Katzenseuche

Medizinische Prüfung / Online Redaktion

Dr. Volker Moser
Dr. Volker Moser
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Nadja Sukalia
Online Redaktion

Die Katzenseuche, auch bekannt als Felines Parvovirus oder Panleukopenie, ist eine der ernsthaftesten und potenziell tödlichen Erkrankungen, die Katzen betreffen können. Diese Krankheit, die durch ein hochansteckendes Virus verursacht wird, stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit von Katzen weltweit dar, insbesondere für Kätzchen und nicht geimpfte Katzen. Angesichts ihrer Schwere und der potenziell verheerenden Auswirkungen ist es für Katzenbesitzer und Tierpflegepersonal unerlässlich, ein tiefes Verständnis dieser Krankheit zu haben. In diesem Ratgeber geben wir Ihnen eine Übersicht über die Katzenseuche, ihre Symptome, Diagnosemethoden, Behandlungsoptionen und Präventionsstrategie. Das Ziel ist es, Katzenbesitzern wichtige Informationen und Leitlinien für die Bewältigung dieser herausfordernden Krankheit zur Verfügung zu stellen.

Was genau versteht man unter Katzenseuche?

Katzenseuche, auch bekannt als Felines Parvovirus (FPV) oder Panleukopenie, ist eine hochansteckende und oft tödliche Viruserkrankung, die Katzen betrifft. Diese Krankheit ist besonders für junge Kätzchen und nicht geimpfte Katzen gefährlich. Sie wird durch das Feline Parvovirus verursacht, ein kleines DNA-Virus aus der Familie der Parvoviridae.

Die Katzenseuche ist durch eine schnelle Verbreitung und hohe Sterblichkeitsrate gekennzeichnet. Sie beeinflusst hauptsächlich das Verdauungssystem der Katze, kann aber auch andere lebenswichtige Organe betreffen. Die Symptome variieren, umfassen aber oft Erbrechen, Durchfall, Dehydration, Schwäche und Appetitlosigkeit. Diese Symptome treten in der Regel plötzlich auf und können schnell zu schweren Gesundheitsproblemen führen.

Da die Katzenseuche das Immunsystem beeinträchtigt, sind infizierte Katzen auch anfällig für andere Infektionen. Ein weiteres charakteristisches Merkmal der Krankheit ist der rapide Abfall der weißen Blutkörperchen, der die Diagnose unterstützt und ein kritisches Warnzeichen darstellt.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Katzenseuche nicht heilbar ist, sobald die Katze infiziert ist. Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Linderung der Symptome und die Unterstützung des Immunsystems der Katze, um eine weitere Infektion zu verhindern. Die beste Verteidigung gegen Katzenseuche ist jedoch die Prävention, vor allem durch Impfungen, die als einer der effektivsten Wege gelten, um diese Krankheit zu vermeiden.

Durch welche Erreger wird Katzenseuche ausgelöst?

Die Katzenseuche wird durch das Feline Parvovirus (FPV), auch bekannt als Felines Panleukopenievirus, ausgelöst. Dieses Virus gehört zur Familie der Parvoviridae und ist eng verwandt mit dem Canine Parvovirus, das Hunde betrifft. Trotz der Ähnlichkeit der Viren ist es wichtig zu betonen, dass Katzenseuche nicht auf Hunde oder Menschen übertragbar ist.

FPV ist ein extrem widerstandsfähiges Virus, das in der Umwelt lange überleben kann. Es kann durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder indirekt durch Kontakt mit kontaminierten Gegenständen wie Futternäpfen, Katzentoiletten, Kleidung oder Händen verbreitet werden. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten wie Speichel, Urin und besonders durch Fäkalien übertragen.

Einmal in den Körper der Katze gelangt, repliziert sich das Virus schnell, vor allem in schnell teilenden Zellen wie denen des Darmtrakts, des Knochenmarks und des lymphatischen Systems. Das führt zu einer starken Abnahme der weißen Blutkörperchen, was die Katze anfällig für sekundäre Infektionen macht.

Da das Virus so widerstandsfähig ist, ist die Umgebungshygiene von entscheidender Bedeutung, um die Verbreitung von FPV zu verhindern. Regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Gegenständen und Flächen, die mit infizierten Katzen in Berührung kommen, sind unerlässlich. Dennoch ist die Impfung die effektivste Methode, um Katzenseuche vorzubeugen.

Welche Symptome sind typisch für Katzenseuche?

Die Katzenseuche, eine ernsthafte und oft lebensbedrohliche Erkrankung, wird durch das Feline Parvovirus verursacht und äußert sich durch eine Reihe von Symptomen. Eines der ersten und deutlichsten Anzeichen ist ein starker Durchfall, der oft wässrig ist und Blut enthalten kann. Parallel dazu tritt häufig regelmäßiges und unkontrolliertes Erbrechen auf, was zu schwerer Dehydration führen kann. Ein plötzlicher Fieberanstieg, begleitet von Unter- oder Normaltemperatur, ist ein weiteres häufiges Symptom. Betroffene Katzen zeigen zudem eine deutliche Verringerung der Aktivität, wirken müde und desinteressiert an ihrer Umgebung.

Auch ein Verlust des Appetits ist üblich, was wiederum zu Gewichtsverlust und Schwäche führt. Das Abdomen der Katze kann empfindlich auf Berührung reagieren und aufgebläht erscheinen. Aufgrund von Erbrechen und Durchfall verlieren betroffene Katzen schnell Flüssigkeit, was zu Dehydration führt. Das Fell kann stumpf werden, und die Katzen können insgesamt ungesund und ungepflegt aussehen.

Wie schnell entwickeln sich die Symptome nach der Ansteckung?

Die Zeit zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem Auftreten der ersten Symptome, bekannt als die Inkubationszeit, variiert bei Katzenseuche. Im Allgemeinen entwickeln sich die Symptome innerhalb von drei bis zehn Tagen nach der Ansteckung. Bei manchen Katzen können die Anzeichen jedoch schneller sichtbar werden, insbesondere wenn es sich um junge oder immungeschwächte Tiere handelt.

In den ersten Tagen nach der Ansteckung kann es zu einer Phase kommen, in der die Katze keine offensichtlichen Symptome zeigt, aber bereits ansteckend ist. Dies macht die Krankheit besonders tückisch, da sie sich unbemerkt verbreiten kann.

Sobald die Symptome beginnen, verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Katze oft schnell. Akute Fälle von Katzenseuche können innerhalb weniger Tage zum Tod führen, wenn keine angemessene medizinische Behandlung erfolgt. Dies unterstreicht die Bedeutung der Früherkennung und schnellen Reaktion auf die ersten Anzeichen der Krankheit.

Wie erfolgt die Übertragung der Katzenseuche?

Die Übertragung des Feline Parvovirus, das die Katzenseuche verursacht, erfolgt hauptsächlich auf zwei Wegen: direkt und indirekt. Die häufigste Art der Übertragung ist der direkte Kontakt mit einem infizierten Tier. Dies kann durch Nasen- und Maulkontakt, gemeinsame Nutzung von Futternäpfen oder Katzentoiletten sowie während der Geburt von der Mutter auf die Kätzchen erfolgen.

FPV ist ein besonders widerstandsfähiges Virus, das außerhalb des Körpers lange überleben kann. Das bedeutet, dass es auch durch indirekten Kontakt übertragen werden kann. Dazu gehören die Berührung von kontaminierten Oberflächen wie Bettwäsche, Spielzeug, Kleidung, Hände des Besitzers oder Gerätschaften im Tierheim und beim Tierarzt. Das Virus kann durch diese Gegenstände von einem Ort zum anderen getragen und somit auf nicht infizierte Katzen übertragen werden.

Das Feline Parvovirus ist hoch ansteckend, und eine Ausbreitung der Krankheit erfolgt oft schnell, besonders in Umgebungen mit hoher Katzendichte wie Tierheimen, Zuchtbetrieben oder Haushalten mit mehreren Katzen.

Können Menschen sich mit Katzenseuche anstecken?

Eine wichtige Frage, die oft von Katzenbesitzern gestellt wird, ist, ob Katzenseuche auf den Menschen übertragbar ist. Die Antwort darauf ist beruhigend: Nein, Menschen können sich nicht mit dem Feline Parvovirus infizieren, das Katzenseuche verursacht. Diese Krankheit ist spezifisch für Katzen und kann nicht zwischen Katzen und Menschen übertragen werden.

Für Katzenbesitzer und Tierpfleger ist es wichtig, persönliche Hygienemaßnahmen zu beachten, um die indirekte Übertragung des Virus auf andere Katzen zu verhindern. Regelmäßiges Händewaschen, Desinfektion von Kleidung und Schuhen nach dem Kontakt mit infizierten Tieren oder Umgebungen sowie die Vermeidung des gemeinsamen Gebrauchs von Utensilien zwischen gesunden und kranken Katzen sind effektive Methoden, um die Ausbreitung des Virus zu minimieren.

Wie wird Katzenseuche diagnostiziert?

Die Diagnose der Katzenseuche erfolgt durch eine Kombination aus klinischen Symptomen, Anamnese (also der Krankengeschichte), und spezifischen diagnostischen Tests. Ein Verdacht auf Katzenseuche ergibt sich zunächst aus den typischen Symptomen wie Fieber, Erbrechen, Durchfall und Apathie, insbesondere wenn die Katze jung ist und nicht gegen Katzenseuche geimpft wurde.

Der Tierarzt beginnt in der Regel mit einer gründlichen klinischen Untersuchung, um die Symptome zu bewerten und andere mögliche Ursachen auszuschließen. Dies umfasst die Überprüfung der Vitalzeichen der Katze, eine Beurteilung ihres Hydratationszustands und die Untersuchung auf Anzeichen von Bauchschmerzen oder anderen Komplikationen. Eine Blutuntersuchung ist ein wesentliches Diagnosewerkzeug. Eine deutliche Abnahme der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) ist ein Schlüsselindikator für Katzenseuche, da das Virus das Knochenmark angreift und die Produktion dieser Zellen hemmt. Es gibt spezifische Tests, die das Vorhandensein des Virus direkt nachweisen können. Dazu gehören der ELISA-Test (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay), der auf Antigene des Virus in den Fäkalien testet, und die Polymerase-Kettenreaktion (PCR), die das genetische Material des Virus in Blutproben oder Abstrichen nachweisen kann. Diese Tests sind besonders nützlich, um eine genaue Diagnose zu stellen, insbesondere in Fällen, in denen die Symptome nicht eindeutig sind. In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall eingesetzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen oder um sekundäre Infektionen wie eine Darmverdrehung zu identifizieren, die aufgrund der Schwäche der Darmwände bei Katzenseuche auftreten kann.

Die Diagnose der Katzenseuche erfordert oft eine schnelle und präzise Vorgehensweise, da die Krankheit schnell fortschreitet und lebensbedrohlich werden kann. Ein frühes Erkennen und eine sofortige Behandlung sind daher entscheidend für die Überlebenschancen der betroffenen Katze.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Katzenseuche?

Die Behandlung der Katzenseuche zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und das Überleben der Katze zu sichern, bis ihr Immunsystem in der Lage ist, das Virus zu bekämpfen. Da es sich um eine virale Infektion handelt, existiert keine spezifische Behandlung, jedoch kann eine frühzeitige und intensive unterstützende Therapie die Überlebenschancen signifikant verbessern.

Infizierte Katzen verlieren aufgrund von Erbrechen und Durchfall schnell Flüssigkeiten und Elektrolyte. Daher sind intravenöse oder subkutane Flüssigkeiten entscheidend, um Dehydration zu verhindern und das Elektrolytgleichgewicht wiederherzustellen. Antiemetika helfen, das Erbrechen zu kontrollieren und ermöglichen der Katze, Nahrung und Flüssigkeit bei sich zu behalten.

Obwohl Antibiotika gegen das Virus selbst wirkungslos sind, werden sie häufig eingesetzt, um sekundäre bakterielle Infektionen zu bekämpfen, die aufgrund der durch das Virus verursachten Immunschwäche auftreten können. Appetitlosigkeit ist ein häufiges Problem, weshalb gegebenenfalls eine Ernährungssonde erforderlich ist, um sicherzustellen, dass die Katze die notwendigen Nährstoffe erhält. Zusätzlich können Schmerzmittel und Antidiarrhoika eingesetzt werden, um Bauchschmerzen und Durchfall zu kontrollieren und den Komfort der Katze zu erhöhen. Eine umfassende und frühzeitige tierärztliche Betreuung ist in diesem Zusammenhang von größter Bedeutung.

Wie kann ich meine Katze zu Hause unterstützend behandeln?

Die unterstützende Behandlung zu Hause ist ein wichtiger Teil der Genesung einer Katze von Katzenseuche, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt. Stellen Sie sicher, dass sie ausreichend Flüssigkeit aufnimmt, indem Sie Wasser oder eine elektrolythaltige Lösung anbieten. Bieten Sie ihr kleine Mengen leicht verdaulicher Nahrungsmittel an, wie zum Beispiel spezielle veterinärmedizinische Erholungsnahrung oder hausgemachtes Hühnchen mit Reis.

Halten Sie sie in einer warmen, ruhigen und komfortablen Umgebung, um Stress zu minimieren und die Genesung zu fördern. Achten Sie darauf, ihr Bett und ihren Wohnbereich sauber zu halten, um eine erneute Infektion zu vermeiden. Beobachten Sie Ihre Katze auf Anzeichen einer Verschlechterung oder Komplikationen und suchen Sie bei Bedarf sofort tierärztliche Hilfe. Diese unterstützenden Maßnahmen zu Hause sind entscheidend, um sicherzustellen, dass Ihre Katze einen erfolgreichen Genesungsprozess durchläuft.

Gibt es wirksame homöopathische Mittel gegen Katzenseuche?

Es gibt homöopathische Mittel, die zur Unterstützung der Behandlung von Katzenseuche eingesetzt werden können, allerdings sollten sie nicht als Ersatz für die von einem Tierarzt verschriebene Behandlung angesehen werden. Homöopathische Mittel können dazu beitragen, bestimmte Symptome zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden der Katze zu fördern. Es ist jedoch wichtig, diese Mittel in Absprache mit einem Tierarzt zu verwenden, der Erfahrung mit homöopathischer Behandlung bei Tieren hat.

Einige homöopathische Mittel, die für Katzenseuche empfohlen werden, umfassen:

  • Arsenicum album kann bei starkem Durchfall und Erbrechen hilfreich sein.
  • Phosphorus kann bei Blut im Stuhl oder Erbrechen eingesetzt werden.
  • Sulphur kann helfen, wenn die Katze anhaltenden Durchfall hat.

Jedoch ist die wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit von Homöopathie bei Katzenseuche begrenzt. Daher sollten solche Behandlungen immer als Ergänzung zur konventionellen Therapie betrachtet werden, nicht als Ersatz.

Mit welchen Kosten muss man bei der Behandlung von Katzenseuche rechnen?

Die Kosten für die Behandlung von Katzenseuche können ziemlich unterschiedlich sein und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Schwere der Erkrankung, wie lange die Behandlung dauert und wo die Tierklinik sich befindet.

Wenn die Katze erstmals diagnostiziert wird, können Kosten für Bluttests und möglicherweise bildgebende Verfahren anfallen. In schwereren Fällen kann es notwendig sein, die Katze im Krankenhaus zu behalten. Dort bekommt sie intravenöse Flüssigkeiten, Medikamente und wird kontinuierlich überwacht. Je länger die Katze im Krankenhaus bleiben muss, desto höher werden die Kosten. Dazu kommen Medikamente wie Antiemetika (gegen Erbrechen), Antibiotika zur Vorbeugung oder Behandlung von Sekundärinfektionen, Schmerzmittel und manchmal Elektrolytlösungen.

Auch nach der Entlassung aus der Klinik können weitere Kosten entstehen. Das beinhaltet Medikamente, Nachuntersuchungen und möglicherweise spezielle Diäten. Insgesamt können die Behandlungskosten für Katzenseuche zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro variieren, abhängig von den spezifischen Bedürfnissen der Katze und den notwendigen Behandlungen.

Welche Kosten übernimmt eine Tierkrankenversicherung bei Katzenseuche?

Ob und inwieweit eine Tierkrankenversicherung die Kosten für die Behandlung von Katzenseuche übernimmt, hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab. Viele Tierkrankenversicherungen decken die Kosten für diagnostische Verfahren, stationäre Aufenthalte, Medikamente und Behandlungen im Zusammenhang mit Krankheiten wie der Katzenseuche. Sie sollten jedoch die genauen Bedingungen und Deckungsgrenzen des jeweiligen Tarifs überprüfen. Einige Versicherungen beinhalten Selbstbeteiligungen oder haben jährliche Ausgabenlimits, die den erstattungsfähigen Betrag begrenzen können. Außerdem haben viele Versicherungen eine Wartezeit nach Vertragsabschluss, während derer bestimmte Erkrankungen nicht abgedeckt sind. Einige Versicherungen bieten Rabatte oder Bonusleistungen an, wenn vorbeugende Maßnahmen wie Impfungen durchgeführt werden, die das Risiko einer Katzenseuche verringern.

Wir empfehlen Ihnen, sich vor dem Abschluss einer Versicherung genau über den Umfang und die Bedingungen der Deckung zu informieren. Im Krankheitsfall ist es ratsam, sich frühzeitig mit der Versicherung in Verbindung zu setzen, um die Kostenübernahme zu klären.

Wie ist der typische Verlauf einer Katzenseuche?

Der Verlauf der Katzenseuche kann je nach Alter, Immunstatus und allgemeinem Gesundheitszustand der Katze variieren. Nach der Ansteckung mit dem Feline Parvovirus beträgt die Inkubationszeit in der Regel drei bis zehn Tage, während derer keine Symptome sichtbar sind. Die akute Phase beginnt mit dem plötzlichen Auftreten von Symptomen wie hohem Fieber, Erbrechen, Durchfall, Apathie und Appetitlosigkeit. Diese Phase ist kritisch und erfordert sofortige tierärztliche Aufmerksamkeit. Innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Symptome tritt häufig eine Verschlechterung des Zustands auf. In dieser Phase ist eine intensive medizinische Unterstützung entscheidend, da die Überlebenschancen sinken, wenn die Katze in dieser Phase nicht angemessen behandelt wird.

Überlebt die Katze die kritische Phase, beginnt die Erholungsphase. Die Dauer dieser Phase kann variieren, oft dauert es mehrere Wochen, bis sich die Katze vollständig erholt hat. Während dieser Zeit verbessern sich die Symptome allmählich, und die Katze beginnt wieder zu fressen und an Gewicht zuzunehmen.

Welche Prognose gibt es bei Katzenseuche?

Die Prognose für Katzenseuche hängt stark vom Zeitpunkt der Diagnose und dem Beginn der Behandlung ab. Bei frühzeitiger und intensiver Behandlung können viele Katzen die Krankheit überleben, insbesondere wenn sie ansonsten gesund sind. Junge Kätzchen, alte Katzen oder solche mit einem geschwächten Immunsystem haben jedoch eine schlechtere Prognose.

Eine schnelle Verschlechterung des Zustands innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Symptome ist ein schlechtes Zeichen und erhöht das Risiko eines tödlichen Ausgangs. Katzen, die diese kritische Phase überleben, haben jedoch eine gute Chance auf eine vollständige Genesung, obwohl der Erholungsprozess langwierig sein kann.

Langfristig entwickeln überlebende Katzen in der Regel eine starke Immunität gegen das Virus. Es ist jedoch wichtig, nach der Genesung die Impfungen aufrechtzuerhalten, um einen zukünftigen Schutz sicherzustellen.

Wie kann man Katzenseuche effektiv vorbeugen?

Die Prävention von Katzenseuche ist wirklich wichtig, da die Krankheit schwer zu behandeln ist und oft tödlich endet. Um Ihre Katze zu schützen, gibt es wirksame Maßnahmen, die sowohl Impfungen als auch Infektionskontrolle einschließen.

Die Impfung gegen Katzenseuche ist der entscheidende erste Schritt. Normalerweise wird die Erstimpfung im Alter von acht bis zwölf Wochen durchgeführt, gefolgt von einer weiteren Impfung drei bis vier Wochen später. Danach sollten Sie regelmäßige Auffrischungsimpfungen gemäß den Empfehlungen Ihres Tierarztes durchführen lassen. Diese Impfungen bieten einen starken Schutz gegen das Virus. Wenn Sie neue Katzen in Ihren Haushalt einführen, ist es wichtig, sie zuerst in Quarantäne zu halten und auf Katzenseuche sowie andere ansteckende Krankheiten zu testen.

Um die Verbreitung des Virus zu verhindern, sollten Sie regelmäßig die Gegenstände und Oberflächen reinigen, die von Katzen genutzt werden. Das Feline Parvovirus kann in der Umwelt lange überleben, daher ist gründliche Hygiene sehr wichtig. Wenn Ihre Katze infiziert ist, isolieren Sie sie sofort von anderen Katzen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Stress kann das Immunsystem von Katzen schwächen, daher ist eine stressfreie Umgebung und eine ausgewogene Ernährung wichtig, um das Immunsystem zu stärken. Es ist besonders wichtig, über die Risiken und Präventionsmaßnahmen von Katzenseuche informiert zu sein, vor allem in Gebieten, wo die Krankheit häufig auftritt.

Welche Komplikationen können bei Katzenseuche auftreten?

Katzenseuche kann eine Reihe von ernsthaften Komplikationen verursachen, die sowohl während der akuten Phase der Krankheit als auch während der Erholungsphase auftreten können. Da das Feline Parvovirus das Immunsystem stark beeinträchtigt, sind infizierte Katzen anfälliger für sekundäre bakterielle Infektionen. Diese können sowohl im Verdauungstrakt als auch in anderen Organen auftreten. Durch anhaltendes Erbrechen und Durchfall kann es zudem zu schwerer Dehydration kommen, die lebensbedrohlich sein kann und oft intravenöse Flüssigkeitszufuhr erfordert.

In schweren Fällen kann die durch die Krankheit verursachte Schwächung der Darmwände zu Darmverdrehungen oder sogar Rupturen führen, was einen chirurgischen Notfall darstellt. Eine Entzündung des Darmtrakts kann zu anhaltenden Verdauungsproblemen und Schmerzen führen. Eine signifikante Verringerung der weißen Blutkörperchen kann das Risiko von Infektionen erhöhen und muss sorgfältig überwacht werden. Einige Katzen können langfristige Auswirkungen auf ihr Immunsystem erleben, was sie anfälliger für andere Krankheiten macht.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Katzenseuche und Katzenschnupfen?

Obwohl Katzenseuche und Katzenschnupfen beide häufige und ernsthafte Erkrankungen bei Katzen sind, werden sie durch unterschiedliche Viren verursacht und sind nicht direkt miteinander verbunden. Während Katzenseuche durch das Feline Parvovirus verursacht wird und hauptsächlich das Verdauungssystem sowie das Knochenmark und lymphatische System der Katze betrifft ist Katzenschnupfen ein Überbegriff für Infektionen der oberen Atemwege. Diese werden meist durch das Feline Herpesvirus und/oder das Feline Calicivirus verursacht. Symptome des Katzenschnupfens umfassen Niesen, Nasenausfluss, Fieber, Konjunktivitis und in einigen Fällen Geschwüre im Mund.

Während es keinen direkten Zusammenhang zwischen Katzenseuche und Katzenschnupfen gibt, können beide Krankheiten in Tierheimen oder Zuchtbetrieben, wo viele Katzen auf engem Raum zusammenleben, gleichzeitig auftreten. Eine gute Hygiene, regelmäßige Impfungen und eine sorgfältige Überwachung der Gesundheit sind entscheidend, um beide Krankheiten zu verhindern.

Fazit

Die Katzenseuche stellt eine ernste Herausforderung für die Gesundheit von Katzen dar, mit einem hohen Risiko für schwere Krankheitsverläufe und potenziell tödliche Ausgänge, besonders für junge, ungeimpfte oder immungeschwächte Tiere. Die Kenntnis über die Katzenseuche, ihre Symptome, die schnelle Reaktion bei Verdacht auf die Krankheit und die Einhaltung der Präventionsmaßnahmen sind entscheidend, um die Ausbreitung dieser Krankheit zu verhindern und das Wohlergehen unserer Katzen zu sichern. Durch verantwortungsbewusste Tierpflege und das Bewusstsein für die Risiken und Schutzmaßnahmen können Katzenbesitzer einen wesentlichen Beitrag zum Schutz ihrer Haustiere vor dieser schweren Krankheit leisten.

Medizinische Qualitätsprüfung

Medizinischer Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: Februar 6, 2024

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