterscheidest, und gehen ausführlich auf Gesundheit, Pflege, Ernährung und die Kosten in Österreich und Deutschland ein. So weißt du am Ende, welche Katze du wirklich vor dir hast und ob die ruhige, anhängliche Kartäuser zu deinem Leben passt.
Blaugraue Klosterkatze
Die echte Kartäuser ist die französische Chartreux: kräftig gebaut, blaugrau im Fell und mit leuchtend kupferfarbenen Augen.
Leise und sanftmütig
Kartäuser miauen selten und gelten als besonders ruhige, ausgeglichene Katzen mit hundeähnlicher Anhänglichkeit an ihre Menschen.
Oft mit der Britisch Kurzhaar verwechselt
Viele als Kartäuser angebotene Katzen sind blaue Britisch Kurzhaar. Der Unterschied liegt in Bau, Kopfform und Herkunft.
Robuste Naturrasse
Als natürlich entstandene Rasse ist die Kartäuser vergleichsweise gesund. Ihr größtes Risiko ist Übergewicht durch ihr ruhiges Wesen.
Steckbrief Kartäuser
| Merkmal | Kartäuser (Chartreux) im Steckbrief |
|---|---|
| Herkunft | Frankreich, alte natürliche Rasse |
| Größe | mittelgroß bis groß, kräftig, Kater deutlich größer als Katzen |
| Gewicht Kater | 5 bis 7 kg |
| Gewicht Katze | 3 bis 5 kg |
| Lebenserwartung | 12 bis 16 Jahre, oft älter |
| Felltyp und Farben | kurzes, dichtes Doppelfell, ausschließlich Blau (Blaugrau in allen Schattierungen) |
| Charakter | ruhig, leise, anhänglich, sanftmütig, intelligent |
| Aktivitätslevel | gering bis mittel |
| Anfängereignung | sehr gut |
| Preis | 600 bis 1.100 Euro beim seriösen Züchter |
Woher stammt die Kartäuser Katze?
Die Kartäuser, im Ursprungsland Frankreich Chartreux genannt, ist eine sehr alte, natürlich entstandene Rasse. Um ihren Namen ranken sich Legenden. Die bekannteste besagt, dass Kartäusermönche die blaugrauen Katzen einst in ihren Klöstern hielten, was der Rasse den Namen gegeben haben soll. Belegt ist diese Geschichte allerdings nicht, und manche Fachleute führen den Namen eher auf eine früher gehandelte spanische Wollsorte zurück, deren weiches Vlies an das Fell der Katze erinnerte. Sicher ist, dass blaue Katzen dieses Typs in Frankreich schon seit Jahrhunderten bekannt sind und im 18. Jahrhundert vom Naturforscher Buffon beschrieben wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Chartreux fast ausgestorben. Engagierte Züchter bauten den Bestand mühsam wieder auf und kreuzten dabei zeitweise blaue Britisch Kurzhaar und andere blaue Katzen ein. Genau diese Vermischung ist einer der Gründe, warum sich die beiden Rassen heute so ähnlich sehen und warum der Begriff Kartäuser im deutschsprachigen Raum so unscharf verwendet wird. Heute ist die echte Chartreux wieder eine eigenständige, klar definierte Rasse, die vor allem in Frankreich, aber auch bei Liebhabern in Österreich und Deutschland geschätzt wird. Wenn dich weitere kräftige Kurzhaarrassen interessieren, findest du in unserer Übersicht der Kurzhaarkatzen viele Vergleichsmöglichkeiten.

Warum wird die Kartäuser mit der Britisch Kurzhaar verwechselt?
Diese Frage steht im Zentrum, wenn man über die Kartäuser Katze spricht, denn hier liegt das größte Missverständnis der Rasse. Im deutschsprachigen Raum wird der Name Kartäuser umgangssprachlich seit Langem für jede blaugraue Kurzhaarkatze verwendet, insbesondere für die blaue Britisch Kurzhaar. Der Grund liegt auch in der Zuchtgeschichte: In den 1970er Jahren führte der Dachverband FIFe die französische Chartreux und die blaue Britisch Kurzhaar zeitweise unter einem gemeinsamen Namen, bevor sie 1977 wieder als zwei getrennte Rassen anerkannt wurden. Seither ist die echte Chartreux eine französische Rasse, während die blaue Britisch Kurzhaar eine eigene englische Rasse ist. Im Handel und in Kleinanzeigen wird der attraktive Name Kartäuser aber weiterhin oft für blaue Britisch Kurzhaar genutzt.
Für dich heißt das konkret: Wenn dir eine Kartäuser angeboten wird, frage nach, ob es sich um eine echte Chartreux mit entsprechendem Stammbaum handelt oder um eine blaue Britisch Kurzhaar. Beide sind wunderbare Katzen, aber es sind unterschiedliche Rassen mit eigenem Standard. Optisch erkennst du die echte Chartreux an ihrem etwas schlankeren, athletischeren Bau, dem schmaleren, zur Schnauze hin verjüngten Gesicht und dem sanft lächelnden Ausdruck. Die Britisch Kurzhaar wirkt runder, kompakter und plüschiger im Gesicht und kommt in vielen Farben vor, nicht nur in Blau. Alle Details zur englischen Rasse findest du in unserem Porträt der Britisch Kurzhaar.

Wie unterscheide ich Kartäuser, Britisch Kurzhaar und Russisch Blau?
Gleich drei beliebte Rassen tragen ein blaugraues Fell, weshalb sie leicht verwechselt werden. Mit ein paar Merkmalen kannst du sie aber sicher auseinanderhalten. Die Kartäuser, also die Chartreux, ist kräftig gebaut mit breitem Brustkorb, hat aber im Verhältnis eher schlanke Beine, ein zur Schnauze verjüngtes Gesicht und immer kupfer bis goldgelbe Augen. Die Britisch Kurzhaar ist noch runder und stämmiger, hat ein besonders rundes Gesicht mit vollen Wangen, ein sehr plüschiges Fell und meist orange Augen, gibt es aber in vielen Farben. Die Russisch Blau schließlich ist die schlankeste und eleganteste der drei, hochbeinig, feingliedrig und mit den unverwechselbaren leuchtend grünen Augen sowie einem silbrig schimmernden Fell.
Als Merkregel gilt: grüne Augen und schlanker Bau bedeuten Russisch Blau, orange Augen und sehr rundes Gesicht sprechen für Britisch Kurzhaar, und ein kräftiger Körper mit schmalerem, lächelndem Gesicht und kupferfarbenen Augen deutet auf die echte Kartäuser hin. Die feinste Katze mit grünen Augen kannst du im Detail in unserem Porträt der Russisch Blau nachlesen. Wichtig bleibt: Bei einem seriösen Züchter gibt der Stammbaum die endgültige Auskunft über die Rasse.
Wie ist der Charakter der Kartäuser?
Die Kartäuser Katze gilt als ausgesprochen ruhige, sanftmütige und menschenbezogene Katze. Besonders auffällig ist ihre Leisheit: Viele Kartäuser miauen nur sehr selten, manche sind fast stumm und verständigen sich eher über Blicke und leises Gurren als über laute Rufe. Das macht sie zu einer angenehmen Mitbewohnerin auch in hellhörigen Wohnungen. Gegenüber ihren Menschen ist sie treu und verschmust, folgt ihnen gern durch die Wohnung und sucht die Nähe, ohne aufdringlich zu sein. Diese hundeähnliche Bindung ist typisch für die Rasse.
Im Temperament ist die Kartäuser Katze eher gelassen als hektisch. Sie spielt zwar gern und ist als geschickte Jägerin durchaus flink, ruht sich dazwischen aber ausgiebig aus. Sie ist intelligent, beobachtet ihre Umgebung aufmerksam und passt sich vielen Lebenssituationen gut an. Fremden gegenüber ist sie meist freundlich, aber ruhig und abwartend. Diese ausgeglichene, unkomplizierte Art macht die Kartäuser zu einer der pflegeleichtesten Rassekatzen im Wesen und zu einem guten Begleiter für Familien, Berufstätige und ruhigere Haushalte gleichermaßen.
Passt eine Kartäuser zu dir?
Die Kartäuser passt zu dir, wenn du eine ruhige, leise und anhängliche Katze suchst, die dich unaufdringlich begleitet und sich gut an deinen Alltag anpasst. Sie eignet sich für Familien mit rücksichtsvollen Kindern, für Berufstätige und für alle, die eine ausgeglichene Wohnungskatze möchten. Wichtig ist, dass du auf ihr Gewicht achtest, denn ihr geringer Bewegungsdrang macht sie anfällig für Übergewicht. Weniger passend ist sie, wenn du eine sehr aktive, akrobatische Katze erwartest, die dich stundenlang auf Trab hält. Wer Ruhe und Verlässlichkeit schätzt, findet in ihr eine treue Gefährtin.
Ist die Kartäuser eine gute Familienkatze?
Ja, die Kartäuser Katze ist eine sehr gute Familienkatze. Durch ihr ruhiges, geduldiges Wesen kommt sie mit Kindern gut zurecht, sofern diese gelernt haben, das Tier zu respektieren und ihm Rückzugsorte zu lassen. Sie ist nicht nachtragend und lässt sich durch normalen Familientrubel weniger schnell stressen als sehr sensible Rassen. Auch mit anderen Katzen und mit verträglichen Hunden versteht sie sich in der Regel gut, da sie kein ausgeprägtes Dominanzverhalten zeigt und Konflikten eher aus dem Weg geht.
Weil die Kartäuser Katze gesellig ist, aber Zeiten allein gut verträgt, kann man sie auch stundenweise alleine lassen und sie eignet sich für Haushalte, in denen tagsüber niemand da ist. Ideal ist dennoch ein zweites Tier als Gesellschaft, besonders wenn du viel unterwegs bist. Achte beim Kauf eines Kitten darauf, dass es frühestens mit zwölf Wochen, gut sozialisiert und mit Gesundheitsnachweisen der Elterntiere abgegeben wird. Wenn du über eine zweite Katze nachdenkst, hilft dir unser Ratgeber zum Halten von zwei Katzen in der Wohnung bei der behutsamen Zusammenführung. Als überwiegend ruhige Wohnungskatze braucht die Kartäuser dennoch Beschäftigung und Anregung, damit sie geistig fit und körperlich in Form bleibt. Ideen dazu findest du in unserem Ratgeber, wie du eine Wohnungskatze sinnvoll beschäftigst.
Welche rassetypischen Krankheiten hat die Kartäuser?
Als natürlich entstandene Rasse mit breiter genetischer Grundlage gilt die Kartäuser insgesamt als robust und gesund, ganz ohne rassetypische Risiken ist sie aber nicht. Ein Thema ist die Patellaluxation, bei der die Kniescheibe aus ihrer Führung springt und zu Lahmheit führen kann. Sie kommt bei der Rasse gelegentlich vor und wird bei Verdacht vom Tierarzt untersucht. Ebenfalls beobachtet werden Probleme der ableitenden Harnwege, etwa Harnkristalle oder Blasensteine, die sich durch häufigen, schmerzhaften oder blutigen Harnabsatz bemerkbar machen und tierärztlich abgeklärt werden müssen.
Weil in der Nachkriegszucht Britisch Kurzhaar eingekreuzt wurden, können einzelne Linien auch Erbkrankheiten dieser Rasse tragen. Dazu zählen die polyzystische Nierenerkrankung PKD, bei der sich mit der Zeit Zysten in den Nieren bilden, und die hypertrophe Kardiomyopathie HCM, die häufigste Herzerkrankung der Katze, bei der sich der Herzmuskel verdickt. Für PKD und teils auch für HCM gibt es Untersuchungen und Gentests, mit denen seriöse Züchter ihre Elterntiere kontrollieren. Kaufe deshalb nur bei Züchtern, die entsprechende Gesundheitsnachweise vorlegen können. Das mit Abstand häufigste Alltagsproblem der Kartäuser ist jedoch Übergewicht, denn ihre ruhige Art verführt bei zu reichlicher Fütterung schnell zum Zunehmen.
Weil Katzen Schmerzen und Krankheit instinktiv verbergen, bemerkst du Probleme oft erst spät. Achte auf Warnzeichen wie Lahmheit, verändertes Harnverhalten, Trinkmengenänderungen, Fressunlust, Atemnot oder plötzliche Trägheit. Eine erste Orientierung liefert dir der Symptom-Checker von go4vet, er ersetzt aber keine Untersuchung. Sobald dir etwas auffällt, solltest du rasch eine Tierärztin oder einen Tierarzt in deiner Nähe finden, denn viele Erkrankungen sind früh erkannt gut behandelbar.

Wie pflege ich eine Kartäuser?
Die Fellpflege der Kartäuser ist unkompliziert. Ihr kurzes, aber sehr dichtes Doppelfell braucht regelmäßiges Bürsten, etwa ein bis zwei Mal pro Woche, um lose Unterwolle zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. In den Fellwechselzeiten im Frühjahr und Herbst verliert sie mehr Haare, dann darfst du häufiger bürsten. Das feste, wollige Fell neigt kaum zum Verkleben, sodass Baden nicht nötig ist. Die regelmäßige Fellpflege ist zugleich eine schöne Gelegenheit, das Tier auf Auffälligkeiten wie Knoten, Parasiten oder Hautveränderungen zu kontrollieren.
Wie bei jeder Katze gehören außerdem regelmäßige Kontrollen von Augen, Ohren, Zähnen und Krallen dazu. Das wichtigste Pflegethema der Kartäuser ist aber nicht das Fell, sondern das Gewicht. Weil sie gemütlich veranlagt ist, musst du aktiv für Bewegung sorgen und mit ihr spielen, damit sie nicht zu träge und rundlich wird. Ein Kratzbaum, Kletter- und Versteckmöglichkeiten und tägliche Spieleinheiten halten sie fit. Soll sie Zugang zu einem Balkon bekommen, sichere ihn unbedingt ab, wie unser Ratgeber zum katzensicheren Balkon zeigt.
Was frisst eine Kartäuser?
Bei der Ernährung der Kartäuser dreht sich alles um die richtige Menge. Als ruhige, zum Ansatz neigende Rasse braucht sie ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil, aber in bedarfsgerechter, nicht zu üppiger Portion. Achte auf ein Futter mit viel tierischem Eiweiß, wenig Getreide und ohne unnötigen Zucker. Als reiner Fleischfresser ist die Katze auf tierische Nährstoffe wie Taurin angewiesen, die in gutem Katzenfutter enthalten sind. Nassfutter unterstützt durch seinen hohen Feuchtigkeitsgehalt die Nieren und die Harnwege, was gerade bei der zu Harnkristallen neigenden Kartäuser sinnvoll ist.
Verzichte darauf, den Napf dauerhaft gefüllt stehen zu lassen, denn freie Fütterung führt bei dieser gemütlichen Rasse schnell zu Übergewicht. Teile die Tagesration lieber in mehrere kleine Mahlzeiten auf und rechne Leckerlis in die Gesamtmenge ein. Frisches Wasser muss immer bereitstehen, ein Trinkbrunnen animiert viele Katzen zum Trinken und beugt Harnwegsproblemen vor. Wenn deine Kartäuser bereits zu viel wiegt, hilft dir unser Ratgeber, wie eine übergewichtige Katze gesund abnimmt. Bei Unsicherheiten zur passenden Futtermenge berät dich deine Tierärztin gern.
💰 Kosten: Was kostet eine Kartäuser in Österreich und Deutschland?
Eine echte Chartreux vom seriösen Züchter kostet in Österreich und Deutschland meist zwischen 600 und 1.100 Euro. Weil die reinrassige Chartreux hierzulande seltener ist als die blaue Britisch Kurzhaar, kann der Preis für gut gezüchtete Tiere mit Stammbaum auch darüber liegen. Im Preis enthalten sind die Gesundheitsvorsorge der Elterntiere, Impfungen, Chip, Entwurmung und eine gute Sozialisierung. Von sehr billigen Angeboten ohne Papiere solltest du absehen, denn dahinter stecken oft blaue Britisch Kurzhaar oder Katzen unklarer Herkunft. Für die Erstausstattung mit Kratzbaum, Transportbox, Näpfen und Katzenklo rechne mit rund 200 bis 400 Euro. Die laufenden Kosten für Futter und Streu liegen bei etwa 30 bis 55 Euro im Monat. Dazu kommt eine Rücklage für den Tierarzt: Eine jährliche Vorsorge mit Impfung kostet in Österreich meist 50 bis 90 Euro, in Deutschland 40 bis 80 Euro, dazu unvorhergesehene Behandlungen. Eine Katzenkrankenversicherung kann helfen, teure Behandlungen im Alter abzufedern.
Wenn dir diese Rasse gefällt, lohnt auch ein Blick auf Selkirk Rex, Europäisch Kurzhaar und American Shorthair.
Häufige Fragen zur Kartäuser Katze
Quellen
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