Vitamin E beim Pferd: Bedarf, Mangel und Supplementierung
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Vitamin E ist ein wichtiger fettlöslicher antioxidativer Nährstoff im Pferdestoffwechsel. Es unterstützt den Zellschutz, die Muskulatur, die Regeneration und das Immunsystem. SanoVet bietet mit E 60.000 und Extreme 100 zwei unterschiedliche Stufen für verschiedene Bedarfsniveaus an. Einen ausführlichen Direktvergleich der beiden Stufen liest du im Beitrag E 60.000 vs Extreme 100.
E 60.000 eignet sich vor allem für Alltag, Freizeitpferde, Senioren, Winterfütterung und Pferde mit eingeschränktem Weidegang. Extreme 100 ist stärker auf Sport, hohe Belastung, Regeneration und intensivere Trainingsphasen ausgerichtet.
Warum ist Vitamin E für mein Pferd wichtig?
Vitamin E, genauer Alpha Tocopherol, schützt Zellmembranen vor oxidativem Stress. Besonders relevant ist das in Muskulatur, Nerven, Leber und Fortpflanzungsgewebe. Genau dort entstehen bei Bewegung, Wachstum, Regeneration und Stoffwechsel besonders viele oxidative Prozesse.
Der Bedarf wird in Internationalen Einheiten angegeben. Ein 600 Kilogramm schweres Pferd in leichter bis mittlerer Arbeit braucht deutlich weniger Vitamin E als ein Sportpferd in intensiver Belastung, ein Zuchtpferd oder ein Pferd in der Regeneration.
Frisches Gras liefert natürlicherweise Vitamin E. Deshalb sind Pferde mit gutem Weidegang in der grünen Saison oft besser versorgt. Heu verliert während Trocknung und Lagerung dagegen Vitamin E. Je älter das Heu ist und je weniger Weidegang ein Pferd hat, desto wichtiger wird die Prüfung der Versorgung.
Besonders im Winter, bei Stallhaltung, altem Heu, sportlicher Belastung oder schlechter Regeneration kann eine Ergänzung sinnvoll sein. Eine Blutuntersuchung mit Vitamin E, Selen sowie bei Sportpferden CK und AST hilft, den Bedarf besser einzuschätzen.

Wann reicht E 60.000 für mein Pferd aus?
E 60.000 ist nach SanoVet Deklaration ein Vitamin E Konzentrat mit 60.000 Internationalen Einheiten Alpha Tocopherol pro Kilogramm Produkt. Bei einer Tagesgabe von 10 bis 20 Gramm erhält ein Pferd rechnerisch etwa 600 bis 1.200 Internationale Einheiten Vitamin E.
Diese Stufe passt häufig für Freizeitpferde, Freizeitsportpferde, Senioren, Pferde in der Wintersaison, Pferde mit wenig Weidegang oder Pferde in leichter Regeneration. Auch bei einer Heuration mit länger gelagertem Heu kann E 60.000 sinnvoll sein, wenn die übrige Ration nicht genug Vitamin E liefert.
Ob E 60.000 ausreicht, hängt vor allem von drei Fragen ab:
- ✓Wie viel frisches Gras bekommt dein Pferd?
- ✓Wie alt und wie hochwertig ist das Heu?
- ✓Wie hoch ist die Trainingsbelastung?
Wenn dein Pferd wenig bis mittel belastet wird, keine auffälligen Muskelwerte hat und der Vitamin E Status nicht deutlich niedrig ist, reicht E 60.000 häufig aus. Einen umfassenden Überblick findest du im Artikel Vitamin E und Selen beim Pferd.
Wann ist Extreme 100 sinnvoller?
Extreme 100 ist nach SanoVet Deklaration die intensivere Vitamin E Stufe. Sie enthält eine höhere Vitamin E Versorgung und ergänzt weitere Bausteine wie Vitamin C und B-Vitamine. Damit ist das Produkt eher für Pferde gedacht, die stärker belastet sind oder einen höheren antioxidativen Bedarf haben.
Typische Einsatzbereiche sind Sportpferde, Rennpferde, Vielseitigkeitspferde, Pferde in intensiven Trainingsphasen, Pferde mit langsamer Regeneration oder Pferde mit nachgewiesen niedrigem Vitamin E Spiegel.
Die Idee dahinter ist ein Antioxidans Konzept. Bei intensiver Muskelarbeit entstehen vermehrt reaktive Sauerstoffverbindungen. Vitamin E hilft, Zellmembranen zu schützen. Vitamin C kann oxidiertes Vitamin E wieder regenerieren, und B-Vitamine unterstützen den Energiestoffwechsel.
Extreme 100 ersetzt E 60.000 also nicht grundsätzlich, sondern wird in Phasen mit höherem Bedarf eingesetzt. Ein Sportpferd kann zum Beispiel während einer intensiven Saisonphase Extreme 100 bekommen und danach wieder auf E 60.000 zurückgehen.
Wenn du eine sportorientierte Zusatzfütterung planst, findest du den Gesamtkontext im Artikel Rennpferd Konditionsaufbau.
Wie unterscheiden sich E 60.000 und Extreme 100 direkt?
Der wichtigste Unterschied liegt in der Einsatzstufe. E 60.000 ist die Basisstufe für Alltag, Winter, Freizeit und mittlere Belastung. Extreme 100 ist die Intensivstufe für Sport, hohe Belastung und Regeneration.
E 60.000 passt gut, wenn dein Pferd eine moderate Ergänzung braucht. Extreme 100 ist sinnvoller, wenn Blutwerte, Trainingsbelastung oder Regenerationsverhalten auf einen höheren Bedarf hinweisen.
Beide Produkte sollten nicht einfach parallel gefüttert werden. Eine Doppelfütterung ist meist weder nötig noch wirtschaftlich sinnvoll. Entscheidend ist, welches Produkt gerade besser zur Belastungsphase passt.
In der Praxis kann die Staffelung so aussehen:
- ✓E 60.000 eignet sich für Freizeit, Freizeitsport, Winterfütterung, wenig Weidegang, Senioren, Erhaltungsversorgung.
- ✓Extreme 100 eignet sich bei intensivem Sport, Rennsport, Vielseitigkeit, hoher Trainingsbelastung, Regeneration, niedriger Vitamin E Spiegel.
- ✓Beide Produkte sind gut kombinierbar mit einer passenden Mineralbasis, aber nicht als Ersatz für gutes Raufutter und sinnvolle Trainingsplanung.
- ✓Nicht sinnvoll ist es, beide Produkte gleichzeitig ohne klare Indikation zu füttern.
Einen breiteren Blick auf Gesamtfütterungskonzepte findest du im Artikel Muskelaufbau beim Pferd.
Wie entscheide ich zwischen E 60.000 und Extreme 100?
Die Entscheidung hängt vor allem von Blutwerten, Raufutterqualität und Arbeitsintensität ab.
Wenn dein Pferd im unteren Normbereich liegt, wenig Gras bekommt und nur leicht bis mittel gearbeitet wird, reicht E 60.000 häufig aus. Wenn der Vitamin E Wert unterhalb des Referenzbereichs liegt, kann E 60.000 zunächst versucht werden, sollte aber nach einigen Wochen kontrolliert werden.
Bei Sportpferden mit grenzwertigem Vitamin E Status kann E 60.000 ein erster Schritt sein. Wenn Regeneration, Muskelwerte oder Leistungsbereitschaft nicht stabil werden, kann Extreme 100 sinnvoller sein.
Bei hoher Belastung, Rennsport, Vielseitigkeit, schwerer Geländeprüfung oder wiederholt erhöhten CK oder AST Werten sollte Extreme 100 stärker in Betracht gezogen werden. Gleichzeitig muss Selen geprüft werden, weil Vitamin E und Selen im Muskelstoffwechsel eng zusammenarbeiten.
Bei Zuchtstuten, laktierenden Stuten, Fohlenaufzucht oder älteren Pferden sollte die Entscheidung individuell erfolgen. Diese Pferde können einen erhöhten antioxidativen Bedarf haben, sollten aber nicht pauschal hoch dosiert werden.
Die wichtigste Frage bleibt: Was sagt das Blutbild? Ohne Blutwerte lässt sich die Versorgung nur grob schätzen. Eine jährliche Kontrolle von Vitamin E und Selen gibt dir eine deutlich bessere Grundlage für die Wahl zwischen E 60.000 und Extreme 100.
Wie ist Vitamin E einzuordnen?
Vitamin E ist wichtig, aber kein Allheilmittel. Eine höhere Gabe ersetzt keinen Weidegang, kein gutes Raufutter, keine ausreichende Bewegung und keine ausgewogene Mineralisierung. Wenn du Extreme 100 als Sicherheitsnetz fütterst, ohne die eigentliche Ursache zu klären, gibst du Geld aus, ohne das Problem zuverlässig zu lösen.
Eine relevante Überdosierung ist bei Vitamin E mit normalen Produktdosen selten. Trotzdem gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Wenn dein Pferd ausreichend versorgt ist, bringt eine höhere Dosierung meist keinen zusätzlichen Nutzen.
Wichtiger ist die Kombination mit Selen. Vitamin E und Selen arbeiten im antioxidativen Zellschutz eng zusammen. Wenn Selen fehlt, kann Vitamin E seine Funktion im Muskelstoffwechsel nicht optimal erfüllen. Deshalb ist eine gemeinsame Kontrolle von Vitamin E und Selen oft sinnvoller als eine Einzelmessung.
Welche Dosierung passt zu welchem Pferdetyp?
Die folgenden Angaben sind grobe Orientierungswerte und ersetzen keine individuelle Rationsprüfung:
- ✓Freizeitpferd mit Weidegang im Sommer: E 60.000 meist nur in der Wintersaison, etwa 10 Gramm täglich.
- ✓Freizeitpferd mit wenig Weidegang: E 60.000 ganzjährig, etwa 12 bis 15 Gramm täglich.
- ✓Sport Warmblut im regelmäßigen Training: E 60.000 als Basis, in intensiven Saisonphasen bei Bedarf Extreme 100.
- ✓Vielseitigkeits oder Rennpferd: Extreme 100 kann in Trainings und Wettkampfphasen sinnvoller sein, abhängig von Belastung, Blutwerten und Regeneration.
- ✓Zuchtstute in Spätträchtigkeit oder Laktation: Die Wahl sollte individuell erfolgen, weil der Bedarf steigen kann, aber nicht pauschal hoch dosiert werden sollte.
- ✓Seniorpferd mit chronischen Problemen: E 60.000 kann kurweise oder saisonal sinnvoll sein, abhängig von Blutwerten, Weidegang, Muskulatur und Allgemeinzustand.
- ✓Pony oder kleines Pferd: E 60.000 nur in reduzierter Dosierung, angepasst an Körpergewicht und Ration.
Wenn du ohne Blutwerte arbeitest, solltest du im Erhaltungsbereich bleiben und nicht automatisch zur höchsten Stufe greifen. Eine Blutkontrolle gibt dir die deutlich bessere Entscheidungsgrundlage.

Warum sollte ich Vitamin E immer zusammen mit Selen betrachten?
Vitamin E und Selen gehören im Muskelstoffwechsel eng zusammen. Vitamin E schützt Zellmembranen vor oxidativem Stress. Selen ist Bestandteil wichtiger antioxidativer Enzyme. Fehlt einer der beiden Bausteine, kann die gesamte antioxidative Schutzfunktion eingeschränkt sein.
In Deutschland und Österreich gibt es Regionen mit eher selenarmen Böden. Das kann dazu führen, dass Heu und Weidegras wenig Selen liefern. Ob dein Pferd betroffen ist, lässt sich aber nicht zuverlässig nur über die Region sagen. Besser sind Heuanalyse und Blutuntersuchung.
Selen kann über ein geeignetes Mineralfutter, ein Kombinationsprodukt oder ein separates Selenpräparat ergänzt werden. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von Blutwert, Grundration und bereits gefütterten Produkten ab.
Wichtig: Selen hat einen deutlich engeren Sicherheitsbereich als Vitamin E. Eine Überversorgung ist möglich, besonders wenn Mineralfutter und Selenpräparate unkontrolliert kombiniert werden. Deshalb sollte Selen nicht nach Gefühl ergänzt werden.
Wie kombiniere ich Vitamin E mit Selen und B-Vitaminen?
Vitamin E wirkt nicht allein, sondern in einem antioxidativen Netzwerk. Wichtige Partner sind Selen, Vitamin C und B-Vitamine. Extreme 100 enthält bereits zusätzliche Begleitstoffe, während E 60.000 stärker auf Vitamin E fokussiert ist.
Wenn dein Pferd E 60.000 bekommt und zusätzlich einen breiteren Bedarf hat, kann ein Produkt wie Horse Vital Plus infrage kommen. Dabei muss aber geprüft werden, ob sich Selen, B-Vitamine oder andere Mikronährstoffe mit dem übrigen Mineralfutter überschneiden.
Die sauberste Grundlage ist ein Blutbefund mit Vitamin E und Selen. Bei Sportpferden können zusätzlich CK und AST helfen, die Muskelbelastung besser einzuschätzen. Danach lässt sich entscheiden, ob E 60.000 reicht, ob Extreme 100 sinnvoller ist oder ob Selen separat ergänzt werden muss.
Eine pauschale Empfehlung „immer Vitamin E plus Selen“ ist nicht sinnvoll. Richtig ist: Beide Werte gemeinsam prüfen und dann gezielt ergänzen.
Welche regionalen Unterschiede gibt es beim Selenhaushalt?
Der Selengehalt im Grundfutter hängt stark vom Boden, vom Standort und von der Heuqualität ab. In Teilen Deutschlands und Österreichs sind die Böden eher selenarm. Das kann die Versorgung über Heu und Weide begrenzen.
Trotzdem solltest du nicht allein nach Bundesland oder Region entscheiden. Auch innerhalb einer Region können Heuwerte deutlich schwanken. Eine Heuanalyse oder ein Mineralstoffcheck des Grundfutters ist verlässlicher.
Wenn dein Pferd aus einer selenarmen Region kommt, ist ein selenhaltiges Mineralfutter oft sinnvoll. Ob zusätzlich E 60.000 oder Extreme 100 gebraucht wird, hängt dann von Vitamin E Status, Weidegang, Trainingsbelastung und Regeneration ab.
Die beste Grundlage ist die Kombination aus regionaler Einschätzung, Heuanalyse und individuellem Blutbefund. So vermeidest du sowohl Unterversorgung als auch unnötige oder riskante Mehrfachsupplementierung.
Welches Zusatzfutter passt zu deinem Pferd?
In zwei Minuten zur passenden SanoVet Empfehlung, abgestimmt auf Alter, Belastung und Symptome.
Häufige Fragen zu E 60.000 vs Extreme 100
Quellen
Vetmeduni Wien, Klinische Abteilung für Innere Medizin Pferde: Vitamin E Mangel Syndrome, Fachinformation 2024
TiHo Hannover, Institut für Tierernährung: Empfehlungen zur Vitamin E und Selenversorgung
GfE Gesellschaft für Ernährungsphysiologie: Empfehlungen zur Energie und Nährstoffversorgung von Pferden, Frankfurt
FN Deutsche Reiterliche Vereinigung: Leitfaden Fütterung Pferd, Warendorf
MSD Veterinary Manual: Vitamin E and Selenium Responsive Disorders in Horses, Online Ausgabe
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