Fohlenaufzucht: Skelettaufbau, Calcium Phosphor Verhältnis und Mineralien richtig dosieren
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In der Fohlenaufzucht legst du das Fundament, das dein Pferd ein Leben lang trägt. Das Skelett wächst besonders stark im ersten Lebensjahr, während Sehnen, Gelenke und Knochen bis ins junge Erwachsenenalter weiter reifen. Wer in dieser Phase mineralisch zu wenig oder zu viel füttert, kann das Wachstum langfristig beeinflussen.
Was passiert in den ersten Lebensmonaten im Fohlenkörper?
Ein neugeborenes Fohlen wiegt etwa zehn Prozent seines späteren Erwachsenengewichts. In den ersten Monaten wächst es besonders schnell. Knochen verlängern sich, Wachstumsfugen sind aktiv, und Knorpel, Sehnen und Bänder entwickeln sich weiter.
Diese Phase ist empfindlich. Zu viel Energie bei gleichzeitig unpassender Mineralisierung kann zu schnellem Wachstum führen, dem Gelenke und Knochenstoffwechsel nicht optimal folgen. Zu wenig Mineralstoffe können dagegen Knochen, Sehnen und Entwicklung schwächen.
Die richtige Fütterung bedeutet deshalb nicht „möglichst viel“, sondern eine ausgewogene Versorgung passend zu Alter, Wachstum, Bewegung und Grundfutter.

Warum sind Calcium und Phosphor so wichtig?
Calcium und Phosphor bilden den größten Teil der Mineralmasse im Skelett. Entscheidend ist nicht nur die absolute Menge, sondern auch das Verhältnis. Beim wachsenden Fohlen liegt ein sinnvoller Bereich meist bei etwa 1,5 bis 2 Teilen Calcium zu 1 Teil Phosphor.
Problematisch sind beide Extreme:
- ✓Zu wenig Calcium kann Knochenentwicklung und Stabilität beeinträchtigen.
- ✓Zu viel Calcium kann die Phosphoraufnahme stören.
- ✓Zu wenig Phosphor kann Knochen, Bänder und Energiestoffwechsel ungünstig beeinflussen.
- ✓Zu viel Phosphor kann die Calciumversorgung verschlechtern.
Ein speziell formuliertes Aufzuchtmineral wie Bone Vital hilft, diese Balance besser zu halten. Es ist auf das Wachstum junger Pferde abgestimmt und berücksichtigt das Calcium Phosphor Verhältnis sowie wichtige Spurenelemente.
Welche Rolle spielen Kupfer, Zink und Mangan?
Kupfer, Zink und Mangan werden in der Fohlenaufzucht oft unterschätzt. Sie sind zwar nur in kleinen Mengen nötig, haben aber wichtige Aufgaben im Wachstum.
Kupfer ist am Aufbau von Kollagen beteiligt und damit wichtig für Sehnen, Bänder, Knorpel und Bindegewebe. Ein Mangel im Wachstum kann die Stabilität dieser Strukturen ungünstig beeinflussen.
Zink spielt eine Rolle bei Haut, Fell, Immunsystem und Wachstum. Mangan ist wichtig für Knorpel, Gelenke und Knochenstoffwechsel.
Auch das Verhältnis der Spurenelemente ist wichtig. Zu viel Zink kann zum Beispiel die Kupferaufnahme beeinträchtigen. Deshalb ist ein spezielles Fohlenmineral meist sinnvoller als ein normales Mineralfutter für erwachsene Pferde.
Warum sind Vitamin E, Selen und Vitamin D wichtig?
Vitamin E und Selen unterstützen Muskel, Nerven und antioxidativen Zellschutz. Besonders in selenarmen Regionen Deutschlands und Österreichs sollte die Versorgung bei Fohlen und Mutterstute beachtet werden.
Ein Mangel an Vitamin E oder Selen kann die Muskelentwicklung beeinträchtigen. Gleichzeitig darf Selen nicht unkontrolliert ergänzt werden, weil eine Überversorgung möglich ist. Blutwerte und Rationsprüfung sind hier die sicherste Grundlage.
Vitamin D ist für die Calciumaufnahme und den Knochenstoffwechsel wichtig. Fohlen bilden Vitamin D vor allem über Sonnenlicht. Regelmäßiger Weidegang und Bewegung im Freien sind deshalb ein wichtiger Teil der Aufzucht.
Horse Vital Plus kann ergänzend für die Mutterstute sinnvoll sein, wenn ihre Vitamin und Mineralstoffversorgung abgesichert werden soll. Das wirkt sich indirekt auch auf die Versorgung des Fohlens aus.
Wie füttere ich vom Muttertier zur Eigenfütterung?
In den ersten Lebenswochen ist Muttermilch die wichtigste Nährstoffquelle. Ab etwa dem zweiten bis dritten Lebensmonat beginnt das Fohlen zunehmend, Heu, Kraftfutter und Mineralfutter aufzunehmen.
Ein möglicher Ablauf sieht so aus:
- ✓Erste Lebenswochen: Muttermilch als Hauptnahrung, erste Futteraufnahme bei der Mutter, Weidegang mit der Stute.
- ✓Zweiter bis dritter Monat: erste kleine Mengen Bone Vital direkt für das Fohlen, wenn es zuverlässig selbst frisst.
- ✓Vierter bis sechster Monat: tägliche Eigenfütterung wird wichtiger, weil das Fohlen mehr Heu und Kraftfutter aufnimmt.
- ✓Absetzen: konsequente Fohlenfütterung mit Bone Vital und passendem Fohlenmüsli oder Pellet.
- ✓Erstes bis zweites Lebensjahr: weiterhin wachstumsangepasste Mineralisierung und regelmäßige Entwicklungskontrolle.
- ✓Vor dem Anreiten: Mineralcheck und tierärztliche Beurteilung, bevor die Belastung steigt.
Die Muttermilch enthält nur begrenzt Eisen. Fohlen nehmen Eisen später zunehmend über eigenes Futter auf. Eine zu strikte Trennung von der Fütterung der Mutter bis zum Absetzen ist deshalb nicht sinnvoll.
Welche Fehler sollte ich in der Fohlenaufzucht vermeiden?
Häufige Fehler entstehen durch zu viel Energie, zu wenig passende Mineralisierung oder fehlende Kontrolle.
Typische Probleme sind:
- ✓Kein spezielles Fohlenmineral, sondern normales Mineralfutter für erwachsene Pferde.
- ✓Zu viel Kraftfutter und dadurch zu schnelles Wachstum.
- ✓Zu wenig Bewegung und zu lange Boxenphasen.
- ✓Fehlende tierärztliche Entwicklungskontrolle.
- ✓Weidewechsel ohne Anpassung der Mineralisierung.
- ✓Vernachlässigtes Hufmanagement.
Fohlenaufzucht ist ein langfristiger Prozess. Eine Entwicklungskontrolle alle drei bis sechs Monate, kombiniert mit Hufschmied, Tierarzt und Fütterungsplan, ist eine gute Grundlage für ein gesundes Jungpferd.
Warum ist Gruppenhaltung für Fohlen so wichtig?
Fohlen lernen in der Gruppe. Kontakt zu gleichaltrigen Pferden, Bewegung, gemeinsames Fressen und soziale Regeln sind wichtige Entwicklungsschritte. Ein isoliert aufgezogenes Fohlen kann später unsicherer oder verhaltensauffälliger sein.
Auch für die Fütterung ist Gruppenhaltung hilfreich. Fohlen lernen schneller, verschiedene Futtermittel aufzunehmen, beobachten die Mutter und gewöhnen sich an Futterstationen.
Wichtig sind:
- ✓Mindestens zwei bis drei Fohlen in einer Gruppe, besser mehr.
- ✓Ausreichend Weidefläche und Bewegungsraum.
- ✓Mehrere Futterstellen, damit kein Fohlen verdrängt wird.
- ✓Witterungsschutz und trockene Liegeflächen.
- ✓Regelmäßige Kontrolle durch Tierarzt und Hufschmied.
- ✓Behutsames Absetzen frühestens ab etwa sechs Monaten.
Eine gut geführte Gruppenhaltung mit ausreichend Platz, Ruhe und Futterzugang ist eine der besten Grundlagen für körperliche und soziale Entwicklung.

Wann braucht mein Fohlen den ersten Hufschmied?
Der erste Hufschmiedtermin erfolgt meist im Alter von drei bis sechs Wochen. Dabei werden Hufstellung, Zehenachse, Abrieb und mögliche Fehlstellungen beurteilt. Frühe Korrekturen können langfristige Probleme verhindern.
Weitere wichtige Punkte sind:
- ✓Hufkontrolle alle sechs bis acht Wochen in den ersten Lebensjahren.
- ✓Tierärztlicher Entwicklungscheck nach dem Absetzen.
- ✓Bei Bedarf Röntgen gefährdeter Gelenke vor dem Anreiten.
- ✓Impfungen nach tierärztlichem Plan.
- ✓Entwurmung nach zeitgemäßem Konzept mit Kotuntersuchung.
Diese Termine sind keine Nebensache, sondern Teil einer guten Aufzuchtstruktur.
Welche Meilensteine gibt es im ersten Lebensjahr?
Das erste Lebensjahr sollte gut begleitet werden. Eine klare Übersicht hilft, wichtige Punkte nicht zu übersehen.
- ✓Erste Lebensstunden: Atmung, Kreislauf, Aufstehen und Kolostrumaufnahme kontrollieren.
- ✓Erste Lebenstage: Nabelpflege, Erstuntersuchung und bei Bedarf IgG Kontrolle.
- ✓Erste Woche: Kotabsatz, Milchaufnahme und Allgemeinbefinden beobachten.
- ✓Erster Monat: Hufkontrolle und tierärztliche Beratung zum Impfplan.
- ✓Zweiter bis dritter Monat: Beginn der Eigenfütterung und gezielte Mineralisierung.
- ✓Vierter bis sechster Monat: Weidegang, Sozialentwicklung und Gruppenhaltung.
- ✓Ab sechstem Monat: Absetzen und Umstellung auf konsequente Fohlenfütterung.
- ✓Siebter bis zwölfter Monat: Bone Vital und passende Aufzuchtration weiterführen.
- ✓Ende erstes Lebensjahr: Entwicklungskontrolle, Rationsprüfung und bei Bedarf Gelenkbeurteilung.
In dieser Zeit werden auch wichtige Routinen aufgebaut: Putzen, Führen, Hufe geben, Verladen und ruhiger Umgang. Ein gut sozialisiertes Fohlen wird später meist leichter zu trainieren sein.
Wann beginnt der Übergang zum jungen Reitpferd?
Der Übergang vom Fohlen zum jungen Pferd ist fließend. Das Anreiten beginnt je nach Rasse, Entwicklung und Ausbildungsziel meist zwischen drei und vier Jahren. Vorher stehen Bewegung, Sozialverhalten, Bodenarbeit und körperliche Reife im Vordergrund.
Typische Entwicklungsschritte sind:
- ✓Zweites Lebensjahr: Weide, Gruppe, Wachstum und erste ruhige Bodenarbeit.
- ✓Zweites bis drittes Lebensjahr: Vorbereitung durch Handling, Führen, Hufschmied und kurze Trainingseinheiten.
- ✓Drittes bis viertes Lebensjahr: behutsames Anreiten, wenn Entwicklung und Gesundheitsstatus passen.
- ✓Viertes bis fünftes Lebensjahr: langsamer Aufbau der regelmäßigen Arbeit.
- ✓Ab dem sechsten Lebensjahr: steigende Anforderungen, je nach Disziplin und Pferd.
Ab etwa dem dritten Lebensjahr nähert sich der Bedarf langsam dem eines erwachsenen Pferdes. Bone Vital kann in den letzten Wachstumsphasen weiter sinnvoll sein, während Horse Vital Plus später als Basisversorgung infrage kommt.
Vor dem Anreiten sind ein tierärztlicher Check, eine Beurteilung von Hufen und Bewegungsablauf sowie bei Bedarf Röntgen sinnvoll. Junge Pferde brauchen Zeit, damit Sehnen, Gelenke und Muskulatur mit der Belastung mitwachsen können.
Was sollte ich in der Praxis zusätzlich beachten?
Die Empfehlungen zur Fohlenaufzucht sind Orientierungshilfen. Jedes Fohlen, jede Mutterstute und jede Haltung ist anders. Deshalb sollte die Fütterung immer am einzelnen Tier geprüft werden.
Wichtig ist der Austausch mit Tierarzt, Hufschmied, Züchter, Trainer und Fütterungsberater. So entsteht ein Gesamtbild aus Wachstum, Haltung, Bewegung, Ration und Entwicklung.
SanoVet Produkte wie Bone Vital und Horse Vital Plus können die Aufzucht sinnvoll unterstützen, ersetzen aber keine gute Haltung, keine Bewegung, keine Sozialkontakte und keine tierärztliche Kontrolle.
Langfristig zahlt sich eine sorgfältige Aufzucht aus. Ein Fohlen, das mineralisch passend versorgt wird, genug Bewegung bekommt und gut sozialisiert aufwächst, hat bessere Voraussetzungen für ein gesundes, belastbares und ausgeglichenes Pferdeleben.
Häufige Fragen zu Mineralien in der Fohlenaufzucht
Quellen
Vetmeduni Wien, Klinische Abteilung für Reproduktion: Fohlenaufzucht und Entwicklung
GfE Gesellschaft für Ernährungsphysiologie: Empfehlungen zur Fütterung von Fohlen und Jungpferden
TiHo Hannover, Klinik für Pferde: Orthopädische Entwicklung und Osteochondrose
FN Deutsche Reiterliche Vereinigung: Jungpferde Aufzucht Leitfaden
MSD Veterinary Manual: Developmental Orthopedic Disease in Horses, Online Ausgabe
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