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Druse beim Pferd: Symptome, Quarantäne und Stallhygiene

Druse beim Pferd: Symptome, Quarantäne und Stallhygiene

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Druse ist eine hoch ansteckende bakterielle Erkrankung der oberen Atemwege, ausgelöst durch Streptococcus equi subspecies equi. Ein einziges erkranktes Pferd kann innerhalb weniger Tage einen ganzen Stall infizieren und über Monate hinweg Ausscheider bleiben. Die Erkrankung ist in Österreich anzeigepflichtig, in Deutschland meldepflichtig, und sie verlangt von dir als Halter umsichtige Quarantäne und Stallhygiene.

Obwohl die meisten Pferde eine Druse überleben, kann die Erkrankung in seltenen Fällen tödlich verlaufen, etwa bei einer sogenannten Bastard-Druse mit Abszessbildung in inneren Organen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du die Druse erkennst, was im Akutfall zu tun ist, wie eine Quarantäne funktioniert und welche Rolle Impfung und Stallhygiene in Österreich und Deutschland spielen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Druse ist eine hoch ansteckende bakterielle Erkrankung der oberen Atemwege durch Streptococcus equi.
  • Typische Symptome sind hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten, eitriger Nasenausfluss und reduzierter Appetit.
  • Jeder Verdacht gehört sofort in tierärztliche Behandlung mit Isolierung und Nasen- bzw. Rachenabstrich.
  • Strenge Quarantäne über mindestens vier Wochen ist Pflicht, Dauerausscheider werden über Monate identifiziert.
  • Impfungen mit modernen Vektor- oder Lebendimpfstoffen sind verfügbar und reduzieren Ausbrüche, ersetzen aber keine Hygiene.
  • In Österreich besteht Anzeigepflicht, in Deutschland Meldepflicht über das Veterinäramt.

Was ist Druse beim Pferd?

Druse, auch Coryza contagiosa equorum genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die seit Jahrhunderten unter Pferden bekannt ist. Erreger ist Streptococcus equi subspecies equi, ein gram-positives Bakterium, das gut an pferdliches Gewebe angepasst ist und nahezu ausschließlich Pferde, Esel und Maultiere befällt. Menschen erkranken praktisch nie, lediglich bei stark immunsupprimierten Personen sind einzelne Fälle beschrieben.

Die Infektion verläuft fast immer mit einer ausgeprägten Allgemeinerkrankung. Die Bakterien gelangen über Maul- und Nasenschleimhaut in den Körper, vermehren sich in den Lymphknoten von Kopf und Hals und führen zu massiver Eiterbildung. Die typische Schwellung im Kehlgang und die anschließende Abszesseröffnung gaben der Erkrankung ihren Namen.

Besonders gefährdet sind junge Pferde im Alter zwischen einem und fünf Jahren, weil ihr Immunsystem den Erreger noch nicht kennt. Bei älteren Pferden sind die Verläufe oft milder, aber dafür treten häufiger atypische Formen mit Komplikationen auf. Ein einmal erkranktes Pferd ist meist für mehrere Jahre, manchmal lebenslang, gegen erneute Infektion geschützt, kann aber Dauerausscheider werden.

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Wie steckt sich ein Pferd mit Druse an?

Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit einem erkrankten oder dauerausscheidenden Pferd, durch indirekten Kontakt über kontaminierte Gegenstände und gelegentlich über die Luft auf kurze Distanz. Typische Übertragungswege sind:

  • Nüsterkontakt zwischen Pferden auf Weide, Paddock oder im Transporter
  • gemeinsam genutzte Tränken und Futtertröge
  • kontaminierte Putzzeug-, Sattel- und Halfteranteile
  • Kleidung, Schuhe und Hände von Haltern oder Reitern
  • Fliegen und andere Insekten als mechanische Überträger
  • Turniere, Hengstvorführungen und gemeinsame Trainingsanlagen

Besonders riskant sind Situationen mit hoher Pferdedichte und hohem Stresslevel: Turniere, Transporte über große Distanzen, Hengstkörungen, Fohlenschauen oder Ankäufe ohne Quarantäne. Ein neu zugekauftes Pferd ohne nachweisliche Freiheit von Streptococcus equi ist eines der größten Risiken überhaupt, denn der Erreger kann monatelang in den Luftsäcken eines symptomfreien Tieres schlummern.

Wie erkennst du eine Druse?

Die ersten Symptome treten meist drei bis vierzehn Tage nach Ansteckung auf. Typischer Verlauf:

Akute Phase, Tag eins bis fünf

  • plötzliches hohes Fieber, oft über vierzig Grad Celsius
  • deutliche Mattigkeit und reduzierter Appetit
  • hängender Kopf, das Pferd zieht sich zurück
  • wässrig-seröser Nasenausfluss, beidseitig
  • geschwollene, schmerzhafte Lymphknoten im Kehlgang und Unterkiefer
  • geschwollene Unterkiefer mit Schmerzempfindlichkeit beim Abtasten

Eiterungsphase, Tag fünf bis vierzehn

  • zähflüssiger, eitriger gelber Nasenausfluss
  • aufreifende Lymphknoten, die spontan oder nach Reifung eröffnet werden
  • Abszessabfluss von eitrigem Sekret aus Kehlgang oder Unterkieferraum
  • Schluckbeschwerden, Gewichtsverlust und reduzierte Trinkmenge
  • Husten, Atemgeräusche und vermehrtes Räuspern

Genesungsphase, Tag vierzehn bis zwanzig acht

  • nachlassende Lymphknotenschwellung und langsam abklingender Ausfluss
  • wiederkehrender Appetit und steigende Belastbarkeit
  • Fieber meist abgeklungen, Allgemeinbefinden verbessert sich

Nicht jede Infektion verläuft typisch. Atypische Verläufe mit nur leichter Atemwegsentzündung kommen vor allem bei älteren Pferden vor. Die gefürchtete Bastard-Druse mit Abszessbildung in Lunge, Leber, Mesenterium oder Gehirn betrifft etwa zwei bis fünf Prozent der erkrankten Pferde und kann tödlich verlaufen. Eine weitere Komplikation ist das Purpura haemorrhagica, eine immunbedingte Vaskulitis mit Ödemen und Blutungen, die zwei bis vier Wochen nach Abklingen der Druse auftreten kann.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Jeder fieberhaft erkrankte Verdachtsfall gehört in tierärztliche Behandlung. Die Tierärztin entnimmt einen Nasen- oder Rachenabstrich und sendet ihn an ein veterinärmedizinisches Labor. Moderne PCR-Tests weisen die DNA von Streptococcus equi sicher und schnell nach, oft binnen eines bis zwei Tagen. Eine anschließende Kultur dient der Bestätigung und Antibiotika-Empfindlichkeitstestung.

Bei Verdacht auf Dauerausscheider, also Pferde, die nach Genesung weiter Erreger ausscheiden, ist eine Endoskopie der Luftsäcke der Goldstandard. Dort lassen sich oft sogenannte Chondroide finden, das sind verhärtete Eiter-Massen, die jahrelang Bakterien beherbergen können. Ihre Entfernung mit endoskopischen Instrumenten oder chirurgisch verhindert weitere Ausbrüche im Stall.

Blutuntersuchungen mit komplettem Blutbild und Entzündungsparametern wie Serum-Amyloid-A und Fibrinogen unterstützen die Einschätzung der Schwere und des Verlaufs. Ein Antikörpertest mit ELISA-Verfahren kann zusätzlich zeigen, ob ein Pferd in den letzten Monaten Kontakt mit Streptococcus equi hatte.

Wann ist die Druse anzeige- oder meldepflichtig?

In Österreich ist die Druse seit 2018 anzeigepflichtig nach dem Tierseuchengesetz und der österreichischen Tiergesundheitsverordnung. Das bedeutet: Der Amtstierarzt muss bei Verdacht eingeschaltet werden, das Veterinäramt verhängt Sperrmaßnahmen und der Bestand wird epidemiologisch nachverfolgt. Die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) koordiniert in Österreich die Laboranalysen.

In Deutschland ist die Druse nach der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten meldepflichtig, das heißt, dein Tierarzt muss positive Befunde ans Veterinäramt melden. Eine staatliche Bestandssperre wird in Deutschland in der Regel nur bei größeren Ausbrüchen ausgesprochen, die Hygiene- und Quarantänepflicht obliegt aber dem Stallbetreiber.

Verstöße gegen die Anzeige- bzw. Meldepflicht können zu erheblichen Verwaltungsstrafen und im Schadensfall zu zivilrechtlicher Haftung führen. Wenn du also einen Verdacht hast, kontaktiere sofort deine Tierärztin und befolge ihre Anweisungen zur Meldung. In den meisten Fällen erfolgt die Meldung durch die behandelnde Praxis selbst.

Wie wird die Druse behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium und der Ausprägung der Erkrankung. Nicht jede Druse braucht Antibiotika, oft ist eine unterstützende Therapie ausreichend.

Symptomatische Therapie in der akuten Phase

Im fieberhaften Frühstadium stehen Schmerz- und Entzündungslinderung im Vordergrund. Typische Maßnahmen sind:

  • Entzündungshemmer wie Phenylbutazon oder Meloxicam zur Fiebersenkung
  • warme Kompressen auf die geschwollenen Lymphknoten zur Abszessreifung
  • weiches, eingeweichtes Futter und reichlich frisches Wasser
  • Ruhe in einer separaten, gut belüfteten Box ohne Zugluft
  • leichte Bewegung im Schritt nur, wenn der Allgemeinzustand es zulässt

Antibiotika

Antibiotika werden kontrovers diskutiert. Eine frühzeitige Antibiotikagabe in den ersten Tagen kann die Abszessreifung verhindern und das Pferd schützen. Wenn die Abszesse aber bereits geformt sind, werden Antibiotika eher zurückhaltend eingesetzt, weil sie die natürliche Eröffnung verzögern können. Typisch ist Penicillin für sieben bis vierzehn Tage, in Einzelfällen kombiniert mit einem zweiten Antibiotikum bei Sekundärinfektionen. Die Entscheidung trifft deine Tierärztin individuell.

Eröffnung und Drainage von Abszessen

Aufreife Abszesse werden oft chirurgisch eröffnet und gespült, um den Heilungsverlauf zu beschleunigen. Die Drainage erfolgt unter Sedierung und Lokalanästhesie. Anschließend wird die Wunde täglich mit antiseptischer Lösung gespült, bis kein Eiter mehr abfließt.

Behandlung der Bastard-Druse und Purpura haemorrhagica

Diese Komplikationen erfordern eine intensive Klinikaufnahme mit Infusionstherapie, hochdosierten Kortikosteroiden und Intensivpflege. Die Kosten und der Aufwand sind erheblich, die Prognose hängt stark vom Zeitpunkt der Einlieferung und der Schwere der Organbeteiligung ab.

Wie organisierst du eine Quarantäne?

Quarantäne ist die wichtigste Säule im Umgang mit Druse. Ohne strenge Isolierung breitet sich der Erreger im Stall ungebremst aus. Die wichtigsten Regeln:

Räumliche Trennung

Erkrankte Pferde gehören in eine separate Box oder einen Quarantänestall mit eigenem Ein- und Ausgang. Ein Abstand von mindestens zehn Metern zu anderen Pferden ist empfohlen, gemeinsame Luftsysteme oder gemeinsame Paddocks sind absolut tabu. Ideal ist ein separater Quarantänebereich mit eigener Tränke, eigener Einstreu und eigenem Ausgang.

Hygiene und Ausrüstung

  • eigene Putzsachen, Halfter, Longen, Decken und Stiefel pro Pferd
  • Handschuhe und Schutzkleidung beim Umgang mit erkrankten Tieren
  • Betreten der Quarantäne immer als letztes, nach Versorgung der gesunden Tiere
  • Desinfektionswanne am Ein- und Ausgang der Quarantänestation
  • tägliche Reinigung und Desinfektion von Tränken, Futtertrögen und Stalleinrichtung

Bewegung und Arbeit

Erkrankte Pferde dürfen nicht auf gemeinsame Paddocks, Trainingsplätze oder Reithallen. Wenn überhaupt, ist eine eigene, abgegrenzte Fläche fern von anderen Pferden zu nutzen. Transporte zu anderen Ställen, Turnieren oder Zuchtschauen sind während der Quarantäne grundsätzlich verboten.

Dauer der Quarantäne

Die Mindestquarantäne beträgt vier Wochen ab dem letzten Symptomtag. Das Pferd gilt erst dann als unverdächtig, wenn drei aufeinanderfolgende, im Abstand von einer Woche entnommene Nasen-Rachen-Abstriche PCR-negativ sind. Zusätzlich sollte eine Endoskopie der Luftsäcke durchgeführt werden, um Chondroide und damit potenzielle Dauerausscheider auszuschließen.

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Wie schützt du den ganzen Stall?

Bei einem Druse-Ausbruch im Stall hilft ein gestaffelter Umgang mit allen beteiligten Pferden. Ein bewährtes Schema in Deutschland und Österreich teilt die Pferde in drei Gruppen:

  • rote Gruppe: erkrankte Pferde mit Symptomen, strenge Quarantäne
  • gelbe Gruppe: Kontaktpferde ohne Symptome, eigene Gruppe, eigene Ausstattung, Fiebermessung zwei mal täglich
  • grüne Gruppe: Pferde ohne Kontakt, eigener Bereich, normale Arbeit möglich

Die gelbe Gruppe wird täglich kontrolliert, Fiebermessungen, Abstriche und Blutuntersuchungen erfolgen nach Plan deiner Tierärztin. Erst wenn alle gelben Pferde drei negative Abstriche und endoskopisch unauffällige Luftsäcke zeigen, kann die Gruppe in den normalen Stallbetrieb zurückgeführt werden. Ein gut organisierter Ausbruch ist nach acht bis zwölf Wochen meist überstanden, ein schlecht gemanagter Ausbruch kann sechs Monate oder länger andauern.

Welche Rolle spielt die Druse-Impfung?

Für die Druse stehen seit 2021 in Europa moderne Impfstoffe zur Verfügung. Ein vektor-basierter Impfstoff (Strangvac) wird intramuskulär verabreicht und erzeugt eine systemische Immunantwort gegen typische Oberflächenantigene von Streptococcus equi. Studien zeigen eine deutliche Reduktion von Ausbrüchen und milderen Verläufen bei geimpften Beständen. Die Grundimmunisierung erfolgt zwei mal im Abstand von vier Wochen, anschließend jährliche Auffrischung.

Klassische Lebendimpfstoffe in Form von intramuskulären Präparaten oder intranasalen Sprays sind in einzelnen Ländern verfügbar, in Europa ist der Vektorimpfstoff inzwischen der bevorzugte Standard. Die Impfung ersetzt aber keine Hygienemaßnahmen. Sie reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs und mildert Verläufe, kann aber kein hundertprozentiger Schutz sein. Tausende Impfungen sind nötig, um in einem Ausbruch deutliche Unterschiede zu sehen.

Besonders sinnvoll ist die Impfung bei Beständen mit hoher Fluktuation, in Zuchtbetrieben, bei Pferden mit häufigem Turnier-Kontakt und bei Einrichtungen mit Jungpferden. Lass dich von deiner Tierärztin beraten, ob die Impfung für dein Pferd und deinen Bestand empfohlen ist.

Welche Kosten kommen auf dich zu?

Die Kosten für eine Druse-Erkrankung variieren stark. Eine unkomplizierte Druse mit zwei bis drei Tierarztbesuchen, Fiebersenkern, Abstrich und Folgekontrolle kostet in Österreich und Deutschland zwischen vierhundert und neunhundert Euro. Eine Druse mit Abszesseröffnung, Antibiotikatherapie und mehreren Kontrollabstrichen kommt schnell auf eintausend bis dreitausend Euro.

Komplikationen wie Bastard-Druse oder Purpura haemorrhagica mit Klinikaufnahme und Intensivpflege können fünftausend bis fünfzehntausend Euro überschreiten. Eine Pferdekrankenversicherung mit Infektionsschutz und Chronikerregelung deckt einen Großteil dieser Kosten ab. Achte beim Tarifvergleich darauf, ob Druse explizit eingeschlossen ist und ob für Jungpferde Wartezeiten gelten.

Wie beugst du Druse langfristig vor?

Die wichtigsten Präventionssäulen sind:

  • vier Wochen Quarantäne für jedes neu zugekaufte Pferd, mit drei negativen Abstrichen vor Integration
  • Nasen- und Rachenabstrich plus Luftsack-Endoskopie bei Verdacht auf Dauerausscheider
  • geimpfter Bestand bei Zuchtbetrieben und Einrichtungen mit hoher Fluktuation
  • strenge Hygiene auf Turnieren, Fohlenschauen und gemeinsamen Trainingsanlagen
  • Desinfektion von Transportern, Sätteln und gemeinsamem Putzzeug
  • eigene Tränken pro Gruppe, regelmäßige Reinigung der Futtertröge
  • Fiebermessung bei Rückkehr von Turnieren oder Klinikaufenthalten über sieben Tage
  • schriftlicher Hygieneplan für jeden Stall mit klaren Zuständigkeiten

Insbesondere die Quarantäne neu zugekaufter Pferde ist ein unterschätzter, aber sehr effektiver Schutz. Viele Ausbrüche in Deutschland und Österreich gehen auf den Ankauf eines symptomfreien Dauerausscheiders zurück. Ein vollständiger Gesundheitscheck mit Tierärztin und Labordiagnostik vor dem Einstallen ist daher Pflicht und keine Option.

Wie unterstützt du dein Pferd während und nach der Erkrankung?

Während der Erkrankung benötigt dein Pferd Ruhe, weiches Futter, frisches Wasser und eine sauber eingestreute, zugluftfreie Box. Eingeweichtes Heu, Mash oder weicher Heucobs erleichtern das Schlucken bei geschwollenen Lymphknoten. Trinkwasser sollte zwei mal täglich gewechselt werden, eine zusätzliche Wassertränke mit Elektrolyten kann sinnvoll sein.

Nach der Erkrankung baut sich das Pferd langsam wieder auf. Plane mindestens vier Wochen Pause vom Training ein, danach schrittweise Belastung über weitere vier Wochen. Eine zu frühe Wiederaufnahme von Galoppstrecken oder Turniersport kann zu Rückfällen oder zu Purpura haemorrhagica führen.

Achte auf den Allgemeinzustand: Bei plötzlichem Fieberanstieg, neuer Schwellung oder Atemwegssymptomen sofort die Tierärztin kontaktieren. Eine sorgfältige Abschluss-Kontrolle mit Endoskopie der Luftsäcke ist drei bis sechs Monate nach Genesung sinnvoll, um Chondroide und damit Dauerausscheider sicher auszuschließen. Eine Liste auf Pferde spezialisierter Tierärztinnen und Pferdekliniken in Österreich und Deutschland findest du im go4vet-Verzeichnis.

Häufige Fragen zu Druse beim Pferd

Wie lange dauert eine Druse-Erkrankung?
Eine unkomplizierte Druse dauert vier bis sechs Wochen vom ersten Symptom bis zur vollständigen Genesung. Die Akutphase mit Fieber dauert etwa fünf bis zehn Tage, die Abszessreifung weitere ein bis zwei Wochen. Die anschließende Quarantäne und Kontrollabstriche brauchen mindestens vier weitere Wochen, sodass das Pferd insgesamt etwa zwei Monate aus dem normalen Stallbetrieb fern bleibt.
Können geimpfte Pferde an Druse erkranken?
Ja, eine Impfung reduziert die Wahrscheinlichkeit und mildert den Verlauf, ist aber kein hundertprozentiger Schutz. Studien zeigen eine deutliche Reduktion von Ausbrüchen in geimpften Beständen. Die Impfung sollte als Ergänzung zur strengen Hygiene und Quarantäne verstanden werden, nicht als Ersatz.
Was sind Dauerausscheider und wie erkennst du sie?
Etwa zehn Prozent der erkrankten Pferde scheiden den Erreger noch Monate nach Genesung aus. Ursache sind sogenannte Chondroide, verhärtete Eitermassen in den Luftsäcken. Die Diagnose erfolgt durch endoskopische Untersuchung mit Abstrich und PCR. Die Entfernung der Chondroide unter Sedierung und lokaler Anästhesie verhindert weitere Ausbrüche und kostet je nach Klinik zwischen achthundert und zweitausend Euro.
Ist Druse auf den Menschen übertragbar?
Die Übertragung auf gesunde Menschen ist äußerst selten. Einzelne Fälle sind bei stark immunsupprimierten Personen beschrieben, etwa nach Chemotherapie. Eine normale Handhygiene mit warmem Wasser und Seife reicht in der Regel aus. Bei Kindern und immungeschwächten Personen lohnt sich besondere Vorsicht und konsequente Händedesinfektion nach Kontakt mit erkrankten Pferden.
Was passiert bei einer Bastard-Druse?
Bei der Bastard-Druse breiten sich Abszesse über die Blutbahn auf innere Organe wie Lunge, Leber, Mesenterium oder Gehirn aus. Typische Zeichen sind anhaltendes Fieber trotz Behandlung, Koliksymptome, Atemnot, neurologische Ausfälle oder unerklärlicher Gewichtsverlust. Die Diagnose erfordert Ultraschall und Blutbild, die Behandlung eine intensive Klinikaufnahme mit Infusion und Antibiotika. Die Prognose ist ernst, etwa dreißig bis fünfzig Prozent der Pferde mit Bastard-Druse überleben nicht.
Welche Desinfektionsmittel wirken gegen Streptococcus equi?
Peressigsäure, Natriumhypochlorit, Chlorhexidin und alkoholische Lösungen wirken gut gegen Streptococcus equi. Wichtig ist eine ausreichende Einwirkzeit von fünf bis zehn Minuten und die vorherige Reinigung der Oberflächen, da organische Verschmutzung die Wirkung herabsetzt. Boxen, Transporter, Putzzeug und Tränken sollten täglich desinfiziert werden, ein professionelles Desinfektionsprotokoll erstellt deine Tierärztin im Einzelfall.
Wann darf ich nach Genesung wieder auf Turniere oder Weiden?
Erst nach mindestens vier Wochen Quarantäne, drei aufeinanderfolgenden negativen PCR-Abstrichen und einer endoskopisch unauffälligen Luftsack-Untersuchung. Das Pferd sollte zudem mindestens vier weitere Wochen lahmfrei und symptomfrei sein, bevor es Turniere besucht. Eine schriftliche Freigabebestätigung deiner Tierärztin gibt dir und dem Stallbetreiber rechtliche Sicherheit.
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