Tierarzt in meiner Nähe finden
Startseite Ratgeber Katze Krankheiten Mammatumor bei der Katze
Mammatumor bei der Katze

Mammatumor bei der Katze

War dieser Beitrag hilfreich?
Danke für deine Bewertung! Speichere Beiträge und erhalte passende Empfehlungen: kostenlos registrieren
Du interessierst dich für Tiergesundheit?
Hol dir deinen persönlichen Bereich mit gespeicherten Beiträgen, Empfehlungen und Tierarzt-Terminen.
Mein go4vet kostenlos starten

Ein Mammatumor bei der Katze ist ein Knoten in einer der Milchdrüsen und in den meisten Fällen bösartig. Während beim Hund etwa die Hälfte aller Mamma-Knoten gutartig bleibt, sind bei der Katze rund 80 bis 90 Prozent der Tumoren maligne, meist als Adenokarzinom. Das macht die Erkrankung zu einer der gefährlichsten Tumorarten der Katzenmedizin und erklärt, warum jeder Knoten am Gesäuge ohne Verzögerung in einer Tierarztpraxis abgeklärt gehört. Betroffen sind vor allem unkastrierte oder spät kastrierte Kätzinnen im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren, mit einer deutlichen Häufung bei Siamesen. Die Therapie ist fast immer chirurgisch und sollte radikal erfolgen, also als komplette Mastektomie einer ganzen Leiste statt nur als Knotenentfernung. In diesem Ratgeber erfährst du, woran du einen Mammatumor frühzeitig erkennst, wie die Diagnostik in Österreich abläuft und warum die Frühkastration vor dem ersten Lebensjahr der wirksamste Schutz ist. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Notfallhinweis

Jeder Knoten zählt

Etwa 80 bis 90 Prozent aller Mamma-Tumoren bei Katzen sind bösartig. Selbst kleine Verhärtungen unter der Haut am Gesäuge sollten innerhalb weniger Tage tierärztlich abgeklärt werden, weil die Tumoren rasch wachsen und früh in Lunge und Lymphknoten streuen. Eine vollständige Mastektomie der betroffenen Leiste ist Goldstandard, eine bloße Knotenentfernung gilt als unzureichend. Eine Frühkastration vor dem sechsten Lebensmonat reduziert das Erkrankungsrisiko um bis zu 91 Prozent.

Was ist ein Mammatumor bei der Katze überhaupt?

Die Milchdrüsen einer Katze ziehen in zwei Leisten von der Achselhöhle bis zur Leistengegend, mit jeweils vier Komplexen pro Seite. Aus dem Drüsengewebe kann ein Tumor wachsen, der zunächst als kleiner, oft erbsengroßer Knoten unter der Haut auftaucht. Mit der Zeit wächst dieser Knoten, kann mehrere Komplexe gleichzeitig befallen und neigt dazu, die Haut darüber zu durchbrechen, sich zu entzünden und nässende Geschwüre zu bilden.

Histologisch handelt es sich bei der Katze fast immer um ein Adenokarzinom, also einen bösartigen Tumor des Drüsenepithels. Gutartige Adenome sind möglich, aber selten. Eine Sonderform ist die fibroadenomatöse Hyperplasie, eine hormonbedingte gutartige Schwellung mehrerer Komplexe, die vor allem bei jungen, gestagenbehandelten oder rolligen Tieren auftritt und nach hormoneller Umstellung von selbst zurückgeht. Diese Form wird leicht mit einem Tumor verwechselt, ist aber harmlos.

Die Aggressivität des Mammakarzinoms macht es zur dritthäufigsten Tumorerkrankung der Katze nach Lymphom und Hauttumoren. Etwa 80 bis 90 Prozent der entdeckten Knoten sind bösartig, davon streuen viele bereits bei Diagnosestellung in lokale Lymphknoten und Lunge. Genau deshalb gilt: Jeder Knoten am Gesäuge einer Katze ist bis zum Beweis des Gegenteils ein Notfall und gehört innerhalb weniger Tage abgeklärt, nicht über Wochen beobachtet.

Mammatumor bei der Katze – go4vet

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

Die mit Abstand wichtigsten Risikofaktoren sind Geschlechtshormone und Alter. Östrogen und Progesteron stimulieren das Drüsenepithel über Jahre hinweg und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer entarteten Zellteilung. Eine frühe Kastration unterbricht diesen Hormonreiz und senkt das Erkrankungsrisiko dramatisch. Studien an US-amerikanischen und europäischen Klinikkollektiven zeigen eine Risikoreduktion von etwa 91 Prozent bei Kastration vor dem sechsten Lebensmonat, von rund 86 Prozent bei Kastration zwischen dem siebten und zwölften Lebensmonat und von etwa elf Prozent bei Kastration zwischen 13 und 24 Monaten. Nach dem zweiten Geburtstag bringt eine Kastration kaum noch einen Schutz vor Mammatumoren.

Die Verabreichung von Gestagen-Präparaten zur Rolligkeitsunterdrückung erhöht das Risiko deutlich. Diese Mittel sind in Österreich noch immer als Tabletten oder Injektionen verfügbar, gelten aber wegen ihrer Nebenwirkungen (fibroadenomatöse Hyperplasie, Diabetes, Mammakarzinom) als nicht mehr zeitgemäß. Wenn deine Katze in der Vergangenheit solche Mittel bekommen hat, gehört sie engmaschig kontrolliert.

Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Siamesen erkranken doppelt so häufig wie andere Rassen und tendenziell jünger, oft schon ab dem siebten Lebensjahr. Andere Orientalen-Verwandte wie Burmesen oder Orientalisch Kurzhaar zeigen ein erhöhtes Risiko. Übergewicht in jungen Jahren erhöht laut neueren Studien ebenfalls die Erkrankungswahrscheinlichkeit, vermutlich über eine vermehrte Östrogenproduktion im Fettgewebe. Eine ausgewogene artgerechte Ernährung gehört deshalb zu den indirekten Schutzmaßnahmen.

An welchen Symptomen erkennst du einen Mammatumor?

Das wichtigste Symptom ist ein tastbarer Knoten am Gesäuge. Er kann bohnenklein anfangen und rasch zu Walnussgröße oder mehr heranwachsen. Oft befindet sich der Knoten direkt unter einer Zitze oder zwischen zwei Komplexen, lässt sich verschieben oder ist mit der Haut verwachsen. In fortgeschrittenen Stadien sind mehrere Komplexe betroffen, die Knoten konfluieren zu einer Strecke verhärteten Gewebes, die Haut darüber wird gerötet, glänzt oder bricht zu nässenden Geschwüren auf. Diese ulzerierten Tumoren riechen oft unangenehm und bluten leicht.

Unspezifische Begleitsymptome sind reduzierter Appetit, Gewichtsverlust, Mattigkeit und vermehrtes Putzen oder Belecken der betroffenen Stelle. Manche Katzen zeigen Berührungsempfindlichkeit, fauchen beim Streicheln des Bauches oder ziehen sich zurück. Bei Lungenmetastasen kommen Husten, Atemnot oder Leistungsknick dazu. Vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle oder Leiste lassen sich oft als feste Verschiebungen unter der Haut tasten.

Eine zentrale Empfehlung an dich als Halterin oder Halter: Taste das Gesäuge deiner Katze ab dem siebten Lebensjahr einmal pro Monat systematisch ab. Lege die Katze auf den Rücken oder in die Seitenlage, fahre mit den Fingerkuppen sanft beide Leisten vom Brustkorb bis zur Leiste ab und achte auf jede Verhärtung, jeden Knoten, jede Asymmetrie. Diese Selbstuntersuchung dauert weniger als zwei Minuten und kann Leben verlängern.

Wie läuft die Diagnostik in der Praxis ab?

Der erste Schritt ist die klinische Untersuchung mit sorgfältiger Palpation des gesamten Gesäuges, der regionalen Lymphknoten (axillär und inguinal) und des Bauchraums. Ergänzend erfolgt eine vollständige Allgemeinuntersuchung. Bring eine kurze Notiz mit zum Termin: Seit wann ist der Knoten zu sehen, hat er an Größe zugenommen, gibt es Vorerkrankungen, ist deine Katze kastriert und wenn ja, in welchem Alter, wurde sie jemals mit Hormonpräparaten behandelt.

Im zweiten Schritt folgt das Staging. Goldstandard sind drei Röntgenaufnahmen des Brustkorbs in zwei oder drei Ebenen, weil die Lunge das häufigste Metastasierungsziel ist. Ergänzend kommt ein Bauchultraschall zur Beurteilung von regionalen Lymphknoten, Leber, Milz und Bauchhöhle. Eine Feinnadelaspiration verdächtiger Lymphknoten und gegebenenfalls des Tumorknotens selbst liefert eine erste zytologische Einschätzung. Eine sichere Tumorklassifikation gelingt aber erst durch die histopathologische Untersuchung des operativ entfernten Gewebes.

Begleitend werden Blutbild, klinische Chemie, FeLV/FIV-Test und gegebenenfalls Schilddrüsenwerte erhoben, um die Operationsfähigkeit zu beurteilen und Begleiterkrankungen zu erfassen. Bei Hinweis auf Diabetes oder Niereninsuffizienz erfolgt eine genauere Abklärung, weil beides Einfluss auf Narkose und Heilung hat. Mehr zu diesen Begleiterkrankungen findest du in den Beiträgen zu Diabetes bei Katzen und Niereninsuffizienz bei der Katze.

Die Tumorgröße ist der wichtigste Prognosefaktor. Tumoren unter zwei Zentimetern haben deutlich bessere Überlebenschancen als solche zwischen zwei und drei Zentimetern, und die wiederum sind deutlich besser als Tumoren über drei Zentimeter. Genau deshalb zählt jede Woche, in der ein Knoten unentdeckt oder unbehandelt bleibt.

Welche Therapie ist Standard?

Die Therapie der Wahl ist die radikale Mastektomie. Statt nur den sichtbaren Knoten zu entfernen (sogenannte Lumpektomie), wird die gesamte betroffene Leiste mit allen vier Drüsenkomplexen, dem dazwischenliegenden Drüsengewebe und den regionalen Lymphknoten herausoperiert. Studien zeigen, dass die radikale unilaterale Mastektomie die Überlebenszeit gegenüber der Lumpektomie deutlich verlängert und das Risiko für lokale Rezidive von etwa 60 Prozent auf unter 25 Prozent senkt.

Bei Tumoren in beiden Leisten oder bei sehr jungen Tieren mit hohem Lebensrisiko empfehlen viele Onkologen eine bilaterale Mastektomie, also die Entfernung beider Leisten in einer oder zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen. Eine bilaterale Operation in einer Sitzung ist möglich, aber belastend und sollte spezialisierten Klinken vorbehalten sein. In Österreich bieten die Vetmeduni Wien sowie mehrere onkologisch spezialisierte Privatkliniken in Wien, Linz, Graz und Salzburg solche Eingriffe an.

Bei großen Tumoren ab drei Zentimetern, bei Lymphknotenmetastasen oder bei aggressiven histologischen Subtypen wird eine adjuvante Chemotherapie mit Doxorubicin (alleine oder in Kombination mit Cyclophosphamid) über vier bis sechs Zyklen empfohlen. Diese Therapie ist bei Katzen meist gut verträglich, regelmäßige Blutbild-Kontrollen sind aber Pflicht. Strahlentherapie spielt beim Mammakarzinom der Katze nur eine untergeordnete Rolle und steht in Österreich nur an wenigen Standorten zur Verfügung.

Bei nicht mehr operablen, bereits metastasierten oder ulzerierten Tumoren rückt die palliative Versorgung in den Vordergrund. Sie umfasst Schmerztherapie mit nichtsteroidalen Entzündungshemmern (etwa Meloxicam oder Robenacoxib in tierärztlicher Dosierung), Wundversorgung der ulzerierten Stellen mit Spülungen und gegebenenfalls Antibiotika, Appetit- und Übelkeitsbekämpfung sowie eine angepasste Ernährung. Ziel ist Lebensqualität, nicht Lebensverlängerung um jeden Preis.

Wie läuft die Nachsorge ab?

Nach einer Mastektomie verbringt deine Katze meist eine Nacht in der Klinik zur Schmerzkontrolle. Die Wundnaht zieht über 15 bis 25 Zentimeter und braucht je nach Heilung zehn bis 14 Tage bis zur Fadenentfernung. In dieser Zeit trägt die Katze einen Halskragen oder einen Body, um Lecken und Aufkratzen zu verhindern. Bewegung wird auf Wohnungshaltung mit ruhiger Umgebung beschränkt, Springen auf hohe Möbel solltest du blockieren.

Schmerztherapie läuft mit nichtsteroidalen Entzündungshemmern und gegebenenfalls Opioiden in den ersten Tagen. Antibiotika sind nicht standardmäßig nötig, werden aber bei großen Wundflächen oder ulzerierten Tumoren routinemäßig eingesetzt. Die Wunde wird täglich auf Schwellung, Rötung, Wundnässen oder Geruchsbildung kontrolliert. Bei Auffälligkeiten gehört die Katze zurück in die Praxis.

Die histopathologische Auswertung des entfernten Gewebes liegt nach sieben bis 14 Tagen vor und entscheidet über das weitere Vorgehen. Bestätigt sich ein Adenokarzinom mit aggressiven Merkmalen oder mit Lymphknotenbefall, beginnt die Chemotherapie meist drei bis vier Wochen postoperativ, wenn die Wunde verheilt ist und die Katze sich erholt hat.

Die langfristige Nachsorge umfasst klinische Kontrollen alle drei Monate für mindestens zwei Jahre, mit jährlichen Röntgenaufnahmen des Brustkorbs zur Früherkennung von Lungenmetastasen. Auch das verbliebene Drüsengewebe gehört monatlich abgetastet, weil neue Tumoren in der gegenüberliegenden Leiste oder in nicht entferntem Restgewebe auftreten können.

Mammatumor bei der Katze – go4vet

Wie sind die Heilungschancen?

Die Prognose hängt entscheidend von Tumorgröße, Lymphknotenbefall, histologischem Subtyp und Operationstechnik ab. Die mediane Überlebenszeit nach radikaler Mastektomie liegt bei Tumoren unter zwei Zentimetern bei 30 bis 36 Monaten, bei Tumoren zwischen zwei und drei Zentimetern bei 18 bis 24 Monaten und bei Tumoren über drei Zentimetern oder mit Lymphknotenmetastasen bei sechs bis zwölf Monaten. Mit adjuvanter Chemotherapie verlängern sich diese Zeiten je nach Studie um sechs bis zwölf Monate.

Eine vollständige Heilung ist möglich, wenn der Tumor klein, vollständig entfernt und ohne Metastasen ist. Realistisch erreicht man eine vollständige Tumorfreiheit über fünf Jahre bei etwa 25 bis 35 Prozent der frühzeitig diagnostizierten Tiere. Bei spät diagnostizierten oder metastasierten Tumoren liegt die Überlebenszeit oft deutlich unter einem Jahr trotz aller Therapieanstrengungen.

Diese Zahlen unterstreichen, wie zentral die Frühdiagnose ist. Eine Katze mit einem ein Zentimeter großen Knoten hat eine reelle Chance auf mehrere Jahre Lebenszeit nach Operation. Wartet ein Halter mehrere Monate ab und kommt mit einem fünf Zentimeter großen, ulzerierten Tumor in die Praxis, sind die Möglichkeiten deutlich begrenzter. Eine bestehende Katzenversicherung erleichtert die zügige Diagnostik und Operation, weil der Eingriff inklusive Histologie und Nachsorge in Österreich zwischen 1.500 und 3.500 Euro kostet, eine adjuvante Chemotherapie zusätzlich 1.500 bis 3.000 Euro.

Wie kannst du einem Mammatumor vorbeugen?

Der wirksamste Schutz ist die Frühkastration. Eine Kastration vor dem sechsten Lebensmonat reduziert das Risiko um etwa 91 Prozent, eine Kastration zwischen dem siebten und zwölften Monat um rund 86 Prozent. Idealerweise erfolgt die Kastration zwischen dem fünften und sechsten Lebensmonat, also vor der ersten Rolligkeit. In Österreich gehört die Kastration ohnehin zur Pflicht für alle Freigängerinnen, viele Wohnungskatzen werden ebenfalls aus medizinischen und verhaltensbiologischen Gründen frühzeitig kastriert.

Verzichte auf hormonelle Rolligkeitsunterdrückung mit Gestagen-Präparaten. Diese Mittel erhöhen das Risiko für Mammakarzinome, fibroadenomatöse Hyperplasie, Diabetes und Gebärmutterentzündungen erheblich. Eine chirurgische Kastration ist die einzige verantwortungsvolle Lösung.

Sorge für ein gesundes Körpergewicht. Übergewicht in der Jugend erhöht laut neueren Studien das Mammatumor-Risiko, vermutlich über eine erhöhte Östrogenproduktion im Fettgewebe. Achte auf eine ausgewogene Ernährung, vermeide Snacks und Tischfutter und kontrolliere das Gewicht regelmäßig. Mehr dazu liest du in den verlinkten Beiträgen zu Nassfutter für Katzen und artgerechter Fütterung.

Ab dem siebten Lebensjahr lohnt sich die monatliche Selbstuntersuchung des Gesäuges. Lege deine Katze entspannt auf den Rücken, taste mit den Fingerkuppen beide Leisten von der Achselhöhle bis zur Leiste ab und achte auf jede Verhärtung, jeden Knoten, jede Asymmetrie. Auch das regelmäßige Bürsten der Katze bietet eine gute Gelegenheit, den Körper systematisch durchzugehen und Veränderungen früh zu bemerken.

Tierärztlicher Blick: warum jeder Knoten in die Praxis gehört

Aus tierärztlicher Sicht gibt es bei Mamma-Knoten der Katze keine Beobachtungsphase, kein Abwarten, kein „Wir schauen mal in vier Wochen, ob sich etwas ändert“. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Knoten am Gesäuge bösartig ist, liegt bei 80 bis 90 Prozent. Innerhalb weniger Wochen kann ein zwei Zentimeter großer Tumor zu einem fünf Zentimeter großen werden, und mit jedem Zentimeter Wachstum sinkt die Heilungschance messbar.

Eine niedergelassene Praxis kann die klinische Untersuchung, Röntgen des Brustkorbs und in vielen Fällen auch die Operation selbst durchführen. Bei sehr großen Tumoren, bei beidseitigem Befall, bei Notwendigkeit einer Chemotherapie oder bei komplexer Wundsituation ist die Überweisung an die Vetmeduni Wien oder eine onkologisch spezialisierte Praxis sinnvoll. In der Bundeshauptstadt findest du geeignete Adressen unter Tierarzt Wien.

Plane finanziell ein. Die Erstuntersuchung mit Palpation, Röntgen und Bauchultraschall liegt in Österreich zwischen 250 und 450 Euro. Eine unilaterale Mastektomie inklusive Narkose, Histologie und stationärem Aufenthalt kostet zwischen 1.500 und 2.500 Euro, eine bilaterale Operation in zwei Sitzungen entsprechend mehr. Eine adjuvante Chemotherapie mit Doxorubicin schlägt mit 1.500 bis 3.000 Euro über sechs Monate zu Buche.

Was du nie tun solltest: Knoten am Gesäuge mit Salben behandeln, mit pflanzlichen Mitteln eindecken oder ignorieren in der Hoffnung, sie verschwinden von selbst. Auch eine Behandlung durch Tierheilpraktikerinnen oder Heilpraktiker mit homöopathischen Globuli ist beim Mammakarzinom kein verantwortungsvoller Weg. Jede Woche Verzögerung kostet Lebenszeit. Wenn du einen Knoten ertastest, ruf am selben oder nächsten Tag in deiner Tierarztpraxis an.

Häufige Fragen zum Mammatumor bei der Katze

Sind Mamma-Knoten bei Katzen immer bösartig?
Nein, aber 80 bis 90 Prozent der Knoten sind bösartig. Eine sichere Unterscheidung ist nur durch histopathologische Untersuchung des operativ entfernten Gewebes möglich. Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit eines Karzinoms wird ein Knoten am Gesäuge der Katze grundsätzlich zügig operativ entfernt.
Reicht es, nur den Knoten zu entfernen?
Nein. Eine Lumpektomie hat ein lokales Rezidivrisiko von etwa 60 Prozent. Goldstandard ist die radikale Mastektomie der gesamten betroffenen Leiste mit allen vier Drüsenkomplexen und den regionalen Lymphknoten. Sie senkt das Rezidivrisiko auf unter 25 Prozent und verlängert die Überlebenszeit deutlich.
Schützt eine Spätkastration vor Mammatumoren?
Nur bedingt. Eine Kastration vor dem sechsten Monat reduziert das Risiko um etwa 91 Prozent, eine Kastration zwischen sieben und zwölf Monaten um rund 86 Prozent. Nach dem zweiten Lebensjahr bringt die Kastration kaum noch einen Schutz. Sie ist aus anderen Gründen (Pyometra, Verhalten) trotzdem sinnvoll.
Welche Rassen sind besonders betroffen?
Siamesen erkranken doppelt so häufig wie andere Rassen und tendenziell jünger, oft schon ab dem siebten Lebensjahr. Auch Burmesen und Orientalisch Kurzhaar zeigen ein erhöhtes Risiko. Hauskatzen erkranken meist zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr.
Was kostet die Operation in Österreich?
Eine unilaterale Mastektomie inklusive Narkose, Histologie und stationärem Aufenthalt kostet zwischen 1.500 und 2.500 Euro, eine bilaterale Operation entsprechend mehr. Eine adjuvante Chemotherapie schlägt mit 1.500 bis 3.000 Euro über sechs Monate zu Buche. Eine bestehende Katzenversicherung deckt einen großen Teil davon ab.
Wie lange lebt eine Katze nach der Operation?
Die mediane Überlebenszeit nach radikaler Mastektomie liegt bei kleinen Tumoren unter zwei Zentimetern bei 30 bis 36 Monaten, bei mittleren Tumoren bei 18 bis 24 Monaten und bei großen oder metastasierten Tumoren bei sechs bis zwölf Monaten. Frühe Diagnose ist der wichtigste Prognosefaktor.
War dieser Beitrag hilfreich?
Danke für deine Bewertung! Speichere Beiträge und erhalte passende Empfehlungen: kostenlos registrieren
Du interessierst dich für Tiergesundheit?
Hol dir deinen persönlichen Bereich mit gespeicherten Beiträgen, Empfehlungen und Tierarzt-Terminen.
Mein go4vet kostenlos starten

VETTY — Dein Tier-Assistent

Hallo! Ich bin VETTY, dein KI-Assistent rund ums Tier. Wie kann ich dir helfen?