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Strahlfäule beim Pferd: Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Strahlfäule beim Pferd: Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Strahlfäule ist die häufigste Hufinfektion im Pferdestall, und die meisten Halterinnen und Halter kennen sie. schwarzer, schmieriger Mulm in den Seitenfurchen am Strahl, ein säuerlich-fauler Geruch beim auskratzen, ein Strahl, der nicht mehr richtig fest ist: das sind die Klassiker. Strahlfäule selbst ist kein Notfall, sie ist aber ein klares Warnsignal, dass die Hygiene, die Einstreu oder die Hufpflege-Routine nicht passen. Wer sie Monate ignoriert, läuft Gefahr, dass die Infektion bis zur Lederhaut fortschreitet, dass Tiefe Risse zur Tiefen Beugesehne entstehen oder dass das Pferd lahmt.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du Strahlfäule sicher erkennst, wie du leichte Fälle in zehn Bis vierzehn Tagen wieder im Griff hast, wann du den Hufschmied oder die Tierärztin oder den Tierarzt dazuholst und welche Stallroutine den Rückfall verhindert. Außerdem gibt es einen kurzen Blick auf die Mineralstoffe, die das Hornwachstum nach einer Strahlfäule unterstützen.

Das wichtigste in Kürze

  • Strahlfäule erkennst du an schwarzem, übelriechendem Mulm in den Seitenfurchen, einem weichen oder zerklüfteten Strahl und einem säuerlich-fauligen Geruch
  • Hauptursache ist anaerobes Milieu: Nasse, ammoniakhaltige Einstreu, mangelnde Hufhygiene, langes stehen ohne Bewegung
  • Leichte Fälle behandelst du selbst mit täglichem auskratzen, chlorhexidin oder einem Strahlfäule-Präparat plus konsequenter Lehmanwendung
  • Tiefe, blutende Risse, Einbeziehung der Mittelfurche oder eine Lahmheit gehören in die Hand von Hufschmied und Tierarzt
  • Vorbeugung steht und fällt mit der Einstreu-Hygiene, dem Mistprozess und einem trockenen Liegebereich
  • Eine Biotin-Kur unterstützt das nachwachsende Horn nach der akuten Phase, ersetzt aber keine Hygiene-Korrektur

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Wenn dein Pferd zu Strahlfäule-Rückfällen neigt, steckt fast immer eine Kombination aus Haltung, Hufzustand und Routine dahinter. Der Hufpflege-Berater hilft dir, die Schwachstellen einzuordnen und einen konkreten Plan für die nächsten vier Wochen zu erhalten.

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Symptome erkennen: nicht jeder Mulm ist Strahlfäule

Bei der täglichen Hufkontrolle solltest du gezielt in die Seitenfurchen am Strahl schauen. Eine gesunde Furche ist sauber, fühlt sich gummiartig fest an und riecht neutral oder leicht erdig. Strahlfäule beginnt meist in einer der beiden Seitenfurchen mit dunklem, klebrig-feuchtem Material. Beim auskratzen kommt das Material in Flocken und stinkt. Im fortgeschrittenen Stadium ist auch die Mittelfurche betroffen, der Strahl wird ringsum zerklüftet und du kannst mit dem Hufkratzer in die ausgehöhlten stellen hineinfahren, ohne Widerstand zu spüren.

Abzugrenzen ist das von normalem Schmutz und gewöhnlichem Matsch, der sich nach einem matschigen Ausritt in der Furche absetzt. Echter Strahlfäule-Mulm bleibt nach dem auskratzen zurück und ist auch zu sehen, wenn die Furche wieder sauber abgerieben ist: die Wandung der Furche ist dunkel verfärbt, weich und manchmal blutet sie bei Berührung. Wer regelmäßig Fotos der Hufunterseite macht, erkennt eine beginnende Strahlfäule früher.

Eine echte Lahmheit durch Strahlfäule entsteht erst, wenn die Infektion die Lederhaut erreicht. Das passiert in vernachlässigten Fällen oder bei Tiefen, vorhandenen rissen, in die sich die Infektion ausbreiten konnte. Pferde, die plötzlich auf hartem Boden Druckschmerz haben oder schiebend laufen, gehören in die Hand der Tierärztin oder des Tierarztes, hier kann eine bakterielle Ausbreitung in die Hufrolle oder in den Hufknorpel vorliegen.

Ursachen: warum Strahlfäule entsteht

Die Bakterien, die Strahlfäule verursachen (vor allem Fusobacterium und bacteroides), sind im Stallmilieu praktisch immer vorhanden. Der ausschlaggebende Faktor ist nicht die Anwesenheit dieser Bakterien, sondern das Milieu, in dem sie sich vermehren können. Sie brauchen Feuchtigkeit, einen sauerstoffarmen Raum und ammoniakhaltigen Ablauf von Harn und Kot. genau dieses Milieu entsteht in nasser, selten gemister Einstreu, in matschigen Paddocks und in Tiefen Seitenfurchen, die nie sauber gemacht werden.

Risikofaktoren sind: Stallpferde mit zu wenig täglicher Bewegung, weil ohne Abrollen kein Druck auf den Strahl kommt und die Durchblutung nachlässt. Boxen, die nicht täglich vollständig gemistet werden, bei denen Morgens nur das obere Stroh erneuert wird. Offenstall-Systeme mit dauerfeuchtem Liegebereich. Pferde mit Zwanghuf oder enger trachte, weil die Seitenfurchen tief und schwer zu Reinigen sind. Pferde, deren Hufschmied die Strahlhornpflege bei jedem Termin vernachlässigt. Auch ein Nährstoffmangel, der zu schwachem Horn führt, kann eine Rolle Spielen.

In Österreich und Deutschland sieht Man Strahlfäule besonders ausgeprägt in Offenstall-betrieben mit wenig befestigtem Auslauf, in denen Pferde im Winter über Monate in Matsch und Wasser stehen. genau hier zeigt sich, dass Strahlfäule kein Hufproblem ist, sondern ein Managementthema.

Behandlung: was du selbst machen kannst

Bei einer leichten bis mittleren Strahlfäule reicht meist eine konsequente Eigentherapie über zehn Bis vierzehn Tage. Der Ablauf ist immer derselbe und sollte einmal täglich, idealerweise Abends in der trockenen Box, durchgeführt werden.

Schritt eins: Huf gründlich auskratzen, alles weiche, schwarze Material aus den Seitenfurchen entfernen. Mit einer Hufbürste die Furchen sauber bürsten, bei tiefem Mulm hilft eine kleine Wurzelbürste oder eine spezielle Strahlfäule-Bürste. Schritt zwei: Huf mit einer milden Seife oder mit klarem Wasser reinigen und gut abtrocknen. Trockenes Horn ist die wichtigste Voraussetzung. Schritt drei: ein Chlorhexidinhaltiges Präparat oder ein Strahlfäule-Spezialpräparat mit Kupfer- oder Schwefelzusätzen einpinseln, dabei die Seitenfurchen vollständig ausfüllen und etwa eine Minute einwirken lassen. Schritt vier: Hufpflege-Lehm in die Furchen einbringen und sanft andrücken, der Lehm trocknet die Furchen aus und nimmt den anaeroben Bakterien das Milieu.

wichtig ist die Einstreu-Korrektur am selben Tag. Eine Matsch-Box wird zu sauberem Stroh oder zu Spänen mit gutem Ablauf umgebaut, der Mistprozess umgestellt: nicht nur oben drauf streuen, sondern täglich tief misten. Bei Offenstall lohnt sich ein zusätzlicher trockener Liegebereich mit Gummimatten und Stroh, idealerweise mit einer Überdachung. Die Regel: ein Pferd, das acht Stunden trocken steht, gibt seinen Hufen die Zeit, sich zu Erholen.

Wenn nach zehn Tagen keine Besserung erkennbar ist, oder wenn du Tiefe, blutende Risse hast, gehört der Huf in die Hand des Hufschmieds. Er kann das infizierte Horn großzügig wegschneiden und damit die Infektion Ausbremsen. Bei Verdacht auf eine Ausbreitung in die Lederhaut, einer akuten Lahmheit oder warmer Kronenleiste rufst du sofort die Tierärztin oder den Tierarzt, hier können Antibiotika und eine professionelle Huftoilette in der Klinik notwendig werden.

Hornaufbau nach der Strahlfäule

Sobald die akute Infektion abgeheilt ist, geht es um den langfristigen Hornaufbau. Strahlhorn wächst langsamer nach als Wandhorn, eine vollständige Regeneration dauert oft drei Bis sechs Monate. In dieser Phase ist die Kombination aus mechanischer Pflege (täglich auskratzen, Lehm in den Furchen, wöchentlicher Zustands-Check) und ergänzender Nährstoffzufuhr entscheidend.

Biotin, Zink, Kupfer und Methionin sind die Schlüsselnährstoffe, wie auch im pillar Hufpflege-Berater beschrieben. Eine Biotin-Kur mit rund 20 Milligramm pro Tag, idealerweise kombiniert mit Zink und Kupfer, unterstützt die Qualität des nachwachsenden Horns. SanoVet Biotin Plus liefert diese Kombination in einer abgestimmten Dosierung. Wer parallel die Ration auf die Mineralstoffversorgung prüft, kann mit dem Mineralfutter-Finder einen Einstieg machen, oder direkt mit einem ausgewogenen Mineralfutter wie SanoVet Animalith ergänzen.

Bei Pferden, die zu Strahlfäule und gleichzeitig zu beginnender Arthrose neigen, lohnt der Blick auf die Gelenke, weil eine Schmerzbedingte Schonhaltung das Druckmuster im Huf verschiebt und die Seitenfurchen schlechter ausgekratzt werden. Der Arthrose-Berater hilft, das hier richtig einzuordnen. Wer parallel mit bröckelndem Horn zu kämpfen hat, findet im Artikel brüchige Hufe beim Pferd einen passenden Mineralien-Fahrplan, der sich gut mit der Strahlfäule-Rekonvaleszenz kombinieren lässt.

Vorbeugung im Stall und im Paddock

Vorbeugung ist immer effizienter als Therapie. Vier Hebel sind in jedem Stall verfügbar, unabhängig vom Budget. Erstens: tägliches auskratzen vor und nach jeder Einheit, bei Stallpferden zusätzlich Abends. Zweitens: eine wirklich täglich vollständig gemistete Box oder ein Paddock mit Ablauf und befestigtem Liegebereich. Drittens: ausreichend Bewegung, weil der Huf-Strahl nur durch Belastung pumpt und sich von innen reinigt. Viertens: regelmäßige Hufschmied-Termine im sechs-Wochen-Rhythmus, mit explizitem Auftrag, die Strahlhornpflege nicht zu Vernachlässigen.

In nassen Jahreszeiten kann eine wöchentliche prophylaktische Lehmanwendung in den Seitenfurchen sinnvoll sein, vor allem Bei Pferden mit anfälligen Hufen. Wer im Sommer die Weide-Zeit erhöht und damit Nasse Mistplätze hat, sollte die Hufkontrolle nicht reduzieren, sondern sogar intensivieren, weil die zu nassen Hufe anfälliger werden. Die Regel: trockene Hufe haben kein Strahlfäule-Problem.

Wer einen Offenstall plant oder umbaut, denkt im Idealfall vom Huf aus: trockener Liegebereich mit Gummimatten oder Stroh und Überdachung, befestigte Fütterungsbereiche, ein Pferd-pro-Platz-Prinzip, das Überstand und Mistplatz hat. So lässt sich Strahlfäule fast vollständig vermeiden.

häufige Fragen zu Strahlfäule beim Pferd

Riecht Strahlfäule immer schlecht?
Ja, der typische faulig-säuerliche Geruch ist eines der sichersten Unterscheidungsmerkmale zu normalem Schmutz. Wenn du beim auskratzen einen säuerlichen, fast Ammoniak-ähnlichen Geruch wahrnimmst und dabei dunkles, schmieriges Material aus den Furchen kommt, hast du Strahlfäule, auch wenn der Strahl noch fest aussieht.
Wie lange dauert die Behandlung?
Leichte Fälle, bei denen die Mittelfurche noch unauffällig ist, sind meist in zehn Bis vierzehn Tagen täglicher Behandlung im Griff. Mittlere Fälle mit tieferen Furchen brauchen drei Bis vier Wochen. Tiefe, blutende Risse mit einbezogener Mittelfurche dauern oft mehrere Monate und gehören in die Hand des Hufschmieds, der das infizierte Horn Schichtweise wegschneidet.
Kann ich Strahlfäule auf andere Pferde übertragen?
Die Bakterien sind im Stallmilieu allgegenwärtig, eine direkte Übertragung ist eher nicht das Thema. Wenn aber mehrere Pferde im selben Stall Strahlfäule bekommen, ist das ein klares Zeichen, dass die Einstreu, der Mistprozess oder die Paddock-Hygiene das Problem sind. Die Lösung liegt dann nicht im Einzelpferd, sondern in der Stallorganisation.
Welches Mittel hilft am besten?
Es gibt nicht das eine Wundermittel. Standard ist eine Kombination aus chlorhexidin oder einem Strahlfäule-Präparat mit Kupfer- oder Schwefelzusätzen plus konsequenter Lehmanwendung in den Furchen. Hausmittel wie eingerührte Holzteer-Mischungen wirken zwar kurzfristig, sind aber für das Hornmilieu zu aggressiv und können die Hornqualität langfristig schwächen. wichtiger als das Mittel ist die Konsequenz und die Parallele Hygiene-Korrektur.
Muss ich bei Strahlfäule sofort zum Tierarzt?
Nein, leichte bis mittlere Fälle behandelst du selbst. Zur Tierärztin oder zum Tierarzt gehört das Pferd, wenn es lahmt, wenn die Kronenleiste warm ist, wenn Tiefe, blutende Risse vorliegen oder wenn die Infektion über zehn Bis vierzehn Tage konsequenter Eigentherapie keine Besserung zeigt. Bei Verdacht auf eine bakterielle Ausbreitung in die Hufrolle oder in den Hufknorpel ist die Klinik sinnvoll.
Kann Strahlfäule wieder zurückkommen?
Ja, und sehr häufig. Strahlfäule ist ein Managementthema. Wenn nach Abheilung wieder dieselbe Einstreu, derselbe Mistprozess und dieselbe Bewegungsroutine herrschen, bekommst du das Pferd in zwei Bis drei Monaten wieder mit denselben Symptomen ans Halfter. Wer die strukturellen Ursachen nicht behebt, behandelt Symptome. Eine begleitende Biotin-Kur und eine hochwertige Mineralstoffversorgung helfen dem Horn, robuster nachzuwachsen, ersetzen aber keine Hygiene-Korrektur.

Versicherung bei chronischen Hufproblemen

Eine unkomplizierte Strahlfäule kostet dich vor allem Zeit. Eine fortgeschrittene Strahlfäule mit Klinikbedarf, eine Sekundärinfektion in der Hufrolle oder eine begleitende Lahmheit kommen aber schnell auf Rechnungen zwischen 600 und 2.500 Euro. Wer das Pferd professionell hält und nicht jedes Mal aus der Reisekasse zahlen will, fährt mit einer Pferdekrankenversicherung oder einer Op-Versicherung deutlich entspannter.

Versicherung bei chronischen Hufproblemen

Hufprobleme wie Hufrehe, eine hartnäckige Strahlfäule mit Klinikbedarf oder eine Hufrollenentzündung können schnell vierstellige Tierarztrechnungen verursachen. Eine Pferdekrankenversicherung oder zumindest eine Op-Versicherung schützt dich vor dem finanziellen Risiko, gerade wenn dein Pferd älter wird oder im Sport läuft.

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Quellen

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML, AT): Leitlinien zur Tiergerechten Haltung von Pferden.

Stashak, T. S. (2002). Adams‘ lameness in horses, 5th Edition, Kapitel Hufgesundheit und mikrobielle Hufinfektionen.

Petrov, K. K., Dicks, L. M. T. (2013). Fusobacterium necrophorum, but Not cooccurring anaerobes, can stimulate the Matrix-degrading proteases.

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, DE): Broschüren zur Stallhygiene und Einstreuwirtschaft im Pferdebetrieb.

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