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Fieber bei der Katze

Fieber bei der Katze

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Fieber bei der Katze, fachlich Pyrexie genannt, ist ein häufiges Symptom in der Kleintierpraxis und bedeutet eine erhöhte Körperkerntemperatur über 39,5 Grad Celsius. Anders als beim Menschen ist eine moderat erhöhte Temperatur bei Katzen oft schwer zu erkennen, weil viele Tiere keine klaren Begleitsymptome zeigen, sondern lediglich abgeschlagen wirken, weniger fressen oder sich zurückziehen. Die Normaltemperatur einer gesunden Katze liegt zwischen 38,0 und 39,2 Grad Celsius, gemessen rektal. Werte zwischen 39,3 und 39,5 Grad gelten als grenzwertig erhöht und können auch bei Aufregung, nach körperlicher Anstrengung oder in einer warmen Umgebung auftreten. Ab 39,5 Grad sprechen wir von Fieber, ab 40,5 Grad von hohem Fieber, und über 41,0 Grad besteht akute Lebensgefahr durch Hitzeschaden, Eiweißdenaturierung und Multiorganversagen. Die Ursachen reichen von harmlosen Virusinfekten bis zu lebensbedrohlichen Krebserkrankungen, immunvermittelten Prozessen oder Sepsis. In Österreich sind Bissabszesse durch Revierkämpfe bei Freigängerinnen und virale Infektionen wie FIP, FeLV oder FIV häufige Auslöser. Dieser Ratgeber erklärt dir, wie du Fieber bei deiner Katze erkennst, welche Differenzialdiagnosen wichtig sind, wie die Diagnostik in der Praxis abläuft und wann du sofort einen Tierarzt aufsuchen musst. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Notfall

Notfall-Schwellen

Eine Körpertemperatur über 41,0 Grad Celsius ist ein tierärztlicher Notfall und muss sofort behandelt werden. Ab 40,5 Grad gehört deine Katze noch am selben Tag in die Praxis. Bei Fieber mit Apathie, Atemnot, Krampfanfällen, blutigem Durchfall oder Bewusstseinsstörung gilt dasselbe. Eine Katze, die seit mehr als zwei Tagen nicht frisst, ist unabhängig von der Temperatur ein Vorstellungsgrund, weil die hepatische Lipidose innerhalb weniger Tage entstehen kann. Setze nie ohne tierärztliche Anweisung Schmerz- oder Fiebermittel aus der Hausapotheke ein, weil Paracetamol und Ibuprofen für Katzen tödlich sind.

Ab welcher Temperatur spricht man von Fieber?

Die rektale Körpertemperatur einer gesunden Katze liegt im Bereich von 38,0 bis 39,2 Grad Celsius. Werte zwischen 39,3 und 39,5 Grad sind grenzwertig erhöht und können physiologisch sein, etwa nach Aufregung im Wartezimmer, nach Spielphasen oder bei warmer Außentemperatur. Ein Fieber im engeren Sinn beginnt ab 39,5 Grad Celsius und beschreibt eine zentral regulierte, kontrollierte Anhebung des Sollwertes der Körpertemperatur durch das Gehirn als Reaktion auf entzündliche oder immunologische Reize.

Davon abzugrenzen ist die Hyperthermie, eine passive Überhitzung ohne zentrale Regulation, etwa beim Hitzschlag im überhitzten Auto, bei massiver körperlicher Anstrengung oder bei einem epileptischen Anfall. Während Fieber eine sinnvolle Abwehrreaktion mit gerichteter Bekämpfung von Krankheitserregern darstellt, ist Hyperthermie ein passives, gefährliches Aufheizen mit unmittelbarer Lebensgefahr ab Werten über 41,0 Grad.

Die Messung erfolgt rektal mit einem digitalen Fieberthermometer, weil andere Messorte wie das Ohr bei Katzen unzuverlässig sind. Die Spitze wird mit etwas Vaseline oder Gleitgel benetzt, vorsichtig wenige Zentimeter ins Rektum eingeführt und für die Messdauer dort gehalten. Eine zweite Person, die die Katze ruhig und sicher fixiert, ist sehr hilfreich. Die Messung dauert mit einem modernen Thermometer nur wenige Sekunden. Wenn deine Katze stark gestresst ist und sich heftig wehrt, brich den Versuch ab und überlasse die Messung der Tierarztpraxis.

Wichtig: Ein einzelner erhöhter Wert ist noch keine sichere Fieberdiagnose. Idealerweise misst du nach 30 bis 60 Minuten Ruhe nach. Wenn die Temperatur weiter über 39,5 Grad bleibt oder sogar steigt, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit echtes Fieber vor.

Fieber bei der Katze – go4vet

An welchen Symptomen erkennst du Fieber bei der Katze?

Katzen zeigen Fieber oft auf subtile, leise Weise. Das Leitsymptom ist Apathie und sozialer Rückzug. Eine sonst zugewandte Katze verzieht sich in eine ruhige Ecke, schläft mehr, reagiert weniger auf Ansprache und Spielangebote. Der Appetit lässt nach oder verschwindet ganz, oft auch der Durst. Manche Tiere zeigen ein typisches „Festklammer-Sitzen“ mit eingerollten Pfoten und gerundetem Rücken, wirken steif und unbeholfen.

Begleitend kann es zu vermehrtem Hecheln kommen, weil Katzen Wärme über Atmung und Hautblutgefäße abgeben müssen. Die Schleimhäute können gerötet sein, die Pfoten oder Ohren fühlen sich warm an. Bei höherem Fieber über 40,5 Grad zittert die Katze möglicherweise, hat erweiterte Pupillen, atmet schneller und flacher und reagiert kaum noch auf Reize.

Begleitsymptome geben Hinweis auf die Ursache. Husten, Niesen, Augen- oder Nasenausfluss sprechen für eine Atemwegserkrankung wie Katzenschnupfen oder eine Bronchitis. Erbrechen oder Durchfall (siehe Erbrechen bei Katzen und Durchfall bei Katzen) deuten auf eine Magen-Darm-Erkrankung. Vermehrter Durst und Urinabsatz können auf eine Nieren- oder Harnwegserkrankung hinweisen, mehr im Beitrag zur Blasenentzündung bei der Katze. Eine Schwellung, Schmerzhaftigkeit oder Wunde am Körper, vor allem im Nacken-, Schulter- oder Schwanzbereich, spricht für einen Bissabszess durch Revierkampf.

Ikterus (Gelbsucht) der Schleimhäute, Schwäche, blasse Schleimhäute oder neurologische Auffälligkeiten wie Krampfanfälle, Kopfschiefhaltung oder Orientierungslosigkeit sind ernsthafte Begleitsymptome, die auf Lebererkrankung, Anämie oder neurologische Beteiligung hinweisen und immer notfallmäßig abgeklärt werden müssen.

Welche Ursachen sind bei Fieber typisch?

Die Ursachen von Fieber bei der Katze lassen sich in fünf große Gruppen einteilen, die häufig parallel auftreten können.

Erstens infektiöse Ursachen. Sie sind die häufigste Fieberursache bei der Katze. Bakterielle Infektionen entstehen oft nach Bissverletzungen durch Revierkämpfe, mit nachfolgender Abszessbildung. Solche Bissabszesse zeigen sich als heiße, schmerzhafte Schwellungen an Kopf, Hals, Rücken oder Schwanzansatz und sind in Österreich bei Freigängerinnen sehr häufig. Virale Infektionen sind ebenfalls häufig: Katzenschnupfen (Felines Calicivirus, Felines Herpesvirus), FIP (Feline Infektiöse Peritonitis), FeLV (Feline Leukämievirus) und FIV (Felines Immundefizienzvirus) verursachen oft langanhaltendes oder rezidivierendes Fieber. Auch Pilzinfektionen, Bartonellose, Mykoplasmose und Toxoplasmose sind wichtige Differenzialdiagnosen.

Zweitens neoplastische Ursachen. Tumoren, vor allem Lymphome, können Fieber als paraneoplastisches Symptom verursachen, oft schon Wochen vor der eigentlichen Tumordiagnose. Auch andere Krebsarten wie Mastzelltumoren oder Karzinome zeigen sich gelegentlich mit unspezifischem Fieber.

Drittens immunvermittelte Ursachen. Eine immunhämolytische Anämie, eine immunvermittelte Polyarthritis oder eine systemische Autoimmunerkrankung können Fieber, Mattigkeit und Gelenkschmerzen verursachen. Diese Erkrankungen sind seltener, aber bei chronischem oder rezidivierendem Fieber wichtige Differenzialdiagnosen.

Viertens entzündliche Ursachen ohne erkennbare Infektion. Eine Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), eine Cholangitis-Cholangiohepatitis (Leber- und Gallengangentzündung), eine Glomerulonephritis (Nierenentzündung) oder eine Triaditis (Kombinierte Entzündung von Pankreas, Leber und Darm) sind klassische, oft unterschätzte Fieberursachen bei der Katze.

Fünftens medikamentöse oder toxische Ursachen. Manche Medikamente, vor allem Antibiotika und nichtsteroidale Antiphlogistika, können bei Katzen Fieber als Nebenwirkung auslösen. Vergiftungen mit Pflanzen, Reinigungsmitteln oder Medikamenten verursachen ebenfalls häufig Fieber zusammen mit Erbrechen, Apathie und neurologischen Auffälligkeiten.

Wie läuft die Diagnostik in der Praxis ab?

Die Diagnostik bei Fieber beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und einer gründlichen klinischen Untersuchung. Schildere dem Tierarzt seit wann das Fieber besteht, ob es konstant ist oder schwankt, welche Begleitsymptome aufgefallen sind, wie der Impf-, Entwurmungs- und Parasitenstatus aussieht, ob deine Katze Freigang hat oder reine Wohnungskatze ist, ob es Kontakt zu anderen Tieren gab und welche Medikamente sie aktuell oder in den letzten Wochen erhalten hat.

Die klinische Untersuchung umfasst die Beurteilung von Schleimhäuten, Lymphknoten, Atmung, Herz, Bauch, Gelenken, Haut, Augen und Ohren. Der Tierarzt sucht systematisch nach Bissverletzungen, Abszessen, Schwellungen, Schmerzpunkten oder Auffälligkeiten an den inneren Organen. Eine sorgfältige Palpation von Bauch, Lymphknoten und Gelenken liefert wichtige erste Hinweise.

Der zweite Schritt ist die Basisdiagnostik mit Blutbild, klinischer Chemie und Urinanalyse. Im Blutbild zeigt sich oft ein erhöhter Leukozytenwert mit Linksverschiebung bei bakteriellen Infektionen, eine Leukopenie bei viralen Infektionen oder Sepsis und eine Anämie bei chronischen oder hämolytischen Prozessen. In der klinischen Chemie geben Leberwerte (ALT, AST, GGT, Bilirubin), Nierenwerte (Harnstoff, Kreatinin, SDMA), Bauchspeicheldrüsenwerte (Pankreatische Lipase, fPLI), Schilddrüsenwerte und Eiweißprofile (Albumin, Globulin) wertvolle Hinweise.

Ergänzend werden bei Bedarf FeLV/FIV-Test, Coronavirus-Antikörpertest (FIP-Verdacht), Bartonella- oder Toxoplasma-Serologie, Bakteriologie aus Blut, Urin oder Punktaten und gegebenenfalls Bauchultraschall, Röntgenthorax und CT durchgeführt. Bei Verdacht auf einen Bissabszess wird die betroffene Stelle gegebenenfalls eröffnet, gespült und eine bakteriologische Probe entnommen. Eine Feinnadelaspiration von Lymphknoten, Milz oder anderen verdächtigen Organen liefert zytologische Hinweise auf Tumoren, Entzündungen oder Infektionen.

Fieber bei der Katze – go4vet

Welche Therapie ist sinnvoll?

Die Therapie von Fieber richtet sich strikt nach der Ursache. Eine pauschale Fiebersenkung mit für Katzen ungeeigneten Medikamenten ist keine Option und kann lebensgefährlich werden.

Bei einem bakteriellen Infekt, etwa einem Bissabszess, kommen Antibiotika nach Antibiogramm und gegebenenfalls eine chirurgische Eröffnung und Spülung des Abszesses zum Einsatz. Häufig verwendete Antibiotika bei Bissabszessen sind Amoxicillin-Clavulansäure oder Cefovecin, die Wirksamkeit gegen Pasteurella multocida und andere Bissinfektionen bieten. Die Therapiedauer beträgt meist sieben bis vierzehn Tage, bei tiefen oder komplizierten Abszessen länger.

Bei einer viralen Infektion ist die Therapie meist supportiv mit Infusionstherapie, Antiemetika, Schmerzmitteln in tierärztlich angepasster Dosierung und gegebenenfalls antiviralen Wirkstoffen. FIP wird seit wenigen Jahren mit dem antiviralen Wirkstoff GS-441524 über 84 Tage mit beeindruckenden Heilungsraten behandelt, in Österreich aktuell als Importpräparat verfügbar.

Bei tumor- oder immunvermittelten Ursachen kommen Chemotherapie, Glukokortikoide oder andere Immunsuppressiva nach gesicherter Diagnose zum Einsatz. Bei einer Pankreatitis sind Infusionstherapie, Antiemetika, Schmerzmittel und gegebenenfalls Cerenia oder Maropitant Standard, ergänzt durch eine angepasste Ernährung mit moderatem Fettanteil. Eine ausgewogene artgerechte Ernährung mit hochwertigem Eiweiß unterstützt die Genesung.

Eine fiebersenkende Therapie mit klassischen Schmerzmitteln ist bei der Katze nur sehr restriktiv und mit speziell zugelassenen Wirkstoffen wie Robenacoxib oder Meloxicam in tierärztlich angepasster Dosierung möglich. Niemals dürfen humane Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen bei Katzen eingesetzt werden, weil sie bereits in kleinsten Dosen tödlich sein können.

Was kannst du zu Hause tun?

Wenn du bei deiner Katze Fieber feststellst und der Tierarzt eine zeitnahe Vorstellung empfiehlt, sorge zu Hause für eine ruhige, kühle, reizarme Umgebung. Stelle Wasser in mehreren flachen Schalen in der Nähe der Lieblingsplätze bereit, weil viele fiebernde Katzen weniger zur Wassserstelle laufen. Nassfutter mit hohem Wasseranteil hilft zusätzlich, der Beitrag zu Nassfutter für Katzen liefert die Grundlagen.

Vermeide Stress, hektische Bewegungen und Kontakte mit anderen Tieren in den ersten Tagen. Eine kühle Decke oder ein gefliester Boden zum Liegen hilft der Wärmeabgabe, ohne aktiv zu kühlen. Aktive Kühlung mit kalten Tüchern, Eisbeuteln oder kaltem Wasser ist nicht empfehlenswert und führt häufig zu Vasokonstriktion, die die Wärmeabgabe sogar verschlechtert.

Beobachte deine Katze sehr genau: trinkt sie, frisst sie, uriniert und kotet sie regelmäßig, atmet sie ruhig oder schnell, ist die Schleimhautfarbe rosa oder verändert. Halte ein kurzes Symptomtagebuch mit Temperatur (wenn du sie zuverlässig messen kannst), Trink- und Fressverhalten, Verhalten und Auffälligkeiten. Diese Notizen sind in der Tierarztpraxis Gold wert.

Wichtig: Eine Katze, die zwei Tage nicht frisst, gehört unabhängig von der Temperatur zeitnah in die Praxis, weil sich aus dem Hungerzustand binnen weniger Tage eine lebensbedrohliche hepatische Lipidose (Fettleberkrankheit) entwickeln kann. Mehr zur richtigen Nährstoffzufuhr findest du auch im Beitrag zur Futterumstellung bei der Katze.

Tierärztlicher Blick: was beim Praxistermin zählt

Aus tierärztlicher Sicht ist Fieber bei der Katze immer ein Symptom mit zahlreichen möglichen Ursachen, die strukturiert abgeklärt werden müssen. Bring zum Termin folgende Informationen mit: gemessene Temperaturen mit Zeitpunkten, Beginn und Verlauf der Symptome, Trink-, Fress- und Ausscheidungsverhalten, Impf- und Entwurmungsstatus, aktueller Auslandsbezug oder Tierheim-Hintergrund, alle aktuellen Medikamente und gegebenenfalls Vorbefunde aus Vorerkrankungen.

Eine niedergelassene Praxis kann die Erstdiagnostik mit klinischer Untersuchung, Blutbild, Chemie, Urinanalyse, FeLV/FIV-Test und Bauchultraschall meist selbst durchführen. Bei unklarem Fieber, Verdacht auf FIP, Lymphom, immunvermittelte Erkrankungen oder seltene Infektionen ist die Überweisung in eine Tierklinik mit internistischer Spezialisierung sinnvoll, etwa an die Universitätsklinik für Kleintiere der Vetmeduni Wien.

Eine geeignete Praxis findest du über den Tierarzt-Finder, in der Bundeshauptstadt direkt unter Tierarzt Wien. Plane finanziell ein. Eine Erstvorstellung mit klinischer Untersuchung, Blutbild und Chemie liegt in Österreich erfahrungsgemäß zwischen 100 und 200 Euro. Erweiterte Diagnostik mit FeLV/FIV-Test, Bauchultraschall und gegebenenfalls Coronavirus-Antikörper kostet 200 bis 500 Euro. Eine stationäre Versorgung mit Infusion und Antibiose über drei bis fünf Tage liegt bei 600 bis 1.500 Euro. Eine bestehende Katzenversicherung deckt einen Großteil dieser Kosten ab.

Was du nie tun solltest: deine Katze mit Schmerzmitteln aus der Hausapotheke wie Paracetamol oder Ibuprofen behandeln, weil beide für Katzen schon in kleinsten Dosen tödlich sind. Auch Aspirin ist nur in extrem niedriger Dosierung und unter tierärztlicher Aufsicht denkbar. Kühlende Maßnahmen mit Eisbeuteln, kaltem Wasser oder feuchten Tüchern führen zu Vasokonstriktion und können die Wärmeabgabe verschlechtern. Setze immer auf eine tierärztliche Diagnostik und ein zugelassenes Tierarzneimittel.

Häufige Fragen zu Fieber bei der Katze

Ab welcher Temperatur hat meine Katze Fieber?
Die Normaltemperatur einer gesunden Katze liegt zwischen 38,0 und 39,2 Grad Celsius. Werte ab 39,5 Grad gelten als Fieber, ab 40,5 Grad als hohes Fieber, über 41,0 Grad besteht akute Lebensgefahr und ein sofortiger Notfall-Tierarztbesuch ist erforderlich.
Wie messe ich die Temperatur richtig?
Mit einem digitalen Fieberthermometer rektal, mit etwas Vaseline benetzt, vorsichtig wenige Zentimeter eingeführt und für die Messdauer fixiert. Eine zweite Person, die die Katze ruhig hält, ist sehr hilfreich. Bei starkem Stress oder Abwehr brich den Versuch ab und überlasse die Messung der Praxis.
Welche Hausmittel helfen gegen Fieber?
Hausmittel sind bei Fieber keine Therapie, weil die Ursache abgeklärt gehört. Sorge für eine ruhige, kühle Umgebung, biete frisches Wasser und schmackhaftes Nassfutter an, vermeide aktive Kühlung mit Eis. Setze niemals humane Schmerz- oder Fiebermittel ein, weil sie für Katzen tödlich sein können.
Wann muss ich sofort zum Tierarzt?
Sofort bei Temperatur über 41,0 Grad Celsius, bei Fieber mit Apathie, Atemnot, Krampfanfällen, blutigem Erbrechen oder Durchfall, bei neurologischen Auffälligkeiten oder bei einer Katze, die seit zwei Tagen nicht frisst. Auch ein Bissabszess mit lokaler Schwellung gehört zeitnah versorgt.
Was kostet die Fieberdiagnostik in Österreich?
Eine Erstvorstellung mit Blutbild und Chemie liegt zwischen 100 und 200 Euro. Erweiterte Diagnostik mit FeLV/FIV-Test, Ultraschall und Coronavirus-Antikörper kostet 200 bis 500 Euro. Stationäre Versorgung mit Infusion und Antibiose liegt bei 600 bis 1.500 Euro. Eine Katzenversicherung deckt einen Großteil davon.
Kann Fieber auch bei einer geimpften Katze auftreten?
Ja, weil Impfungen nicht alle Fieberursachen abdecken. Bissabszesse, Pankreatitis, Tumoren, immunvermittelte Erkrankungen, FIP und viele bakterielle Infektionen können auch bei geimpften Katzen Fieber auslösen. Die Impfung schützt vor spezifischen viralen Erregern wie Calici, Herpes und Panleukopenie.
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