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Hufrehe beim Pferd: Akut-Notfall, EMS-Bezug und Prävention

Hufrehe beim Pferd: Akut-Notfall, EMS-Bezug und Prävention

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Hufrehe beim Pferd ist eine der gefürchtetsten Erkrankungen in der Pferdemedizin, denn sie kann innerhalb weniger Stunden vom ersten Schritt-Unwohlsein zum dauerhaften orthopädischen Schaden führen. du erkennst die ersten Zeichen oft daran, dass dein Pferd auf hartem Boden vorsichtig läuft, sich auffällig oft hinlegt oder eine sogenannte Sägebock-Stellung mit weit nach vorne gestellten Vorderbeinen einnimmt. Hinter dem Bild verbirgt sich eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut, die im schlimmsten Fall zur Lockerung des Hufbeins und zu seinem Durchtritt durch die Sohle führt. Diese umfassende Pillar-Seite erklärt dir die Akut- und chronische Form, den Zusammenhang mit dem Equinen Metabolischen Syndrom und mit Cushing, sowie alle therapeutischen und vorbeugenden Maßnahmen, die heute in Österreich und Deutschland Standard sind. du lernst, wann es sich um einen Notfall handelt, welche Fütterungsfehler du sofort vermeiden musst und wie du dein Pferd langfristig schützt. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Notfall

Akute Hufrehe ist ein tiermedizinischer Notfall

Sobald dein Pferd plötzlich klamm geht, sich nicht mehr bewegen will, häufig liegt oder die typische Sägebockstellung zeigt, ist sofortige tierärztliche Hilfe nötig. Jede Stunde Verzögerung verschlechtert die Prognose drastisch. Stelle das Kraftfutter sofort ein, lass das Pferd in einer weichen Box stehen und ruf umgehend deine Tierärztin oder einen tierärztlichen Notdienst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut, im schlimmsten Fall droht eine Hufbeinrotation oder ein Durchtritt durch die Sohle.
  • Frühsignale sind klammer Gang, Sägebockstellung, warme Hufe und ein deutlich tastbarer Pulsschlag an der Mittelfußarterie.
  • Häufigste Ursache ist heute die Insulinresistenz, eng verknüpft mit dem Equinen Metabolischen Syndrom und mit Cushing.
  • Akuttherapie umfasst Schmerzmittel, Kryotherapie über 24 bis 48 Stunden, Box-Ruhe und mechanische Hufstabilisierung.
  • Vorbeugung gelingt durch Gewichtskontrolle, zucker- und stärkearme Fütterung, kontrollierten Weidegang und konsequente Hufpflege.
  • Bei jeder akuten Hufrehe gilt sofort der tierärztliche Notdienst, jede Stunde Verzögerung verschlechtert die Langzeitprognose.

Hufrehe beim Pferd: Akut-Notfall, EMS-Bezug und Prävention – go4vet

Was ist Hufrehe genau?

Die Hufrehe, fachsprachlich Laminitis, ist eine Entzündung der Huflederhaut, also jener feinen Schicht, die das Hufbein im Inneren der Hornkapsel verankert. Bei einer akuten Hufrehe schwillt die Huflederhaut an, der Stoffwechsel kollabiert, die Verbindungsfasern zwischen Hufbein und Hornwand werden durch enzymatische Prozesse zerstört. Da die Hornkapsel starr ist, entsteht ein massiver Druckanstieg im Inneren, der zum schwersten orthopädischen Schmerz führt, den ein Pferd erleben kann. Im Verlauf kann sich das Hufbein drehen oder absinken und im schlimmsten Fall durch die Sohle nach unten austreten. Das Erkrankungsbild ist immer beidseitig oder allseitig vorhanden, da die zugrundeliegenden Stoffwechselprozesse systemisch wirken. Am häufigsten betroffen sind die Vorderhufe, weil sie etwa sechzig Prozent des Körpergewichts tragen, doch auch die Hinterhufe können erkranken, vor allem bei Pferden mit Cushing oder EMS.

Man unterscheidet vier klassische Auslösergruppen: stoffwechselbedingte Hufrehe durch EMS, Cushing oder Insulinresistenz, fütterungsbedingte Hufrehe nach Aufnahme großer Mengen Kraftfutter oder zucker- und fruktanreichen Weidegrases, toxische Hufrehe nach Geburtskomplikationen, septischer Kolik oder schweren Infektionen, und mechanische Hufrehe durch Überlastung eines Beins, etwa wenn das andere Bein verletzt ist. Daneben gibt es seltenere Auslöser wie Vergiftungen, Medikamentenüberdosierungen mit Kortison oder Stress nach Transport. In allen Fällen führt eine systemische Entzündung dazu, dass die Mikrozirkulation in den Hufen entgleist. Studien aus der Veterinärmedizinischen Universität Wien und aus den USA belegen, dass Insulinresistenz heute die mit Abstand häufigste Ursache ist und damit die ehemals klassische Stärkeüberladung als Auslöser Nummer eins abgelöst hat.

Welche Symptome zeigen sich akut?

Eine akute Hufrehe entwickelt sich oft innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen. Frühe Anzeichen sind Unlust beim Vorwärtsgehen, vorsichtiges Auftreten besonders auf hartem Boden, häufiges Umtreten von einem Bein auf das andere und ein erhöhter Pulsschlag im Bereich der Mittelfußarterie über der Fesselbeuge. Dieser sogenannte pulsus magnus ist ein wertvolles Frühwarnsignal, das du selbst tasten kannst. Die typische Sägebockstellung mit nach vorne gestreckten Vorderbeinen und untergeschobenen Hinterbeinen entlastet die schmerzhaften Vorderhufe und zwingt das Pferd in eine bizarre, leidende Haltung. Die betroffenen Hufe sind warm, der Pulsschlag deutlich verstärkt, das Pferd will sich nicht bewegen oder liegt vermehrt. Manche Pferde verweigern sogar das Aufstehen aus Schmerz. Hinzu kommen erhöhte Atemfrequenz, Schwitzen, beschleunigter Herzschlag und teilnahmsloser Gesichtsausdruck.

Tierärztinnen und Tierärzte unterteilen den Schweregrad der akuten Hufrehe in vier Obel-Stufen. Stufe eins zeigt nur ein häufiges Verlagern der Last bei Stand, Stufe zwei führt zu klammen Bewegungen, Stufe drei zwingt zum Wegtreten der Hand bei Hufkontrolle, und Stufe vier macht jede Bewegung unmöglich. Bei jeder Stufe ist sofortige tierärztliche Hilfe erforderlich. Die Diagnostik umfasst neben der klinischen Untersuchung Röntgenaufnahmen der Hufe in seitlicher und dorsoventraler Projektion, um eine eventuelle Hufbeinrotation oder ein Absinken zu erkennen. Auch eine Insulin- und ACTH-Bestimmung im Blut gehört bei jedem Hufrehe-Patienten heute zum Standard, um die Grunderkrankung zu identifizieren.

Wie hängen EMS und Cushing mit Hufrehe zusammen?

Das Equine Metabolische Syndrom und das Equine Cushing-Syndrom sind heute die mit Abstand wichtigsten Risikofaktoren für Hufrehe. Beim EMS, einer Stoffwechselerkrankung übergewichtiger Pferde, führt die Insulinresistenz zu chronisch erhöhten Insulinwerten, die direkt entzündliche Prozesse in der Huflederhaut auslösen können. Pferde mit EMS zeigen oft einen Crested Neck, also einen verfetteten Mähnenkamm, sowie Fettpolster an Schweifansatz und Schultern. Beim Cushing, das durch eine Veränderung der Hirnanhangsdrüse entsteht, kommt es zu einer Überproduktion von ACTH und damit zu sekundärem Cortisolüberschuss. Das stört die Insulinregulation und erhöht das Hufrehe-Risiko erheblich. Cushing-Pferde sind meist älter, zeigen ein langes lockenartiges Fell, Muskelschwund am Rücken und Trinkprobleme. Mehr Details findest du auf Cushing beim Pferd und EMS beim Pferd.

Beide Erkrankungen können einzeln oder kombiniert auftreten. Bei jedem Hufrehe-Patienten über zehn Jahre sollte zwingend ein ACTH-Test zur Cushing-Abklärung gemacht werden, ebenso bei wiederkehrender Hufrehe trotz strenger Fütterung. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung der Grunderkrankung mit Pergolid bei Cushing oder strikter Diät und gegebenenfalls Metformin bei EMS ist die wichtigste Säule der Hufrehe-Prävention. Bei Pferden auf der Weide muss zudem der Fruktangehalt des Grases beachtet werden, der vor allem in sonnigen, kalten Frühjahrsnächten ansteigt und bei stoffwechselkranken Pferden Hufrehe auslösen kann. Eine Maulkorb-Lösung, eine Rationierung der Weidezeiten oder ein Paddock-Trail mit reinem Heu sind in solchen Fällen sinnvoll.

Welche Therapien stehen zur Verfügung?

Die Akuttherapie der Hufrehe verfolgt drei Ziele: Schmerzbekämpfung, Entzündungshemmung und mechanische Stabilisierung des Hufbeins. Schmerzmittel wie Phenylbutazon, Flunixin oder Meloxicam werden in hoher Dosis intravenös oder oral verabreicht. Eine Kryotherapie, also Kühlung der Hufe in Eiswasser über mindestens vierundzwanzig bis achtundvierzig Stunden, hat sich als hochwirksam erwiesen, weil sie die enzymatische Zerstörung der Huflederhaut bremst. Studien aus Australien zeigen eine signifikant geringere Hufbeinrotation bei früh gekühlten Patienten. Mechanisch werden die Hufe mit weichen Polstern oder speziellen Reheverbänden unterstützt, um die Zugkraft der tiefen Beugesehne zu reduzieren. In schweren Fällen kommen Eggbar-Eisen, Heart-Bar-Eisen oder Kunststoffschuhe zum Einsatz, die individuell vom Hufschmied unter tierärztlicher Aufsicht gefertigt werden müssen.

Die Box-Ruhe ist mindestens vier bis sechs Wochen Pflicht, mit dicker Strohmatratze oder weichem Späneunterbau, der die Hufe entlastet. Jede unnötige Bewegung verschlechtert das Bild. Begleitend werden bei stoffwechselbedingter Hufrehe sofort die Fütterung auf reines, mineralarmes Heu mit niedrigem Zuckergehalt umgestellt, gegebenenfalls eingeweicht. Kraftfutter, Müsli, Karotten, Äpfel und Weidegang sind absolut tabu. Bei chronischer oder rezidivierender Hufrehe muss langfristig eine spezielle Fütterungsstrategie erarbeitet werden, oft mit Beratung durch eine zertifizierte Pferdeernährungsberaterin. Operative Verfahren wie das Durchtrennen der tiefen Beugesehne können bei schwersten Verläufen mit drohendem Hufbeindurchtritt erwogen werden, sind aber mit erheblichen Risiken verbunden und werden nur in Spezialkliniken durchgeführt.

Wie sieht die chronische Hufrehe aus?

Hat ein Pferd eine akute Hufrehe überstanden, bleibt das Risiko für Folgeschäden hoch. Eine chronische Hufrehe entsteht, wenn die strukturelle Verbindung zwischen Hufbein und Hornwand dauerhaft geschwächt ist. Sichtbar wird das an verbreiterten Reheringen am Huf, einer aufgeworfenen Zehenwand, einer durchgetretenen Sohle, einer abgesetzten weißen Linie und einer veränderten Hufform. Im Röntgenbild zeigt sich oft eine Hufbeinrotation oder ein Absinken. Solche Pferde benötigen lebenslange spezialisierte Hufpflege im Abstand von vier bis sechs Wochen, oft mit speziellen Beschlägen oder Hufschuhen. Auch die Bewegungsmenge muss angepasst werden: Tägliche kontrollierte Bewegung auf weichem Boden ist wichtig, harte Untergründe und schnelle Gangarten sind oft nicht mehr möglich. Eine Pferdeversicherung ohne Vorerkrankungsausschluss ist bei diesen Patienten oft schwer zu bekommen, weshalb du Versicherungsverträge frühzeitig abschließen solltest.

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Wie kannst du Hufrehe vorbeugen?

Die wichtigste Vorbeugung ist die Vermeidung von Übergewicht und die Kontrolle des Stoffwechsels. Wiege dein Pferd regelmäßig oder verwende ein Maßband zur groben Schätzung. Bei Verdacht auf EMS oder Cushing sind regelmäßige Blutkontrollen ab dem siebten Lebensjahr sinnvoll. Die Fütterung sollte zucker- und stärkearm sein, mit hochwertigem Heu als Hauptfutter, Mineralfutter und gegebenenfalls Hanf-, Lein- oder Kürbiskernöl als Energieträger. Kraftfutter ist nur für tatsächlich leistungsbeanspruchte Sportpferde notwendig. Bei Weidehaltung musst du die Weidezeiten an die Fruktanwerte anpassen: Im Frühjahr und Frühherbst, vor allem nach kalten Nächten, ist der Fruktangehalt am höchsten. Stundenweise Weidegang, Maulkorb oder Paddock-Trail sind Lösungen für Risikopferde. Die Hufpflege im sechs- bis achtwöchigen Rhythmus ist Pflicht, ein erfahrener Hufschmied erkennt frühe Veränderungen oft Wochen vor einem akuten Schub.

Wie passt du Fütterung und Weide langfristig an?

Die Fütterung ist der zentrale Hebel im Hufrehe-Management. Hochwertiges Wiesenheu mit niedrigem Zuckergehalt unter zehn Prozent ist die Grundlage. Bei Risikopferden lohnt sich eine Heuanalyse durch ein Futtermittellabor, denn der Fruktan- und Stärkegehalt schwankt je nach Schnitt, Wetter und Bodenqualität deutlich. Bei hohen Werten kannst du das Heu für eine Stunde in lauwarmem Wasser einweichen, das senkt den Zuckergehalt um etwa dreißig Prozent. Verzichte konsequent auf Müsli, Karotten, Äpfel und Brot. Diese vermeintlichen Belohnungen können bei stoffwechselkranken Pferden einen Schub auslösen. Als Energieträger eignen sich Reiskleie, Hanföl oder Leinöl, weil sie Energie liefern, ohne den Insulinspiegel zu treiben.

Beim Weidegang gilt Vorsicht statt Großzügigkeit. Im Frühjahr und Frühherbst, vor allem nach kalten Nächten und sonnigen Tagen, ist der Fruktangehalt am höchsten. Plane den Weidegang in den frühen Morgenstunden, vor sechs Uhr, wenn die Werte am niedrigsten sind. Maulkörbe reduzieren die Aufnahmemenge um bis zu achtzig Prozent und sind ein wirksames Werkzeug für Risikoponys. Ein Paddock-Trail mit reinem Heu, festem Untergrund und Bewegungsanreizen ist für viele EMS- und Cushing-Pferde die beste Lösung. Studien aus Großbritannien zeigen, dass Paddock-Trails die Insulinwerte deutlich senken und das Hufrehe-Risiko mehr als halbieren.

Für die Mineralisierung wählst du ein zuckerfreies Mineralfutter, das auf den Bedarf von Stoffwechselpferden abgestimmt ist. Magnesium, Zink und Selen sind hier oft erhöht. Sprich mit deiner Tierärztin oder einer zertifizierten Pferdeernährungsberaterin über eine individuelle Rationsberechnung. In Österreich und Deutschland gibt es zahlreiche Berater mit Pferdefokus, die per Heuanalyse und Bedarfsrechnung eine maßgeschneiderte Ration erstellen.

Was leisten Hufschmied und Tierarzt im Team?

Bei Hufrehe ist die Zusammenarbeit zwischen Tierärztin und Hufschmied ein Schlüssel zum Erfolg. Beide bewerten die Rotation oder das Absinken des Hufbeins gemeinsam mithilfe von Röntgenbildern und entwickeln einen individuellen Beschlagsplan. Eggbar-Eisen, Heart-Bar-Eisen, Kunststoffschuhe oder spezielle Polster verteilen die Last vom Zehenbereich auf den Strahl und entlasten die geschädigte Huflederhaut. Der Hufschmied muss in jedem Fall Erfahrung mit Hufrehe-Patienten haben, denn ein falsch gesetzter Beschlag kann den Verlauf verschlechtern.

In den ersten Wochen wird der Beschlag oft alle vier Wochen kontrolliert, später alle sechs bis acht Wochen. Auch die Verlaufskontrolle mit Röntgenbildern alle drei bis sechs Monate ist Standard, um eine schleichende Verschlechterung früh zu erkennen. Halte alle Befunde, Beschläge und Therapien in einem Patientenpass fest. Beim Pferdetierarzt-Wechsel oder bei einer Klinikvorstellung ist das die wichtigste Informationsquelle. Eine Liste auf Pferde spezialisierter Tierärztinnen und Hufschmiede in Österreich und Deutschland findest du im Go4Vet-Verzeichnis.

Tierärztlicher Blick: Wann musst du sofort den Notdienst rufen?

Aus tierärztlicher Sicht gibt es bei Hufrehe keine Wartezeit. Sofort den tierärztlichen Notdienst rufen musst du, wenn dein Pferd plötzlich klamm wird, sich nicht mehr bewegen will, in der Sägebockstellung steht, häufig hinlegt oder gar nicht mehr aufstehen kann, wenn die Hufe deutlich warm sind und der Pulsschlag an den Mittelfußarterien stark spürbar ist, wenn das Pferd schwitzt und teilnahmslos wirkt, wenn nach einer großen Kraftfutterration plötzlich Lahmheit auftritt oder wenn nach einer Geburt, Kolik oder schweren Infektion Hufprobleme entstehen. Jede Stunde zählt: Frühe Kühlung, Schmerzlinderung und Diagnostik entscheiden über die Langzeitprognose. Eine Liste auf Pferde spezialisierter Tierärztinnen und Tierärzte in Österreich und Deutschland findest du auf Tierarzt finden. Vermeide unbedingt jeden Bewegungszwang oder das Anbieten von Kraftfutter, weil dies die Situation verschlechtert.

Häufige Fragen zu Hufrehe beim Pferd

Ist Hufrehe heilbar?
Eine akute Hufrehe kann bei rascher Therapie folgenlos ausheilen, wenn das Hufbein nicht rotiert oder absinkt. Im fortgeschrittenen Stadium bleiben oft chronische Veränderungen, die lebenslange Hufpflege und Management erfordern. Heilbarkeit hängt entscheidend von Geschwindigkeit der Erstversorgung und der Grunderkrankung ab.
Welche Pferde sind besonders gefährdet?
Übergewichtige Ponys, Robustrassen, ältere Pferde mit Cushing, Stuten nach schwerer Geburt und Pferde mit Insulinresistenz haben das höchste Risiko. Auch Pferde, die schnell auf eine fette Frühjahrsweide kommen, sind besonders gefährdet. Eine genetische Veranlagung spielt zusätzlich eine Rolle.
Wie lange dauert die Heilung einer akuten Hufrehe?
Die Akutphase dauert etwa zwei bis vier Wochen, eine vollständige Erholung der Huflederhaut beansprucht zwei bis sechs Monate. Box-Ruhe von vier bis sechs Wochen und intensive Hufpflege über mehrere Beschlagsperioden sind notwendig, um Spätfolgen zu vermeiden.
Was kostet die Behandlung in Österreich und Deutschland?
Die Akutbehandlung mit Notdienst, Diagnostik, Medikamenten, Spezialbeschlag und Folgekontrollen kann zwischen eintausend und fünftausend Euro kosten. Bei chronischen Verläufen kommen jährlich nochmals eintausend bis dreitausend Euro für Spezialbeschläge und Verlaufskontrollen hinzu.
Darf ein Hufrehepferd auf die Weide?
Während der Akutphase ist Weidegang absolut tabu. Nach der Erholung ist Weide nur unter strengen Bedingungen möglich: kurzes Gras, frühe Morgenstunden, Maulkorb oder Paddock-Trail mit reinem Heu. Eine individuelle Strategie sollte mit Tierarzt und Ernährungsberaterin abgestimmt werden.
Hilft Eis wirklich gegen Hufrehe?
Ja, die Kryotherapie mit Eiswasser über die ersten 24 bis 48 Stunden ist wissenschaftlich gut belegt. Sie reduziert die enzymatische Zerstörung der Huflederhaut und verbessert die Prognose deutlich. Voraussetzung ist eine konstante Kühlung mindestens bis zum Karpalgelenk.
Wie unterscheidet sich Hufrehe von einem Hufgeschwür?
Ein Hufgeschwür ist meist einseitig und führt zu hochgradiger Lahmheit nur an einem Bein. Hufrehe trifft fast immer beide Vorderhufe oder alle vier Hufe gleichzeitig, mit klassischer Sägebockstellung und tastbarem Pulsus magnus. Im Zweifel klärt eine kurze tierärztliche Untersuchung mit Hufzange und Pulsdiagnostik die Lage.
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