Die Zeitumstellung fällt 2026 auf den frühestmöglichen Termin: In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober, wird die Uhr in Österreich und Deutschland um drei Uhr auf zwei Uhr zurückgestellt. Für uns Menschen ist das eine Stunde mehr Schlaf. Für deinen Hund oder deine Katze heißt es zunächst nur eines: Das Frühstück kommt plötzlich eine Stunde zu spät.
Eine Abschaffung ist weiter nicht in Sicht. Die EU-Kommission hat 2018 vorgeschlagen, den Wechsel zu beenden, die Mitgliedstaaten haben sich bisher aber nicht geeinigt. Im März 2026 hat die Kommission die Termine der Sommerzeit bis einschließlich 2031 veröffentlicht. Das Thema bleibt also jedes Jahr aktuell.
Das Wichtigste in Kürze
- Hunde und Katzen kennen keine Uhrzeit, sie orientieren sich an Licht, Hunger und an deinem Tagesablauf.
- Am einfachsten ist es, Futterzeiten und Gassirunden in drei Schritten zu je 20 Minuten zu verschieben, entweder vor oder nach dem 25. Oktober.
- Die meisten gesunden Tiere gewöhnen sich auch ohne Plan innerhalb weniger Tage um.
- Bei Diabetes, Epilepsie oder anderen Erkrankungen mit festen Medikamentenzeiten solltest du die Umstellung mit deinem Tierarzt absprechen.
Merkt mein Hund die Zeitumstellung überhaupt?
Ja, aber anders als wir. Hunde haben eine innere Uhr, die sich am Tageslicht orientiert und stark an den Alltag ihrer Menschen anpasst. Eine Studie aus Italien zeigte, dass Hunde, die mit ihren Haltern im Haus leben, einen deutlich ausgeprägteren Tagesrhythmus haben als Hunde in Zwingerhaltung, und dass sich dieser Rhythmus mit dem Alltag der Menschen verschiebt. Dein Hund weiß also nicht, wie spät es ist, aber er weiß sehr genau, wann normalerweise der Wecker klingelt, die Leine raschelt und der Napf gefüllt wird.
Nach der Zeitumstellung im Oktober läuft deine innere Uhr eine Stunde vor. Für deinen Hund bedeutet das: Er wird zur gewohnten Zeit hungrig und unruhig, aber auf deiner Uhr ist es erst sechs statt sieben. Viele Hunde stehen dann früher am Bett, manche fiepen oder bellen, andere warten einfach etwas länger. Ein echtes Problem ist das selten, für Halter mit festen Arbeitszeiten aber lästig.
Wie reagieren Katzen auf die Umstellung?
Katzen verteilen ihre Aktivität stärker über Tag und Nacht als Hunde. In einer Vergleichsstudie derselben Arbeitsgruppe zeigten Katzen keinen so klaren Tagesrhythmus wie Hunde. Beim Futter sind viele Katzen dagegen sehr pünktlich. Wer seine Katze morgens zu einer festen Uhrzeit füttert, wird nach dem 25. Oktober häufig eine Stunde früher geweckt, denn auch für die Katze kommt der Hunger zur alten Zeit.
Freigänger reagieren außerdem auf das Licht. Im Herbst wird es abends schneller dunkel, und die Rückkehr in der Dämmerung fällt nach der Zeitumstellung genau in den Berufsverkehr. Wenn deine Katze am Abend nach Hause kommt, lohnt es sich, die Fütterung am Abend etwas früher anzusetzen, damit sie nicht im Dunkeln über die Straße läuft. Tipps rund um die kalte Jahreszeit findest du im Beitrag Freigänger im Winter. Wenn deine Katze schon jetzt den Schlaf stört, hilft der Ratgeber Wenn die Katze nachts den Schlaf stört.

Wie sieht der Drei-Tage-Plan aus?
Die Idee ist einfach: Anstatt die ganze Stunde auf einmal zu verschieben, verteilst du sie auf drei Tage zu je 20 Minuten. Du kannst das vor oder nach dem 25. Oktober machen.
Variante eins beginnt rechtzeitig vorher. Wenn dein Hund normalerweise um sieben Uhr frisst, gibst du ihm am Donnerstag, dem 22. Oktober, das Futter um 7.20 Uhr, am Freitag um 7.40 Uhr und am Samstag um acht Uhr. Am Sonntag ist acht Uhr Sommerzeit dann sieben Uhr Winterzeit, und alles läuft wie gewohnt. Dasselbe machst du mit der Abendmahlzeit und, soweit möglich, mit den Gassirunden.
Variante zwei startet am Sonntag selbst. Dein Hund erwartet das Frühstück dann um sechs Uhr neue Zeit. Du fütterst am Sonntag um 6.20 Uhr, am Montag um 6.40 Uhr und ab Dienstag wieder um sieben Uhr. Diese Variante passt gut, wenn du am Wochenende ohnehin flexibel bist.
Ob du die Schritte genau einhältst, ist nicht entscheidend. Zumindest die Futterzeiten solltest du aber schrittweise verschieben, denn sie sind für die meisten Tiere der stärkste Taktgeber. Wenn dein Hund morgens früher drängt, helfen ein kurzer Gang in den Garten und danach wieder Ruhe, ohne sofort das Futter zu bekommen. Wer seiner Katze ein Futter-Spielzeug oder einen Futterautomaten mit Zeitschaltung hinstellt, verschiebt das Thema Wecken elegant auf die Technik. Wie oft und wann Katzen am besten fressen, steht im Beitrag Wie oft soll ich meine Katze füttern?
Worauf muss ich bei kranken oder alten Tieren achten?
Für die meisten gesunden Hunde und Katzen ist die Zeitumstellung kein Thema, das man lange vorbereiten muss. Anders sieht es bei Tieren aus, die zu festen Zeiten Medikamente bekommen.
Bei Diabetes beim Hund oder Diabetes bei der Katze hängen Insulin und Futter eng zusammen. Verschiebe hier keine Zeiten auf eigene Faust, sondern frag deinen Tierarzt, wie du die Stunde verteilen sollst. Häufig ist eine schrittweise Anpassung über mehrere Tage sinnvoll, sicher entscheidet das aber nur die Praxis, die dein Tier kennt. Ähnliches gilt für Tiere mit Epilepsie, bei denen ein gleichmäßiger Abstand zwischen den Tabletten wichtig ist.
Ältere Hunde mit nachlassender Orientierung reagieren oft empfindlicher auf Veränderungen im Tagesablauf. Wenn dein Senior nachts unruhig ist oder umherwandert, findest du im Ratgeber Hund schläft nachts nicht mögliche Ursachen. Wird die Unruhe nach der Umstellung nicht besser, ist ein Termin beim Tierarzt sinnvoll, einen in deiner Nähe findest du über die Tierarztsuche.

Was ändert sich beim Gassigehen?
Nach dem 25. Oktober geht die Sonne in Wien und München schon gegen 17 Uhr unter. Die Abendrunde fällt damit für viele Hunde in die Dunkelheit und in den Berufsverkehr. Plane die Runde nach Möglichkeit etwas früher oder wähle beleuchtete Wege. Reflektierende Kleidung für dich und ein gut sichtbares Halsband oder Geschirr für deinen Hund machen euch für Autofahrer und Radfahrer früher erkennbar.
Häufige Fragen
Quellen
Richtlinie 2000/84/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Januar 2001 zur Regelung der Sommerzeit. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32000L0084