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Würmer beim Hund

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Würmer beim Hund sind in Tierarztpraxen in Deutschland und Österreich (AT) ein dauerhaftes Thema, weil Endoparasiten ubiquitär in der Umwelt vorkommen und Hunde sich über Beutetiere, Kontakt zu Artgenossen, kontaminierten Boden, rohes Fleisch oder Muttermilch infizieren können. Klinisch relevant sind vor allem Spulwürmer (Toxocara canis), Hakenwürmer (Ancylostoma caninum, Uncinaria stenocephala), Peitschenwürmer (Trichuris vulpis), Bandwürmer (Echinococcus multilocularis und granulosus, Dipylidium caninum, Taenia-Arten), der Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum) und der Herzwurm (Dirofilaria immitis), letzterer vor allem nach Aufenthalt in Mittelmeerregionen. Die European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP) hat klare Empfehlungen zur Endoparasitenkontrolle veröffentlicht, die in der täglichen Tierarztpraxis als Goldstandard gelten. Eine Entwurmung jedes erwachsenen Hundes mindestens viermal jährlich, bei Risikogruppen häufiger, in Kombination mit Kotuntersuchungen und gezielter Wirkstoffwahl, gehört zum Standard. Bei Welpen gelten engmaschigere Schemata, bei Hunden mit rohem Fleisch im Napf, mit Jagdtrieb oder mit Fuchsbandwurmrisiko gelten erweiterte Schemata. Dieser Ratgeber erklärt dir Erreger, Symptome, Diagnostik, Wirkstoffe und Schutzmaßnahmen umfassend. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Würmer Hinweis

Auf einen Blick

Endoparasiten sind beim Hund ein dauerhaftes Thema. Spulwurm, Hakenwurm, Peitschenwurm und verschiedene Bandwürmer kommen ubiquitär vor. Welpen werden bereits über die Plazenta und über die Muttermilch infiziert. ESCCAP empfiehlt für jeden erwachsenen Hund mindestens vier Entwurmungen pro Jahr, bei Risikogruppen häufiger. Praziquantel ist der Standard gegen Bandwürmer, Fenbendazol oder Milbemycin gegen Rundwürmer. Eine Kotuntersuchung präzisiert das Schema individuell.

Welche Würmer kommen beim Hund vor?

Spulwürmer (Toxocara canis) sind die häufigsten Endoparasiten, vor allem bei Welpen. Die Larven werden bereits intrauterin von der trächtigen Hündin auf die Welpen übertragen, deshalb kommen praktisch alle Welpen mit einer subklinischen Spulwurminfektion zur Welt. Die adulten Würmer werden bis zu achtzehn Zentimeter lang, leben im Dünndarm und können bei starkem Befall zu Aufgasung, Erbrechen mit sichtbaren Würmern, struppigem Fell, Gedeihstörung und Diarrhoe führen. Spulwurmeier sind in der Umwelt sehr widerstandsfähig und bleiben jahrelang infektiös. Zoonotisches Risiko (Larva migrans visceralis und ocularis) macht den Spulwurm besonders relevant für Familien mit Kindern.

Hakenwürmer (Ancylostoma caninum, Uncinaria stenocephala) sind blutsaugende Dünndarmparasiten und können bei starkem Befall zu Anämie, blutigem Durchfall und Schwäche führen. Sie infizieren über Eier und Larven aus der Umgebung, perkutan über die Haut oder über die Muttermilch. Peitschenwürmer (Trichuris vulpis) leben im Dickdarm, verursachen blutigen schleimigen Durchfall und sind in Zwingerbedingungen häufig. Ihre Eier sind extrem umweltresistent. Bandwürmer (Dipylidium caninum, übertragen durch Flöhe) verursachen oft nur reiskornartige Proglottiden im After oder Gewichtsverlust. Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm) ist klinisch beim Hund häufig stumm, aber zoonotisch von hoher Bedeutung, weil eine Infektion beim Mensch lebensgefährlich verläuft.

Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum) wird über Schnecken aufgenommen und führt zu Husten, Belastungsintoleranz, Gerinnungsstörungen mit Blutungen und neurologischen Symptomen. Die Erkrankung breitet sich in den letzten Jahren in Mitteleuropa deutlich aus. Herzwurm (Dirofilaria immitis) wird durch Stechmücken übertragen, kommt vor allem in Mittelmeerregionen vor und führt zu schwerer Herz-Lungen-Erkrankung. Hunde, die mit dir in Italien, Kroatien, Spanien, Portugal oder im Süden Frankreichs Urlaub machen, brauchen eine spezifische Reise- und Herzwurmprophylaxe. Eine Anleitung zur Vorsorge bei reisenden Hunden findest du auch im Beitrag zu Leishmaniose beim Hund.

Würmer beim Hund – go4vet

Welche Symptome sprechen für einen Wurmbefall?

Viele Wurminfektionen beim Hund verlaufen klinisch stumm oder mit nur geringen Symptomen. Klassische Hinweise sind reiskornartige Proglottiden im Kot oder am After (Bandwurm), sichtbare spaghettiartige Würmer im Erbrochenen oder Kot (Spulwurm), wässriger oder blutig-schleimiger Durchfall (Haken-, Peitschenwurm), Gewichtsverlust trotz normalem Appetit, Aufgasung mit blähendem Bauch (vor allem bei Welpen), struppiges glanzloses Fell, gestörte Gedeihentwicklung bei Welpen oder Anämie mit blassen Schleimhäuten bei starkem Hakenwurmbefall. Schlittenfahren des Hundes auf dem Po (Rutschen mit dem After auf dem Boden) ist häufig Ausdruck einer Analbeutel-Reizung und nicht primär eines Bandwurms, kann aber kombiniert vorkommen.

Bei jüngeren Hunden und Welpen sind die Symptome oft deutlicher als bei erwachsenen Hunden, weil die Wurmlast pro Kilogramm Körpergewicht höher ist und die Reserven kleiner sind. Bei einem Welpen mit aufgeblähtem Bauch, struppigem Fell und Gedeihstörung ist eine Spulwurminfektion fast immer die erste Verdachtsdiagnose. Ein Lungenwurmbefall fällt durch chronischen Husten, reduzierte Belastbarkeit und gegebenenfalls plötzliche Blutung auf, weil Angiostrongylus vasorum die Gerinnung stört. Bei Verdacht auf Lungenwurm gehört eine spezifische Diagnostik dazu, weil ein klassischer Kotbefund unzuverlässig ist.

Erwachsene Hunde mit niedriger Wurmlast bleiben oft symptomfrei, scheiden aber Eier aus und stellen damit eine Infektionsquelle für die Umgebung und für andere Hunde dar. Auch deshalb ist eine regelmäßige Entwurmung oder eine regelmäßige Kotuntersuchung sinnvoll, selbst wenn dein Hund klinisch unauffällig ist. Bei jeder unklaren chronischen Verdauungsstörung gehört eine Kotuntersuchung dazu, mehr unter Durchfall beim Hund und Erbrechen beim Hund.

Wie wird ein Wurmbefall diagnostiziert?

Die wichtigste diagnostische Methode ist die Kotuntersuchung über drei aufeinanderfolgende Tage (sogenannte Sammelkotprobe). Wurmeier werden nicht jeden Tag in gleicher Menge ausgeschieden, weshalb eine Einzelprobe leicht falsch negativ ausfallen kann. Die Probe wird über das Flotationsverfahren oder über Sedimentation untersucht und zeigt Eier von Spul-, Haken- und Peitschenwürmern sowie Proglottiden oder Eier mancher Bandwürmer. Bandwurmproglottiden werden oft schon mit dem bloßen Auge im Kot oder am After erkannt. Eine Kotsammelprobe kostet in Österreich je nach Praxis und Untersuchungsumfang etwa fünfundzwanzig bis fünfundvierzig Euro.

Für spezielle Fragestellungen gibt es ergänzende Tests. Bei Verdacht auf Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm) ist die klassische Kotuntersuchung unzureichend, weil die Eier nicht morphologisch von anderen Bandwurmeiern unterschieden werden können. Hier hilft ein PCR-Test oder ein Antigen-ELISA aus dem Kot, der speziell auf den Fuchsbandwurm abzielt. Bei Verdacht auf Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum) ist der Baermann-Test der diagnostische Standard, ergänzend ein Antigen-Schnelltest. Bei Verdacht auf Herzwurm (Dirofilaria immitis) wird ein Antigen-ELISA aus dem Blut durchgeführt, ergänzend Mikrofilarien-Nachweis im Blutausstrich.

Eine PCR-basierte Multiplex-Untersuchung auf mehrere Endoparasiten gleichzeitig wird von einigen Speziallaboren angeboten und ist bei chronisch unklarem Befall oder bei reisenden Hunden hilfreich. Die Kosten liegen je nach Umfang bei etwa fünfundsiebzig bis hundertdreißig Euro. Eine Hundeversicherung mit Krankenversicherungstarif kann diese Diagnostikkosten teilweise übernehmen, insbesondere bei Verdacht auf systemische Wurmerkrankungen wie Lungenwurm oder Herzwurm.

Was empfiehlt das ESCCAP-Schema?

Die European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP) gibt klare Empfehlungen zur Entwurmung. Für jeden erwachsenen Hund ohne erkanntes Risiko gilt eine Entwurmung mindestens viermal jährlich, also alle drei Monate. Alternativ kann eine Kotuntersuchung viermal jährlich durchgeführt werden, mit gezielter Behandlung nur bei positivem Befund. Bei Hunden mit erhöhtem Risiko (Hunde mit Jagdtrieb, Hunde mit Zugang zu Mäusen oder Kleinsäugern, Hunde aus Mehrhundehaushalten, Hunde mit rohem Fleisch im Napf, Hunde mit Kindern oder immungeschwächten Personen im Haushalt) wird eine monatliche Entwurmung empfohlen.

Welpen brauchen ein engmaschigeres Schema. Standard ist eine Entwurmung gegen Spulwürmer mit zwei Wochen, vier Wochen, sechs Wochen und acht Wochen, danach monatlich bis zum sechsten Lebensmonat, anschließend nach erwachsenem Schema. Die säugende Hündin wird zeitgleich mit den Welpen entwurmt. Bei trächtigen Hündinnen wird eine spezifische Anti-Spulwurm-Behandlung in der späten Trächtigkeit ab dem vierzigsten Tag und am Tag der Geburt durchgeführt, weil Toxocara-Larven die Plazenta und die Muttermilch passieren. Diese Maßnahme reduziert die Wurmlast der Welpen erheblich.

Für die Bandwurmprophylaxe gilt: bei Hunden mit Flohbefall regelmäßig auch gegen Bandwurm behandeln, weil Flöhe Dipylidium übertragen. In Risikogebieten für Echinococcus multilocularis (vor allem ländliche Regionen mit hoher Fuchspopulation in Süddeutschland, der Schweiz, Österreich und Teilen Frankreichs) wird eine monatliche Praziquantel-Gabe empfohlen, bei besonders hohem Risiko (Jagdhunde, Hunde mit Mäusefang) auch alle vier Wochen. Praziquantel wirkt schnell und zuverlässig gegen alle relevanten Bandwürmer, hat aber keine Wirkung gegen Rundwürmer.

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Welche Wirkstoffe stehen zur Verfügung?

Praziquantel ist der Goldstandard gegen alle relevanten Bandwürmer beim Hund. Es wird oral oder als Injektion verabreicht, wirkt schnell und hat in den üblichen Dosierungen ein gutes Sicherheitsprofil. In vielen Kombinationspräparaten ist Praziquantel mit einem Rundwurm-Wirkstoff wie Pyrantel, Febantel oder Milbemycin kombiniert, sodass eine Tablette breit gegen Spul-, Haken-, Peitschen- und Bandwürmer wirkt. Beispielprodukte sind Drontal, Milbemax oder Profender. Die Auswahl des Präparats hängt von Risikoprofil, Verträglichkeit, Komorbiditäten und Vorlieben der Halterin ab und gehört in tierärztliche Beratung.

Fenbendazol (Panacur) ist ein klassisches Benzimidazol mit guter Wirkung gegen Spul-, Haken-, Peitschenwurm und einige Protozoen wie Giardia. Es wird typischerweise an drei aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht, bei Welpen oder bei Giardien fünf Tage. Pyrantel-Embonat wirkt gegen Spul- und Hakenwürmer, hat ein sehr gutes Sicherheitsprofil und kann auch in der Trächtigkeit eingesetzt werden. Milbemycin und Selamectin haben breitere Wirkspektren inklusive Lungenwurm und werden in Spot-on- oder Tablettenform angeboten. Moxidectin in Spot-on-Kombination wirkt zudem gegen Herzwurm und kann als monatliche Prophylaxe für Reisehunde eingesetzt werden.

Wichtig ist die Anwendung nach Körpergewicht und nach Anweisung. Eine Unterdosierung bringt keinen sicheren Effekt und kann Resistenzen fördern. Bei Hunden bestimmter Rassen mit MDR1-Mutation (Collie, Australian Shepherd, Sheltie, einige Mischlinge) sind manche Wirkstoffe wie hoch dosiertes Ivermectin neurotoxisch und müssen vermieden oder nur in geprüfter Niedrigdosis eingesetzt werden. Vor jeder Erstgabe in dieser Risikogruppe lohnt sich ein MDR1-Gentest. Eine Anleitung zu rassebezogenen Besonderheiten bei der Pflege findest du im Beitrag zu Fellpflege beim Hund.

Wie schütze ich Familie und Umgebung?

Mehrere Wurmarten sind zoonotisch, das heißt vom Hund auf den Mensch übertragbar. Toxocara canis verursacht beim Mensch Larva migrans visceralis und ocularis, vor allem bei Kleinkindern, die im Sandkasten oder im Garten mit kontaminiertem Boden in Kontakt kommen. Echinococcus multilocularis ist die mit Abstand gefährlichste Zoonose und kann beim Mensch eine schwere alveoläre Echinokokkose der Leber verursachen. In Familien mit Kindern, mit Schwangeren oder mit immungeschwächten Personen gelten deshalb verschärfte Hygiene- und Entwurmungsregeln.

Praktisch heißt das: regelmäßige Entwurmung nach ESCCAP-Schema oder Kotuntersuchung, Händewaschen nach Hundekontakt, kein Hundekontakt mit Kindergesicht, Sandkasten abdecken, Hundekot konsequent einsammeln und im Restmüll entsorgen, kein roher Fleisch- und Innereienverzehr durch den Hund (Schweinefleisch wegen Aujeszky, rohe Innereien wegen Echinococcus und anderer Erreger). Für reisende Hunde gilt eine erweiterte Reisemedizin mit Beratung zwei bis vier Wochen vor Abreise: Herzwurmprophylaxe bei Mittelmeerreise, Mücken- und Sandmückenschutz, Behandlung der Endoparasiten vor und nach der Reise.

Bei Welpen aus Tierschutzimporten lohnt eine besonders sorgfältige Endoparasiten-Diagnostik in den ersten Wochen, weil viele Tiere mit erheblicher Wurmlast und teils mit untypischen Erregern wie Giardien, Leishmanien oder Herzwurm einreisen. Eine Anleitung zur ersten Welpenuntersuchung und zur Beratung in dieser Zeit findest du im Beitrag Welpenerziehung. Die Auswahl eines geeigneten Welpen- und Junghundefutters unterstützt zudem die Erholung nach starker Endoparasitenbelastung, mehr unter Welpenfutter.

Tierärztlicher Blick: Wie unterstützt du dauerhaft die Wurmkontrolle?

Endoparasitenkontrolle ist ein lebenslanges Thema und gehört zur Basis-Vorsorge jedes Hundes. Der wichtigste Beitrag der Halterin ist die konsequente Umsetzung eines individuell abgestimmten Schemas: entweder regelmäßige Entwurmung viermal jährlich oder häufiger nach Risikoprofil, oder regelmäßige Kotsammeluntersuchung mit gezielter Behandlung. Eine sorgfältige Beratung in der Tierarztpraxis berücksichtigt Lebenssituation, Reiseverhalten, Mehrhundehaushalt, Familie mit Kindern und Begleiterkrankungen. Eine wohnortnahe Praxis findest du über den Tierarzt-Finder, in der Bundeshauptstadt der Tierarzt in Wien.

Bei Welpen lohnt sich ein engmaschiges Schema mit Entwurmung in der zweiten, vierten, sechsten und achten Lebenswoche, danach monatlich bis zum sechsten Lebensmonat. Säugende Hündinnen werden zeitgleich entwurmt. Bei Hunden mit Jagdtrieb oder mit rohem Fleisch im Napf gilt eine monatliche Praziquantelgabe, bei reisenden Hunden eine spezifische Reisemedizin mit Herzwurm- und Sandmückenprophylaxe. Bei jeder unklaren chronischen Verdauungsstörung gehört eine Kotuntersuchung dazu, weil viele Wurmerkrankungen subklinisch verlaufen.

Begleitend zur Entwurmung lohnt sich eine konsequente Floh- und Zeckenprophylaxe, weil Flöhe Dipylidium-Bandwürmer übertragen, mehr unter Zeckenstich Hund. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem und die Erholung nach starker Wurmbelastung, mehr unter Hundefutter. Bei Welpen aus Auslandstierschutz lohnt eine besonders sorgfältige Erstuntersuchung. Eine geeignete Hundeversicherung mit Krankenversicherungstarif federt die Kosten für umfassende Endoparasiten-Diagnostik, spezifische PCR-Tests und Behandlung systemischer Wurmerkrankungen wie Lungenwurm oder Herzwurm ab. Mehr Informationen findest du unter Hundeversicherung.

Notfall

Wann sofort in die Klinik?

Plötzliche schwere Anämie mit blassen Schleimhäuten und Schwäche bei einem Hund mit massivem Hakenwurmbefall (vor allem Welpen), akute Atemnot mit Husten und Hämoptoe bei Verdacht auf Lungenwurm, plötzliche Blutung in Haut, Schleimhäuten oder Gelenken bei Lungenwurm-bedingter Gerinnungsstörung, oder akute Allgemeinverschlechterung mit Fieber bei reisendem Hund mit Verdacht auf Herzwurm gehören sofort in eine Tierklinik. Bei Welpen mit massivem Wurmbefall kann eine zusätzliche Aufgasung oder ein Ileus durch Wurmknäuel ein chirurgischer Notfall sein.

Häufige Fragen zu Würmern beim Hund

Wie oft soll ich meinen Hund entwurmen?
ESCCAP empfiehlt für jeden erwachsenen Hund mindestens viermal jährlich, also alle drei Monate. Bei erhöhtem Risiko (Jagdtrieb, rohes Fleisch, Mehrhundehaushalt, Familien mit Kindern oder immungeschwächten Personen) ist eine monatliche Entwurmung sinnvoll. Alternativ regelmäßige Kotuntersuchungen mit gezielter Behandlung.
Welche Symptome zeigt ein Hund mit Wurmbefall?
Reiskornartige Proglottiden im Kot oder am After, sichtbare spaghettiartige Würmer im Erbrochenen oder Kot, blutiger oder schleimiger Durchfall, Gewichtsverlust, struppiges Fell, aufgeblähter Bauch bei Welpen, Anämie bei starkem Hakenwurmbefall oder Husten und Belastungsintoleranz bei Lungenwurm.
Was ist der Fuchsbandwurm und wie schütze ich mich?
Echinococcus multilocularis ist eine Bandwurmart, die in ländlichen Regionen mit hoher Fuchspopulation in Süddeutschland, der Schweiz, Österreich und Teilen Frankreichs vorkommt. Beim Mensch verursacht eine Infektion eine schwere Lebererkrankung. Schutz: monatliche Praziquantel-Gabe für Risikohunde, Hände waschen, Hundekot konsequent entsorgen.
Welcher Wirkstoff wirkt gegen welche Würmer?
Praziquantel ist Standard gegen alle relevanten Bandwürmer. Fenbendazol, Pyrantel und Milbemycin wirken gegen Rundwürmer (Spul-, Haken-, Peitschenwurm). Moxidectin und Milbemycin wirken zusätzlich gegen Lungen- und Herzwurm. Viele Kombipräparate decken Rund- und Bandwürmer in einer Tablette ab.
Was kostet eine Kotuntersuchung in Österreich?
Eine Sammelkotprobe mit Flotation kostet je nach Praxis und Untersuchungsumfang etwa fünfundzwanzig bis fünfundvierzig Euro. PCR-basierte Multiplex-Untersuchungen liegen bei etwa fünfundsiebzig bis hundertdreißig Euro. Spezifische Antigen-Tests auf Lungen- und Herzwurm sind separat berechnet.
Brauche ich Reisemedizin bei einer Italienreise mit Hund?
Ja. In Mittelmeerregionen kommen Herzwurm (Dirofilaria immitis) und Sandmücken-übertragene Erkrankungen wie Leishmaniose und Ehrlichiose vor. Plane zwei bis vier Wochen vor Abreise eine reisemedizinische Beratung mit Herzwurmprophylaxe (Moxidectin, Milbemycin), Sandmückenschutz und Endoparasitenbehandlung vor und nach der Reise.
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