Ragamuffin
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Der Ragamuffin ist eine große, halblanghaarige Katze mit einem unglaublich sanften, anhänglichen Wesen und eng mit der Ragdoll verwandt. Tatsächlich ging der Ragamuffin in den 1990er Jahren aus der Ragdoll-Zucht hervor und teilt mit ihr das ruhige, menschenbezogene Gemüt und die Vorliebe, sich beim Hochnehmen völlig entspannt in die Arme zu schmiegen. Der wichtigste Unterschied liegt in der Fellzeichnung: Während die Ragdoll ausschließlich in Point-Farben mit blauen Augen auftritt, gibt es den Ragamuffin in nahezu allen Farben und Mustern und mit jeder Augenfarbe. Sein Name, der auf Englisch so viel wie zerzauster Wildfang bedeutet, ist mit einem Augenzwinkern gewählt, denn in Wahrheit ist diese Rasse alles andere als wild. Der Ragamuffin gilt als eine der verschmustesten Katzen überhaupt und wird deshalb besonders von Familien und Menschen geschätzt, die eine anhängliche, gutmütige Begleiterin suchen. In diesem Porträt erfährst du alles Wichtige über den Ragamuffin: von seiner Herkunft und der Abgrenzung zur Ragdoll über Aussehen, Charakter und artgerechte Haltung bis hin zu den rassetypischen Krankheiten, der Fellpflege, der Ernährung und den echten Kosten in Österreich und Deutschland. So kannst du einschätzen, ob dieser sanfte Riese zu deinem Leben passt.
Großer, sanfter Schmusekater
Der Ragamuffin ist eine kräftige, halblanghaarige Rasse aus der Ragdoll-Verwandtschaft, die in allen Farben und mit jeder Augenfarbe vorkommt.
Anhänglich und geduldig
Der Ragamuffin ist ausgesprochen sanft, menschenbezogen und geduldig. Viele Tiere werden auf dem Arm ganz entspannt und schlaff.
Ideale Wohnungskatze
Wegen seines ruhigen, vertrauensvollen Wesens eignet sich der Ragamuffin gut für die reine Wohnungshaltung, am liebsten in Gesellschaft.
Auf Herz und Nieren testen
Wie die Ragdoll kann der Ragamuffin die Herzerkrankung HCM und die Nierenerkrankung PKD tragen. Gentests der Elterntiere sind wichtig.
Steckbrief Ragamuffin
| Merkmal | Ragamuffin im Überblick |
|---|---|
| Herkunft | Vereinigte Staaten, aus der Ragdoll-Zucht hervorgegangen |
| Größe | groß, kräftig und schwer |
| Gewicht Kater | fünf bis neun Kilogramm |
| Gewicht Katze | vier bis sieben Kilogramm |
| Lebenserwartung | zwölf bis 16 Jahre |
| Felltyp und Farben | halblanges, seidiges Fell; alle Farben und Muster, jede Augenfarbe |
| Charakter | sehr sanft, anhänglich, geduldig, gesellig, verspielt |
| Aktivitätslevel | niedrig bis mäßig, ruhig und ausgeglichen |
| Besonderheit | entspannt sich beim Hochnehmen, wird erst mit etwa vier Jahren ausgewachsen |
| Preis beim Züchter | 900 bis 1.500 Euro |
Woher stammt der Ragamuffin ursprünglich?
Der Ragamuffin ist eine noch recht junge Rasse aus den Vereinigten Staaten und untrennbar mit der Geschichte der Ragdoll verbunden. Die Ragdoll wurde in den 1960er Jahren von der Züchterin Ann Baker in Kalifornien entwickelt und stand unter deren strenger markenrechtlicher Kontrolle. Eine Gruppe von Züchterinnen und Züchtern wollte sich in den 1990er Jahren von diesen Einschränkungen lösen und die Zuchtbasis erweitern, unter anderem um mehr Farben und Muster zuzulassen. Aus dieser Abspaltung entstand 1994 der Ragamuffin als eigenständige Rasse.
Um die genetische Vielfalt zu vergrößern, wurden in der Anfangszeit auch andere langhaarige Hauskatzen eingekreuzt, was die große Farbpalette des Ragamuffin erklärt. Über die Jahre etablierte sich die Rasse in den amerikanischen Zuchtverbänden und wurde offiziell anerkannt. In Europa, also auch in Österreich und Deutschland, ist der Ragamuffin bis heute deutlich seltener als seine berühmte Verwandte, die Ragdoll, gewinnt aber langsam an Bekanntheit. Wer einen Ragamuffin sucht, braucht daher oft etwas Geduld und sollte gezielt bei seriösen, auf die Rasse spezialisierten Züchtern anfragen.
Was unterscheidet den Ragamuffin von der Ragdoll?
Weil beide Rassen so eng verwandt sind und sich im Wesen stark ähneln, lohnt sich der genaue Blick. Der auffälligste Unterschied betrifft Fell und Augen. Die Ragdoll gibt es ausschließlich in der Point-Zeichnung, also mit hellem Körper, dunkleren Abzeichen an Gesicht, Ohren, Beinen und Schwanz, und sie hat immer blaue Augen. Der Ragamuffin dagegen ist in nahezu jeder Farbe und jedem Muster erlaubt, von einfarbig über getigert bis mehrfarbig, und seine Augen können jede Farbe annehmen. Ein weiterer Unterschied liegt in der Form: Der Ragamuffin hat oft ein etwas runderes Gesicht mit vollen Wangen und die typischen walnussförmigen, ausdrucksstarken Augen.
Im Charakter und in der Größe sind sich die beiden dagegen sehr ähnlich. Beide sind große, schwere und ausgesprochen sanfte Katzen, die eng am Menschen hängen und sich beim Hochnehmen gern entspannt in die Arme legen. Auch die gesundheitlichen Themen überschneiden sich, weil der Ragamuffin aus der Ragdoll hervorgegangen ist. Wer sich für den Ragamuffin interessiert, sollte deshalb unbedingt auch unser Porträt der Ragdoll lesen, um beide Rassen gut vergleichen zu können. Mit ihrer Größe und dem halblangen Fell werden beide gelegentlich mit der Maine Coon verwechselt, unterscheiden sich aber deutlich im Wesen.

Wie sieht ein Ragamuffin aus?
Der Ragamuffin ist eine große, kräftig gebaute und schwere Katze mit breitem Brustkorb, stabilem Knochenbau und muskulösem Körper. Kater können ein stattliches Gewicht von bis zu neun Kilogramm erreichen, Katzen bleiben etwas leichter. Wie viele große Rassen wächst der Ragamuffin langsam und ist erst mit etwa vier Jahren vollständig ausgereift. Auffällig ist der runde, breite Kopf mit vollen Wangen und die großen, walnussförmigen Augen, die dem Gesicht einen freundlichen, offenen Ausdruck geben.
Das Fell ist halblang, dicht und angenehm seidig, mit einer weichen Textur, die weniger zum Verfilzen neigt als das mancher anderer Langhaarrassen. Rund um den Hals bildet sich häufig eine ausgeprägte Halskrause. Der große Vorteil dieser Rasse für alle, die Vielfalt lieben, ist die riesige Farbpalette. Den Ragamuffin gibt es einfarbig, getigert, gescheckt und in vielen weiteren Varianten, ebenso in allen Augenfarben. Damit ist praktisch jedes Tier ein Unikat.
Wie ist der Charakter des Ragamuffin?
Der Charakter ist das große Aushängeschild dieser Rasse. Der Ragamuffin gilt als eine der sanftesten und anhänglichsten Katzen überhaupt. Er ist ruhig, geduldig und ausgesprochen menschenbezogen, folgt seinen Bezugspersonen durch die Wohnung, begrüßt sie an der Tür und sucht aktiv die Nähe und den Körperkontakt. Viele Ragamuffins zeigen das von der Ragdoll bekannte Verhalten, sich beim Hochnehmen völlig zu entspannen und schlaff in den Arm zu legen, was sie zu wunderbaren Schmusekatzen macht.
Trotz seiner Ruhe ist der Ragamuffin auch verspielt und lernt gern kleine Spiele oder das Apportieren. Er ist nicht besonders lautstark und ordnet sich gut ins Familienleben ein. Wegen seines geduldigen, gutmütigen Wesens kommt er in der Regel hervorragend mit Kindern, anderen Katzen und verträglichen Hunden zurecht. Genau diese Sanftheit bedeutet aber auch, dass der Ragamuffin sehr auf Gesellschaft angewiesen ist und nicht gern lange allein bleibt. Damit ein Kätzchen von klein auf souverän wird, hilft eine gute Prägung, wie unser Ratgeber zeigt, wie du ein Kitten richtig sozialisierst.

Wie hältst du einen Ragamuffin artgerecht?
Wegen seines ruhigen, vertrauensvollen Wesens eignet sich der Ragamuffin sehr gut für die reine Wohnungshaltung. Er ist kein ausgesprochener Draufgänger und würde die Gefahren der Außenwelt oft unterschätzen, weshalb reiner Freigang für diese arglose Rasse eher ungeeignet ist. Ideal ist eine katzensichere Umgebung mit einem gesicherten Balkon oder Garten, in dem er gefahrlos frische Luft schnuppern kann. Wie du einen Balkon absicherst, erklärt unser Ratgeber zum katzensicheren Balkon. Auch wenn der Ragamuffin ruhiger ist als viele andere Rassen, braucht er Beschäftigung, Kratzmöglichkeiten und Rückzugsorte. Ideen zur Auslastung findest du in unserem Beitrag darüber, wie du eine Wohnungskatze beschäftigst.
Weil der Ragamuffin so gesellig und menschenbezogen ist, sollte er möglichst nicht als Einzeltier gehalten werden, wenn du viel außer Haus bist. Eine zweite verträgliche Katze ist die beste Gesellschaft und beugt Langeweile und Einsamkeit vor. Wie das Zusammenleben von zwei Katzen gelingt, zeigt unser Ratgeber dazu, zwei Katzen in der Wohnung zu halten. Weitere sanfte, halblanghaarige Rassen mit ähnlichen Ansprüchen stellen wir in unserer Übersicht der Halblanghaarkatzen vor.
Passt der Ragamuffin zu dir?
Der Ragamuffin passt zu dir, wenn du eine große, ruhige und ausgesprochen verschmuste Katze suchst, die eng am Familienleben teilnimmt und viel Körperkontakt genießt. Du solltest bereit sein, ihm Gesellschaft zu bieten, am besten durch eine zweite Katze oder viel Anwesenheit, denn allein sein mag dieser sanfte Charakter nicht. Wegen seiner arglosen Art ist er ein typisches Tier für die gesicherte Wohnungshaltung. Bereit sein solltest du außerdem, in Gesundheitsvorsorge zu investieren und beim Kauf auf Herz- und Nierentests der Elterntiere zu achten. Weniger geeignet ist der Ragamuffin, wenn du eine unabhängige, wenig anhängliche Katze möchtest.
Welche rassetypischen Krankheiten hat der Ragamuffin?
Der Ragamuffin gilt insgesamt als robuste Rasse, doch weil er aus der Ragdoll hervorgegangen ist, teilt er mit dieser einige erblich bedingte Gesundheitsrisiken, die du unbedingt kennen solltest. Ein seriöser Züchter lässt seine Elterntiere auf die relevanten Erbkrankheiten testen und legt dir die Ergebnisse offen vor. Solltest du bei deiner Katze Auffälligkeiten wie Atemnot, verminderte Leistungsfähigkeit oder Trinkverhalten bemerken, warte nicht ab. Über unsere Plattform kannst du unkompliziert eine Tierärztin oder einen Tierarzt in deiner Nähe finden. Zur ersten Orientierung bei unklaren Beschwerden hilft dir außerdem unser Symptom-Checker, der die tierärztliche Untersuchung aber niemals ersetzt.
Die wichtigste rassetypische Erkrankung ist die hypertrophe Kardiomyopathie, kurz HCM, die häufigste Herzerkrankung der Katze. Dabei verdickt sich die Muskelwand des Herzens krankhaft, was zu Herzversagen, Blutgerinnseln und im schlimmsten Fall zum plötzlichen Tod führen kann. Bei der Ragdoll ist eine bestimmte genetische Mutation bekannt, die auch beim Ragamuffin eine Rolle spielen kann, weshalb ein Gentest in Kombination mit regelmäßigen Herzultraschalluntersuchungen beim Fachtierarzt sinnvoll ist. Verantwortungsvolle Züchter kontrollieren ihre Zuchttiere entsprechend.
Ein zweites wichtiges Thema ist die polyzystische Nierenerkrankung, kurz PKD, bei der sich mit der Zeit flüssigkeitsgefüllte Zysten in den Nieren bilden und deren Funktion beeinträchtigen. Auch für diese Erkrankung gibt es einen Gentest, sodass sie durch die richtige Auswahl der Elterntiere vermeidbar ist. Daneben sollte, wie bei allen großen und schweren Katzen, auf die Gelenke geachtet werden, und im Alter sind Zahnprobleme möglich. Die beste Vorsorge bleibt der Kauf bei einem seriösen Züchter mit lückenloser Gesundheitsdokumentation inklusive HCM- und PKD-Test, kombiniert mit der jährlichen tierärztlichen Vorsorgeuntersuchung, bei der auch das Herz abgehört wird.
Wie pflegst du das Fell eines Ragamuffin?
Trotz des halblangen Fells ist die Pflege des Ragamuffin angenehm unkompliziert. Sein seidiges Fell neigt weniger stark zum Verfilzen als das dichtere Fell mancher anderer Langhaarrassen. In der Regel reicht es, die Katze ein bis zwei Mal pro Woche gründlich zu bürsten, um lose Haare zu entfernen und die Bildung von Knoten vorzubeugen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst solltest du häufiger, im Zweifel täglich, bürsten, damit die losen Haare nicht verkletten und die Katze beim Putzen nicht zu viele Haare verschluckt.
Achte besonders auf die typischen Problemzonen wie die Halskrause, die Achseln und die Region an den Hinterbeinen, wo sich am ehesten Knoten bilden. Kontrolliere daneben regelmäßig Ohren, Krallen und Zähne und gewöhne deine Katze von klein auf an die Pflege, damit sie diese als angenehmes Ritual erlebt. Beim geduldigen Ragamuffin gelingt das meist besonders leicht, weil er die Nähe und Zuwendung ohnehin genießt.
Was solltest du bei der Ernährung beachten?
Der Ragamuffin ist eine große, schwere Katze mit einem entsprechend soliden Nährstoffbedarf. Er braucht eine hochwertige, fleischbasierte Ernährung mit hohem Proteinanteil, die seinen kräftigen Körperbau und das langsame Wachstum über mehrere Jahre unterstützt. Gerade in der langen Wachstumsphase bis zum Alter von etwa vier Jahren ist eine ausgewogene Versorgung wichtig. Frisches Wasser sollte immer bereitstehen, was zusätzlich die Nieren unterstützt.
Weil der Ragamuffin ruhig und wenig bewegungsfreudig ist, neigt er stärker als aktivere Rassen zu Übergewicht. Bei einer so großen und schweren Katze fällt das nicht immer sofort auf. Taste deshalb regelmäßig die Rippen ab und achte auf die Figur deiner Katze, besonders nach der Kastration. Sollte deine Katze zu viel wiegen, findest du Unterstützung in unserem Ratgeber, wie du eine übergewichtige Katze gesund abnehmen lässt. Regelmäßige Spielrunden helfen, den eher gemütlichen Ragamuffin in Bewegung zu halten.

💰 Was kostet ein Ragamuffin in Österreich und Deutschland?
Ein Ragamuffin aus seriöser Zucht mit Stammbaum, Gentests und guter Aufzucht kostet in Österreich und Deutschland meist zwischen 900 und 1.500 Euro. Weil die Rasse hier noch selten ist, kann es Wartezeiten geben, und die Anreise zum passenden Züchter ist manchmal weiter. Von auffällig günstigen Angeboten ohne Papiere und ohne Gesundheitsnachweise solltest du absehen, da gerade bei dieser Rasse Herz- und Nierentests wichtig sind. Die Erstausstattung mit einem stabilen Kratzbaum, Transportbox, Näpfen, Katzentoiletten und Spielzeug ist mit rund 200 bis 400 Euro zu veranschlagen. Die laufenden monatlichen Kosten für hochwertiges Futter, Katzenstreu und Kleinbedarf liegen bei etwa 45 bis 75 Euro, bei einer so großen Katze eher am oberen Rand. Dazu kommt eine Rücklage für die Tiergesundheit. Eine jährliche Vorsorgeuntersuchung mit Impfung kostet in Österreich meist zwischen 60 und 100 Euro, in Deutschland zwischen 50 und 90 Euro. Für unerwartete Behandlungen, etwa am Herzen oder an den Nieren, ist eine Katzenkrankenversicherung oder eine feste monatliche Rücklage sinnvoll.
Zum Weiterstöbern eignen sich auch Somali, Balinese, Norwegische Waldkatze und American Curl.
Häufige Fragen zum Ragamuffin
Quellen
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