ArthroVit oder Arthrobol: Welches SanoVet Gelenkprodukt passt zu meinem Pferd?
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ArthroVit und Arthrobol stehen im SanoVet Sortiment beide für Gelenkunterstützung. Die Produkte sind aber nicht einfach doppelt angelegt, sondern für unterschiedliche Pferdetypen, Belastungen und Ziele gedacht. ArthroVit passt eher zum klassischen Gelenkthema, etwa bei Seniorpferden, Freizeitpferden oder beginnender Arthrose. Arthrobol ist stärker auf Sport, Aufbau, Sehnenstoffwechsel und Kondition ausgerichtet.
Warum gibt es zwei SanoVet Gelenkprodukte?
Viele Hersteller bieten ein einziges Gelenkprodukt für alle Pferde an. SanoVet trennt die Gelenkversorgung dagegen in zwei Richtungen. ArthroVit ist die breitere Alltagsrezeptur für Pferde, die im Alter steifer werden, leichte Arthrosezeichen zeigen oder im Freizeitbereich regelmäßig belastet werden. Arthrobol setzt eine Stufe höher an und verbindet klassische Gelenkbausteine mit Aminosäuren, Beta Alanin und Komponenten für sportlich belastete Pferde. Dahinter steht eine sinnvolle Unterscheidung. Ein 22 Jahre alter Wallach im Offenstall hat andere Bedürfnisse als ein neunjähriges Dressurpferd in Turniervorbereitung. Das ältere Pferd braucht vor allem Unterstützung für Beweglichkeit und Gelenkkomfort. Das Sportpferd braucht zusätzlich Bausteine für Training, Sehnen, Muskulatur und Belastungsphasen.
In der Praxis heißt das: ArthroVit deckt den klassischen Gelenkfall ab. Arthrobol passt besser, wenn Gelenkunterstützung und sportlicher Leistungsaufbau zusammenkommen.

Wann ist ArthroVit sinnvoll?
ArthroVit ist als Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung von Gelenken, Bindegewebe und Beweglichkeit positioniert. Nach Herstellerangabe enthält es unter anderem Glucosamin, MSM und hydrolysiertes Kollagen. Ergänzend kommen Pflanzenextrakte wie Teufelskralle, Weidenrinde oder Ingwer hinzu.
Typische Einsatzbereiche sind ältere Freizeitpferde, Seniorpferde ab etwa 18 Jahren, Pferde mit beginnender Arthrose, Pferde nach Gelenkverletzungen in der Erholungsphase oder Freizeitpferde mit hoher Alltagsbelastung.
Die Fütterung erfolgt meist über mindestens acht bis zwölf Wochen. Gelenkergänzungen brauchen Zeit, weil Knorpel, Bindegewebe, Beweglichkeit und Belastbarkeit nicht innerhalb weniger Tage reagieren.
Die Dosierung richtet sich nach Körpergewicht, Symptomatik und Gesamtbelastung. Bei einem Warmblut mit etwa 600 Kilogramm liegen typische Tagesmengen häufig zwischen 30 und 60 Gramm. Kleinere Pferde und Ponys brauchen entsprechend weniger.
Wichtig ist: ArthroVit ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Lahmheit, Spat, Hufrehe, Sehnenschäden und Arthrose können ähnlich aussehen, haben aber unterschiedliche Ursachen. Bevor du ein Gelenkprodukt einsetzt, sollte klar sein, welches Problem tatsächlich vorliegt.
Einen guten Überblick zu allgemeinen Zusatzfutterstrategien findest du im Artikel Zusatzfutter beim Pferd.
Wann ist Arthrobol sinnvoll?
Arthrobol ist nach SanoVet Deklaration ein Ergänzungsfutter mit zwei Schwerpunkten: Gelenkunterstützung und sportlicher Aufbau. Neben Gelenkbausteinen wie Glucosamin und MSM enthält es auch Beta Alanin, Lysin, Methionin und weitere Aminosäuren.
Beta Alanin ist eine Vorstufe von Carnosin. Carnosin kann im Muskel helfen, Säuren zu puffern, die bei intensiver Belastung entstehen. Beim Pferd ist die Studienlage dazu begrenzter als beim Menschen, die ernährungsphysiologische Logik ist aber vor allem bei Sportpferden interessant.
Typische Einsatzbereiche sind Sportpferde im Aufbau, Vielseitigkeitspferde in der Saisonvorbereitung, Springpferde, Dressurpferde mit hohem Trainingsumfang oder Pferde, die trotz Gelenkthema weiterhin sportlich gearbeitet werden.
Die Richtdosis liegt bei einem Warmblut häufig zwischen 60 und 100 Gramm pro Tag, abhängig von Körpergewicht und Trainingsintensität. Je höher die Belastung, desto wichtiger ist die Abstimmung mit Training, Ration und tierärztlichem Befund.
Arthrobol ist besonders dann interessant, wenn dein Pferd nicht nur Gelenkunterstützung braucht, sondern gleichzeitig Muskulatur, Sehnen und Kondition im Aufbau stehen. Mehr zur flankierenden Fütterung findest du im Artikel Muskelaufbau beim Pferd.
Wie unterscheiden sich ArthroVit und Arthrobol direkt?
Der wichtigste Unterschied liegt im Einsatzfeld.
ArthroVit ist die passendere Wahl für Seniorpferde, Freizeitpferde, klassische Arthrosefälle und Pferde mit moderater Belastung. Es ist schmaler auf Gelenke und Beweglichkeit ausgerichtet und meist günstiger in der täglichen Fütterung.
Arthrobol ist die passendere Wahl für Sportpferde, Pferde im Aufbau und Pferde mit höherem Trainingsanspruch. Es verbindet Gelenkunterstützung mit Aminosäuren und Komponenten für Belastbarkeit und Kondition.
Beide Produkte werden von SanoVet als dopingkonform deklariert. Wenn du im Turniersport startest, solltest du trotzdem Produkt, Charge und aktuelle Verbandsvorgaben prüfen. Besonders im FEI Bereich ist eine schriftliche Bestätigung zur jeweiligen Charge sinnvoll.
Die typische Fütterungsdauer liegt bei beiden Produkten bei acht bis zwölf Wochen, bevor du eine erste realistische Beurteilung vornehmen solltest. Eine Dauerfütterung kann bei chronischen Gelenkthemen sinnvoll sein, sollte aber regelmäßig überprüft werden.
Kurz gesagt:
- ✓ArthroVit: Senior, Freizeit, klassische Gelenkunterstützung, Arthrose, moderater Kostenrahmen.
- ✓Arthrobol: Sport, Aufbau, Kondition, Sehnenstoffwechsel, höhere Belastung.
- ✓Beide sind dopingkonform, als Kur oder bei Bedarf längerfristig einsetzbar.
- ✓Keines von beiden ersetzt aber Gewichtsmanagement, Bewegung, Hufbearbeitung, tierärztliche Behandlung und passende Trainingsplanung.
Welches Produkt passt zu welchem Pferd?
Die Entscheidung zwischen ArthroVit und Arthrobol lässt sich über drei Fragen treffen:
Wie alt ist dein Pferd? Wie intensiv wird es gearbeitet? Gibt es bereits einen tierärztlich diagnostizierten Gelenkbefund?
Einige typische Beispiele:
- ✓Eine 22 Jahre alte Stute, Freizeit, leichte Steifheit nach der Nacht: ArthroVit ist meist die naheliegende Wahl.
- ✓Ein 15 Jahre alter Wallach mit Arthrose und leichter Dressurarbeit: ArthroVit kann als Kur oder längerfristige Basis passen. Bei steigender Trainingsbelastung kann Arthrobol geprüft werden.
- ✓Ein zehn Jahre altes Sportpferd auf M Niveau ohne klaren Arthrosebefund, aber mit hohem Trainingsumfang: Arthrobol passt oft besser, weil Aminosäuren und Konditionskomponente integriert sind.
- ✓Ein sieben Jahre altes Springpferd mit beginnender Sehnenreizung und Vielseitigkeitsplanung: Arthrobol kann sinnvoll sein, wenn der Tierarzt grünes Licht gibt.
- ✓Ein Seniorpferd ohne sportliche Perspektive: ArthroVit ist in der Regel die einfachere und passendere Basis.
ArthroVit und Arthrobol sind nicht für die gleichzeitige Fütterung gedacht. Eine Doppelfütterung würde Wirkstoffe überschneiden und ist meist wirtschaftlich nicht sinnvoll. Einen weiteren Überblick findest du im Artikel Gelenke beim Pferd.
Welche Grenzen haben ArthroVit und Arthrobol?
Weder ArthroVit noch Arthrobol ersetzen eine tierärztliche Behandlung. Bei akuter Lahmheit, hochgradiger Arthrose, Sehnenriss, Spatschub oder Hufrehe muss zuerst die Ursache abgeklärt werden.
Je nach Befund können tierärztliche Maßnahmen nötig sein, zum Beispiel Schmerztherapie, Injektionen, PRP, orthopädischer Beschlag, Trainingspause oder ein kontrollierter Rehabilitationsplan. Zusatzfutter kann dann flankierend eingesetzt werden, wirkt aber nicht akut wie ein Medikament.
Auch die Studienlage sollte ehrlich eingeordnet werden. Zu Glucosamin und MSM gibt es unterschiedliche Ergebnisse. Einige Untersuchungen zeigen moderate Effekte, andere keine klaren Vorteile gegenüber Placebo. Beim Pferd basiert ein Teil der Anwendung auf Praxiserfahrung, plausiblen Mechanismen und Übertragung aus anderen Bereichen.
Für Beta Alanin ist die Datenlage beim Pferd ebenfalls begrenzt. Die theoretische Grundlage ist interessant, besonders im Sport, aber daraus sollte kein Heilversprechen abgeleitet werden.
In Deutschland und Österreich verlangt das Futtermittelrecht eine korrekte Deklaration, aber keine medizinischen Wirkungsnachweise wie bei Arzneimitteln. Deshalb solltest du ArthroVit und Arthrobol als Ergänzung zur Ration verstehen, nicht als Therapieersatz.

Wie bewerte ich Kosten und Nutzen langfristig?
ArthroVit liegt bei einem Warmblut je nach Dosierung und Händler häufig bei etwa 35 bis 60 Euro pro Monat. Arthrobol liegt eher bei etwa 50 bis 90 Euro pro Monat. Der Unterschied klingt pro Monat überschaubar, summiert sich aber bei Dauerfütterung über mehrere Jahre deutlich.
Deshalb ist die richtige Indikation wichtiger als der niedrigste Preis. Wenn ein Seniorpferd ohne Sportanspruch Arthrobol bekommt, zahlst du möglicherweise für Komponenten, die es gar nicht braucht. Wenn ein Sportpferd mit hoher Belastung nur ArthroVit bekommt, kann der breitere Ansatz von Arthrobol fehlen.
Wirtschaftlich sinnvoll ist nicht das billigste Produkt, sondern das passende Produkt. Eine klare Diagnose, ein realistisches Ziel und eine regelmäßige Neubewertung sind langfristig besser als „einmal angefangen, immer weitergefüttert“.
Auch die Produktwahl kann sich mit dem Alter ändern. Ein Pferd, das mit zwölf Jahren Arthrobol im Sportaufbau bekommt, kann mit 18 Jahren auf ArthroVit wechseln, wenn die sportliche Belastung sinkt. Diese Neubewertung gehört in den jährlichen tierärztlichen Check.
Welche Unterschiede gibt es in Deutschland und Österreich?
Die Produktverfügbarkeit ist in Deutschland und Österreich meist gut. SanoVet hat als österreichischer Hersteller in Österreich eine besonders enge Handelsstruktur. In Deutschland läuft der Vertrieb über Fachhandel, Tierärzte, Online-Shops und Direktvertrieb.
Preisunterschiede können durch Versandkosten, Händleraufschläge und Aktionen entstehen. Inhaltlich gelten in beiden Ländern die EU Vorgaben zur Futtermitteldeklaration.
Im Turniersport gelten jeweils die nationalen Anti Doping Regeln. In Deutschland ist das ADMR Regelwerk der FN relevant. In Österreich gelten die Vorgaben der zuständigen Pferdesportverbände, die sich stark an FEI und FN orientieren. Wer international startet, sollte die FEI Liste prüfen.
Regionale Unterschiede betreffen vor allem die Grundration. Heu aus verschiedenen Regionen kann sich bei Selen, Kupfer, Zink und Mangan deutlich unterscheiden. Eine Heuanalyse alle zwei bis drei Jahre hilft, die Mineralstoffversorgung sauberer zu planen.
Welche Erfahrungen gibt es aus der Praxis?
In Gesprächen mit Haltern und Tierärzten zeigt sich ein typisches Muster. ArthroVit wird häufig bei Seniorpferden und Freizeitpferden mit Gelenkbeschwerden eingesetzt. Ziel ist meist nicht völlige Beschwerdefreiheit, sondern bessere Beweglichkeit, leichteres Anlaufen und stabilere Alltagstauglichkeit.
Arthrobol wird eher im Sport und Turnierbereich eingesetzt. Manche Reiter berichten von besserer Durchhaltekraft, andere sehen den Effekt eher bei Beweglichkeit, Sehnen und Belastbarkeit. Wie deutlich der Unterschied ausfällt, hängt stark von Pferd, Training, Ration und Ausgangsbefund ab.
Nicht erfolgreiche Fälle haben häufig ähnliche Ursachen: falsche Indikation, zu kurze Fütterungsdauer, unpassende Dosierung, Übergewicht, schlechter Beschlag, fehlende Bewegung oder ein nicht erkanntes Grundproblem wie Hufrehe, Sehnenschaden oder Rückenprobleme.
Realistisch ist deshalb: ArthroVit und Arthrobol können unterstützen, wenn sie passend eingesetzt werden. Sie funktionieren am besten zusammen mit sauberer Diagnostik, passendem Training, gutem Hufmanagement und einer abgestimmten Ration.
Welches Zusatzfutter passt zu deinem Pferd?
In zwei Minuten zur passenden SanoVet Empfehlung, abgestimmt auf Alter, Belastung und Symptome.
Häufige Fragen zu Arthrovit vs Arthrobol
Quellen
Vetmeduni Wien, Klinik für Pferdechirurgie und Orthopädie: Arthroseformen beim Pferd, Fachinformation 2024
TiHo Hannover, Institut für Tierernährung: Empfehlungen zu Glucosamin, MSM und Kollagenhydrolysat in der Pferdefütterung
GfE Gesellschaft für Ernährungsphysiologie: Empfehlungen zur Energie und Nährstoffversorgung von Pferden, Frankfurt
FN Deutsche Reiterliche Vereinigung: Anti-Doping- und Medikationskontrollregelwerk, ADMR, Warendorf
FEI Fédération Équestre Internationale: Clean Sport for Horses, Equine Prohibited Substances List, Lausanne
MSD Veterinary Manual: Degenerative Joint Disease, Osteoarthritis in Horses, Online Ausgabe
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