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Hund im Sommer: Hitze, Pfotenschutz & Sonnenschutz

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Hund im Sommer: Hitze, Pfotenschutz und Sonnenschutz

Der Hund im Sommer ist mit Hitze, heißem Asphalt und intensiver UV-Strahlung konfrontiert, und du als Halterin oder Halter trägst die Verantwortung für eine sichere Sommergestaltung. Wenn du in Österreich oder in Deutschland im Juli und August mit deinem Hund unterwegs bist, brauchst du klare Routinen für Spaziergänge, Wassergaben, Pfotenpflege und das Erkennen früher Warnzeichen für einen Hitzschlag. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Hunde regulieren ihre Körpertemperatur fast ausschließlich über das Hecheln und über die Verdunstung an den Pfotenballen. Klimakomfort, Pausen im Schatten und ausreichend Trinkwasser entscheiden über Wohlbefinden oder Notfall. Dieser Ratgeber bringt dir die wichtigsten Maßnahmen für den Sommer in geordneter Reihenfolge: Risikoeinschätzung, Tagesrhythmus, Pfotenschutz, Sonnenschutz, Fütterung, Auto- und Reisetipps sowie das Erkennen und Behandeln eines Hitzschlags.

Klimaforscher in Österreich verzeichnen seit Jahren steigende Hitzetage in Wien, Graz und im Burgenland mit immer häufigeren Phasen über dreißig Grad. Das verlängert die kritische Sommerperiode für unsere Hunde von ehemals sechs Wochen auf inzwischen drei Monate und mehr. Die Empfehlungen in diesem Beitrag gelten daher gleichermaßen für die Stadt wie für den ländlichen Raum, mit besonderem Augenmerk auf die typischen Hitzefallen wie aufgeheizte Innenstädte, beheizte Tiefgaragen und gut gemeinte aber gefährliche Picknickausflüge in der Mittagssonne.

Hitzschlag Notfall

Notfall: Hund im heißen Auto

Lass deinen Hund niemals im geparkten Auto, auch nicht für fünf Minuten, auch nicht im Schatten. Bei zwanzig Grad Außentemperatur erreicht das Innere eines Autos in kurzer Zeit fünfundvierzig Grad. Bei Verdacht auf Hitzschlag fährst du sofort in die nächste Tierklinik.

Welche Hunde sind im Sommer besonders gefährdet?

Nicht jeder Hund verträgt Hitze gleich. Brachycephale Rassen wie Französische Bulldogge, Mops, English Bulldog oder Boxer haben durch verkürzte Atemwege eine deutlich reduzierte Wärmeabgabe. Bei diesen Hunden ist das Risiko eines Hitzschlags um ein Vielfaches erhöht. Mehr zum Hintergrund findest du in unserem Beitrag zum brachycephalen Syndrom.

Auch ältere Hunde, übergewichtige Tiere, Welpen unter sechs Monaten, Hunde mit Herz- oder Lungenerkrankungen, mit hormonellen Erkrankungen wie der Schilddrüsenunterfunktion sowie Hunde mit dichtem Doppelfell wie Husky, Berner Sennenhund oder Neufundländer sind erhöht gefährdet. Schwarz- oder dunkelfellige Hunde heizen unter direkter Sonneneinstrahlung schneller auf.

Auch Hunde, die im normalen Alltag wenig Bewegung haben, kommen mit plötzlicher Sommerwärme schlechter zurecht. Plane für Risikohunde besonders strikte Pausenstruktur, ausschließlich frühe Morgen- und späte Abendrunden und idealerweise klimatisierte Innenräume an heißen Tagen. Eine Kühlmatte im Lieblingsplatz, ein nasses Handtuch unter dem Liegeplatz oder ein Tongefäß mit kaltem Wasser sind einfache Hilfsmittel, die viele Hundehalterinnen und Hundehalter unterschätzen. Bei sehr empfindlichen Tieren lohnt sich der Aufenthalt in einem Raum mit Kühlgerät über die Mittagsstunden.

Wie passt du den Tagesrhythmus an Hitzewellen an?

An Tagen mit über fünfundzwanzig Grad Außentemperatur verschiebst du Spaziergänge in die kühlen Stunden. Geh die längere Runde idealerweise vor sieben Uhr morgens, eine kürzere Runde am Abend nach einundzwanzig Uhr. Mittagshitze zwischen elf und siebzehn Uhr ist Pause, mit Aufenthalt in kühlen Räumen, ausreichend Wasser und Möglichkeit zum Verlagern auf kühlere Bodenflächen wie Fliesen oder Kühlmatten.

Vermeide Asphaltflächen und Steinplatten in der Sonne, denn die Oberflächentemperatur kann bei dreißig Grad Außentemperatur über sechzig Grad steigen. Eine einfache Probe: Halt deine Handfläche fünf Sekunden auf den Boden. Ist es für dich zu heiß, ist es auch für die Pfoten deines Hundes zu heiß. Wähl Wald-, Wiesen- oder Schotterwege im Schatten, ideal mit Kontakt zu Bach- oder Seenwasser.

Reduzier die Bewegungsintensität. Verzichte auf langes Apportieren, auf Joggen mit dem Hund und auf intensive Trainingseinheiten in der Mittagshitze. Auch der Aufenthalt im Garten in voller Sonne braucht eine Schattenoption mit Sonnensegel oder Pavillon und immer Zugang zu frischem Wasser.

Wie schützt du die Pfoten vor heißem Asphalt?

Heißer Asphalt verursacht innerhalb weniger Minuten Verbrennungen ersten und zweiten Grades am Pfotenballen. Die Verletzungen sind schmerzhaft, langwierig in der Heilung und oft mit Sekundärinfektionen verbunden. Plan deine Routen so, dass möglichst viel Schatten und natürliche Untergründe vorkommen. Quere asphaltierte Flächen zügig und nutz im Notfall einen Tragewagen oder einen kleinen Hund auf dem Arm.

Für längere Spaziergänge bei warmer Witterung helfen schützende Wachsbalsame oder spezielle Pfotenschuhe. Schuhe brauchen eine Eingewöhnungszeit von ein bis zwei Wochen, sonst läuft dein Hund unsicher und kann stürzen. Mehr zur Pflege findest du im Ratgeber zur Pfotenpflege.

Kontrolliere die Ballen täglich auf Risse, Blasen oder Verfärbungen. Bei sichtbaren Verbrennungen oder bei nässender Haut fahr in die Tierarztpraxis. Verbrennungen brauchen sterile Versorgung, oft eine antibiotische Therapie und konsequente Schonung über zwei bis drei Wochen.

Welche Bedeutung hat Sonnenschutz beim Hund?

Hunde mit hellem Fell, dünner Behaarung an Bauch oder Innenschenkeln, mit unpigmentierten Hautstellen am Nasenrücken oder mit kurzgeschorenem Fell entwickeln bei intensiver Sonnenexposition Sonnenbrand und langfristig ein erhöhtes Risiko für Hauttumoren. Besonders gefährdet sind weiße Boxer, Bullterrier, Dalmatiner oder Whippets.

Schütz exponierte Stellen mit speziellem Sonnenschutz für Hunde. Verwende keine Humanprodukte mit Zinkoxid oder Salicylaten, denn beim Belecken sind sie giftig. Trag Sonnenschutz an Nasenrücken, Ohrenränder, unbehaarte Bauchhaut und an frisch geschorene Stellen auf, idealerweise dreißig Minuten vor dem Spaziergang.

Verzichte aufs Scheren des Fells im Sommer. Das Fell isoliert nicht nur gegen Kälte, sondern auch gegen Hitze, denn die Luftschicht zwischen den Haaren wirkt wie eine Klimazone. Eine intensive Unterwollentfernung mit Karde und Entfilzungsharke verbessert die Wärmeabgabe deutlich besser als jede Schur. Mehr Hintergrund findest du in unserem Ratgeber zur Fellpflege beim Hund.

Wie sieht die Fütterung im Sommer aus?

An heißen Tagen sinkt der Energiebedarf der meisten Hunde leicht, weil die spontane Aktivität abnimmt. Reduzier die Futtermenge moderat, um Übergewicht zu vermeiden. Verteil die Tagesration auf zwei kleinere Mahlzeiten, idealerweise früh am Morgen und spät am Abend, wenn die Temperatur fällt.

Stell zu jeder Tageszeit frisches Wasser zur Verfügung. Auf Spaziergängen führst du eine Trinkflasche mit Faltschüssel mit. An sehr heißen Tagen kannst du gefrorene Snacks aus Hundefutter oder leberhaltigen Trockenstücken anbieten, die dein Hund langsam ableckt. Verzicht auf große Eismengen direkt aus dem Gefrierfach, denn die plötzliche Kälte kann Erbrechen oder eine Reizung der Magenschleimhaut auslösen.

Achte besonders darauf, dass deine Hund nicht aus stehenden Gewässern, Pfützen oder Regentonnen trinkt, denn das Risiko für Giardien, blaualgenhaltiges Wasser und bakterielle Erreger steigt im Sommer deutlich. Mehr zur passenden Tagesration findest du im Ratgeber zum Hundefutter.

Welche Insekten und Parasiten sind im Sommer relevant?

Der Sommer bringt eine deutlich erhöhte Belastung mit Zecken, Stechmücken, Bremsen und Wespen mit sich. Zecken übertragen Borreliose und Babesiose, in einigen Regionen Österreichs auch Ehrlichiose. Setz auf einen lückenlosen Zeckenschutz mit zugelassenen Spot-On- oder oralen Präparaten und kontrolliere deinen Hund nach jedem Spaziergang.

Wespen- und Bienenstiche im Maul- oder Rachenbereich sind ein medizinischer Notfall, weil die Schwellung die Atemwege verlegen kann. Wenn dein Hund nach einem Schnapp ins Gras plötzlich speichelt, das Maul ständig öffnet und schwer atmet, fahr sofort in die Tierklinik. Bei einem Stich an Pfote, Nase oder Bauch reicht meist die Gabe eines Antihistaminikums durch deine Tierärztin.

Achte zudem auf den Lungenwurm Angiostrongylus vasorum, der über Schnecken und Frösche aufgenommen wird. Eine regelmäßige Entwurmung im Sommer ist sinnvoll, mehr dazu im Beitrag zum Hund entwurmen. Bei Verdacht auf Pollenallergie verschärft sich oft auch die Pollenallergie in den Sommermonaten und braucht angepasste Therapie.

Welche Risiken bestehen bei Wasser, Reise und Auto?

Schwimmen ist im Sommer eine wertvolle Beschäftigung, aber nicht jeder Hund schwimmt gerne und nicht jedes Gewässer ist sicher. Achte auf Strömung, scharfe Steine, Glasscherben am Ufer und auf Algenblüten in stehenden Gewässern. Blaualgen können bei Aufnahme über die Haut oder Trinkwasser zu schweren Vergiftungen führen. Eine Schwimmweste ist bei längeren Ausflügen mit dem Boot oder am tiefen Wasser sinnvoll.

Im Auto sicher deinen Hund mit einer Transportbox oder einem geprüften Sicherheitsgurt. Plan Pausen alle zwei Stunden mit Wasser, Auslauf und Schatten. Lass den Hund niemals allein im Auto, auch nicht für kurze Einkäufe. Selbst bei geöffneten Fenstern erreicht das Innere innerhalb weniger Minuten lebensgefährliche Temperaturen. Bei Reisen in südliche Länder kommt das Risiko der Leishmaniose, der Babesiose und der Ehrlichiose hinzu, daher solltest du den Parasitenschutz vor jeder Reise mit deinem Tierarzt abstimmen.

Für Bahnreisen gelten die jeweiligen Hundetransport-Regeln der ÖBB oder Deutschen Bahn. Plan Sitzplätze auf der schattigen Seite, vermeid Reisen während der Mittagshitze und führ ausreichend Wasser mit. Kontroller den Allgemeinzustand deines Hundes regelmäßig.

Wie erkennst du einen Hitzschlag und wie reagierst du?

Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Frühzeichen sind starkes Hecheln mit hochrotem Maul, vermehrter Speichelfluss, glasige Augen, Unruhe, schwankender Gang, dunkelrote oder blasse Schleimhäute und im weiteren Verlauf Erbrechen, Durchfall, Bewusstseinstrübung und Kreislaufversagen. Die Körpertemperatur steigt rasch über vierzig Grad Celsius, ab einundvierzig Grad besteht Lebensgefahr.

Bring deinen Hund sofort in den Schatten, leg ihn auf eine kühle Unterlage und kühle ihn schrittweise. Spül lauwarmes, nicht eiskaltes Wasser über Pfoten, Innenschenkel, Bauch und Hals. Verwend keine Eiswürfel direkt auf der Haut, denn die Vasokonstriktion behindert die Wärmeabgabe. Biete kleine Mengen Wasser zum Trinken an. Miss die Körpertemperatur rektal und fahr ohne Verzögerung in die nächste Tierklinik. Auch nach scheinbar erfolgreicher Erstversorgung gehört dein Hund tierärztlich kontrolliert, denn der Hitzschlag verursacht oft verzögerte Organschäden in Leber, Niere und Gerinnungssystem.

Vorbeugend gilt: keine Belastung in der Mittagshitze, immer Wasser dabei, regelmäßige Pausen im Schatten und konsequenter Verzicht auf den Hund im geparkten Auto. Mehr zur orthopädischen Belastung im Sommer findest du in unserem Beitrag zur Arthrose beim Hund, denn ältere Hunde mit Gelenkbeschwerden brauchen besonders behutsame Sommerplanung.

Tierärztlicher Blick auf den Hund im Sommer

Aus tierärztlicher Sicht ist die Sommerzeit die Zeit der vermeidbaren Notfälle. Hitzschlag, Asphaltverbrennungen, Sonnenbrand, Vergiftungen mit Blaualgen und Insektenstiche im Maulraum sind die häufigsten Vorstellungsgründe in Notfallsprechstunden zwischen Juni und August. Die wichtigste Maßnahme ist immer die Vorbeugung mit angepasstem Tagesablauf, geeigneter Ausstattung und konsequenter Beobachtung.

Plan vor jeder Sommersaison einen tierärztlichen Check, lass den Impf- und Entwurmungsstatus überprüfen und sprich mit deiner Tierärztin über Reisepläne und Risikoreviere. Über die Tierarztsuche auf Go4Vet findest du Praxen in ganz Österreich mit Notdienst für Hitzschlag, Vergiftungen und Insektenstiche. Speicher die Telefonnummer deiner nächsten Klinik in deinem Handy und teste sie vor jeder längeren Tour auf Erreichbarkeit.

Eine angepasste Vorsorge im Sommer schließt auch die Beobachtung des Verdauungssystems ein. Hitze und veränderte Fütterungszeiten begünstigen Durchfall beim Hund, eine Gastritis oder eine Pankreatitis nach fettreicher Grillkost. Halt deinen Hund von Grillresten fern, vermeid abrupte Futterumstellungen und beobachte den Allgemeinzustand. Mit einer guten Sommerroutine reduzierst du nicht nur das Risiko akuter Notfälle, sondern auch das Risiko chronischer Folgeschäden, die sich oft erst Wochen nach einem unbeachteten Hitzeschub zeigen.

Häufige Fragen zum Hund im Sommer

Ab welcher Temperatur ist es zu heiß für einen Spaziergang?
Über fünfundzwanzig Grad Außentemperatur in der Sonne ist der Mittagsspaziergang riskant. Plan Spaziergänge in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden.
Soll ich meinen Hund im Sommer scheren?
Nein, das Fell schützt auch vor Hitze. Besser intensiv das Unterhaar mit Karde und Entfilzungsharke entfernen, damit die Luftzirkulation funktioniert.
Wie viel Wasser braucht mein Hund im Sommer?
Etwa fünfzig bis hundert Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, an heißen Tagen auch deutlich mehr. Wasser muss jederzeit frisch verfügbar sein.
Welche Anzeichen weisen auf einen Hitzschlag hin?
Starkes Hecheln, hochrotes Maul, Speichelfluss, glasige Augen, schwankender Gang, gerötete oder blasse Schleimhäute. Sofort kühlen und tierärztlich vorstellen.
Wie schütze ich die Pfoten vor heißem Asphalt?
Spaziergänge in die kühlen Stunden verlegen, Schattenwege wählen, Wachsbalsam oder Pfotenschuhe nutzen und vor jedem Gehen die Asphalttemperatur mit der Hand prüfen.
Darf mein Hund im Sommer aus jedem See trinken?
Nein, Blaualgenblüten und bakterielle Erreger sind in stehenden Gewässern ein Risiko. Nutze ausschließlich frisches Trinkwasser aus der mitgeführten Flasche.
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