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Netzhautablösung bei Katzen

Netzhautablösung bei Katzen

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Die Netzhautablösung der Katze ist einer der gefürchtetsten Augennotfälle der Kleintiermedizin und gleichzeitig eine Erkrankung, die Halterinnen oft viel zu spät bemerken. Die Netzhaut (Retina) ist die lichtempfindliche innere Schicht des Auges, in der die Sehzellen sitzen und visuelle Reize in Nervensignale umgewandelt werden. Wenn sie sich von der darunterliegenden Aderhaut löst, wird die Versorgung der Sehzellen unterbrochen, und innerhalb weniger Tage bis Wochen droht ein dauerhafter Sehverlust. Die mit Abstand häufigste Ursache bei der Katze ist eine systemische Erkrankung: ein erhöhter Blutdruck, fast immer im Zusammenhang mit chronischer Niereninsuffizienz, Hyperthyreose oder Herzerkrankungen älterer Tiere. Genau deshalb ist die Diagnose der Netzhautablösung oft der erste sichtbare Hinweis auf eine andere, dahinter liegende Grunderkrankung. Dieser Ratgeber erklärt, wie du eine beginnende Sehstörung frühzeitig erkennst, welche diagnostischen Schritte in Tierarztpraxen und Spezialsprechstunden in DACH üblich sind, welche Behandlungsoptionen es gibt und warum die schnelle systemische Abklärung das Sehvermögen deiner Katze retten kann. Tierärztlich überprüft.

Auge-Notfall-Icon

Notfall: weite Pupillen, plötzliche Orientierungslosigkeit

Wenn deine Katze plötzlich gegen Möbel läuft, weite Pupillen hat (auch im Hellen), Treppen meidet oder beim Springen unsicher wird, ist das ein medizinischer Notfall. Eine Netzhautablösung kann innerhalb weniger Tage zur dauerhaften Erblindung führen. Bei diesen Symptomen noch am selben Tag in eine tierärztliche Praxis oder Augenklinik fahren.

Was ist eine Netzhautablösung bei der Katze?

Die Netzhaut ist die innerste, lichtempfindliche Schicht des Auges. Sie liegt eng an der darunter befindlichen Aderhaut (Choroidea) an und bezieht von ihr Sauerstoff und Nährstoffe. Bei der Netzhautablösung (Ablatio retinae) löst sich diese feste Verbindung, ein Spalt entsteht, in dem sich Flüssigkeit, Blut oder fibröses Gewebe ansammeln. Die Sehzellen werden von ihrer Versorgung abgeschnitten und beginnen innerhalb weniger Tage zu degenerieren. Je länger die Ablösung besteht, desto irreversibler wird der Schaden.

Tierärztinnen unterscheiden drei klinische Hauptformen. Die exsudative Netzhautablösung entsteht durch Flüssigkeits- oder Blutansammlung zwischen Netz- und Aderhaut, fast immer als Folge einer systemischen Erkrankung. Sie ist die mit Abstand häufigste Form bei Katzen. Die rhegmatogene Netzhautablösung entsteht durch einen Riss in der Netzhaut, durch den Glaskörperflüssigkeit unter die Retina gelangt. Sie ist bei der Katze selten und tritt vor allem nach Trauma oder bei degenerativen Erkrankungen auf. Die traktionsbedingte Netzhautablösung entsteht durch Narbenzug nach Entzündungen oder Blutungen und ist die seltenste Form.

Bei Katzen ist die Erkrankung oft beidseitig, weil die Ursache fast immer systemisch ist und beide Augen gleichzeitig betrifft. Die Diagnose sollte deshalb immer beide Augen berücksichtigen, auch wenn nur an einem Symptome auffallen. Etwa eine von 100 älteren Katzen mit unbehandelter Hypertonie entwickelt eine Netzhautablösung. Bei den über zwölf Jahre alten Tieren mit chronischer Niereninsuffizienz steigt die Häufigkeit auf bis zu 30 Prozent, was zeigt, wie eng beide Erkrankungen verknüpft sind.

Netzhautablösung bei Katzen – go4vet

Warum ist Bluthochdruck die häufigste Ursache?

Die feline systemische Hypertonie (Bluthochdruck) ist die mit Abstand häufigste Ursache der Netzhautablösung bei Katzen. Anders als beim Menschen ist sie bei der Katze fast nie „primär“, also ohne erkennbare Grunderkrankung, sondern fast immer Folge einer anderen systemischen Krankheit. Die wichtigsten Auslöser sind chronische Niereninsuffizienz (verantwortlich für rund 60 bis 70 Prozent aller Fälle), Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose, etwa 20 bis 30 Prozent), Diabetes mellitus und Herzerkrankungen wie hypertrophe Kardiomyopathie.

Pathophysiologisch passiert Folgendes: Bei dauerhaft erhöhtem Blutdruck (Werte über 160 mmHg systolisch gelten als grenzwertig, über 180 mmHg als hoch) werden die feinen Aderhautgefäße geschädigt. Sie reißen oder werden so durchlässig, dass Plasma und Blut zwischen Aderhaut und Netzhaut austreten. Es bildet sich eine subretinale Flüssigkeitsansammlung, die die Netzhaut von ihrer Versorgungsschicht abhebt. Die Symptome treten meist akut innerhalb weniger Tage auf, manchmal aber auch schleichend, weil die Katze die Veränderung lange kompensiert.

Andere Ursachen sind selten, aber wichtig differenzialdiagnostisch zu kennen. Infektionskrankheiten wie FIP (feline infektiöse Peritonitis), Toxoplasmose oder Pilzinfektionen können entzündliche Ablösungen auslösen. Tumore (Lymphom, Melanom) und Traumata mit Augenverletzung sind seltenere, aber möglich. Auch angeborene Netzhautdegenerationen (z. B. progressive Retinaatrophie bei bestimmten Rassen wie Abessinier) kommen vor, machen aber den kleineren Teil der Fälle aus.

Welche Anzeichen sollten dich alarmieren?

Die Symptomatik einer Netzhautablösung wird oft übersehen, weil Katzen mit einem reduzierten Sehvermögen erstaunlich gut zurechtkommen. Sie verlassen sich auf Tasthaare, Geruch, Gehör und ihre Erinnerung an die räumliche Umgebung. Die ersten Anzeichen sind deshalb subtil. Achte auf eine veränderte Pupillenreaktion: Wenn die Pupillen ungewöhnlich weit sind, auch im hellen Licht, und auf Lichteinfall nicht oder nur verzögert reagieren, ist das ein deutliches Warnzeichen.

Weitere Hinweise sind unsichere Bewegungen in unbekanntem Umfeld, Zögern beim Springen, Verfehlen vertrauter Sprungziele wie Sofa oder Fensterbrett, häufiges Stoßen an Möbel oder Türrahmen, vermehrtes Tasten mit den Vorderpfoten, Anstarren ins Leere, plötzliches Schreckhaftverhalten bei Geräuschen, weil das Tier nichts mehr kommen sieht. Manche Katzen werden auffällig still, weil sie sich aus dem unbekannten räumlichen Eindruck zurückziehen, andere werden aggressiv beim Hochnehmen, weil sie die Annäherung nicht mehr antizipieren.

Bei der direkten Augenuntersuchung sind in fortgeschrittenen Fällen sichtbare Veränderungen erkennbar: Der Augenhintergrund wirkt grünlich oder bläulich, manchmal sieht man Blutungen im Glaskörper oder hinter der Linse. Bei sehr akuten Fällen kann der Glaskörper blutig erscheinen, oder du siehst eine helle Reflexion direkt hinter der Pupille (Tapetum-Reflex), die ungewöhnlich aussieht. Diese Hinweise sind oft erst beim genauen Hinsehen erkennbar, deshalb ist die augenärztliche Spaltlampe und Funduskopie unverzichtbar für die sichere Diagnose.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die diagnostische Abklärung ist zweigleisig: einerseits die Augenuntersuchung, andererseits die systemische Abklärung der Grunderkrankung. Augenseits beginnt sie mit einer vollständigen Untersuchung beider Augen, der Pupillenreflexe, der Spaltlampe für vorderen Augenabschnitt und vor allem der Funduskopie (Augenhintergrundspiegelung) in Mydriasis (medikamentös erweiterte Pupille). Die Ophthalmologin sieht in typischen Fällen flottierende Netzhautanteile, manchmal mit darunterliegender Flüssigkeit oder Blutung. Eine zusätzliche Augenultraschalluntersuchung bestätigt die Diagnose und unterscheidet Ablösungsformen, vor allem wenn der Glaskörper blutig getrübt ist.

Systemisch gehört eine sofortige Blutdruckmessung zum Standard. Sie erfolgt in der Regel mit Doppler oder oszillometrisch, idealerweise an mehreren Tagen wiederholt, weil Katzen in der Praxis stressbedingt erhöhte Werte zeigen können („White-Coat-Hypertonie“). Werte über 160 mmHg sind grenzwertig, über 180 mmHg eindeutig erhöht und behandlungspflichtig. Parallel werden ein vollständiges Blutbild, eine Blutchemie inklusive Nierenwerten (Harnstoff, Kreatinin, SDMA), Schilddrüsenhormon (T4) und ein Urinstatus erhoben. Bei kardiologischen Hinweisen kommt ein Herzultraschall dazu.

Bei jüngeren Katzen oder atypischen Verläufen ohne erkennbare systemische Grunderkrankung folgt eine erweiterte Abklärung auf Infektionserkrankungen (FIV, FeLV, FIP, Toxoplasmose-Titer, gegebenenfalls Pilzdiagnostik) und auf Tumorerkrankungen (Bauchultraschall, Röntgen-Thorax). Diese Diagnostik wird in der Regel in spezialisierten Sprechstunden an Veterinärmedizinischen Universitäten oder größeren Augenkliniken durchgeführt, weil sie eine breite differenzialdiagnostische Erfahrung erfordert.

Blutdruck-Icon

Blutdruck-Check ab dem siebten Lebensjahr

Die einfachste Vorbeugung gegen eine Netzhautablösung ist die regelmäßige Blutdruckmessung ab dem siebten Lebensjahr deiner Katze, mindestens einmal jährlich, bei chronischen Erkrankungen alle drei bis sechs Monate. Eine erkannte Hypertonie lässt sich mit Tabletten (Amlodipin) gut behandeln und verhindert Augen-, Nieren- und Herzschäden.

Welche Therapieoptionen gibt es?

Die Therapie hat zwei Ziele: erstens den Blutdruck so schnell wie möglich zu senken, um weitere Schäden zu verhindern, zweitens die Grunderkrankung gezielt zu behandeln. Die schnelle Blutdrucksenkung erfolgt fast immer mit dem Wirkstoff Amlodipin (Calciumkanalblocker), der bei Katzen sehr wirksam und gut verträglich ist. Eine erste Wirkung tritt innerhalb weniger Stunden ein, der Blutdruck stabilisiert sich meist nach drei bis sieben Tagen. Bei sehr hohen Werten (über 200 mmHg) wird zusätzlich Telmisartan oder Benazepril kombiniert.

Die Behandlung der Grunderkrankung ist langfristig entscheidend. Bei chronischer Niereninsuffizienz steht eine Nierendiät, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, Phosphatbinder und gegebenenfalls subkutane Infusionen im Vordergrund. Bei Hyperthyreose ist Methimazol (Tabletten) oder eine Radiojodtherapie an spezialisierten Zentren wirksam. Bei Diabetes zählt eine konsequente Insulintherapie mit regelmäßiger Blutzuckerkontrolle. Bei Herzerkrankungen gehören die Behandlung mit ACE-Hemmern, Diuretika oder anderen kardiovaskulären Medikamenten dazu.

Die Prognose für das Sehvermögen hängt entscheidend davon ab, wie schnell die Blutdrucksenkung beginnt. Bei einer Therapie innerhalb der ersten 72 Stunden nach Symptombeginn legt sich die Netzhaut in vielen Fällen wieder an, das Sehvermögen erholt sich teilweise oder ganz. Wird die Diagnose erst nach Wochen gestellt, sind die Sehzellen meist irreversibel geschädigt, und die Katze bleibt blind, auch wenn die Netzhaut anatomisch wieder anliegt. Diese zeitliche Komponente macht die rasche Vorstellung beim Tierarzt zur wichtigsten Einflussgröße.

Netzhautablösung bei Katzen – go4vet

Was kostet die Diagnostik und Therapie in DACH?

Die Kosten variieren je nach Diagnostiktiefe und Region. Eine erste augenärztliche Untersuchung mit Funduskopie und Spaltlampe liegt in Deutschland und Österreich bei 80 bis 150 Euro, in der Schweiz bei 150 bis 250 Schweizer Franken. Eine Blutdruckmessung kostet 20 bis 50 Euro, ein vollständiges Blutbild mit Chemie und Schilddrüsenhormon 100 bis 200 Euro, ein Urinstatus 30 bis 60 Euro. Eine erweiterte Abklärung mit Augenultraschall kommt auf 50 bis 100 Euro zusätzlich, ein Herzultraschall auf 150 bis 300 Euro.

Die langfristige medikamentöse Therapie ist überschaubar. Amlodipin als Generikum kostet pro Monat etwa 15 bis 30 Euro, je nach Dosis und Bezugsquelle. Die Kosten für die Behandlung der Grunderkrankung kommen hinzu: Nierendiät 60 bis 120 Euro pro Monat, Methimazol bei Hyperthyreose 25 bis 50 Euro pro Monat, Insulin und Verbrauchsmaterial bei Diabetes 50 bis 120 Euro pro Monat. Eine Radiojodtherapie als kurative Behandlung der Hyperthyreose kostet einmalig 1.500 bis 3.000 Euro inklusive Klinikaufenthalt.

Eine gute Katzenversicherung deckt diese Kosten weitgehend ab, sofern die Erkrankungen nicht als Vorerkrankung dokumentiert waren. Bei chronischen Erkrankungen älterer Katzen lohnt der Vergleich besonders sorgfältig: Achte auf hohe Jahresdeckungssumme, Einschluss chronischer Erkrankungen, Erstattung von Spezialdiäten und keine Altersbegrenzung im Tarif. Wer früh, also schon in den ersten Lebensjahren, eine Versicherung abschließt, hat im Alter die volle Erstattungsbreite.

Wie kannst du der Erkrankung vorbeugen?

Die wichtigste Vorbeugung ist die regelmäßige Vorsorge ab dem siebten Lebensjahr. Eine jährliche Blutdruckmessung gehört in jeder gut ausgestatteten Praxis zur Standarduntersuchung älterer Katzen. Sie dauert etwa fünf Minuten, ist schmerzlos und erkennt eine Hypertonie lange bevor sie Augenschäden verursacht. Bei chronisch erkrankten Tieren (Niereninsuffizienz, Hyperthyreose, Diabetes, Herzerkrankungen) sollte die Kontrolle alle drei bis sechs Monate erfolgen.

Achte auf indirekte Anzeichen einer chronischen Erkrankung: vermehrtes Trinken und Urinieren, Gewichtsverlust trotz unverändertem oder gesteigertem Appetit, Verhaltensänderungen, struppiges Fell, Erbrechen. Diese Hinweise rechtfertigen immer einen tierärztlichen Check. Eine konsequente Vorsorgeuntersuchung mit Blutbild, Urin und Blutdruckmessung kostet 100 bis 200 Euro und ist die mit Abstand günstigste Versicherung gegen späte Folgeerkrankungen wie eine Netzhautablösung.

Auch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Flüssigkeitsaufnahme, ein gesundes Gewicht und eine stressarme Umgebung wirken indirekt vorbeugend, weil sie die wichtigsten Risikoerkrankungen seltener und milder ausfallen lassen. Mehr dazu findest du in den Ratgebern zur artgerechten Ernährung und zum Nassfutter für Katzen, weil eine ausreichende Wasseraufnahme Niere und Kreislauf stabilisiert.

Tierärztlicher Blick: Wann an Differenzialdiagnosen denken?

Bei jungen Katzen oder atypischen Verläufen ohne erkennbare systemische Grunderkrankung ist die Differenzialdiagnose breiter. Infektionserkrankungen wie FIP, Toxoplasmose oder Kryptokokkose können entzündliche Netzhautablösungen auslösen und brauchen spezifische Diagnostik (Antikörper, PCR, Liquoruntersuchung). Tumore, vor allem das intraokulare Lymphom, sind selten, aber bei einseitigen Befunden mit zusätzlichen Veränderungen im Auge in Betracht zu ziehen. Auch Rassedispositionen (Abessinier, Bengal, Siam) für progressive Retinaatrophie oder Taurinmangel-Retinopathie bei einseitiger oder ungewöhnlicher Ernährung kommen vor.

Spezialisierte Augensprechstunden gibt es an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, an der Vetsuisse-Fakultät Zürich und Bern, an der LMU München, der Justus-Liebig-Universität Gießen und an größeren Privatkliniken in Hamburg, Berlin, Hannover und Frankfurt. Diplomatinnen des European College of Veterinary Ophthalmologists (ECVO) führen vollständige Abklärung mit Ultraschall, Elektroretinographie und gegebenenfalls bildgebende Schnittdiagnostik durch. Eine passende Adresse findest du über den Tierarzt-Finder oder im Verzeichnis Tierarzt Wien, wo mehrere Kliniken eine Augensprechstunde mit Notdienst-Kapazität anbieten.

Wichtig im Alltag: Sehverlust ist für eine Katze nicht das Ende des guten Lebens. Wenn die Netzhautablösung zu spät erkannt wurde und die Sehfähigkeit nicht zurückkehrt, gewöhnen sich die meisten Tiere innerhalb weniger Wochen an die neue Situation. Wichtig ist, die Wohnung möbeltechnisch nicht zu verändern, Treppen und gefährliche Stellen abzusichern, klare akustische Signale zu verwenden und der Katze Zeit zu geben. Mehr Informationen zur Versorgung älterer Katzen mit chronischen Erkrankungen findest du auch im Ratgeber zur chronischen Niereninsuffizienz.

Häufige Fragen zur Netzhautablösung bei Katzen

Kann das Sehvermögen nach einer Netzhautablösung zurückkehren?
Bei rascher Therapie innerhalb der ersten 72 Stunden nach Symptombeginn legt sich die Netzhaut in vielen Fällen wieder an, das Sehvermögen erholt sich teilweise oder vollständig. Wird die Diagnose erst nach Wochen gestellt, sind die Sehzellen meist irreversibel geschädigt. Die Schnelligkeit der Vorstellung in der Praxis ist die wichtigste Einflussgröße.
Was ist die häufigste Ursache?
In über 80 Prozent der Fälle ist eine systemische Hypertonie verantwortlich, fast immer im Zusammenhang mit chronischer Niereninsuffizienz, Hyperthyreose, Diabetes oder Herzerkrankungen. Die Netzhautablösung ist deshalb oft der erste sichtbare Hinweis auf eine bisher unbekannte oder unkontrollierte Grunderkrankung.
Wie merke ich, dass meine Katze schlecht sieht?
Achte auf weite Pupillen auch im Hellen, Unsicherheit beim Springen, Stoßen an Möbel, plötzliches Erschrecken bei Annäherung, vermehrtes Tasten mit den Vorderpfoten und Vermeiden von Treppen oder bekannten Sprungzielen. Diese Anzeichen sind oft subtil, weil Katzen sich gut an reduziertes Sehen anpassen.
Wird der Blutdruck immer mit Tabletten behandelt?
Ja, in den allermeisten Fällen wird die Hypertonie mit Amlodipin behandelt, einem gut verträglichen Calciumkanalblocker. Bei sehr hohen Werten oder unzureichender Wirkung kommen Telmisartan oder ACE-Hemmer dazu. Die Therapie ist meist lebenslang, weil die Grunderkrankung in der Regel ebenfalls chronisch ist.
Ab welchem Alter sollte der Blutdruck gemessen werden?
Spätestens ab dem siebten Lebensjahr einmal jährlich, bei chronisch kranken Tieren alle drei bis sechs Monate. Diese einfache und schmerzlose Untersuchung erkennt eine Hypertonie lange vor sichtbaren Folgen wie der Netzhautablösung und ist die wirksamste Vorbeugung.
Kann eine blinde Katze ein gutes Leben führen?
Ja, in den meisten Fällen sehr gut. Katzen verlassen sich stark auf Geruch, Tastsinn, Gehör und ihre räumliche Erinnerung und gewöhnen sich innerhalb weniger Wochen an die neue Situation. Wichtig ist, Möbel nicht umzustellen, Treppen abzusichern, klare akustische Signale zu verwenden und der Katze Zeit zur Anpassung zu geben.
Was kostet die langfristige Behandlung?
Amlodipin als Generikum kostet 15 bis 30 Euro pro Monat. Hinzu kommen die Kosten für die Behandlung der Grunderkrankung (Nierendiät, Methimazol, Insulin), je nach Erkrankung 30 bis 200 Euro pro Monat. Eine vor Krankheitsbeginn abgeschlossene Versicherung übernimmt diese Posten in der Regel weitgehend.
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