Fellwechsel beim Pferd: Belastung, Hautunterstützung und Fütterungsstrategie
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Im Fellwechsel arbeitet der Stoffwechsel deines Pferdes auf Hochtouren. Haut, Leber, Immunsystem und Haarwurzeln müssen gleichzeitig viel leisten. Wer in dieser Phase nur bürstet, übersieht oft die eigentliche Belastung im Inneren des Organismus.
Was passiert im Fellwechsel im Körper deines Pferdes?
Zweimal im Jahr stellt dein Pferd sein Fell auf die nächste Jahreszeit um. Im Herbst wächst das schützende Winterfell, im Frühjahr wird es wieder abgeworfen und durch ein kurzes Sommerfell ersetzt. Dieser Umbau ist eine echte Stoffwechselleistung: Die Haut bildet neue Haare, alte Haare werden abgestoßen, und über die Leber laufen mehr Abbauprozesse als sonst.
Der zusätzliche Energiebedarf kann im Fellwechsel um etwa zehn bis 15 Prozent steigen. Gleichzeitig braucht dein Pferd mehr Aminosäuren, Spurenelemente und Vitamine. Besonders wichtig sind Lysin, Methionin, Cystein, Zink, Kupfer, Mangan, Biotin und B-Vitamine. War die Versorgung vorher schon knapp, wird ein Mangel im Fellwechsel oft sichtbar.
Der Fellwechsel wird vor allem über die Tageslichtdauer gesteuert. Bei Pferden mit Cushing-Syndrom (PPID) kann diese Regulation gestört sein. Dann bleibt das Winterfell häufig zu lange stehen oder wirkt lockig, stumpf und ungleichmäßig. Auch ältere Pferde, laktierende Stuten, Jungpferde und Sportpferde haben in dieser Phase oft einen höheren Bedarf.

Welche Symptome sollte man im Fellwechsel ernst nehmen?
Ein gesundes Pferd verliert im Fellwechsel viele Haare, bleibt aber wach, frisst gut und entwickelt nach einigen Wochen ein glattes, glänzendes Fell. Wenn dein Pferd dagegen müde wirkt, schuppt, kahle Stellen bekommt oder sich stark scheuert, sollte die Ursache beim Tierarzt abgeklärt werden.
Achte besonders auf diese Anzeichen:
- ✓Stumpfes, struppiges Fell ohne sichtbaren Fortschritt kann auf eine unzureichende Versorgung hinweisen.
- ✓Blasse Schleimhäute oder Leistungsabfall können mit Eisenmangel, Anämie oder anderen Problemen zusammenhängen.
- ✓Scheuern an Mähnenkamm, Schweifrübe oder Bauch kann auf Hautreizungen, Sommerekzem oder Mängel hindeuten.
- ✓Husten, Durchfall oder Infektanfälligkeit in der Übergangszeit zeigen, dass der Organismus zusätzlich belastet ist.
- ✓Wenn ein älteres Pferd sein Winterfell im Sommer nicht verliert, sollte PPID abgeklärt werden.
Bei auffälligem Fellwechsel ist eine Blutuntersuchung sinnvoll. Je nach Fall können Eisen, Ferritin, Leberwerte, ACTH und ein kleines Blutbild geprüft werden. Die Mineralstoffversorgung lässt sich am besten gemeinsam mit Fütterung, Blutwerten und Belastung beurteilen.
Welche Nährstoffe braucht mein Pferd im Fellwechsel?
Haare bestehen vor allem aus Keratin. Dafür braucht der Körper schwefelhaltige Aminosäuren, vor allem Methionin und Cystein. Lysin ist ebenfalls wichtig, weil es für den Aufbau von Gewebe gebraucht wird. Fehlt eine dieser Aminosäuren, kann die Bildung von Haaren und Hautzellen ins Stocken geraten.
Auch Spurenelemente spielen eine zentrale Rolle. Zink unterstützt Haut, Immunsystem und Wundheilung. Kupfer ist wichtig für Pigmentierung und Bindegewebe. Mangan beteiligt sich an Prozessen in Haut, Sehnen und Knorpel. Das Verhältnis von Zink zu Kupfer sollte ungefähr drei zu eins bis vier zu eins betragen, weil zu viel Zink die Kupferaufnahme stören kann.
Biotin unterstützt Fellstruktur, Haut und Hufe. B-Vitamine helfen dem Energiestoffwechsel der Hautzellen. Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl können die Haut zusätzlich unterstützen und das Fell glatter wirken lassen.
In der Praxis ist ein ausgewogener Ergänzer meist sinnvoller als viele einzelne Produkte. Sano Skin Repair liefert haut- und fellrelevante Mikronährstoffe. Sano Cell Repair ergänzt Aminosäuren und Nukleotide für die Zellregeneration.
Wie kann eine Fütterungsstrategie für den Fellwechsel aussehen?
Plane den Fellwechsel möglichst frühzeitig. Sinnvoll ist es, sechs bis acht Wochen vor dem sichtbaren Haarwechsel mit der Unterstützung zu beginnen. Im Herbst ist das meist Anfang September, im Frühjahr oft Ende Januar bis Anfang Februar.
Ein einfacher Plan kann so aussehen:
- ✓In den ersten ein bis zwei Wochen prüfst du die Ration. Heu, Kraftfutter und Mineralfutter sollten ausreichend Zink, Kupfer, Lysin und Methionin liefern.
- ✓Ab Woche drei kann ein Hautergänzer wie Sano Skin Repair eingeführt werden. Die Dosierung richtet sich nach Herstellerangabe und Körpergewicht.
- ✓Ab Woche fünf kann Sano Cell Repair als Kur ergänzt werden, wenn dein Pferd mehr Unterstützung für Haut- und Zellregeneration braucht.
- ✓Während des sichtbaren Fellwechsels helfen regelmäßiges Bürsten, gutes Raufutter, frisches Wasser und bei Bedarf 20 bis 40 Milliliter Leinöl pro Tag.
- ✓Nach dem Fellwechsel kann die Kur ausgeschlichen werden. Die Mineralversorgung sollte aber dauerhaft gesichert bleiben.
Dieser Plan ist nur ein Grundgerüst. Ein robust gehaltenes Islandpferd hat andere Bedürfnisse als ein Sportpferd in Turniervorbereitung. Junge Pferde brauchen oft mehr Aminosäuren, ältere Pferde eher zusätzliche Unterstützung für Stoffwechsel und Grundversorgung.
Wie unterstützt man Haut und Fell von außen?
Tägliches Putzen ist im Fellwechsel besonders wichtig. Ein Gummistriegel löst lose Haare, eine Kardätsche verteilt das Hautfett, und eine weiche Bürste bringt Glanz ins Fell. Zehn bis 15 Minuten reichen oft aus, um Durchblutung und Talgproduktion anzuregen.
Baden sollte nur erfolgen, wenn dein Pferd stark verschwitzt oder verkrustet ist. Zu häufiges Shampoonieren entfernt das natürliche Schutzfett und kann trockene, juckende Haut fördern. Bei leichten Hautreizungen können milde Spülungen, zum Beispiel mit verdünntem Kamillen- oder Schwarztee, eine sanfte Alternative sein.
Auch die Haltung ist wichtig, denn staubarmes Raufutter, saubere Einstreu, ausreichend Paddockzeit und eine passende Deckenstrategie entlasten die Haut. Zu warme Decken können dazu führen, dass dein Pferd schwitzt, schuppt oder Hautreizungen entwickelt.
Wann wird der Fellwechsel zur tierärztlichen Sache?
Ein verzögerter, unvollständiger oder ungewöhnlich starker Fellwechsel ist nicht nur ein optisches Problem. Wenn das Winterfell trotz warmer Temperaturen nicht abgeht, sollte bei älteren Pferden eine ACTH-Untersuchung auf PPID erwogen werden.
Bei kahlen Stellen, geröteter Haut oder starkem Juckreiz sollte der Tierarzt Parasiten, Allergien, Pilzinfektionen oder bakterielle Hautentzündungen ausschließen. Auch Zahnprobleme können den Fellwechsel verschlechtern, weil das Pferd Nährstoffe aus dem Futter schlechter aufnehmen kann.
In Deutschland und Österreich gibt es außerdem regionale Unterschiede in der Mineralstoffversorgung. Wenn Heu oder Weide in einer Region wenig Selen, Kupfer oder Zink liefern, kann sich das im Fellwechsel zeigen. Eine Heu- oder Mineralstoffanalyse alle zwei bis drei Jahre kann helfen, die Versorgung gezielter zu planen.

Wie hängen Fellwechsel und Immunsystem zusammen?
Die Haut ist die größte Schutzbarriere des Körpers. Während sie im Fellwechsel stark arbeitet, kann das Immunsystem zusätzlich gefordert sein. Deshalb reagieren manche Pferde im Frühjahr und Herbst empfindlicher mit Husten, Durchfall, Hautreizungen oder kleinen Ekzemen.
Besonders aufmerksam solltest du bei Pferden mit PPID, EMS, Allergien oder empfindlicher Haut sein. Hier ist es sinnvoll, den Fellwechsel frühzeitig zu begleiten und Auffälligkeiten nicht abzuwarten.
Unterstützend wirken eine gute Mineralstoffversorgung, ausreichend Eiweißqualität, B-Vitamine und bei Bedarf Hagebutte als natürliche Vitamin-C-Quelle. Entscheidend ist aber nicht ein einzelnes Produkt, sondern eine stabile Grundversorgung.
Welche Fehler sollte man im Fellwechsel vermeiden?
Viele Probleme im Fellwechsel entstehen durch kleine, wiederkehrende Fehler.
- ✓Wenn du im Herbst zu früh eindeckst, kann dein Pferd unter der Decke schwitzen. Das reizt die Haut und lässt das Fell schneller verfilzen.
- ✓Wenn du im Frühjahr zu lange eindeckst, kann das Winterfell schlechter abgehen und dein Pferd überhitzt leichter.
- ✓Wenn die Mineralversorgung lückenhaft ist, fehlen wichtige Bausteine für Haut und Haare.
- ✓Wenn du zu oft badest, wird das natürliche Hautfett abgewaschen. Das kann Schuppen und Juckreiz verstärken.
- ✓Wenn du mehrere einzelne Spurenelemente kombinierst, können Zink, Kupfer oder Selen aus dem Gleichgewicht geraten.
- ✓Wenn Zahnprobleme übersehen werden, kann dein Pferd trotz guter Fütterung zu wenig Nährstoffe aufnehmen.
Meist hilft ein klarer Plan: regelmäßiges Putzen, passende Decken, gutes Raufutter, ein geeignetes Mineralfutter und bei Bedarf ein Blutbild. Wenn dein Pferd trotz Unterstützung auffällig bleibt, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Welche Ergänzungen passen im Fellwechsel zusammen?
Ein vollständiges Mineralfutter wie Horse Vital Plus kann die Grundversorgung sichern. Ein Hautergänzer wie Sano Skin Repair und ein Zellunterstützer wie Sano Cell Repair können sich ergänzen, weil sie unterschiedliche Prozesse unterstützen.
Unkoordinierte Kombinationen mit einzelnen Zink-, Kupfer- oder Selenpräparaten sind dagegen problematisch. Besonders Selen hat einen schmalen Sicherheitsbereich. Deshalb sollte die Gesamtration geprüft werden, bevor mehrere Produkte kombiniert werden.
Bei Pferden mit PPID, EMS oder Hufrehe muss zusätzlich auf Zucker- und Stärkegehalte geachtet werden. Hier gilt: lieber wenige, gezielte Ergänzungen als viele Produkte ohne klares Ziel.
Was hilft Fell und Haut das ganze Jahr über?
Ein gesundes Fell entsteht nicht nur im Fellwechsel. Haltung, Fütterung, Bewegung und Pflege wirken das ganze Jahr zusammen.
- ✓Tägliches Putzen, auch ohne Reiten, unterstützt Hautdurchblutung und Fellqualität.
- ✓Gutes Raufutter bleibt die wichtigste Basis der Versorgung.
- ✓Ein konstantes Mineralfutter sollte nicht nur saisonal gegeben werden.
- ✓Eine jährliche Zahnkontrolle hilft, die Futterverwertung zu sichern.
- ✓Regelmäßige Bewegung regt Stoffwechsel und Durchblutung an.
- ✓Maßvolle Ergänzungen wie Leinöl, Hagebutte oder Leinsamen können je nach Bedarf sinnvoll sein.
- ✓Ausreichende Ruhephasen unterstützen die Regeneration.
Glänzendes Fell ist kein reines Schönheitsmerkmal, sondern oft ein Hinweis auf einen stabilen Allgemeinzustand. Mattes Fell, Schuppen oder verzögerter Fellwechsel sollten deshalb ernst genommen werden.
Häufige Fragen zum Fellwechsel beim Pferd
Quellen
Vetmeduni Wien, Klinische Abteilung für Innere Medizin Pferde: Cushing-Syndrom (PPID) beim Pferd, Fachinformation 2024
TiHo Hannover, Institut für Tierernährung: Empfehlungen zur Versorgung von Pferden mit Aminosäuren und Spurenelementen
GfE Gesellschaft für Ernährungsphysiologie: Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden, Frankfurt
FN Deutsche Reiterliche Vereinigung: Leitfaden Fütterung Pferd, Warendorf
MSD Veterinary Manual: Integumentary System Disorders of Horses, Online-Ausgabe
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