Kittenfutter: Die richtige Ernährung im ersten Lebensjahr
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Kittenfutter ist die Grundlage für ein gesundes Katzenleben und entscheidet über Wachstum, Vitalität und Lebenserwartung. Während der ersten zwölf Monate verdoppelt sich das Gewicht deines Kittens mehrmals, das Skelett wächst, das Immunsystem reift und die Organe entwickeln sich vollständig. Dafür braucht dein Kitten ein speziell auf diese Lebensphase abgestimmtes Futter mit höherem Protein-, Fett- und Mineralstoffgehalt als Erwachsenenfutter. In diesem Ratgeber erfährst du, was gutes Kittenfutter ausmacht, wie viel und wie oft du in welcher Lebensphase fütterst, welche Marken in Österreich und Deutschland empfehlenswert sind, was Trocken- und Nassfutter unterscheidet und wie du Adipositas, Mangelernährung und Verdauungsprobleme vermeidest. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.
Hinweis: Spezielles Kittenfutter ist Pflicht
Bis zum zwölften Lebensmonat braucht dein Kitten unbedingt spezielles Junior- oder Kittenfutter. Erwachsenenfutter enthält zu wenig Energie, Calcium, Phosphor und Vitamine, um den hohen Wachstumsbedarf zu decken. Hauskatzen-Maine-Coon und andere große Rassen brauchen sogar bis zum fünfzehnten Monat Wachstumsfutter. Achte auf das Etikett: für Kitten oder Junior steht meist deutlich vorne drauf.
Wie viel und wie oft fütterst du dein Kitten?
Die Fütterungshäufigkeit hängt vom Alter ab. Kitten zwischen vier und acht Wochen werden idealerweise noch von der Mutterkatze gesäugt. Wenn das nicht möglich ist, etwa bei Findelkindern oder verwaisten Kitten, bekommst du spezielle Aufzuchtmilch im Tierfachhandel. Diese fütterst du in den ersten Lebenswochen alle zwei bis drei Stunden, später alle vier bis sechs Stunden. Ab der vierten Woche bietest du zusätzlich angefeuchtetes Kittenfutter an. Zwischen acht und zwölf Wochen erfolgt die schrittweise Umstellung auf festes Futter, bis das Kitten vollständig auf Trocken- und Nassfutter umgestellt ist.
Ab dem vierten Lebensmonat fütterst du drei- bis viermal täglich. Diese Zahl reduzierst du im Laufe des Wachstums auf zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag bis zum zwölften Monat. Ab dem zwölften Monat genügen meist zwei Hauptmahlzeiten oder Futter zur freien Verfügung in geringerer Menge. Die Tagesmenge orientiert sich am Körpergewicht und der Energiedichte des Futters. Auf jeder Verpackung findest du eine Fütterungsempfehlung. Diese ist eine grobe Richtlinie, an die du dich für die ersten Wochen halten kannst, dann individuell anpasst.
Beobachte das Wachstum deines Kittens. Es sollte deutlich, aber nicht übermäßig zunehmen. Ein gesundes Kitten wiegt im Alter von acht Wochen etwa achthundert bis tausend Gramm, mit zwölf Wochen etwa eineinhalb Kilo, mit sechs Monaten zwischen zweieinhalb und drei Kilo, mit zwölf Monaten zwischen drei und fünf Kilo. Große Rassen wie Maine Coon, Norwegische Waldkatze oder Sibirische Katze wiegen im ersten Jahr deutlich mehr und sind erst mit zwei bis drei Jahren ausgewachsen. Bei deutlich übergewichtigen oder zu mageren Kitten besprich die Futtermenge mit deiner Tierärztin.

Was unterscheidet gutes Kittenfutter von Erwachsenenfutter?
Kittenfutter hat eine deutlich höhere Energiedichte, einen höheren Proteingehalt von etwa fünfunddreißig bis vierzig Prozent in der Trockenmasse, höheren Fettanteil von zwanzig bis dreißig Prozent und gezielt erhöhte Werte an essentiellen Aminosäuren wie Taurin und Arginin. Calcium und Phosphor sind in einem optimalen Verhältnis von ungefähr eins zu zwei für die Knochenbildung. Hochwertige DHA-Fettsäuren aus Fischöl unterstützen die Gehirnentwicklung. Vitamine A, D, E und Mineralstoffe wie Zink, Eisen und Kupfer sind ebenfalls in höherer Konzentration enthalten.
Beim Kauf achtest du auf folgende Qualitätskriterien: erstens als ersten Bestandteil eine konkret benannte Fleischquelle (Huhn, Truthahn, Lachs, Lamm), nicht generisches Fleisch oder tierische Nebenerzeugnisse. Zweitens auf einen hohen Anteil tierischen Proteins (mindestens dreißig Prozent in der Trockenmasse). Drittens auf Verzicht von Zucker, Soja, Getreide in großen Mengen und künstlichen Konservierungsstoffen. Viertens auf Zusatz von Taurin, Arginin und DHA. Fünftens auf eine ausgewogene Mineralstoffbilanz. Mehr Hintergrund findest du in unseren Beiträgen zur Kitten-Gesundheit und Kitten entwurmen.
Trockenfutter, Nassfutter oder eine Kombination?
Beide Futterarten haben ihre Berechtigung. Nassfutter enthält etwa siebzig bis achtzig Prozent Wasser, was die Hydratation deines Kittens unterstützt. Das ist besonders wichtig, weil Katzen von Natur aus wenig trinken und dadurch häufig zu Niereninsuffizienz neigen. Nassfutter ist meist weicher, leichter zu kauen und für Kitten in der Umstellungsphase ideal. Es ist allerdings teurer und nach dem Öffnen schnell verderblich. Eine angebrochene Dose hält im Kühlschrank höchstens zwei Tage.
Trockenfutter hat den Vorteil längerer Haltbarkeit, lässt sich gut portionieren, ist günstiger und unterstützt durch die Krokettenstruktur in begrenztem Maße die Zahngesundheit. Es enthält jedoch nur sechs bis zehn Prozent Wasser, weshalb deine Katze unbedingt ausreichend trinken muss. Stelle mehrere Wasserschalen verteilt im Haushalt auf, idealerweise auch einen Katzenbrunnen, denn fließendes Wasser regt zum Trinken an. Eine Kombination aus zwei Mahlzeiten Nassfutter und Trockenfutter zur freien Verfügung oder als zusätzliche Snacks ist für viele Kitten der goldene Mittelweg.
Vermeide ständig wechselnde Marken im ersten Lebensjahr, denn das stresst den noch sensiblen Verdauungstrakt. Wenn du die Marke wechseln möchtest, mische über fünf bis sieben Tage neues Futter zunehmend zum alten dazu. Das verhindert Durchfall und Erbrechen durch zu schnelle Umstellung.
Welche Marken sind in Österreich und Deutschland empfehlenswert?
Im hochwertigen Premiumsegment gibt es mehrere bewährte Marken. Royal Canin Kitten und Royal Canin Mother and Babycat decken den Wachstumsbedarf umfassend ab und sind in Tierarztpraxen und Fachhandel erhältlich. Hill’s Science Plan Kitten ist ähnlich wissenschaftlich formuliert. Purina Pro Plan Kitten und Eukanuba Kitten gehören ebenfalls zu den etablierten Marken. Im naturnahen Segment sind Animonda Carny Kitten, Wildcat, Wildes Land Kitten, Bozita Mini Kitten und Catz finefood Kitten beliebte Optionen. Auch österreichische Marken wie Defu Bio Kitten oder Wieser Premium aus Niederösterreich gewinnen an Marktanteilen.
Im günstigen Supermarktsegment empfiehlt sich besondere Vorsicht. Marken wie Whiskas Junior oder Felix Junior enthalten oft viel Getreide, künstliche Aromen und einen geringeren Fleischanteil. Sie sind zwar formal als Alleinfutter deklariert, decken den Bedarf meist nur grenzwertig. Für ein gesundes Kitten-Wachstum lohnt sich die Investition in höherwertige Marken. Eine grobe Faustregel: pro Tag rechnest du mit ein bis zwei Euro Futterkosten für Premium-Kittenfutter. Über das erste Jahr summiert sich das auf rund vierhundert bis siebenhundert Euro.
Was tust du bei Verdauungsproblemen oder Futterverweigerung?
Verdauungsprobleme bei Kitten haben meist eine von drei Ursachen: zu schnelle Futterumstellung, Parasitenbefall oder Unverträglichkeit. Bei plötzlichem Durchfall oder Erbrechen über mehr als zwölf Stunden suchst du die Tierarztpraxis auf, denn Kitten dehydrieren schnell. Bei kurzen Episoden bietest du leichte Schonkost an, etwa gekochtes Hühnchen mit gekochtem Reis oder spezielles Schonfutter aus dem Tierfachhandel. Probiotika unterstützen die Darmflora und sind als Kapseln oder Pasten erhältlich. Achte auf ausreichend Wasser und beobachte die Ausscheidungen.
Futterverweigerung kann viele Gründe haben: Stress nach dem Umzug, Zahnungsbeschwerden zwischen drei und sieben Monaten, Krankheit, ungewohntes Futter oder zu großer Napf. Wenn dein Kitten länger als zwölf Stunden gar nichts frisst und mehr als vierundzwanzig Stunden nicht trinkt, ist das ein dringender Grund für einen Tierarztbesuch. Kitten haben kaum Energiereserven und können bei Hungerperioden eine sogenannte hepatische Lipidose entwickeln, die lebensbedrohlich ist. Biete bei Stress oder Krankheit besonders schmackhaftes Futter an, etwa erwärmtes Nassfutter oder ein Stück gekochtes Hühnchen.
Wie wechselst du auf Erwachsenenfutter?
Der Wechsel von Kitten- auf Erwachsenenfutter erfolgt zwischen dem zwölften und fünfzehnten Lebensmonat, bei großen Rassen wie Maine Coon erst mit achtzehn bis vierundzwanzig Monaten. Die Umstellung erfolgt schrittweise über sieben bis vierzehn Tage. Beginne mit drei Vierteln Kittenfutter und einem Viertel Adultfutter, dann halbe halbe, dann ein Viertel Kittenfutter und drei Viertel Adultfutter, schließlich vollständig Adultfutter. Beobachte die Verdauung und das Gewicht. Wenn dein Kitten kastriert wurde, achte besonders auf die Kalorienreduktion, denn der Energiebedarf sinkt nach der Kastration um zwanzig bis dreißig Prozent.
Wähle ein hochwertiges Adultfutter, das zur Lebensphase und Lebensweise passt. Indoor-Katzen brauchen weniger Energie als aktive Freigängerkatzen. Spezielle Indoor-Adultfutter sind auf reduzierten Energiebedarf abgestimmt und enthalten häufig zusätzliche Faserstoffe gegen Haarballen. Beobachte deine Katze auch nach der Umstellung weiter sorgfältig auf Gewichtsveränderungen, Fellqualität und Aktivität. Bei chronischen Erkrankungen wie Niereninsuffizienz oder Schilddrüsenüberfunktion bekommst du in der Tierarztpraxis spezielles Diätfutter verschrieben. Mehr zu altersgerechter Ernährung erfährst du in unserem Beitrag zu Futter für alte Katzen.

Wie unterstützt du Wachstum, Immunsystem und Gehirn deines Kittens optimal?
Neben der reinen Energieversorgung spielen einige Mikronährstoffe eine besondere Rolle. Taurin ist eine essentielle Aminosäure, die Katzen nicht selbst herstellen können. Mangel führt zu Herzmuskelschwäche und Sehstörungen. Hochwertiges Kittenfutter enthält ausreichend Taurin, ein selbst zubereiteter Futterplan ohne fachliche Beratung dagegen oft nicht. Arachidonsäure und Vitamin A müssen ebenfalls aus tierischen Quellen kommen, denn Katzen können diese aus pflanzlichen Vorstufen nicht ausreichend synthetisieren. DHA aus Fischöl unterstützt nachweislich die Gehirn- und Sehkraftentwicklung im ersten Lebensjahr. Studien zeigen, dass Kitten mit DHA-angereichertem Futter besser lernen und schneller auf Reize reagieren.
Probiotika und Präbiotika fördern eine gesunde Darmflora, was sich auf Immunsystem, Hautgesundheit und Verdauung auswirkt. Antioxidantien wie Vitamin E, Vitamin C und Selen schützen die Zellen vor oxidativem Stress. Bei Markenfuttern für Kitten ist diese Bilanz wissenschaftlich abgestimmt. Bei selbst zusammengestellten Rationen besteht das Risiko, einzelne Nährstoffe zu vergessen oder zu überdosieren. Wer dennoch BARF füttern möchte, sollte unbedingt mit einer auf Tierernährung spezialisierten Tierärztin einen individuellen Plan erstellen lassen, der den Wachstumsbedarf vollständig deckt.
Auch Wasserzufuhr ist ein oft unterschätzter Faktor. Kitten sollten täglich rund fünfzig bis sechzig Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Mehrere Wassernäpfe verteilt im Haushalt, ein Trinkbrunnen mit fließendem Wasser oder die Beimischung von etwas Wasser ins Nassfutter erhöhen die Trinkmenge spürbar. Bei reiner Trockenfutter-Ernährung steigt das Risiko für Niereninsuffizienz und Harnwegsprobleme im späteren Leben deutlich. Beobachte täglich, wie viel deine Katze trinkt, und erhöhe das Angebot bei warmem Wetter, nach dem Spielen oder bei trockener Heizungsluft im Winter.
Tierärztlicher Blick: Häufige Fehler bei der Kittenfütterung
Aus tierärztlicher Sicht sehen Tierärztinnen und Tierärzte in der Praxis immer wieder dieselben Fehler. Erstens werden Kitten oft mit Kuhmilch gefüttert, was zu schwerem Durchfall führt, weil die meisten Katzen Laktose nicht abbauen können. Verwende ausschließlich spezielle Katzenmilch oder Aufzuchtmilch. Zweitens bekommen Kitten zu früh Erwachsenenfutter, was zu Mangelernährung und Wachstumsstörungen führt. Drittens wird häufig zu wenig Nassfutter angeboten, was die Hydratation gefährdet und langfristig die Nieren belastet.
Viertens wird vegane oder vegetarische Ernährung von einigen Halter:innen versucht, was bei Katzen ethisch und medizinisch nicht vertretbar ist. Katzen sind obligate Karnivoren und benötigen Taurin, Arachidonsäure und Vitamin A aus tierischen Quellen, ohne die schwere Herz- und Augenerkrankungen drohen. Fünftens werden zu viele Snacks und Leckerchen verfüttert, was zu Adipositas führt. Halte dich an die empfohlene Tagesration und biete Leckerlis maximal als zehn Prozent der Gesamtkalorien an. Eine schlanke Katze lebt nachweislich länger und gesünder.
FAQ zu Kittenfutter
Ab welchem Alter darf mein Kitten festes Futter fressen?
Ab der vierten Lebenswoche kannst du zusätzlich zur Mutter- oder Aufzuchtmilch feuchtes Kittenfutter anbieten. Mit acht Wochen sind die meisten Kitten vollständig auf festes Futter umgestellt und benötigen keine Milch mehr. Trockenfutter sollte zunächst angefeuchtet werden, damit es sich leichter kauen lässt.
Wie viele Mahlzeiten pro Tag sind für Kitten ideal?
Vier bis fünf kleine Mahlzeiten zwischen acht Wochen und vier Monaten, dann drei Mahlzeiten bis zum sechsten Monat, schließlich zwei bis drei bis zum zwölften Monat. Trockenfutter zur freien Verfügung ist eine Alternative, erfordert aber Disziplin bei der Mengenkontrolle, um Übergewicht zu vermeiden.
Darf mein Kitten Milch trinken?
Nur spezielle Katzenmilch oder Aufzuchtmilch aus dem Tierfachhandel. Kuhmilch enthält Laktose, die ältere Kitten und Katzen meist nicht verdauen können, was zu Durchfall führt. Wasser ist das ideale Getränk und sollte immer frisch zur Verfügung stehen.
Was tue ich, wenn mein Kitten bestimmte Futter ablehnt?
Probiere verschiedene Texturen, Geschmäcker und Marken aus, um die Vorlieben zu finden. Erwärme Nassfutter leicht, denn Katzen bevorzugen Futter mit Körpertemperatur. Vermeide häufige Wechsel, denn das überfordert den Verdauungstrakt. Bei dauerhafter Verweigerung kläre die Ursache mit deiner Tierärztin ab.
Wie erkenne ich, ob mein Kitten zu viel oder zu wenig wiegt?
Eine gesunde Kitten-Statur erlaubt es dir, die Rippen leicht zu fühlen, sie aber nicht deutlich zu sehen. Es sollte eine erkennbare Taille von oben gesehen vorhanden sein. Bei Unsicherheit hilft die Tierärztin mit dem Body Condition Score, einer Skala von eins bis neun, wobei vier bis fünf ideal sind.
Sind BARF und Rohfütterung für Kitten geeignet?
BARF ist möglich, aber anspruchsvoll und sollte nur nach professioneller Beratung durchgeführt werden, denn Mineralstoff- und Aminosäure-Bilanz müssen exakt stimmen. Bei Kitten besteht ein höheres Risiko für Mangel oder Salmonellen-Infektion. Im Zweifel ist hochwertiges Fertigfutter die sicherere Wahl.
Quellen und weiterführende Informationen
- MSD Veterinary Manual: Nutritional Requirements und ernährungsbedingte Erkrankungen bei Katzen
- WSAVA Global Nutrition Guidelines für Kleintiere und Heimtierernährung
- Veterinärmedizinische Universität Wien: Tierernährung und Verdauungsmedizin Kleintiere
- Österreichische Tierärztekammer: Patientenwohl in der Heimtierhaltung und Kleintierernährung
- FEDIAF: European Pet Food Industry Standards für Heimtierernährung und Wachstumsphase
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