Verstopfung bei Katzen

Kurz zusammengefasst

  • Verstopfung bei Katzen: Verstopfung tritt auf, wenn der Kot zu lange im Darm bleibt und hart wird, was zu schmerzhaftem Stuhlgang führt.
  • Symptome und Ursachen: Symptome wie erfolglose Kotabgabe, harter Kot und Bauchschwellung können durch Faktoren wie ballaststoffarme Ernährung, Dehydration und Stress verursacht werden.
  • Behandlung und Prävention: Tierärztliche Untersuchungen, Medikamente, Ernährungsumstellung und vorbeugende Maßnahmen wie Bewegung und Stressreduktion sind entscheidend, um Verstopfung bei Katzen zu behandeln und zu verhindern.

Medizinische Prüfung / Online Redaktion

Dr. Volker Moser
Dr. Volker Moser
Medizinischer Experte
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Nadja Sukalia
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Genauso wie wir Menschen können auch Katzen unter Verdauungsproblemen leiden. Eine Verstopfung kann auftreten, wenn der Stuhl zu lange im Darm verweilt und sich nicht richtig entleert. Das kann zu verschiedenen Symptomen führen und sollte rechtzeitig von einem Tierarzt diagnostiziert und behandelt werden. In diesem Artikel lesen Sie über die Ursachen und Symptome von Verstopfung bei Katzen und wie sie diese vorbeugen können.

Was versteht man unter Verstopfung bei Katzen?

Verstopfungen treten bei Katzen relativ häufig auf. Dabei bleibt der Kot zu lange im Darm und wird nicht ordnungsgemäß ausgeschieden. Dadurch wird der Stuhl hart und trocken, was das Entleeren schwierig und schmerzhaft macht. Der normale Stuhlgang einer Katze hängt unter anderem von ihrer Ernährung, Flüssigkeitsaufnahme und Bewegung. Wenn einer oder mehrere dieser Faktoren gestört sind, kann es zu Verstopfung kommen.

Welche Symptome treten bei Verstopfung bei Katzen auf?

Katzen mit Verstopfung können unterschiedliche Symptome zeigen:

  •       Häufiger oder erfolgloser Versuch Kot abzusetzen
  •       Harter, trockener und kleiner Kot
  •       Schmerzhaftes Miauen während des Stuhlgangs
  •       Verminderte oder fehlende Kotabsätze
  •       Appetitlosigkeit
  •       Erbrechen
  •       Abdominale Schwellung oder Unbehagen
  •       Übermäßige Körperpflege im Analbereich

Was sind mögliche Ursachen von Verstopfung bei Katzen?

Verstopfung bei Katzen kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden.

Ballaststoffarme Ernährung

Eine unausgewogene Ernährung, die arm an Ballaststoffen ist, kann zu Verstopfung führen. Denn Ballaststoffe sind für eine gesunde Darmbewegung und Stuhlkonsistenz essenziell.

Dehydration

Wenn eine Katze nicht genügend Flüssigkeit aufnimmt, wird der Kot im Darm hart und trocken, was die Ausscheidung erschwert.

Fremdkörper

Das Verschlucken von Fremdkörpern wie Haaren, Pflanzen oder Plastik kann den Darm blockieren und zu Verstopfung führen.

Haarballen

Haarballen können sich im Magen-Darm-Trakt ansammeln und den natürlichen Stuhlgang behindern.

Nebenwirkungen von Medikamenten

Einige Medikamente können die Darmbewegung verlangsamen und Verstopfung verursachen.

Neurologische Probleme

Schäden an den Nerven des Darms können die Darmbewegung beeinträchtigen und zu Verstopfung führen.

Welche Rolle spielen Übergewicht und Bewegungsmangel?

Übergewicht und Bewegungsmangel können sich erheblich auf die Verdauung von Katzen auswirken und zu Verstopfung führen. Übergewichtige Katzen sind oft weniger aktiv, was eine verlangsamte Darmbewegung zur Folge haben kann. Darüber hinaus kann überschüssiges Fettgewebe im Bauchraum den Darm zusätzlich beeinträchtigen und die normale Peristaltik hemmen – die wellenförmigen Muskelbewegungen, die den Stuhlgang vorantreiben.

 

 

Bewegungsmangel führt auch dazu, dass die Katze weniger häufig auf die Katzentoilette geht, was die Ausscheidung von Kot verzögern kann. Regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität helfen dabei, die Darmgesundheit bei Katzen aufrechtzuerhalten und Verstopfung vorzubeugen.

Welche Rolle spielt Stress, Unbehagen oder Schmerzen?

Katzen sind empfindliche Tiere, und emotionale Belastungen können sich auf ihren Verdauungstrakt auswirken. Bei Stress produziert der Körper vermehrt Stresshormone, die die Darmbewegung verlangsamen können.

Schmerzen oder Unbehagen, beispielsweise durch Verletzungen oder Erkrankungen im Analbereich oder Darm, können dazu führen, dass die Katze den Stuhlgang vermeidet, um keine Schmerzen zu verspüren. Das kann wiederum zu einer Ansammlung von Kot im Darm führen und Verstopfung verursachen.

Wie hängen Verstopfung und Megakolon bei Katzen zusammen?

Das Megakolon ist eine ernste Komplikation der Verstopfung, bei der der Dickdarm erweitert und gedehnt wird, weil sich der Kot darin ansammelt und nicht ausgeschieden wird. Dieser Zustand tritt oft wiederkehrend auf und kann chronisch werden.

Die anhaltende Verstopfung führt dazu, dass der Kot im Darm verharrt und Wasser daraus resorbiert wird, wodurch er hart und trocken wird. Dieser feste Kot kann den Darm im Laufe der Zeit überdehnen und erweitern, was zu einem Megakolon führt. Megakolonen können den normalen Darmdurchgang blockieren und zu weiteren Verdauungsproblemen führen.

Gibt es weitere Ursachen für Verstopfung bei Katzen?

Neben den bereits erwähnten Ursachen können auch folgende Faktoren Verstopfung bei Katzen verursachen oder begünstigen:

  •       Darmverschluss oder Darmtumore
  •       Entzündliche Darmerkrankungen
  •       Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion
  •       Nebenwirkungen bestimmter Medikamente
  •       Probleme mit dem Analsack

Welche Katzen sind besonders anfällig für Verstopfung?

Obwohl Verstopfung bei Katzen grundsätzlich jeden treffen kann, gibt es einige Faktoren, die das Risiko erhöhen:

  •       zunehmendes Alter
  •       Übergewicht
  •       Langhaarkatzen haben oft ein erhöhtes Risiko für Haarballen, die Verstopfung verursachen können
  •       Emotionale Belastungen

Wann sollte man einen Tierarzt aufsuchen?

Wenn Sie bei Ihrer Katze Anzeichen von Verstopfung bemerken, sollten Sie möglichst bald Ihrem Tierarzt einen Besuch abstatten. Der Tierarzt kann die genaue Ursache der Verstopfung feststellen und entsprechende Behandlungen einleiten. Besonders wichtig ist ein sofortiger Besuch, wenn Ihre Katze auch Anzeichen von Dehydration, Erbrechen oder einer aufgeblähten Bauchregion zeigt, da dies auf eine ernstere Erkrankung hinweisen könnte.

 

 

Kann Verstopfung bei Katzen lebensbedrohlich sein?

Eine unbehandelte Verstopfung kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen, insbesondere wenn sich ein Megakolon entwickelt. Ein Megakolon kann den Darm vollständig blockieren und zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen, darunter Darmriss, Kotstau und sogar Nekrose des Darms. Diese Zustände erfordern dringende medizinische Intervention und können ohne Behandlung lebensbedrohlich sein.

Welche Untersuchungen führt der Tierarzt bei Katzen mit Verstopfung durch?

Der Tierarzt führt eine Reihe an Untersuchungen durch, um die genaue Ursache der Verstopfung zu ermitteln und zu behandeln.

Anamnese

Der Tierarzt wird Sie nach der Krankheitsgeschichte und dem Verhalten Ihrer Katze befragen, um Hinweise auf mögliche Auslöser der Verstopfung zu erhalten.

Körperliche Untersuchung

Ihre Katze wird gründlich untersucht, um äußere Anzeichen von Verstopfung oder anderen Erkrankungen zu erkennen.

Palpation des Bauches

Durch Abtasten des Bauches kann der Tierarzt nach Veränderungen oder Anomalien suchen.

Röntgenaufnahmen oder Ultraschall

Diese Bildgebungstechniken können helfen, die Darmveränderungen oder Verstopfungen zu identifizieren.

Blutuntersuchungen

Um zugrunde liegende Erkrankungen auszuschließen oder zu diagnostizieren, kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden.

Wie wird Verstopfung bei Katzen behandelt?

Die Behandlung von Verstopfung bei Katzen hängt von der zugrunde liegenden Ursache und der Schwere der Verstopfung ab.

Medikamente

Laxative oder abführende Medikamente können helfen, den Kot weicher zu machen und die Darmbewegung zu fördern.

Flüssigkeitszufuhr

Bei Flüssigkeitsmangel wird dem Tier intravenös Flüssigkeit zugeführt, um den Wasserhaushalt im Körper auszugleichen.

Ernährungsumstellung

Eine ballaststoffreiche Ernährung kann helfen, die Darmbewegung zu unterstützen und Verstopfung zu verhindern.

Entfernung von Haarballen

Wenn Haarballen die Ursache der Verstopfung sind, können spezielle Haarballenmittel verwendet oder eine Entfernung durch den Tierarzt vorgenommen werden.

Welches Futter ist für Katzen geeignet, die zu Verstopfung neigen?

Katzen, die zu Verstopfung neigen oder bereits Verstopfung hatten, sollten eine ballaststoffreiche Ernährung bekommen. Ballaststoffe helfen dabei, den Darm aktiv zu halten und die Stuhlkonsistenz zu verbessern. Nassfutter mit hohem Feuchtigkeitsgehalt kann ebenfalls hilfreich sein, um Dehydration zu vermeiden und die Stuhlentleerung zu erleichtern. Es ist ratsam, mit Ihrem Tierarzt über eine geeignete Diät für Ihre Katze zu sprechen.

Wie stehen die Heilungschancen bei Verstopfung bei Katzen?

Die Heilungschancen hängen stark von der zugrunde liegenden Ursache und der rechtzeitigen Behandlung ab. In den meisten Fällen, wenn die Verstopfung frühzeitig erkannt und behandelt wird, stehen die Chancen für eine vollständige Genesung gut. Allerdings können Komplikationen wie das Megakolon die Prognose verschlechtern und eine langfristige Betreuung erfordern. Die Zusammenarbeit mit einem Tierarzt und die Umsetzung einer geeigneten Behandlungs- und Vorsorgestrategie verbessern die Heilungschancen maßgeblich.

Wie kann Verstopfung bei Katzen vorgebeugt werden?

Um Verstopfung bei Katzen vorzubeugen, können folgende Maßnahmen hilfreich sein.

Ballaststoffreiche Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen fördert die Darmgesundheit und verhindert Verstopfung.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Stellen Sie sicher, dass Ihre Katze immer Zugang zu frischem Wasser hat, um einen Flüssigkeitsmangel zu vermeiden.

Regelmäßige Bewegung

Fördern Sie körperliche Aktivität und Spielzeiten, um die Darmbewegung zu unterstützen und Übergewicht zu vermeiden.

Haarpflege

Regelmäßiges Bürsten und Pflegen der Katze reduziert die Aufnahme von Haaren und verhindert die Bildung von Haarballen.

Stressreduktion

Schaffen Sie eine stressfreie Umgebung für Ihre Katze und beobachten Sie ihre Verhaltensänderungen, um Stressfaktoren frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

Fazit

Verstopfung bei Katzen ist ein häufiges Verdauungsproblem, das durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Es ist wichtig, die Symptome früh zu erkennen und zu handeln, um ernsthafte Komplikationen zu verhindern. Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Bewegung und Stressreduktion sind wichtige Faktoren, die dazu beitragen können, Verstopfung bei Katzen vorzubeugen. Bei Anzeichen von Verstopfung sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden, um eine genaue Diagnose und angemessene Behandlung zu erhalten.

 

 

Medizinische Qualitätsprüfung

Medizinischer Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: November 7, 2023

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