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Bindehautentzündung beim Hund

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Bindehautentzündung beim Hund, fachsprachlich Konjunktivitis, ist eine der häufigsten Augenerkrankungen in deutschen und österreichischen (AT) Tierarztpraxen. Klassische Symptome sind eine deutlich gerötete Bindehaut, vermehrter Tränenfluss, gelblich-schleimiger oder eitriger Augenausfluss, Lidschwellung, Lichtscheu und ein häufiges Blinzeln oder Zusammenkneifen des betroffenen Auges. Hinter dem Sammelbegriff Konjunktivitis stehen sehr unterschiedliche Ursachen, die alle mit einer ähnlichen Klinik beginnen, aber eine ganz unterschiedliche Behandlung brauchen. Virale, bakterielle, allergische, mechanische und sekundäre Formen müssen sauber unterschieden werden, denn ein falsch eingesetztes Cortisonmittel kann eine virale Entzündung dramatisch verschlechtern, und eine übersehene Hornhautverletzung führt im schlimmsten Fall zum Verlust des Auges. Besonders empfindlich sind Brachycephale wie Mops, Französische Bulldogge und Pekinese, weil ihre flache Schädelform die Augen ungeschützt belastet, sowie Cocker Spaniel und Basset mit ihrer auffälligen Lidstellung. Dieser Ratgeber erklärt dir die wichtigsten Ursachen, die Differenzialdiagnose, die richtige Behandlung und sinnvolle Prävention. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Bindehautentzündung Hinweis

Auf einen Blick

Konjunktivitis ist eine Entzündung der Bindehaut mit Rötung, Tränenfluss und Augenausfluss. Ursachen reichen von Allergie über bakterielle und virale Infektion bis zu Fremdkörper, trockenem Auge und Hornhautverletzung. Eine sorgfältige Differenzialdiagnose durch die Tierärztin ist Pflicht, weil eine falsche Therapie das Auge schädigen kann. Niemals frei verkäufliche Cortison-Tropfen ohne Diagnose anwenden. Plötzliche Sehverschlechterung oder ein blau-trübes Auge sind ein Notfall.

Was ist Konjunktivitis und welche Ursachen gibt es?

Die Bindehaut (Konjunktiva) ist eine dünne Schleimhautschicht, die das Augenlid von innen auskleidet, sich über das Augenweiß zieht und in der Hornhaut endet. Sie schützt das Auge, hält über Schleim und Tränenflüssigkeit die Hornhaut feucht und ist Teil der Immunabwehr. Bei einer Konjunktivitis wird diese Schleimhaut entzündlich gerötet, schwillt an, produziert vermehrt Sekret und reagiert empfindlich auf Reize. Klinisch sieht man eine deutliche Rötung des Augenweißes, gelegentlich eine Schwellung des Lidrandes (Chemosis) und einen Ausfluss, der je nach Ursache wässrig, schleimig oder eitrig ist.

Die Ursachen lassen sich in mehrere große Gruppen einteilen. Allergische Konjunktivitis ist besonders bei atopischen Hunden verbreitet, oft saisonal im Frühjahr und Sommer. Mechanische Reizung durch Fremdkörper wie Grannen, Sandkörner, Wimpern (Distichiasis) oder einrollende Lider (Entropium) ist die zweite große Gruppe. Bakterielle Konjunktivitis tritt häufig sekundär auf, wenn die natürliche Schutzbarriere geschwächt ist, klassisch nach mechanischer Reizung oder bei Trockenem Auge. Virale Formen sind beim Hund seltener als bei Katze, kommen aber als Begleiterscheinung von Staupe oder Adenovirus-Infektion vor. Pilzinfektionen sind eine seltene, aber wichtige Differentialdiagnose bei chronischen Verläufen, die nicht auf Standardtherapie ansprechen.

Eine besondere Gruppe sind sekundäre Konjunktividen bei systemischen Erkrankungen. Trockenes Auge (Keratoconjunctivitis sicca, KCS) durch verminderte Tränenproduktion ist eine häufige Ursache chronischer Konjunktivitis, vor allem bei Cocker Spaniel, West Highland White Terrier, Cavalier King Charles Spaniel und Yorkshire Terrier. Hier hilft kein Antibiotikum, sondern ein lebenslanger Tränenersatz und Cyclosporin-Augentropfen. Auch Lidstellungsanomalien wie das Entropium beim Shar Pei oder Chow Chow oder das Ektropium beim Bernhardiner und Bluthund führen zu chronischer Reizung und sekundärer Konjunktivitis und brauchen letztlich eine chirurgische Korrektur.

Welche Symptome zeigt ein Hund mit Konjunktivitis?

Das klassische Bild ist eindeutig. Die Bindehaut ist deutlich gerötet, das Auge produziert vermehrt Tränenflüssigkeit, und es zeigt sich ein Ausfluss aus dem inneren Lidwinkel, der je nach Ursache klar-wässrig, schleimig-grau oder eitrig-gelblich ist. Hunde mit Konjunktivitis blinzeln auffällig häufig, kneifen das betroffene Auge zeitweise zu (Blepharospasmus), reiben sich mit der Pfote über das Gesicht oder scheuern mit dem Kopf an Polstern und Wänden. Manche Tiere meiden helles Licht und ziehen sich in dunklere Räume zurück.

Wichtig ist die Beobachtung, ob ein oder beide Augen betroffen sind. Eine einseitige Konjunktivitis spricht eher für eine mechanische Ursache, einen Fremdkörper, eine Lidstellungsanomalie oder eine lokale Reizung. Eine beidseitige Konjunktivitis ist typisch für allergische, virale oder durch Trockenes Auge bedingte Formen. Auch der Ausfluss gibt einen Hinweis. Eitriger gelb-grüner Ausfluss spricht für eine bakterielle Komponente, schleimig-zäher Ausfluss für trockenes Auge, klarer wässriger Ausfluss für allergische oder leichte virale Formen. Diese Hinweise helfen der Tierärztin bei der Diagnose, ersetzen sie aber nicht.

Achte auf Warnsignale, die über eine reine Konjunktivitis hinausweisen und sofort tierärztlich abgeklärt werden müssen. Ein blau-grau getrübtes oder weißlich-mattes Auge spricht für ein Hornhautödem oder einen erhöhten Augeninnendruck (Glaukom). Eine plötzliche Sehverschlechterung mit Anstoßen an Möbel, ein bluttiges Auge nach Verletzung oder eine sichtbare Wölbung des Augapfels sind Notfälle. Eine wohnortnahe Praxis findest du über unseren Tierarzt-Finder, in der Bundeshauptstadt unterstützt der Tierarzt in Wien. Bei akuten Symptomen ist eine ophthalmologische Untersuchung in einer Spezialpraxis sinnvoll.

Wie wird die Ursache abgeklärt?

Die ophthalmologische Untersuchung beginnt mit einer Inspektion des äußeren Auges, der Lidstellung, der Wimpernrichtung, der Bindehautfarbe und des Ausflusses. Die Tierärztin prüft die Pupillenreflexe, die Bewegung der Augäpfel und die Sehfähigkeit über Drohreflex und Bewegungsverfolgung. Bei jeder Konjunktivitis gehören zwei Standardtests zur Basisdiagnostik. Erstens der Schirmer-Tränentest, bei dem ein Filterpapierstreifen für sechzig Sekunden in den unteren Lidwinkel gelegt wird und die Befeuchtung in Millimetern abgelesen wird. Werte über fünfzehn Millimeter sind normal, unter zehn deuten auf ein trockenes Auge hin.

Zweitens der Fluoreszein-Test, bei dem ein orangefarbener Tropfen auf das Auge gegeben wird. Hornhautdefekte färben sich grünlich an und werden so direkt sichtbar. Diese beiden Tests dauern weniger als fünf Minuten und decken die zwei häufigsten und gefährlichsten Differentialdiagnosen sicher ab. Bei Verdacht auf Glaukom misst die Tierärztin den Augeninnendruck mit einem Tonometer. Bei chronischer oder rezidivierender Konjunktivitis sind ein Bindehautabstrich für die Bakteriologie inklusive Antibiogramm, eine Bindehautzytologie und gegebenenfalls Allergiediagnostik sinnvoll.

Differentialdiagnostisch wichtig sind Hornhautulkus, Glaukom, Uveitis, Entropium, Ektropium, Distichiasis, ektopische Zilien, Trockenes Auge, Tränennasenkanal-Verschluss, Fremdkörper unter dem dritten Augenlid (Nickhaut) und Tumoren der Bindehaut oder Lider. Ein Fremdkörper unter dem dritten Augenlid ist eine klassische Falle, weil er nur bei manueller Anhebung der Nickhaut sichtbar wird. Bei jungen Hunden und sehr unklaren Befunden ist eine Untersuchung in einer auf Augenheilkunde spezialisierten Praxis sinnvoll. Eine ophthalmologische Erstuntersuchung mit Schirmer-Test, Fluoreszein-Test und Tonometrie kostet in Österreich etwa achtzig bis einhundertfünfzig Euro.

Wie wird Konjunktivitis behandelt?

Die Behandlung richtet sich konsequent nach der Ursache. Eine bakterielle Konjunktivitis wird mit antibiotischen Augentropfen oder Salben behandelt, klassisch mit einem Breitspektrum-Antibiotikum wie Chloramphenicol, Tobramycin oder einer Kombination aus Neomycin und Polymyxin. Bei schweren oder rezidivierenden Verläufen mit Verdacht auf Resistenzen oder Sonderkeime ist ein Bakterienabstrich mit Antibiogramm vor Therapiebeginn sinnvoll. Die Anwendung erfolgt in der Regel drei- bis fünfmal täglich über sieben bis zehn Tage. Eine zu kurze Therapie ist eine häufige Ursache für Rezidive.

Eine allergische Konjunktivitis spricht auf antiallergische Augentropfen, gegebenenfalls niedrig dosierte topische Glukokortikoide und gleichzeitige systemische Therapie der zugrundeliegenden Atopie an. Wichtig ist hier der Ausschluss eines Hornhautulkus per Fluoreszein vor jeder Cortison-Anwendung, denn Cortison verschlechtert ein offenes Geschwür dramatisch. Bei Hunden mit atopischer Dermatitis, die auch konjunktivale Beteiligung zeigen, lohnt eine systemische Behandlung mit modernen Wirkstoffen wie Oclacitinib oder Lokivetmab als Teil der Gesamttherapie, mehr im Beitrag zu atopischer Dermatitis.

Trockenes Auge braucht eine lebenslange Therapie mit Tränenersatzmitteln (mehrmals täglich) und Cyclosporin-Augentropfen, die die Tränenproduktion langfristig wieder anregen. Erfolge zeigen sich oft erst nach vier bis acht Wochen konsequenter Anwendung. Mechanische Ursachen wie Entropium, ektopische Zilien oder Distichiasis brauchen letztlich eine chirurgische Korrektur, weil jede konservative Therapie nur das Symptom unterdrückt. Bei Fremdkörpern erfolgt die Entfernung unter Sedierung oder Vollnarkose. Eine sorgfältig gewählte Hundeversicherung kann die Kosten von Augenoperationen, langen Therapien und Spezialtropfen weitgehend abdecken.

Was kannst du selbst tun und welche Hausmittel sind sinnvoll?

Bei einer leichten, beginnenden Konjunktivitis ohne Hornhautbefund kannst du dem Tierarztbesuch eine vorsichtige Reinigung vorschalten. Verkrustetes Sekret entfernst du mit einem weichen, fusselfreien Tuch, das du in physiologischer Kochsalzlösung oder lauwarmem abgekochtem Wasser angefeuchtet hast. Wische immer von innen (nasaler Lidwinkel) nach außen, mit einem frischen Tuchteil pro Auge, um Keime nicht zu verschleppen. Wiederhole die Reinigung zwei- bis dreimal täglich. Spezielle augenfreundliche Reinigungslösungen aus der Tierarztpraxis oder aus der Apotheke sind gut verträglich und einfach in der Anwendung.

Hausmittel wie Kamillenextrakt, Schwarztee, Augentrostlösung oder Salbeisud sind nicht zu empfehlen. Kamille kann allergische Reaktionen auslösen, Schwarztee enthält Gerbstoffe, die die Hornhaut zusätzlich reizen können, und alle pflanzlichen Lösungen können sehr feine Pflanzenteile enthalten, die mechanisch reizen. Wenn überhaupt, ist sterile Kochsalzlösung das einzige sichere Hausmittel zur Reinigung. Auch frei verkäufliche menschliche Augentropfen sind nicht für den Hund geeignet, vor allem wenn sie konservierende Stoffe wie Benzalkoniumchlorid enthalten, die die Hornhaut langfristig schädigen.

Wann muss zum Tierarzt? Eine Konjunktivitis, die innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach vorsichtiger Reinigung deutlich besser wird und keinen eitrigen Ausfluss zeigt, kannst du beobachten. Bei jeder Verschlechterung, bei eitrigem Ausfluss, bei Schmerzhaftigkeit mit Zukneifen, bei einseitiger Symptomatik ohne erkennbare Ursache, bei Sehverschlechterung oder bei Trübung der Hornhaut ist ein Tierarztbesuch innerhalb von vierundzwanzig Stunden Pflicht. Ein blau-graues Auge, eine plötzliche schmerzhafte Symptomatik oder eine sichtbare Verletzung sind ein Notfall, der umgehende Klinikvorstellung erfordert.

Wie kannst du Konjunktivitis vorbeugen?

Vorbeugung beginnt bei der Pflege. Eine regelmäßige Reinigung der Augenpartie mit lauwarmem, abgekochtem Wasser oder einem augenfreundlichen Reinigungstuch entfernt Schleim und Krusten, bevor sie sich festsetzen. Bei brachycephalen Rassen wie Mops, Französischer Bulldogge und Pekinese ist eine tägliche Augenpflege Pflicht, weil die flache Schädelform die Augen ungeschützt der Umwelt aussetzt. Auch die Falten oberhalb der Nase brauchen tägliche Reinigung und Trocknung, um sekundäre Infektionen zu vermeiden. Mehr Hintergrund liest du im Beitrag zu Fellpflege beim Hund.

Auf Spaziergängen ist im Hochsommer und im Spätsommer vor allem auf Grannen zu achten, also stachelige Spitzen von Trockengräsern, die sich in Augenwinkel, Nase, Ohr oder Pfoten festsetzen können. Wer in trockenen Wiesengebieten unterwegs ist, kontrolliert nach jedem Spaziergang Augen, Ohren, Pfoten und Lefzenfalten. Auch Sandstrand, Pollenflug, scharfer Wind und im Winter trockene Heizungsluft können die Augen reizen. Bei besonders empfindlichen Hunden ist eine Beratung zur saisonalen Prophylaxe sinnvoll.

Bei Risikorassen mit Lidstellungsanomalien lohnt eine frühe ophthalmologische Untersuchung. Ein leichtes Entropium beim Welpen kann sich auswachsen, ein deutliches Entropium braucht eine chirurgische Korrektur, oft schon im jungen Alter. Eine sorgfältige Welpenbeobachtung, eine konsequente Reinigung und der frühe Tierarztbesuch bei wiederkehrender Reizung schützen das Auge langfristig. Eine konsequente Auswahl eines Welpen aus geprüfter Zucht mit Augenuntersuchung der Elterntiere senkt das Risiko erblicher Augenerkrankungen.

Tierärztlicher Blick: Was solltest du beachten?

Konjunktivitis ist sehr häufig und in den meisten Fällen gut behandelbar, sie ist aber auch ein klassisches Beispiel für eine Erkrankung, bei der eine falsche Behandlung mehr Schaden anrichten kann als das Nichtstun. Der wichtigste Beitrag des Halters ist die schnelle, aber nicht überstürzte Reaktion. Bei jeder Augenrötung mit Ausfluss ist eine sorgfältige Reinigung sinnvoll, eine Eigenmedikation mit alten Tropfen aus dem Schrank oder mit menschlichen Mitteln aber nicht. Cortison-Tropfen ohne Hornhautausschluss können ein kleines Hornhautulkus innerhalb von Tagen zu einem dramatischen Schaden ausweiten.

Eine konsequente Tierarztkontrolle bei jeder neuen Augenrötung mit Schirmer-Test und Fluoreszein-Test ist der Standard. Eine wohnortnahe Praxis findest du über unseren Tierarzt-Finder. Bei chronischen, rezidivierenden oder besonders schweren Fällen ist eine Vorstellung bei einer auf Veterinär-Ophthalmologie spezialisierten Tierärztin oder an einer universitären Augenklinik sinnvoll, weil dort hochauflösende Geräte für eine genaue Diagnose zur Verfügung stehen. Brachycephale Hunde sollten lebenslang regelmäßig augenärztlich kontrolliert werden, auch bei symptomfreiem Auge, weil chronische Mikroirritation oft erst spät bemerkt wird.

Komorbiditäten verdienen besondere Aufmerksamkeit. Hunde mit atopischer Dermatitis haben oft auch Augensymptome, die als Teil der Gesamterkrankung verstanden und systemisch mitbehandelt werden sollten. Mehr Hintergrund im Beitrag zu atopischer Dermatitis. Eine konsequente Zahnpflege und Hygiene im Maul-Augen-Bereich verhindert sekundäre Infektionen, mehr unter Zahnpflege beim Hund. Eine sorgfältig ausgewählte Hundeversicherung mit Krankenversicherung deckt langwierige Behandlungen wie Cyclosporin-Tropfen, Lid-Operationen oder spezialisierte ophthalmologische Diagnostik ab. Mehr zu Tarifoptionen liest du unter Hundeversicherung.

Notfall

Notfall erkennen

Ein blau-grau getrübtes Auge, eine plötzliche Sehverschlechterung, ein blutiges Auge nach Verletzung, eine sichtbare Wölbung des Augapfels oder ein heftig schmerzhaftes Auge mit Apathie sind ophthalmologische Notfälle. Sofort die nächste Tierklinik oder eine spezialisierte Augenklinik anfahren und telefonisch ankündigen. Niemals in Eigenregie Augentropfen oder Salben anwenden, niemals am Auge reiben oder spülen, wenn ein Fremdkörper sichtbar ist. Verbinde das Auge nicht und verhindere durch einen Halskragen, dass der Hund sich kratzt.

Häufige Fragen zur Bindehautentzündung beim Hund

Wie erkenne ich eine Konjunktivitis?
Typisch sind eine deutlich gerötete Bindehaut, vermehrter Tränenfluss, Ausfluss aus dem Lidwinkel, häufiges Blinzeln, Lichtscheu und Lidschwellung. Bei einseitiger Symptomatik denke an einen Fremdkörper oder eine Lidstellungsanomalie, bei beidseitiger an Allergie, virale Infektion oder Trockenes Auge.
Welche Hausmittel helfen?
Nur sterile Kochsalzlösung oder lauwarmes abgekochtes Wasser zur vorsichtigen Reinigung von außen nach innen, mit frischem Tuch pro Auge. Kamille, Schwarztee oder Salbei sind nicht geeignet. Bei jeder Verschlechterung, eitrigem Ausfluss oder Schmerzhaftigkeit innerhalb von vierundzwanzig Stunden zum Tierarzt.
Welche Tropfen sind sinnvoll?
Nur tierärztlich verschriebene Tropfen nach Diagnose. Antibiotische Tropfen bei bakterieller Form, Cyclosporin und Tränenersatz bei Trockenem Auge, antiallergische Tropfen bei Allergie. Cortison-Tropfen niemals ohne Fluoreszein-Test, weil sie ein Hornhautulkus verschlechtern können.
Welche Diagnostik ist Standard?
Inspektion, Schirmer-Tränentest, Fluoreszein-Test, Tonometrie zur Druckmessung, gegebenenfalls Bindehautabstrich mit Antibiogramm und Zytologie. Eine ophthalmologische Erstuntersuchung kostet in Österreich etwa achtzig bis einhundertfünfzig Euro.
Welche Rassen sind besonders gefährdet?
Brachycephale wie Mops, Französische Bulldogge und Pekinese durch ihre flache Schädelform, Cocker Spaniel und West Highland White Terrier durch häufiges Trockenes Auge, Shar Pei und Chow Chow durch Entropium, Bernhardiner und Bluthund durch Ektropium. Bei diesen Rassen ist eine konsequente Augenpflege und regelmäßige tierärztliche Kontrolle Pflicht.
Wann ist es ein Notfall?
Ein blau-grau getrübtes Auge, plötzliche Sehverschlechterung, blutiges Auge nach Verletzung, sichtbare Wölbung des Augapfels oder heftig schmerzhaftes Auge mit Apathie sind Notfälle. Sofort in die nächste Tierklinik oder spezialisierte Augenklinik fahren.
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