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Die Siamkatze ist eine der ältesten und unverwechselbarsten Katzenrassen der Welt und begeistert bis heute mit ihrer schlanken Eleganz, den tiefblauen Augen und einem Charakter, der ihresgleichen sucht. Wer schon einmal mit einer Siamkatze zusammengelebt hat, weiß: Diese Katze redet mit dir, folgt dir durch die Wohnung und will an allem teilhaben, was du tust. Ursprünglich stammt sie aus dem früheren Königreich Siam, dem heutigen Thailand, wo sie als Tempel- und Palastkatze verehrt wurde. Ihre auffällige Point-Zeichnung, bei der Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz dunkler gefärbt sind als der helle Körper, macht sie sofort erkennbar. Doch die Siamkatze ist weit mehr als ein hübsches Gesicht. Sie ist hochintelligent, extrem sozial und braucht einen Menschen, der ihr Zeit, Beschäftigung und am besten einen Katzenkumpel bietet. In diesem Porträt bekommst du den kompletten Überblick: von der Herkunft über den Unterschied zwischen dem modernen und dem ursprünglichen Old-Style-Typ, den Charakter und die richtige Haltung bis hin zu den rassetypischen Krankheiten, der Pflege, der Ernährung und den echten Kosten in Österreich und Deutschland. So kannst du ehrlich einschätzen, ob diese gesprächige Diva zu deinem Leben passt.

Siamkatze

Uralte Rasse aus Thailand

Die Siamkatze zählt zu den ältesten dokumentierten Katzenrassen und stammt aus dem früheren Siam. Ihre Point-Zeichnung entsteht durch einen temperaturabhängigen Farbgenmechanismus.

Gespraechig

Die gesprächigste Katze überhaupt

Kaum eine Rasse ist so stimmfreudig. Die Siamkatze kommentiert ihren Alltag mit einer lauten, rauen Stimme und fordert deine Aufmerksamkeit lautstark ein.

Gesundheit

Rassetypische Erbkrankheiten kennen

Progressive Retinaatrophie, Amyloidose und felines Asthma treten bei Siamkatzen gehäuft auf. Seriöse Zucht mit Gentests ist deshalb entscheidend.

Haltung

Nie gern allein

Die Siamkatze ist ein ausgesprochener Menschenfreund und Sozialtier. Einzelhaltung ohne Artgenossen und ohne viel Zuwendung macht sie unglücklich.

Steckbrief Siamkatze

Merkmal Siamkatze im Überblick
Herkunft Thailand (früheres Königreich Siam)
Größe schlank und mittelgroß, etwa 30 cm Schulterhöhe
Gewicht Kater 4 bis 6 kg
Gewicht Katze 2,5 bis 4,5 kg
Lebenserwartung zwölf bis 20 Jahre, oft 15 Jahre und mehr
Felltyp und Farben kurzes Point-Fell; Seal Point, Blue Point, Chocolate Point, Lilac Point und weitere
Augen immer intensiv blau, mandelförmig
Charakter sehr gesprächig, anhänglich, intelligent, verspielt, sozial
Aktivitätslevel hoch, braucht viel Beschäftigung
Preis beim Züchter 800 bis 1.300 Euro

Woher stammt die Siamkatze ursprünglich?

Die Siamkatze gehört zu den ältesten dokumentierten Katzenrassen der Welt. Ihre Heimat ist Thailand, das bis 1939 Siam hieß. Dort lebte sie in Tempeln und königlichen Palästen und galt als heilige Katze, die den Höfen der Herrscher vorbehalten war. Alte thailändische Manuskripte, das sogenannte Tamra Maew oder Katzenbuch, zeigen bereits vor Jahrhunderten Katzen mit heller Körperfarbe und dunklen Abzeichen. Im späten 19. Jahrhundert kamen die ersten Siamkatzen nach Europa und in die Vereinigten Staaten, wo sie als exotische Rarität schnell für Aufsehen sorgten. Ein berühmtes Paar wurde 1884 dem britischen Generalkonsul in Bangkok geschenkt und nach England gebracht, was den Grundstein für die westliche Zucht legte.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Siamkatze zu einer der beliebtesten Rassekatzen überhaupt. Sie stand Pate für viele weitere Rassen, darunter die Orientalisch Kurzhaar, die Balinese als halblanghaarige Variante und die Havana Brown. Bis heute ist die Siamkatze das Sinnbild der eleganten, kommunikativen Edelkatze. Wichtig zu wissen: Alle in Österreich und Deutschland gehaltenen Siamkatzen stammen aus Nachzuchten seriöser Züchterinnen und Züchter oder leben als Mischlinge in Privathaushalten. Ein Import von Tieren aus Thailand spielt für die Haltung hierzulande keine Rolle.

Wie sieht eine Siamkatze aus und was unterscheidet moderne vom Old-Style-Typ?

Das auffälligste Merkmal der Siamkatze ist die Point-Zeichnung. Der Körper ist hell, während Gesichtsmaske, Ohren, Beine und Schwanz deutlich dunkler gefärbt sind. Diese Zeichnung entsteht durch eine besondere Form der Fellfärbung, die temperaturabhängig ist. An den kühleren Körperstellen bildet sich mehr Farbpigment, an den warmen Rumpfpartien weniger. Deshalb kommen Siamkätzchen fast weiß zur Welt und entwickeln ihre Points erst in den ersten Lebenswochen und Monaten. Die klassischen Farbvarianten sind Seal Point mit dunkelbraunen Abzeichen, Blue Point in kühlem Graublau, Chocolate Point in warmem Milchschokoladenton und Lilac Point in zartem Graurosa. Alle Siamkatzen haben leuchtend blaue, mandelförmige Augen. Diese intensive Augenfarbe hängt genetisch mit der Point-Färbung zusammen.

Bei der Körperform unterscheidet man heute zwei Typen, und dieser Unterschied ist für Interessierte entscheidend. Die moderne Siamkatze, wie sie auf Ausstellungen dominiert, ist extrem schlank, hat einen langen, keilförmigen Kopf, sehr große Ohren und einen grazilen, röhrenförmigen Körper. Der ursprüngliche Typ, den viele als Old-Style-Siam oder Thaikatze kennen, wirkt dagegen kompakter, hat einen runderen Kopf, einen kräftigeren Körperbau und einen weniger extremen Ausdruck. Dieser traditionelle Typ wird von einigen Zuchtverbänden inzwischen als eigenständige Rasse unter dem Namen Thai geführt. Für dich als künftige Halterin oder Halter bedeutet das: Beide Typen teilen das gleiche gesprächige, anhängliche Wesen, unterscheiden sich aber deutlich im Aussehen. Wer die klassische, etwas robustere Erscheinung bevorzugt, sollte gezielt nach Old-Style-Siam oder Thaikatzen suchen.

Siamkatze mit Point-Zeichnung sitzt im Freien

Wie ist der Charakter der Siamkatze?

Wenn eine Eigenschaft die Siamkatze am besten beschreibt, dann ist es ihre Gesprächigkeit. Keine andere Rasse kommuniziert so ausdauernd und lautstark mit ihren Menschen. Die Siamkatze hat eine tiefe, raue und durchdringende Stimme, mit der sie fordert, begrüßt, protestiert und kommentiert. Manche Halter beschreiben es so, als würde die Katze ein ständiges Gespräch mit ihnen führen. Diese Stimmfreude ist charmant, kann in einer hellhörigen Wohnung aber auch zur Herausforderung werden. Wer absolute Ruhe sucht, ist mit einer Siamkatze schlecht beraten.

Neben der Redseligkeit ist die Siamkatze vor allem eines: extrem menschenbezogen. Sie bindet sich eng an ihre Bezugsperson, folgt ihr von Raum zu Raum, sitzt gern auf dem Schoß und schläft am liebsten im Bett ihrer Menschen. Diese Anhänglichkeit hat ihr den Ruf einer hundeähnlichen Katze eingebracht. Viele Siamkatzen lernen sogar, an der Leine zu laufen, Gegenstände zu apportieren oder kleine Kunststücke zu zeigen. Ihre hohe Intelligenz verlangt geistige Auslastung. Eine unterforderte Siamkatze wird schnell erfinderisch, öffnet Schränke, wirft Dinge herunter und sucht sich eigene Beschäftigung, die dir womöglich nicht gefällt. Sie ist verspielt bis ins hohe Alter, temperamentvoll und neugierig. Diese Kombination aus Intelligenz, Bewegungsdrang und Sozialbedürfnis macht die Siamkatze zu einer der anspruchsvollsten, aber auch lohnendsten Hauskatzen.

Junge Siamkatze miaut und zeigt ihr gespraechiges Wesen

Wie hältst du eine Siamkatze artgerecht in der Wohnung?

Die Siamkatze eignet sich gut für die Wohnungshaltung, allerdings nur unter klaren Bedingungen. Weil sie so stark auf Gesellschaft angewiesen ist, sollte sie niemals stundenlang allein bleiben. Eine berufstätige Person, die den ganzen Tag außer Haus ist und nur eine einzelne Siamkatze hält, wird diesem Sozialtier nicht gerecht. Die beste Lösung ist deshalb, mindestens zwei Katzen zu halten, damit sich die Tiere gegenseitig Gesellschaft leisten. Wie du das Zusammenleben von zwei Katzen auf engem Raum harmonisch gestaltest, erklärt unser Ratgeber dazu, zwei Katzen in der Wohnung zu halten, ausführlich.

Da die Siamkatze so aktiv und klug ist, braucht sie eine reich strukturierte Umgebung. Klettermöglichkeiten, hohe Aussichtsplätze, Kratzbäume, Fummelbretter und regelmäßige Spieleinheiten mit dir gehören zum Pflichtprogramm. Eine gelangweilte Siamkatze entwickelt sonst leicht Verhaltensauffälligkeiten. Viele praktische Ideen, wie du eine reine Wohnungskatze auslastest, findest du in unserem Beitrag darüber, wie du eine Wohnungskatze sinnvoll beschäftigst. Ein gesicherter Balkon oder ein Katzennetz erweitern den Lebensraum zusätzlich. Weil die Siamkatze so gesellig und im Vergleich zu vielen anderen Rassen auch geräuschintensiv ist, lohnt sich vor dem Einzug ein Blick auf unsere Übersicht der Katzenrassen für die Wohnung, um die eigenen Erwartungen realistisch abzugleichen. Wer sich für den schlanken Kurzhaartyp der Siam interessiert, findet weitere passende Rassen in unserer Übersicht der Kurzhaarkatzen.

Passt die Siamkatze zu dir?

Eine Siamkatze ist die richtige Wahl, wenn du viel Zeit zu Hause verbringst und eine Katze möchtest, die aktiv am Leben teilnimmt. Du solltest ihre laute, häufige Stimme mögen oder zumindest tolerieren und bereit sein, mindestens zwei Tiere zu halten. Du bietest geistige Auslastung durch Spiel und Training und hast Geduld mit einem sehr fordernden Charakter. Wenig geeignet ist die Rasse, wenn du absolute Ruhe brauchst, tagsüber selten daheim bist oder dir eine unabhängige, distanzierte Katze wünschst.

Passt die Siamkatze zu Familien und als Zweitkatze?

Die Siamkatze ist ein ausgezeichneter Familienbegleiter, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Sie ist verspielt, kontaktfreudig und sucht aktiv den Umgang mit ihren Menschen, auch mit Kindern. Wichtig ist, dass Kinder den respektvollen Umgang mit der Katze lernen und ihr Rückzugsmöglichkeiten lassen. Eine Siamkatze, die ins Familienleben eingebunden ist und viel Aufmerksamkeit bekommt, blüht regelrecht auf. Weil sie so personenbezogen ist, kann sie allerdings eifersüchtig auf Vernachlässigung reagieren und macht dann durch lautes Rufen oder kleine Streiche auf sich aufmerksam.

Als Zweitkatze oder in einer Mehrkatzenhaltung fühlt sich die Siamkatze meist ausgesprochen wohl, denn ihr geselliges Wesen kommt hier voll zum Tragen. Ideal ist eine zweite Katze mit ähnlichem Temperament, etwa eine weitere Siam, eine Orientalisch Kurzhaar oder eine andere aktive, verspielte Rasse. Eine sehr ruhige, zurückgezogene Katze könnte sich von der temperamentvollen Siam dagegen bedrängt fühlen. Auch mit hundefreundlichen Familienhunden kommt die selbstbewusste Siamkatze oft gut zurecht. Damit die Zusammenführung gelingt, sollte sie behutsam und schrittweise erfolgen. Grundsätzlich gilt: Je früher eine Siamkatze an Artgenossen und andere Tiere gewöhnt wird, desto entspannter verläuft das spätere Zusammenleben.

Welche rassetypischen Krankheiten hat die Siamkatze?

Die Siamkatze gilt insgesamt als robuste und langlebige Rasse, doch wie bei allen reinrassigen Katzen gibt es einige erblich bedingte und rassetypische Erkrankungen, die du kennen solltest. Wer sich für ein Kätzchen interessiert, sollte gezielt bei seriösen Züchterinnen und Züchtern kaufen, die ihre Zuchttiere auf die relevanten Erbkrankheiten testen lassen. Genau das unterscheidet verantwortungsvolle Zucht vom sogenannten Vermehrergeschäft. Solltest du bei deiner Katze eines der folgenden Symptome bemerken, warte nicht ab, sondern lass sie tierärztlich abklären. Über unsere Plattform kannst du jederzeit eine Tierärztin oder einen Tierarzt in deiner Nähe finden. Bei unklaren Beschwerden hilft dir zur ersten Einordnung außerdem unser Symptom-Checker weiter, der jedoch niemals die tierärztliche Untersuchung ersetzt.

Die wohl bekannteste erbliche Erkrankung der Siamkatze ist die progressive Retinaatrophie, kurz PRA. Dabei sterben die Sehzellen in der Netzhaut nach und nach ab, was zunächst zu Nachtblindheit und im Verlauf zur vollständigen Erblindung führt. Bei der Siamkatze und verwandten Rassen ist die Variante rdAc verantwortlich, für die ein zuverlässiger Gentest existiert. Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Elterntiere testen, sodass keine kranken Kätzchen entstehen. Weil die Katze auch ohne Sehkraft in gewohnter Umgebung noch erstaunlich gut zurechtkommt, fällt die Erkrankung manchmal spät auf. Stößt deine Katze gegen Möbel oder wirkt sie in der Dämmerung unsicher, gehört sie augenärztlich untersucht.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die systemische Amyloidose. Bei dieser Stoffwechselstörung lagert sich ein fehlgefaltetes Eiweiß in Organen ab, bei der Siamkatze vor allem in der Leber, seltener in den Nieren. Das kann im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Organversagen oder einer Leberruptur führen. Die Amyloidose tritt familiär gehäuft auf und zeigt sich oft erst im mittleren Lebensalter durch unspezifische Symptome wie Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und vermehrten Durst. Auch das feline Asthma, eine chronisch-allergische Entzündung der unteren Atemwege, kommt bei Siam- und Orientalenkatzen häufiger vor als bei anderen Rassen. Betroffene Katzen husten anfallsartig, atmen pfeifend oder zeigen Atemnot. Ein solcher Anfall kann bedrohlich werden und gehört immer tierärztlich behandelt.

Darüber hinaus neigen Siamkatzen zu Zahnerkrankungen, insbesondere zu Zahnfleischentzündungen und Zahnresorptionen, weshalb regelmäßige Kontrollen des Gebisses wichtig sind. Ein rassetypisches Verhalten, das medizinisch relevant werden kann, ist das sogenannte Wollsaugen, eine Form von Pica. Dabei saugen oder kauen die Katzen an Wolle, Textilien oder anderen ungenießbaren Materialien. Verschlucken sie größere Teile, drohen gefährliche Darmverschlüsse. Historisch waren bei der Siamkatze außerdem Schielen und ein leichtes Augenzittern verbreitet, die mit der Point-Genetik zusammenhängen. Durch gezielte Zucht sind diese Merkmale heute selten geworden und beeinträchtigen die Tiere in der Regel nicht. Seltener treten erbliche Stoffwechselerkrankungen wie die Gangliosidose auf, für die es in betroffenen Zuchtlinien ebenfalls Gentests gibt. Auch Herzerkrankungen wie die hypertrophe Kardiomyopathie kommen vor, wenn auch nicht so ausgeprägt rassetypisch wie bei manch anderer Rasse. Die beste Vorsorge ist und bleibt der Kauf bei einem seriösen Züchter mit lückenloser Gesundheitsdokumentation sowie die jährliche tierärztliche Vorsorgeuntersuchung.

Siamkatze liegt entspannt und blickt mit blauen Augen

Wie pflegst du eine Siamkatze richtig?

Bei der Fellpflege ist die Siamkatze angenehm unkompliziert. Ihr kurzes, eng anliegendes Fell hat kaum Unterwolle und neigt nicht zum Verfilzen. Es reicht völlig aus, die Katze einmal pro Woche mit einer weichen Bürste oder einem Pflegehandschuh durchzugehen, um lose Haare zu entfernen und die Fellpflege gleichzeitig als Streicheleinheit zu nutzen. In der Zeit des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst darf es etwas häufiger sein. Baden ist bei einer gesunden Siamkatze nicht nötig.

Mehr Aufmerksamkeit als das Fell verdient das Gebiss. Weil Siamkatzen anfällig für Zahnprobleme sind, solltest du das Maul regelmäßig kontrollieren und idealerweise an eine Zahnpflege gewöhnen, etwa mit einer speziellen Katzenzahnbürste oder Zahnpflegeprodukten. Kontrolliere außerdem regelmäßig die Ohren und Augen und schneide bei Bedarf die Krallen, sofern die Katze sie nicht ausreichend an Kratzmöbeln abnutzt. Der größte Pflegeaufwand bei der Siamkatze ist nicht körperlich, sondern liegt in der Beschäftigung: Diese kluge Katze braucht täglich deine Zeit für Spiel, Training und Zuwendung. Das ist der eigentliche Pflegeschwerpunkt dieser Rasse.

Was solltest du bei der Ernährung der Siamkatze beachten?

Wie jede Katze ist die Siamkatze ein reiner Fleischfresser und braucht eine hochwertige, fleischbasierte Ernährung mit hohem Proteinanteil und wenig pflanzlichen Füllstoffen. Ob du hochwertiges Nassfutter, eine gut zusammengestellte Rohfütterung oder eine Kombination wählst, hängt von deinen Möglichkeiten und dem Rat deiner Tierärztin ab. Wichtig ist, dass immer frisches Wasser bereitsteht, denn eine gute Flüssigkeitsaufnahme schützt die Nieren und die ableitenden Harnwege.

Die Siamkatze hat einen lebhaften Stoffwechsel und ist von Natur aus eher schlank. Übergewicht ist bei aktiven Tieren seltener ein Problem als bei ruhigeren Rassen, sollte aber trotzdem im Blick behalten werden, besonders bei reiner Wohnungshaltung und kastrierten Tieren. Falls deine Katze doch zu viel auf die Waage bringt, findest du Unterstützung in unserem Ratgeber, wie du eine übergewichtige Katze gesund abnehmen lässt. Ein Auge haben solltest du außerdem auf das bereits erwähnte Wollsaugen. Manche Fachleute vermuten einen Zusammenhang mit Langeweile oder einem gesteigerten Kaubedürfnis, weshalb ausreichend Beschäftigung und faserreiche Ernährung vorbeugend wirken können. Verschluckt deine Katze regelmäßig ungenießbare Dinge, sprich das unbedingt bei der nächsten Untersuchung an.

💰 Was kostet eine Siamkatze in Österreich und Deutschland?

Eine Siamkatze aus seriöser Zucht mit Stammbaum, Gesundheitstests und guter Sozialisierung kostet in Österreich und Deutschland meist zwischen 800 und 1.300 Euro. Von auffällig günstigen Angeboten ohne Papiere und ohne Gesundheitsnachweise solltest du die Finger lassen, denn dahinter steckt oft unseriöse Vermehrung. Da die gesellige Siamkatze am besten zu zweit lebt, plane realistisch für zwei Tiere. Dazu kommt die Erstausstattung mit Kratzbaum, Transportbox, Näpfen, Katzentoiletten und Spielzeug, die mit rund 200 bis 400 Euro zu Buche schlägt. Die laufenden monatlichen Kosten für hochwertiges Futter, Katzenstreu und Kleinbedarf liegen pro Katze bei etwa 40 bis 70 Euro. Nicht vergessen darfst du die Rücklage für die Tiergesundheit: Eine jährliche Vorsorgeuntersuchung mit Impfung kostet in Österreich meist zwischen 60 und 100 Euro, in Deutschland zwischen 50 und 90 Euro. Für unerwartete Behandlungen, etwa bei Asthma oder Zahnerkrankungen, solltest du zusätzlich Geld zurücklegen oder über eine Katzenkrankenversicherung nachdenken.

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Häufige Fragen zur Siamkatze

Warum sind Siamkatzen so gesprächig?
Die Gesprächigkeit ist ein tief verankertes Rassemerkmal der Siamkatze. Sie ist von Natur aus stark auf den Menschen bezogen und nutzt ihre laute, raue Stimme, um zu kommunizieren, Aufmerksamkeit einzufordern und ihren Alltag zu kommentieren. Wer eine Siamkatze hält, sollte diese Stimmfreude mögen, denn sie lässt sich kaum abtrainieren. Viel Beschäftigung und Zuwendung reduzieren übermäßiges Rufen aus Langeweile oder Frust.
Kann man eine Siamkatze alleine halten?
Besser nicht. Die Siamkatze ist ein ausgesprochenes Sozialtier und leidet unter langer Einsamkeit. Wenn du tagsüber häufig außer Haus bist, solltest du unbedingt eine zweite Katze halten, damit sich die Tiere Gesellschaft leisten. Eine einzelne Siamkatze ohne viel menschliche Zuwendung neigt zu Verhaltensauffälligkeiten wie Dauerrufen, Unsauberkeit oder übermäßigem Wollsaugen.
Wie alt wird eine Siamkatze?
Siamkatzen gehören zu den langlebigen Rassen und erreichen bei guter Haltung häufig ein Alter von zwölf bis 20 Jahren, manche werden sogar noch älter. Entscheidend sind eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Beschäftigung sowie regelmäßige tierärztliche Vorsorge. Der Kauf bei einem seriösen Züchter mit Gesundheitstests legt die Basis für ein langes, gesundes Katzenleben.
Was ist der Unterschied zwischen moderner Siam und Thaikatze?
Beide teilen das gleiche gesprächige, anhängliche Wesen, unterscheiden sich aber im Aussehen. Die moderne Siamkatze ist sehr schlank, hat einen langen, keilförmigen Kopf und große Ohren. Der ursprüngliche Typ, heute oft als Thaikatze oder Old-Style-Siam geführt, wirkt kompakter, hat einen runderen Kopf und einen kräftigeren Körperbau. Wer die klassische Erscheinung mag, sucht gezielt nach Thai oder Old-Style-Siam.
Welche Krankheiten sind bei Siamkatzen typisch?
Zu den rassetypischen Erkrankungen zählen die progressive Retinaatrophie, die zur Erblindung führen kann, die systemische Amyloidose mit Ablagerungen vor allem in der Leber sowie das feline Asthma. Auch Zahnerkrankungen und das Wollsaugen als Form der Pica kommen vor. Seriöse Zucht mit Gentests und regelmäßige tierärztliche Vorsorge sind die wichtigsten Schutzfaktoren. Bei Symptomen wie Sehschwäche, Husten oder Appetitlosigkeit gehört die Katze rasch untersucht.
Haaren Siamkatzen stark?
Nein, Siamkatzen haaren vergleichsweise wenig. Ihr kurzes Fell hat kaum Unterwolle und ist sehr pflegeleicht. Einmal wöchentliches Bürsten reicht in der Regel aus, im Fellwechsel etwas häufiger. Wichtig zu wissen: Trotz des geringen Haarens ist die Siamkatze nicht allergikerfreundlich, denn Katzenallergien werden vor allem durch Eiweiße im Speichel und in den Hautschuppen ausgelöst, nicht durch die Haarmenge.
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