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Trächtigkeitsrechner für Hund und Katze: Geburtstermin und 9-Wochen-Roadmap

Trächtigkeitsrechner für Hund und Katze: Geburtstermin und 9-Wochen-Roadmap

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du merkst es vielleicht zuerst an einer kleinen Verhaltensänderung. deine Hündin liegt mehr, deine Kätzin schmust ungewöhnlich anhänglich, ihr Appetit verschiebt sich oder ihr Bauch wird straffer. Trächtigkeit ist kein Zustand, in dem du Abwarten und beobachten solltest, sie ist ein präziser biologischer Prozess mit einem festen Fahrplan. Bei der Hündin dauert er im Durchschnitt 63 Tage, bei der Katze 65 Tage, und in dieser Zeit entscheidet jeder einzelne Tag über die Welpen- oder Kittengesundheit. Wer den Verlauf kennt, vermeidet die zwei häufigsten Fehler junger Züchterinnen und unerwartet trächtiger Tierhalter: zu wenig Vorsorge in der Frühphase und Panik in der Geburtsphase.

Der Trächtigkeitsrechner für Hund und Katze auf go4vet.com baut dir aus deinem Deckdatum einen persönlichen Kalender bis zur Geburt. du gibst Tierart, Deckdatum oder Ovulationszeitpunkt ein und bekommst Woche für Woche die erwarteten Anzeichen, Tierarzttermine, Futterumstellungen und Vorbereitungsschritte. Dieser Artikel erklärt dir, wie die Tragzeit bei Hündin und Kätzin variiert, was in jeder der neun Wochen abläuft, wann Ultraschall und Röntgen sinnvoll sind, wie du das Energiebedarfsplus von 30 bis 50 Prozent korrekt fütterst, wie du die Wurfkiste richtig dimensionierst und woran du erkennst, dass die Geburt zum tierärztlichen Notfall wird. Besonders ausführlich werden erstgebärende, Kaiserschnittindikationen und die Eklampsie, jene gefürchtete Kalziumkrise nach der Geburt, behandelt.

Direkt zum Tool: du willst sofort Wissen, wann deine Hündin oder Kätzin werfen wird? Trächtigkeitsrechner Starten und in unter einer Minute den voraussichtlichen Geburtstermin plus 9-Wochen-Roadmap abrufen.

Geburtstermin jetzt berechnen

Der Rechner unterscheidet zwischen Hund und Katze, weil die Tragzeiten sich um zwei Tage im Durchschnitt unterscheiden und die Schwankungsbreite beim Hund größer ist. du gibst das Deckdatum ein, optional auch den exakten Ovulationszeitpunkt aus der progesteron-Bestimmung beim Tierarzt, und bekommst ein Zeitfenster mit dem wahrscheinlichsten Geburtstermin und einer ±3-Tages-spanne. Zusätzlich liefert das Tool eine wochenweise Checkliste mit den wichtigsten Meilensteinen.

Tragzeit Hund: 58 bis 68 Tage erklärt

Die Hündin trägt ihre Welpen im Schnitt 63 Tage, gerechnet ab dem Ovulationszeitpunkt. Weil der Ovulationszeitpunkt nur über Progesteronmessung exakt bestimmt werden kann, der gewöhnliche Halter aber meist nur die Deckdaten kennt, ergibt sich eine biologisch korrekte Schwankungsbreite zwischen 58 und 68 Tagen. Das kommt nicht daher, dass die Welpen unterschiedlich lange Reifen, sondern dass das Deckdatum nicht zwingend mit der Ovulation zusammenfallen muss. Spermien überleben in der Hündin bis zu sieben Tage, eizellen Reifen erst zwei bis drei Tage nach Ovulation zur Befruchtungsfähigkeit. Wenn deine Hündin früh in der Läufigkeit gedeckt wurde, verschiebt sich die Geburt nach hinten, gemessen am Deckdatum.

Die Rasse spielt eine kleinere Rolle als oft angenommen, der Bauplan der Welpen unterscheidet sich tageweise nicht zwischen chihuahua und deutscher dogge. Größere Unterschiede ergeben sich aus der Wurfgröße: kleine Würfe (ein bis zwei Welpen) tragen tendenziell länger, große Würfe (acht plus Welpen) kommen oft einen bis zwei Tage früher, weil der mechanische und hormonelle reiz der Wehentätigkeit bei vollerem uterus stärker ist.

Typische Schwankungen bei den drei häufigsten Rassegruppen:

  • Kleine Rassen (chihuahua, malteser, dackel): 60 bis 64 Tage, oft ein engeres fenster.
  • Mittelgroße Rassen (labrador, beagle, border collie): 62 bis 66 Tage, klassisches mittelfeld.
  • Große Rassen (deutsche dogge, bernhardiner, neufundländer): 60 bis 68 Tage, breiteres fenster, oft mit etwas vorzeitigem geburtsbeginn bei sehr großen Würfen.

Die sicherste Methode, den Geburtstermin auf den Tag genau zu bestimmen, ist die Progesteronmessung beim Tierarzt rund um den Deckzeitpunkt. Wird der LH-Peak oder der progesterontag-null bestimmt, beträgt die Tragzeit dann sehr zuverlässig 63 plus minus ein Tag. Das ist vor allem für Züchterinnen wichtig, die geplante kaiserschnitte koordinieren oder Welpentauglichkeit per Röntgen vor dem Geburtstermin prüfen wollen.

Tragzeit Katze: 61 bis 69 Tage

Die Katze trägt im Durchschnitt 65 Tage. Die Schwankung ist mit 61 bis 69 Tagen ähnlich breit wie beim Hund, hat aber andere Ursachen. Die Kätzin ist eine induzierte ovuliererin, sie ovuliert erst durch den deckakt selbst, meist 24 bis 48 Stunden nach mehreren Paarungen. Das Deckdatum ist also bei der Katze ein präziserer marker als bei der Hündin, weil Ovulation und Befruchtung enger zusammenliegen.

Der typische Ablauf:

  • Tag 1 bis 3: deckakte, häufig mehrere Paarungen mit demselben oder verschiedenen Katern. Mehrfachpaarung ist bei der Katze normal und kann zu Superfekundation führen, also Würfen mit Kitten verschiedener Väter.
  • Tag 14: Einnistung der embryonen in der gebärmutterwand. Ab hier sind die Kitten ultraschalltechnisch nachweisbar.
  • Tag 30 bis 35: die Zitzen werden rosa und gut sichtbar, ein klassisches frühzeichen, das viele Halter zuerst bemerken.
  • Tag 42 bis 45: die Kitten sind im Röntgen sichtbar, die Wurfgröße kann verlässlich geschätzt werden.
  • Tag 63 bis 66: Körpertemperatur fällt um etwa ein Grad, die Geburt steht in 12 bis 24 Stunden bevor.

Besonderheit bei orientalischen Rassen: siamesen, orientalisch kurzhaar und burmesen tragen oft einen bis drei Tage länger als europäische kurzhaar oder britisch kurzhaar. Die Wurfgröße liegt bei der Katze typischerweise zwischen drei und sechs Kitten, große Würfe mit acht oder mehr sind möglich, aber selten und immer ein Hinweis, das Tier engmaschiger zu beobachten.

9-Wochen-Phasen-Plan

Die Trächtigkeit lässt sich in neun klar abgrenzbare Wochenphasen einteilen, in denen jeweils bestimmte Entwicklungen ablaufen, Anzeichen sichtbar werden und maßnahmen anstehen. Dieser Plan gilt grundsätzlich für Hund und Katze, mit Hinweisen, wo sich die beiden unterscheiden.

Woche 1 (Tag 1 bis 7)

Nach dem deckakt wandern die befruchteten eizellen durch den eileiter. Äußerlich ist nichts zu sehen, der Appetit kann unverändert sein, manche Tiere wirken kurzzeitig ruhiger. Maßnahme: bisheriges Futter beibehalten, kein Stress, keine Medikamente ohne tierärztliche Rücksprache.

Woche 2 (Tag 8 bis 14)

Die embryonen erreichen den uterus, beginnen sich zu teilen. Immer noch keine äußeren Anzeichen. Bei manchen Hündinnen Tritt eine morgendliche Übelkeit auf, ähnlich wie beim Menschen, das gibt sich nach wenigen Tagen. Maßnahme: nahrungsaufnahme im Blick behalten, frisches Wasser ständig verfügbar.

Woche 3 (Tag 15 bis 21)

Einnistung in der gebärmutterwand. Die plazenta beginnt sich zu bilden. Ab Tag 21 können erste hormonelle Hinweise im Ultraschall erkennbar sein, sicher ist die Diagnostik aber erst ab Tag 25 bis 28. Maßnahme: ruhige Umgebung, normale Bewegung. Langes wandern oder agility weiter ok, keine hochintensive Belastung.

Woche 4 (Tag 22 bis 28)

Der Bauch fühlt sich beim abtasten manchmal etwas voller an. Die Zitzen werden bei erstgebärenden Hündinnen und Kätzinnen rosa und leicht geschwollen. Der Appetit kann schwanken, manche Tiere fressen weniger, andere mehr. Maßnahme: erster Tierarzttermin für Ultraschall ab Tag 25 bis 28. Wurfgröße ist im Ultraschall noch nicht zuverlässig zählbar, aber Trächtigkeit klar bestätigbar.

Woche 5 (Tag 29 bis 35)

Jetzt geht das eigentliche Wachstum Los. Die Welpen oder Kitten sind etwa daumengroß, Organe differenzieren sich aus. Der Bauch wird sichtbar runder. Der Energiebedarf steigt langsam an. Maßnahme: Futterumstellung auf ein Welpen- oder allzweck-Trächtigkeitsfutter. Royal Canin mother & babydog (Hund) beziehungsweise mother & babycat (Katze) sind etablierte Standards, ebenso Hill’s science Plan puppy oder Purina pro Plan puppy. Das Futter hat höhere energiedichte und mehr Kalzium, beides braucht die Hündin oder Kätzin jetzt.

Woche 6 (Tag 36 bis 42)

Die Zitzen sind deutlich angeschwollen, der Bauch nimmt sichtbar zu. Manche Tiere zeigen jetzt bereits Nestbauverhalten, scharren in Decken oder ziehen sich in eine rückzugsecke zurück. Der Appetit steigt klar. Maßnahme: Futtermenge schrittweise um etwa 10 Prozent pro Woche steigern. Lieber drei kleinere Mahlzeiten am Tag als zwei große, der Platz im Bauch wird knapp.

Woche 7 (Tag 43 bis 49)

Die Kitten oder Welpen sind jetzt im Röntgen sichtbar, die Wurfgröße kann verlässlich gezählt werden. Der Bauch wird merklich umfangreicher, der Gang etwas behäbiger. Milchleisten werden voll. Maßnahme: Röntgen beim Tierarzt zwischen Tag 50 und 55 (kommt also schon in den Blick). Wurfkiste Aufstellen, damit sich die Hündin oder Kätzin daran gewöhnt. Notfallset Zusammenstellen (siehe Artikel zur Welpengeburt).

Woche 8 (Tag 50 bis 56)

Die Welpen oder Kitten bewegen sich jetzt im Bauch, manchmal sind die Bewegungen von außen sichtbar. Die Tiere werden merklich ruhiger, suchen den Rückzug. Milcheinschuss kann beginnen. Maßnahme: röntgenaufnahme jetzt durchführen lassen, wenn nicht schon erfolgt. Wurfgrößenkenntnis ist für die Geburt entscheidend, weil du sonst nicht weißt, wann die Geburt fertig ist. Die Hündin oder Kätzin sollte ihre Wurfkiste bereits regelmäßig aufsuchen.

Woche 9 (Tag 57 bis 65/68)

Die letzten Tage. Die Körpertemperatur (rektal gemessen) sinkt etwa 12 bis 24 Stunden vor der Geburt von normal 38,5 Grad celsius auf 37,0 bis 37,5 Grad. Die Hündin oder Kätzin wird unruhig, hechelt vermehrt, frisst weniger oder gar nicht mehr. Nestbau ist intensiv. Maßnahme: ab Tag 57 (Hund) beziehungsweise Tag 60 (Katze) zwei mal täglich rektale Temperatur messen. Tierarzt auf abruf für Notfall, ebenso erreichbar in der Nacht und am Wochenende. Wurfkiste mit frischen Tüchern auslegen, kontaktnummer einer 24/7-Tierklinik bereithalten.

Achtung Temperaturmessung: der Temperaturabfall ist das verlässlichste Zeichen, dass die Geburt in 12 bis 24 Stunden beginnt. Miss zwei mal täglich (morgens und Abends) und notiere die Werte. Fällt die Temperatur unter 37,5 Grad, beginnt die Geburt höchstwahrscheinlich innerhalb des nächsten Tages.

Tierarzt-Termine: Ultraschall, Röntgen, Geburtsvorbereitung

Drei tierärztliche Termine sind in der Trächtigkeit sehr zu empfehlen, ein vierter ist als notfallpuffer einzukalkulieren.

Tag 28 bis 30: Ultraschall zur Trächtigkeitsbestätigung

Der erste Termin findet rund um Tag 28 statt. Mit einem 7,5- bis 12-megahertz-schallkopf sind die Fruchtblasen und Herzschläge der embryonen erkennbar. Die Wurfgröße ist im Ultraschall nur näherungsweise schätzbar, weil sich die embryonen überlappen. Zweck dieses Termins: Bestätigung der Trächtigkeit, Ausschluss von Komplikationen (wie Pyometra-Verdacht oder anomalien), erste Basisinformation für die Züchterin oder den Halter. Kosten in der Regel 40 bis 80 euro.

Tag 50 bis 55: Röntgen zur Wurfgrößen-Bestimmung

Ab Tag 45 sind die Welpen- oder kittenskelette so weit verkalkt, dass sie im Röntgen klar zählbar sind. Der ideale Zeitpunkt ist Tag 50 bis 55. Das Röntgen ist mit einer einzelnen Aufnahme aus der Seitenansicht erledigt, die Strahlenbelastung für die Welpen ist nach Abschluss der organogenese vernachlässigbar gering. Zweck: Wurfgrößen-Bestimmung. Ohne diese info weißt du während der Geburt nicht, ob noch Welpen Folgen oder die Geburt abgeschlossen ist. Besonders bei großen Würfen ist diese info entscheidend, weil ein zurückgebliebener Welpe oder ein Stecknotstand schnell lebensgefährlich wird. Kosten in der Regel 60 bis 120 euro.

Tag 60+: Geburtsvorbereitung und Beratung

Der dritte Termin ist optional und vor allem bei erstgebärenden, bei geriatrischen Muttertieren oder bei Rassen mit erhöhtem Kaiserschnittrisiko (französische bulldogge, englische bulldogge, mops, boston terrier) zu empfehlen. Der Tierarzt beurteilt Körperhaltung, milchleisten, beckenmaße und gibt einen letzten Check zur Geburtstauglichkeit. Außerdem werden die Notfallnummern abgeglichen.

Notfall-Bereitschaft am Geburtstermin

Klär bereits in Woche 8, ob deine Tierarztpraxis am geburtswochenende erreichbar ist oder ob du eine 24/7-Tierklinik anrufen musst. Notiere zwei Nummern auf einem zettel, der direkt neben der Wurfkiste liegt. Eine Geburt, bei der wirklich alles glatt läuft, braucht keinen Tierarzt. Eine Geburt, bei der etwas schiefläuft, braucht ihn binnen 30 Minuten.

Ernährung in der Trächtigkeit

Der Energiebedarf steigt in der zweiten trächtigkeitshälfte deutlich. Eine Hündin in den ersten vier Wochen frisst praktisch normal weiter, ab Woche 5 wächst der Bedarf, in Woche 8 und 9 liegt er etwa 30 bis 50 Prozent über dem erhaltungsbedarf. Bei der Kätzin steigt der Bedarf etwas früher und gleichmäßiger, sie frisst über die gesamte Trächtigkeit hinweg etwa 25 bis 50 Prozent mehr.

Der einfachste und sicherste weg ist die Umstellung auf ein Welpenfutter beziehungsweise Kittenfutter ab Woche 5. Diese Futter haben:

  • Höhere energiedichte (etwa 400 bis 450 kilokalorien pro 100 Gramm Trockenfutter, gegenüber 350 bei Adult-Futter)
  • Mehr Protein (28 bis 32 Prozent gegenüber 22 bis 26 Prozent)
  • Höheren Kalzium-Phosphor-Gehalt (Kalzium 1,2 bis 1,5 Prozent für Hund, 1,0 bis 1,3 Prozent für Katze)
  • Oft DHA aus fischöl, das die neuronale Entwicklung der Welpen oder Kitten unterstützt

Etablierte Präparate:

  • Royal Canin mother & babydog: für trächtige Hündin und Welpe bis 8 Wochen, Hochenergiekonzept, gut verträglich.
  • Royal Canin mother & babycat: dasselbe für die Kätzin und Kitten.
  • Hill’s science Plan puppy: Klassiker, breit verträglich, etwas weniger energiedicht.
  • Purina pro Plan puppy: mit colostrum-bestandteilen, gute akzeptanz.
  • Eukanuba puppy small/medium/large: rassenspezifisch dimensioniert.

Die Futtermenge solltest du nicht abrupt verdoppeln. Üblich ist:

  • Woche 5: 110 Prozent der Erhaltungsmenge
  • Woche 6: 125 Prozent
  • Woche 7: 140 Prozent
  • Woche 8: 150 Prozent
  • Woche 9: bedarfsgesteuert, das Tier frisst, was es mag, manchmal weniger als Woche 8 wegen platzmangel im Bauch

Verteile die Ration auf drei oder vier kleine Mahlzeiten täglich. Der Platz im Bauch ist eng, einzelne große Mahlzeiten werden oft schlecht Vertragen. Wasser ständig in zwei näpfen verfügbar halten, eine trächtige Kätzin trinkt fast doppelt so viel wie sonst.

Kalziumzusätze während der Trächtigkeit sind gefährlich. Wenn du ein hochwertiges Welpen- oder Kittenfutter fütterst, ist der Kalziumgehalt schon optimal eingestellt. Zusätzliches Kalzium hemmt paradoxerweise die Kalziumregulation und erhöht das Risiko für Eklampsie nach der Geburt (siehe FAQ unten). Also: füttere ein gutes Futter und sonst nichts dazu, außer dein Tierarzt weist explizit anders an.

Fortlaufend praktisch beim Hund: der Welpenfutter-Phasenplaner auf go4vet.com gibt dir nach der Geburt einen Plan für die ersten zwölf Monate des Welpen, von milchaustauscher über Anfütterung bis zum Übergang auf Adult-Futter.

Wurfkiste: aufbau, Maße, Material

Die Wurfkiste ist der Ort, an dem die Hündin oder Kätzin werfen wird, und in dem die Welpen oder Kitten die ersten Lebenswochen verbringen. Ihre Dimensionierung hängt von der Körpergröße ab.

Maße für den Hund

  • Kleine Rassen (chihuahua, malteser, dackel, jack russell): innen etwa 80 mal 60 zentimeter, Höhe 30 bis 40 zentimeter, ein durchstieg-Eingang mit 15 zentimetern Höhe.
  • Mittelgroße Rassen (border collie, beagle, cocker spaniel): innen 100 mal 80 zentimeter, Höhe 50 zentimeter.
  • Große Rassen (labrador, golden retriever, Schäferhund): innen 120 mal 100 zentimeter, Höhe 60 zentimeter.
  • Sehr große Rassen (deutsche dogge, bernhardiner, neufundländer): innen 150 mal 120 zentimeter oder größer, Höhe 70 zentimeter.

Maße für die Katze

Für die Kätzin reicht eine kiste von etwa 60 mal 50 zentimetern, Höhe 35 zentimeter, mit einem nach oben offenen Eingang. Wichtig ist eine ruhige, abgedunkelte Ecke. Die Katze sucht sich oft selbst einen Platz aus, du kannst die kiste also flexibel positionieren und sehen, ob die Kätzin sie annimmt. Wenn nicht, Stelle sie um, oder sie wird im wäschekorb oder hinter der couch werfen.

Material und Einrichtung

Die kiste sollte aus glattem, abwaschbarem Material bestehen. Holz mit lackierter Oberfläche, Kunststoff oder eine Kombination aus mdf und folie sind gut geeignet. Innen wird mit zeitungspapier (dicke Schicht), darüber mit einer waschbaren Matte oder vetbed (das saugfähige Fell-Imitat aus Tierkliniken) ausgelegt. Drei wichtige features:

  • Welpenschutz-Kante: ein Abstand von etwa 10 zentimeter zur Wand, damit die Hündin sich nicht beim niederlegen versehentlich auf einen Welpen rollt.
  • Ein Eingang mit niedriger Schwelle: die Hündin muss leicht ein- und aussteigen können, die Welpen oder Kitten dürfen aber nicht herausklettern, bevor sie laufen können.
  • Wärmequelle: eine Wärmelampe oder wärmeplatte, die eine Seite der kiste auf 28 bis 30 Grad celsius wärmt, die andere Seite kühler lässt. Neugeborene Welpen oder Kitten regulieren ihre Körpertemperatur in den ersten lebenstagen nicht selbst.

Die Wurfkiste wird mindestens zwei Wochen vor dem Geburtstermin aufgestellt, damit sich die Hündin oder Kätzin daran gewöhnt. Lege gelegentlich ein Leckerli oder ein Lieblingsspielzeug hinein, damit sie positiv assoziiert wird.

Geburt erkennen: drei Phasen

Die Geburt verläuft beim Hund und bei der Katze in drei klar abgrenzbaren Phasen. Wer diese Phasen kennt, erkennt früh, wenn etwas vom Normalverlauf abweicht.

Phase 1: Eröffnungsphase (Öffnung des muttermundes)

Dauer: 6 bis 12 Stunden, in Einzelfällen bis 24 Stunden. Die Hündin oder Kätzin ist unruhig, hechelt, scharrt in der Wurfkiste, kann Erbrechen. Äußerlich ist noch nichts zu sehen. Der zervix öffnet sich, die Wehen sind innerlich da, aber nicht von außen sichtbar. Die Körpertemperatur ist auf 37 Grad gefallen. Was du tust: ruhig bleiben, das Tier nicht stören. Abstand halten, aber präsent bleiben. Wasser und ein wenig Leckerli anbieten, viele Tiere lehnen ab.

Phase 2: Austreibungsphase (Geburt der Welpen oder Kitten)

Dauer pro Welpe oder Kitten: 30 bis 60 Minuten ist normal, bis zu zwei Stunden ist im Einzelfall ok. Zwischen zwei Welpen oder Kitten liegt typisch 30 Minuten bis 2 Stunden, in Einzelfällen auch länger, aber nicht über 4 Stunden. Ankündigung: die Wehen werden sichtbar, das Muttertier presst, Schwanzansatz hebt sich, die Fruchtblase wird sichtbar (manchmal als grünliche oder dunkle membran). Der Welpe oder das Kitten kommt mit Kopf voran (vorderlage) oder mit hinterbeinen voran (hinterlage), beides ist normal. Das Muttertier reißt die Fruchtblase auf, durchtrennt die Nabelschnur mit den Zähnen und beginnt das neugeborene zu lecken. Die Ablösung der plazenta erfolgt zeitnah, oft mit dem nächsten Welpen zusammen. Was du tust: beobachten, nicht eingreifen. Zähle mit, dass nach jedem Welpen eine plazenta abgeht (sonst Infektionsgefahr). Bei erstgebärenden, die sich nicht um den Welpen kümmern, Fruchtblase mit sauberen Händen aufreißen, Welpen mit Handtuch trockenrubbeln, Atmung anregen.

Phase 3: Nachgeburtsphase

Nach dem letzten Welpen oder Kitten geht die letzte plazenta ab. Das Muttertier säubert sich, der Wurf liegt komplett. Die Kontraktionen lassen nach, der Bauch wirkt deutlich entspannter. Was du tust: noch einmal abzählen, dass alle plazenten draußen sind (Anzahl muss der Wurfanzahl entsprechen). Ruhig anbieten zu trinken, das Tier wird nun erstmals seit Stunden Wasser annehmen. Die Welpen oder Kitten zur ersten milchaufnahme positionieren, Falls nötig.

Notfall-Anzeichen: wann zum Tierarzt während der Geburt

Die meisten Geburten verlaufen ohne Tierarzt. Aber sieben szenarien sind klare Notfälle, in denen du sofort den Tierarzt oder eine 24/7-Klinik anrufen musst:

  • Wehen über 60 Minuten ohne Ergebnis: das Muttertier presst seit über einer Stunde, aber kein Welpe oder Kitten kommt. Das ist ein Verdacht auf wehenschwäche oder steckende Geburt (dystokie). Sofort Tierarzt.
  • Schwacher pressdrang über 4 Stunden: nach einem Welpen passiert seit mehr als vier Stunden nichts mehr, obwohl laut Röntgen noch Welpen drin sind. Wehenmüdigkeit (uterine inertie). Sofort Tierarzt.
  • Schwarzgrünlicher ausfluss vor dem ersten Welpen: der grüne ausfluss (aus uteroverdin, dem plazenta-pigment) ist beim Hund das Zeichen, dass eine plazenta sich gelöst hat. Wenn er kommt, bevor ein Welpe geboren wurde, ist die nächste Geburt akut, dauert sie länger als 30 Minuten, ist es ein Notfall.
  • Blutiger ausfluss in größerer Menge: ein wenig Blut beim pressen ist normal, eine starke Blutung ist nicht normal. Notfall.
  • Welpe steckt sichtbar fest: Kopf oder hinterbeine schauen seit mehr als 15 Minuten heraus, kommen aber nicht voran. Tierarzt.
  • Plazenta nicht abgegangen: nach einem Welpen kommt keine plazenta. Eine zurückgebliebene plazenta führt zu metritis (Gebärmutterentzündung). Tierarzt klärt das spätestens nach Abschluss der Geburt ab, bei mehreren fehlenden plazenten und unwohlsein des Tieres aber sofort.
  • Muttertier kollabiert oder zeigt zittern: kreislaufversagen oder eklampsieverdacht (siehe FAQ). Akuter Notfall.

Kaiserschnitt-Rassen: französische bulldogge, englische bulldogge, mops, boston terrier, yorkshire terrier und chihuahua haben ein erhöhtes Kaiserschnittrisiko von bis zu 80 Prozent (englische bulldogge). Bei diesen Rassen ist ein geplanter kaiserschnitt (elektiver Schnitt) am Tag 63 oft sicherer als die natürliche Geburt. Bespreche das frühzeitig mit deiner Tierarztpraxis.

FAQ: häufige Fragen rund um die Trächtigkeit

Was ist bei erstgebärenden besonders zu beachten?

Erstgebärende Hündinnen und Kätzinnen sind oft unsicher, manche Wissen nicht sofort, was zu tun ist. Typische Probleme: die Fruchtblase wird nicht aufgerissen, der Welpe wird nicht gesäubert, die Nabelschnur wird nicht durchtrennt. du musst dann eingreifen mit sauberen Händen, einem reinen Tuch und einer scharfen Schere. Nach dem ersten Welpen lernt das Tier meist und macht den Rest selbst. Ein zweiter erwachsener im Hintergrund (idealerweise jemand, der schon einmal eine Geburt gesehen hat) gibt Sicherheit. Der Tierarzt sollte bei erstgebärenden auf abruf bereit sein, weil unerfahrene Tiere häufiger wehenschwäche entwickeln.

Wann ist ein kaiserschnitt unvermeidlich?

Ein notkaiserschnitt wird bei wehenschwäche, steckender Geburt, lageanomalie eines Welpen oder akuter Blutung gemacht. Ein elektiver kaiserschnitt am rechnerischen Termin ist bei den brachyzephalen Rassen (französische bulldogge, mops, englische bulldogge, boston terrier) Standard, weil der welpenkopf zu groß für das mütterliche Becken ist. Die Kosten liegen je nach Klinik zwischen 800 und 2.500 euro. Eine Tierkrankenversicherung kann den kostendruck deutlich abfedern, wenn die Deckung Trächtigkeit und Geburt einschließt (Achtung: viele Anbieter schließen das aus oder verlangen eine zuvor abgeschlossene zusatzklausel). Prüfe bei Abschluss explizit den Geburtshilfepunkt.

Wie hoch ist der Energiebedarf in der Trächtigkeit wirklich?

Der erhaltungsbedarf einer 25-Kilo-Hündin liegt bei etwa 1.300 kilokalorien pro Tag. In Woche 9 steigt der Bedarf auf etwa 1.700 bis 1.950 kilokalorien, je nach Wurfgröße. Bei einer 4-Kilo-Kätzin verschiebt sich der Bedarf von etwa 250 kilokalorien auf 350 bis 400 kilokalorien. Wichtig: nicht abrupt verdoppeln, sondern langsam steigern. Die Hündin oder Kätzin reguliert über Appetit und freiwillige Aufnahme zuverlässig selbst, wenn das Futter qualitativ stimmt.

Kann ich die welpenzahl vor der Geburt schätzen?

Ja, durch Röntgen ab Tag 50 bis 55. Der Ultraschall ab Tag 28 zeigt die Trächtigkeit, ist aber für das zählen ungeeignet, weil sich embryonen überlappen. Das Röntgen liefert eine fast hundertprozentige Treffergenauigkeit, weil die wirbelsäulen der Welpen oder Kitten klar abzählbar sind. Die Wurfgröße kennen heißt: während der Geburt zu Wissen, wann sie fertig ist. Ohne diese info kannst du nicht erkennen, ob noch ein Welpe steckt oder nicht.

Was ist Eklampsie und wie erkenne ich sie?

Eklampsie (puerperal-tetanie, milchfieber) ist eine akute Kalziumkrise des Muttertiers nach der Geburt, meist in den ersten zwei bis vier Wochen der Laktation. Das stillen entzieht so viel Kalzium, dass das blutserum unter den kritischen Wert fällt. Anzeichen: zittern, hecheln, unruhe, steifer Gang, schließlich Krampfanfälle und kollaps. Der Zustand ist ein akuter Notfall, ohne Kalziuminfusion innerhalb weniger Stunden lebensgefährlich. Besonders gefährdet sind kleine Rassen (chihuahua, malteser, yorkshire) mit großen Würfen, weil ein 3-Kilo-Tier mit 5 Welpen mehr Kalzium über die Milch abgibt, als es im Körper bevorratet hat. Prävention: gutes Welpenfutter mit ausgewogenem Kalzium-Phosphor-Verhältnis, keine eigenmächtigen kalziumzusätze in der Trächtigkeit (die hemmen paradoxerweise die Kalziumregulation), während der Laktation engmaschig auf zittern oder hecheln achten und sofort den Tierarzt rufen.

Ist die Wurfgröße erblich?

Die Wurfgröße wird zu etwa der Hälfte genetisch und zur anderen Hälfte über Umweltfaktoren bestimmt. Genetisch Spielen Rasse und elterntiere eine Rolle (große Rassen werfen tendenziell mehr Welpen, kleine weniger). Umweltfaktoren sind Alter der Hündin oder Kätzin (erstgebärende oft kleiner, Höhepunkt zwischen drittem und fünftem Wurf, danach absinkend), Körperkondition, Ernährungsstatus und timing des deckakts. Ein außergewöhnlich kleiner oder großer Wurf bei einem einzelnen Tier ist also kein zuverlässiger prediktor für künftige Würfe. Die familienstatistik gibt nur einen groben Trend.

Versicherung & Welpenstart

Eine Trächtigkeit kann durch Komplikationen schnell teuer werden. Ein notkaiserschnitt liegt zwischen 800 und 2.500 euro, eine Intensivpflege bei Eklampsie zwischen 400 und 1.200 euro, eine Pyometra-Operation (eitrige Gebärmutterentzündung, kann auch nach der Geburt auftreten) zwischen 1.000 und 2.500 euro. Eine Tierkrankenversicherung kann diese Kosten abfangen, wenn der Vertrag früh genug vor der Trächtigkeit abgeschlossen wurde und Geburt und Komplikationen eingeschlossen sind. Wichtig: viele Anbieter haben Wartezeiten, manche schließen Geburtshilfe explizit aus.

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Nach der Geburt empfehlen sich für die Welpen oder Kitten zwei Tools auf go4vet.com:

  • Welpenfutter-Phasenplaner: zeigt dir Mahlzeit für Mahlzeit, wann der Welpe oder das Kitten was und wie viel braucht, von milchaustauscher über Anfütterung bis zum Übergang auf Adult-Futter.
  • Symptom-Checker: bei kleinen krankheitszeichen in den ersten Lebenswochen schnell einschätzen, ob der Gang zum Tierarzt dringend ist.

Passende Vertiefungen zu einzelthemen:

Quellen

  • WSAVA Reproduction and pediatrics committee. Canine and feline Reproduction guidelines (2024). WSAVA.org
  • StIKo Vet (ständiger Impfausschuss veterinärmedizin am Friedrich-Loeffler-Institut). Leitlinie zur Impfung von Hund und Katze (2024). StIKo-Vet Leitlinie
  • Österreichische Tierärztekammer (ÖTK). Reproduktion und Geburtshilfe in der Kleintierpraxis. Tieraerztekammer.at
  • Royal Canin veterinary diet. Mother & babydog/babycat Fütterungsleitfaden. royalcanin.com
  • Johnson c. Pregnancy management in the bitch. Theriogenology 2008;70:1412-1417. Peer-Reviewed standardliteratur zur Tragzeitvariation.
  • Davidson AP. Transient and permanent disorders of the puerperium. Veterinary clinics of north america: small animal practice 2018;48:687-700. Eklampsie und Nachgeburtskomplikationen.

Affiliate-Hinweis: dieser Artikel enthält keine werblichen partnerlinks zu Produkten dritter. Die genannten Futtermarken (Royal Canin, Hill’s, Purina, Eukanuba) sind als Orientierung erwähnt, nicht als Empfehlung gegen Vergütung. Die Verlinkungen zu /Versicherungsfinder/ und /Versicherungsvergleich/ führen zu eigenen Tools von go4vet.com, die im Fall eines vertragsabschlusses eine Vermittlungsprovision erzeugen können. Medizinische Einzelfallentscheidungen ersetzt dieser Artikel nicht, sprich im Zweifel immer mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.

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