Pferd-Mineralfutter-Finder: die richtige Mineralisierung in zwei Minuten
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du fütterst hochwertiges Heu, eine Handvoll Hafer, vielleicht ein Bisschen Müsli und denkst, dein Pferd bekommt damit alles, was es braucht. Die Wahrheit aus 30 Jahren Weidewirtschaft und tausenden Blutbildern in Österreich und Deutschland sagt etwas anderes: bei rund acht Von zehn Freizeitpferden ist die Mineralisierung der grösste Blinde Fleck in der Ration. Heu liefert Energie und rohfaser, aber die Spurenelemente liegen oft so tief unter dem Bedarf, dass das Pferd sie über Jahre aus Knochen, Leber und Muskel mobilisiert, bevor du im Fell, in den Hufen oder im Immunsystem siehst, dass etwas fehlt.
genau hier setzt der Pferd-Mineralfutter-Finder an. du beantwortest in zwei Minuten neun Fragen zu Rasse, Alter, Nutzung, Weide- und Heuqualität und bekommst ein konkretes Mineralfutter-Profil, das auf die Selen-Region Österreich und Süddeutschland abgestimmt ist. Keine Pauschalempfehlung, sondern eine Kette aus Pflichtprodukt, Ergänzungen und einer ehrlichen Einschätzung, ob ein Blutbild vor der Fütterungsumstellung sinnvoll ist.
Passendes Mineralfutter in zwei Minuten finden
Der Finder fragt Rasse, Gewicht, Nutzung, Heuqualität und Auffälligkeiten ab und liefert dir eine konkrete Produktempfehlung aus dem SanoVet-Pferdesortiment plus Alternativen.
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Warum Heu allein nie reicht
Heu ist die Basis jeder Pferdefütterung, aber Heu ist auch der Pflanzenbestand einer Wiese, die auf einem Boden gewachsen ist, der wiederum von eiszeitlichen Ablagerungen geprägt wurde. Das klingt akademisch, hat aber sehr direkte Folgen für deinen Putzkasten. Der Gehalt an Spurenelementen im Heu schwankt zwischen zwei Nachbarschlägen oft um den Faktor drei. Zwischen einer Almwiese in vorarlberg und einem extensivgrünland in mecklenburg liegen Welten.
Die Selen-Mangel-Karte Österreich und Deutschland
Österreich, Bayern, baden-württemberg, Sachsen, Brandenburg und Teile niedersachsens gehören zu den Selen-Mangelgebieten europas. Das hat geologische Gründe: die Alpinen Kalkböden und die letzte Vergletscherung haben das Spurenelement aus dem Oberboden ausgewaschen. Die Universität für Bodenkultur Wien hat in einer Breiten Erhebung gezeigt, dass Heu aus diesen Regionen im Schnitt nur 0,03 bis 0,06 Milligramm Selen pro Kilogramm trockensubstanz enthält. Der Bedarf eines Warmblutpferds liegt bei rund einem Milligramm pro Tag, das wären bei zehn Kilogramm Heu also umgerechnet 0,1 Milligramm pro Kilogramm. Die Lücke zwischen Heuangebot und Bedarf ist real und sie ist groß.
Zink und Kupfer wandern als Duo
Zink und Kupfer stehen in einem festen Wechselspiel. Eine Zinkversorgung ohne Kupfer kippt das Verhältnis im Gewebe und kann genauso problematisch werden wie ein blanker Zinkmangel. Heu liefert in Mitteleuropa typischerweise 25 bis 35 Milligramm Zink pro Kilogramm trockenmasse. Ein 600-Kilogramm-Warmblut braucht aber rund 400 Milligramm Zink pro Tag, also etwa 40 Milligramm pro Kilogramm Heu. Das Defizit liegt regelmässig zwischen 30 und 40 Prozent.
Vitamin e schwankt mit der Jahreszeit
Frisches Gras enthält reichlich Vitamin e. Sobald das Gras geschnitten und getrocknet ist, baut sich der Gehalt rapide ab. Nach sechs Monaten Lagerung sind oft nur noch 10 bis 20 Prozent der ursprünglichen Menge übrig. Pferde, die im Winter überwiegend vom Heuvorrat des Sommers Leben, kommen ohne Ergänzung selten auf den Bedarf von 1,6 internationalen Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.
Welche Mineralien dein Pferd braucht
Selen
Selen ist der Star unter den Spurenelementen, weil es so stark regional schwankt. Das Element ist Baustein der glutathionperoxidase, einem Zentralen Enzym der antioxidativen Abwehr. Ein chronischer Mangel zeigt sich durch Muskelverhärtungen nach Belastung, schlechtes Regenerationsvermögen, Fellprobleme und im Extrem die weiße Muskelkrankheit beim Fohlen. Der Bedarf eines Erwachsenen Pferds liegt bei 1 bis 3 Milligramm Selen pro Tag. Die Obergrenze wird ab etwa 20 Milligramm täglich kritisch, dazwischen liegt eine große Sicherheitsspanne. Ein Blutbild über glutathionperoxidase-Aktivität zeigt sehr zuverlässig, ob dein Pferd versorgt ist.
Zink
Zink ist beteiligt an mehr als 300 Enzymen, an Haut- und Hornbildung, an der Wundheilung, an der Spermatogenese und am Immunsystem. Der Bedarf liegt für ein 600-Kilogramm-Pferd bei 400 Milligramm pro Tag, bei trächtigen oder laktierenden Stuten höher. Zinkmangel zeigt sich klassisch an stumpfem Fell, Mauke, schlechter Hornqualität und einem allgemein erhöhten Infektionsrisiko.
Kupfer
Kupfer braucht dein Pferd für die Pigmentbildung, für die Elastizität von blutgefässen, für die Knorpelreifung beim Jungpferd und als Gegenspieler von Zink. Der Bedarf liegt bei rund 100 Milligramm pro Tag. Das Verhältnis Zink zu Kupfer in der Ration sollte zwischen drei Zu eins und vier Zu eins Liegen, kippt es darüber, leidet die Kupferverwertung.
Mangan
Mangan ist im Knochenstoffwechsel und in der Knorpelbildung Aktiv. Der Bedarf liegt bei 400 Milligramm pro Tag und wird in den meisten Heuanalysen rechnerisch knapp gedeckt. Ein echter Mangan-Mangel ist selten, aber Jungpferde in der Wachstumsphase und Stuten in der Trächtigkeit profitieren von einer planbaren Zufuhr über das Mineralfutter.
Vitamin e
Vitamin e ist das fettlösliche Antioxidans im Pferdekörper und arbeitet eng mit Selen zusammen. Der Bedarf liegt bei 1.000 bis 2.000 internationalen Einheiten pro Tag, Sportpferde und Alttiere oft höher. Ein chronischer Vitamin-e-Mangel kann bei genetisch veranlagten Pferden zur equinen Motorneuronenerkrankung führen, bei Sportpferden zu deutlich verlängerter Regeneration.
Biotin
Biotin ist im strengen Sinn kein Mineral, sondern ein b-Vitamin, gehört aber in jede Strukturelle Huf- und Fellsanierung. Studien aus der Schweiz zeigen, dass eine tägliche Gabe von 15 bis 20 Milligramm Biotin über mindestens neun Monate die Hornqualität messbar verbessert. Unter neun Monaten ist die Studienlage dünn, weil die Hornkapsel in dieser Zeit erst einmal komplett nachgewachsen sein muss.
Magnesium
Magnesium ist im Pferdekörper an mehr als 300 Enzymreaktionen beteiligt, vor allem Im Energiestoffwechsel der Muskelzelle. Der Bedarf eines 600-Kilogramm-Pferds liegt bei 13 bis 15 Gramm pro Tag. Heu liefert Magnesium meistens ausreichend, der Bedarf steigt aber bei Sportpferden, bei Stress und bei hoher Leistung deutlich. Ein subklinischer Magnesium-Mangel zeigt sich als Nervosität, muskelflattern, Taktunreinheit unter dem Reiter und allgemein erhöhte Erregbarkeit. Eine Ergänzung über das Mineralfutter ist der saubere Weg, isolierte Magnesium-Pasten haben in der Akutsituation ihre Berechtigung, sollten aber nicht dauerhaft gefüttert werden.
Jod
Jod ist Baustein der Schilddrüsenhormone und steuert den Grundumsatz. Der Bedarf eines Erwachsenen Pferds liegt bei 4 bis 6 Milligramm pro Tag, bei trächtigen Stuten doppelt so hoch. Mitteleuropäische Böden sind tendenziell Jod-arm, eine Ergänzung über jodiertes Mineralfutter ist Standard. Überdosierung ist möglich, wenn mehrere Jodhaltige Produkte gestapelt werden, das ist bei Seetang-haltigen ergänzern in der Praxis ein klassisches Problem.
Kalzium und Phosphor
Kalzium und Phosphor sind die Mengenelemente des Knochenstoffwechsels. Das Verhältnis Kalzium zu Phosphor in der Ration sollte zwischen eins Zu eins und zwei Zu eins Liegen, kippt es darüber, leidet die Phosphor-Resorption und der Knochenstoffwechsel wird instabil. Heu liefert in der Regel beide Elemente in guter Verhältnismässigkeit, bei kraftfutterhaltigen Rationen mit viel Hafer kann das Verhältnis kippen. Die meisten Mineralfutter sind so kalibriert, dass sie das Verhältnis stabilisieren, ohne dass du selbst rechnen musst.
Mineralfutter passend zum pferdetyp
Sportpferd
Ein Turnierpferd unter regelmässiger Belastung verliert über schweiss messbar Elektrolyte und arbeitet sein antioxidatives System intensiv ab. Selen, Vitamin e, Zink und Magnesium müssen oben am Bedarf Gefahren werden, idealerweise ergänzt durch ein Elektrolyt an Turniertagen. Ein Produkt wie Horse Vital Plus deckt die Spurenelemente, Racing-Syrup oder Power-Tonic kommen punktuell vor und nach Belastung dazu.
Senior
Ältere Pferde haben oft eine reduzierte Verdauungsleistung, schmälere kauoberflächen und eine veränderte Leber-Stoffwechsel-Achse. Selen und Vitamin e bleiben Pflicht, Biotin gewinnt an Gewicht für die Hornqualität, ein leberunterstützendes Produkt wie Leber-Vital ist im Senior-alter selten ein Fehler.
Zuchtstute
Tragende und laktierende Stuten haben einen Massiv erhöhten Bedarf an Spurenelementen, weil sie damit das Fohlen aufbauen und säugen. Zink, Kupfer, Mangan, Jod und Selen müssen sicher und planbar zugeführt werden. Animalith liefert eine ausgewogene Mineralbasis, Biotin Plus stützt Huf- und Fellqualität, Top-Lysin-e ergänzt Aminosäuren und Vitamin e.
Jungpferd
In der Wachstumsphase entscheiden ein bis drei Lebensjahre über die spätere Gelenksgesundheit. Kupfer, Mangan, Zink, Kalzium und Phosphor müssen im richtigen Verhältnis stehen. Zu viel Energie ohne Mineralien beschleunigt das Wachstum so stark, dass osteochondrosen entstehen können. Ein junges Pferd gehört auf eine planbare Mineralrampe, idealerweise mit einer Halbjahrskontrolle beim hofbetreuenden Tierarzt.
Freizeitpferd
Das klassische Freizeitpferd mit zwei Bis vier Stunden Arbeit pro Woche, viel Weide im Sommer und Heuration im Winter ist die grösste Gruppe und auch die mit dem grössten unbemerkten Mineralloch. Ein vollwertiges Mineralfutter wie Horse Vital Plus oder Mineral-vital deckt Selen, Zink, Kupfer, Mangan und Vitamin e in einer ehrlichen Ration und kostet pro Tag weniger Als ein Espresso.
Ems- und cushing-Pferd
Pferde mit equinem metabolischen Syndrom oder pituitary Pars intermedia Dysfunction (cushing) brauchen eine streng Zuckerarme Ration. Mineralfutter mit Melasse als Bindemittel sind hier kontraindiziert. Die Mineralisierung selbst bleibt zwingend nötig, weil chronisch kranke Pferde einen erhöhten Umsatz an Antioxidantien haben. Der Finder filtert Produkte ohne Zuckerzusatz und schlägt Rationen vor, die ems-tauglich sind. Eine Fütterung muss eng mit dem hofbetreuenden Tierarzt und einem auf Stoffwechsel spezialisierten Futterberater abgestimmt sein.
SanoVet-Sortiment im Überblick
Vollwertiges Mineralfutter mit Selen, Zink, Kupfer, Mangan, Jod, Vitamin e und Biotin in einer für österreichische und süddeutsche Heuqualität abgestimmten Dosierung. Fütterungsempfehlung 60 bis 100 Gramm pro Tag für ein 500-Kilogramm-Pferd.
Ein flüssiger blutbildungs-Booster mit Eisen, Kupfer, Kobalt, Vitamin b12 und Folsäure. sinnvoll bei Stuten nach der Geburt, nach Blutverlust, in Regenerationsphasen und bei Jungpferden mit nachweislichem hämatokrit-Defizit.
Leberunterstützendes Produkt mit Mariendistel, Artischocke, Cholin und b-Vitaminen. Einsatzgebiet sind Senior-Pferde, Pferde nach längerer Medikation und Tiere mit auffälligen Leberwerten im Blutbild.
Mineralfutter mit besonderem Fokus auf Knochen- und Hornstoffwechsel, geeignet für Zuchtstuten, Fohlen, Jungpferde und Sportpferde mit hoher Belastung der Bewegungsapparat-Strukturen.
Hochdosiertes Biotin mit Zink, Methionin und Kupfer. Spezialprodukt für Hornsanierung bei brüchigen Hufen, schalen, Mauke und chronisch stumpfem Fell. Fütterung über mindestens neun Monate empfohlen.
Flüssige b-Vitamin-Elektrolyt-Kombination für Sport- und Turnierpferde. Wird vor und nach intensiver Belastung gegeben, unterstützt Regeneration und Energiestoffwechsel.
Was die Konkurrenz anbietet
Damit du eine ehrliche Einordnung bekommst, hier ein kurzer Marktüberblick. Pavo ist eine sehr starke Marke aus den niederlanden mit breiter Futterpalette. Das Mineralfutter Pavo vitall ist solide, allerdings ist das Mineralprofil eher auf Niederländische und nordwestdeutsche Heuqualitäten ausgelegt, der Selengehalt liegt unter dem, was in alpenländischen Mangelregionen sinnvoll wäre. Equipower wird gerne im Sportbereich Gefahren, das Hauptaugenmerk liegt auf Kraftfutter und Elektrolyt-Mischungen, das Mineralprogramm ist solide, aber nicht der Hauptfokus. Lexa ist ein Deutscher Hersteller mit einem sehr feinen Mineralprogramm, preislich oft im premiumsegment, sehr gut für ambitionierte Freizeit- und Sportpferde. Höveler ist eine Traditionsmarke aus Deutschland mit breitem Futtersortiment, die Mineralfutter sind solide, das Selen-Zink-Profil ist auf den Deutschen Markt ausgelegt. Marstall hat ein sehr durchdachtes premium-Segment, das Mineralprogramm überzeugt, das Verhältnis Zink zu Kupfer ist sauber justiert. Der Unterschied von SanoVet liegt in zwei Punkten: regionale Ausrichtung auf Österreich und Süddeutschland mit höherem Selen, und die Aufstellung mit Ergänzungsprodukten für Leber, Blut und Horn neben dem Mineralfutter, sodass du beim chronischen Problem nicht zwischen Herstellern springen musst.
Die Fütterungstechnik im Stallalltag
Mineralfutter wirkt nur, wenn dein Pferd es täglich frisst. Die Technik der Verabreichung ist in der Praxis ein unterschätzter Erfolgsfaktor. Pulverförmige Produkte werden idealerweise in eine kleine Portion eingeweichten heucobs oder mash gegeben, weil sie sonst durch die Krippe rieseln oder vom Pferd ausselektiert werden. Pellets lassen sich klassisch in der Hafer- oder Müsliration verteilen. Flüssige Produkte wie Iron Tonic oder Racing-Syrup gibst du am besten direkt mit der dosierhilfe in die Ration, gerade vor Turnieren ist eine separate Verabreichung sinnvoll, damit das Pferd nicht zwischen zwei Rationen wählt.
Ein weiterer Praxispunkt ist die Verteilung über den Tag. Ein Pferd, das die volle Mineralration auf einen Schlag bekommt, scheidet einen Teil ungenutzt aus. Die Teilung in zwei Rationen Morgens und Abends erhöht die resorptionsausbeute messbar, vor allem Bei wasserlöslichen Mineralien und Vitaminen. Wer das an drei Rationen aufteilt, ist nahe am physiologischen Optimum, das ist im Stallalltag aber selten machbar.
Blutbild lesen lernen
Wenn du ein Blutbild vom Labor zurückbekommst, stehen darauf Werte, Einheiten und Referenzbereiche. Die wichtigsten Parameter für die Mineralisierung sind Selen über die glutathionperoxidase-Aktivität, Vitamin e in Mikrogramm pro milliliter, Zink in Mikrogramm pro Deziliter, Kupfer in Mikrogramm pro Deziliter, manchmal Mangan und Jod. Eine glutathionperoxidase-Aktivität unter 80 Einheiten pro Gramm Hämoglobin ist kritisch, zwischen 80 und 100 grenzwertig, darüber gut. Zink unter 60 Mikrogramm pro Deziliter ist defizitär, zwischen 60 und 90 grenzwertig, darüber im Normalbereich. Kupfer-Werte unter 80 sind verdächtig, zwischen 80 und 130 ok. Die Ratio Zink zu Kupfer von drei Zu eins Bis vier Zu eins ist physiologisch.
Ein einzelner Laborwert ist nie diagnostisch, das Gesamtbild plus die Klinik führt zur Entscheidung. Der hofbetreuende Tierarzt liest die Werte gewohnt routiniert und bezieht den pferdetyp, die Nutzung und die aktuelle Klinik ein.
Anwendungsfälle
Fall eins. Warmblut, 12 Jahre, 580 Kilogramm, Freizeit, Weide im Sommer, Heu im Winter, Fell wird im März und Oktober deutlich stumpf. Das ist ein klassischer ganzjahres-mineralisierungsbedarf mit Fokus auf Zink und Kupfer, Horse Vital Plus 80 Gramm täglich, mit Blutbild zur Kontrolle nach drei Monaten. Die Fellqualität verbessert sich erfahrungsgemäss zuerst, danach die Hornelastizität.
Fall zwei. Haflinger-Stute, 8 Jahre, im zweiten Trächtigkeitsdrittel, Ration Heu plus etwas Hafer. Tragend bedeutet erhöhter Spurenelementbedarf für das Fohlen, Animalith plus Biotin Plus, Kontrolle der Leberwerte vor abfohlen. Die Zuchtmedizin kennt einen klaren Zusammenhang zwischen ausgewogener Mineralisierung der Stute und der Gelenksgesundheit des Fohlens im ersten Lebensjahr.
Fall drei. 25-jährige Isländerstute, leichte Erhöhung der Leberwerte, brüchiger Huf. Seniorprogramm aus Mineral-vital, Leber-Vital und Biotin Plus über mindestens neun Monate, Fütterung in zwei Rationen pro Tag. Zusätzlich Kontrolle der Gewichtszunahme und der Zuckerwerte, weil Isländer eine hohe Disposition für Stoffwechselprobleme haben.
Fall vier. Dreijähriger Warmblut-Wallach, frisch eingeritten, leichte Taktunreinheiten nach Belastung. Selenwert über glutathionperoxidase prüfen lassen, bei Mangel Horse Vital Plus aufstocken, Top-Lysin-e in der Einlaufphase, weil das junge Pferd in der Muskelaufbau-Phase Aminosäuren und Vitamin e braucht.
Fall fünf. Turnierpferd, Springsport mittlere Klasse, schwitzt stark, zeigt nach Turnier am Sonntagabend leichten Muskelkater. Mineralisierung über Horse Vital Plus, Racing-Syrup vor und nach Belastung, Elektrolyte plus an heißen Tagen. Magnesium beachten, gerade bei nervösen Sportpferden ist das ein zusätzlicher Hebel.
Fall sechs. Ems-Haflinger, 16 Jahre, leichtfuttrig, neigt zur Hufrehe. Ein zuckerfreies Mineralfutter ohne Melasse ist Pflicht, die Ration besteht aus spätschnitt-Heu, einer kleinen Portion geeigneter heucobs und einem ems-tauglichen Mineral. Iron Tonic und Energie-ergänzer sind hier kontraindiziert, der Fokus liegt auf der reinen Spurenelement-Versorgung.
Fall sieben. Reining-Pferd nach diagnostiziertem rezidivierendem Verschlag (pssm-Typ-zwei). Die Ration wird auf ein niedriges Stärke-Zucker-Profil und ein hohes Fett-Anteil gestellt, Vitamin e in der hochdosierten Variante (3.000 bis 5.000 IE pro Tag), Magnesium ergänzt. Das Mineralfutter Horse Vital Plus liefert die Spurenelement-Basis, Ergänzungen werden auf die Diagnose abgestimmt.
Faq
Wieviel Mineralfutter pro Tag ist richtig?
Die meisten Produkte liegen zwischen 50 und 100 Gramm pro 500 Kilogramm Pferd und Tag. Die genaue Menge richtet sich nach Körpergewicht, Nutzung und der Konzentration des Produkts. Die Packung gibt eine Fütterungsempfehlung, der Finder rechnet dir die Menge auf dein Pferd herunter.
Kann ich mit Mineralfutter überdosieren?
In der regulären Fütterungsmenge eines seriösen Herstellers ist eine Überdosierung praktisch ausgeschlossen. Kritisch wird es nur, wenn du mehrere Mineralfutter parallel fütterst oder zusätzlich Selen-Pasten und ergänzer ohne Plan kombinierst. Selen hat ab einer chronischen Aufnahme von etwa 20 Milligramm pro Tag eine echte toxische Schwelle.
Wann ist ein Blutbild sinnvoll?
Vor jeder Echten Ration-Umstellung, jährlich bei Sport- und Seniorpferden, zwei Mal im Jahr bei Zuchtstuten, immer dann, wenn Fell, Hufe, Leistung oder Regeneration auffällig sind. Der hofbetreuende Tierarzt kann Selen, Vitamin e, Zink, Kupfer und Mangan in einer einzigen Blutentnahme abklären.
Warum reicht das Heu nicht für die Mineralisierung?
Heu liefert Energie und rohfaser zuverlässig, Spurenelemente jedoch nur in der Konzentration, die der Boden hergibt. In Selen-Mangelregionen wie Österreich oder Bayern liegt der Selengehalt im Heu typischerweise bei einem zehntel des Bedarfs, beim Zink fehlen 30 bis 40 Prozent.
Wieso ist die Selen-Region so wichtig?
Die Geologie entscheidet, wie viel Selen aus dem Boden in die Pflanze und damit ins Heu kommt. In Österreich, Bayern, baden-württemberg und Sachsen liegen die Werte im Heu so niedrig, dass eine Ergänzung Pflicht ist. In einigen Regionen finnlands oder Norddeutschlands sind die Selenwerte natürlich höher, dort ist eine schwächere Ergänzung möglich.
Gibt es zuckerfreie Mineralfutter?
Ja. Für ems-Pferde, cushing-Pferde und stoffwechselsensible Tiere gibt es Mineralfutter ohne Melasse und ohne Getreidekomponenten. Der Finder fragt diese Kategorie ab und filtert die Produktempfehlung entsprechend.
Wie lange dauert es, bis Fell und Hufe sich verbessern?
Fell zeigt eine Reaktion nach sechs Bis zwölf Wochen, Hufhornqualität braucht mindestens neun Monate, weil die Hufkapsel in dieser Zeit komplett nachwächst. Wer nach drei Monaten keine Veränderung am Huf sieht und schon vorher kein Massives Huf-Defizit hatte, ist auf dem richtigen Weg.
Versicherung und Stoffwechsel-Erkrankungen
Cushing, ems, Hufrehe und chronische Stoffwechselprobleme sind beim Pferd nicht nur fütterungs-, sondern auch Kostenrisiken. Ein cushing-Pferd kostet Jahresfutter, Dauermedikation pergolid und regelmässige Blutkontrollen. Eine Pferde-Krankenversicherung deckt einen erheblichen Teil dieser Kosten ab, idealerweise abgeschlossen bevor das Pferd auffällig wird. Nutze unseren Tierversicherung-Finder oder den Tierversicherungsvergleich für die Marktübersicht.
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Finder oder Vergleich, je nachdem ob du eine konkrete Empfehlung möchtest oder den vollen Marktüberblick brauchst.
Weiterführende Artikel
- Selen-Mangel beim Pferd: Symptome, Ursachen, Therapie
- Zink-Mangel beim Pferd: stumpfes Fell und Hufprobleme erkennen
Kosten und Alltag
Ein vollwertiges Mineralfutter kostet im Schnitt zwischen 30 und 60 Cent pro Pferd und Tag. Das klingt wenig, summiert sich aber über das Jahr auf 100 bis 220 Euro pro Pferd, was im Verhältnis zu den möglichen Folgekosten chronischer Fehlversorgungen verschwindend gering ist. Eine einzige Tierarztrechnung wegen Muskelverschlag, eine Antibiotika-runde wegen Mauke oder ein Pferd, das vier Monate länger als nötig ausser Betrieb ist, kostet ein Vielfaches. Die Mineralisierung ist eine der ehrlichsten Investitionen in die langfristige Gesundheit des Pferds, vorausgesetzt sie ist abgestimmt auf das individuelle Profil und nicht aus dem Bauch heraus gewählt.
Der Pferd-Mineralfutter-Finder im Detail
Der Finder fragt in neun Schritten die wesentlichen Parameter ab. Rasse, Alter, Körpergewicht, Nutzung, Intensität der Arbeit, Weide- und Heuqualität, Region, aktuelle gesundheits-Auffälligkeiten und Stoffwechselbesonderheiten wie ems, cushing oder pssm. Das Ergebnis ist eine konkrete Primäremepfehlung aus dem SanoVet-Sortiment, ergänzt um optionale Produkte für Haut, Huf, Leber oder Regeneration und eine ehrliche Einschätzung, ob ein Blutbild vor der Umstellung sinnvoll ist. Das Tool ersetzt keine Fütterungsberatung, es liefert aber eine deutlich bessere Ausgangslage als der Griff zum erstbesten Regalprodukt.
Quellen
- Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Tierernährung, Erhebung Selengehalt im österreichischen Wirtschaftsfutter, fortlaufende Publikationsreihe
- Nationaler forschungsrat USA (national Research council), nutrient requirements of horses, sechste Auflage
- Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (gfe), Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden, Frankfurt
- Kentucky equine Research, advances in equine Nutrition, fortlaufende Konferenzbände
- Universität Zürich, vetsuisse, Biotin-Langzeitstudie zur Hufhornqualität
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