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Impfungen für den Hund

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Impfungen für den Hund sind die wirksamste, günstigste und sicherste Art, deinen Vierbeiner vor lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten zu schützen. Der Schutzschild beginnt beim Welpen mit acht Wochen, wird über drei bis vier Auffrischimpfungen aufgebaut und muss anschließend lebenslang gepflegt werden. Welche Impfung wann wirklich nötig ist, was in Österreich (AT) gesetzlich vorgeschrieben wird und welche Spritze für deinen Hund eher Marketing als Medizin bedeutet, klären wir Schritt für Schritt. Dieser Ratgeber ist tierärztlich überprüft, orientiert sich an den aktuellen Richtlinien der World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) und gibt dir einen klaren Plan für Welpe, adulten Hund und Senior, samt Reise- und Pensionsanforderungen.

Hinweis

Wichtiger Hinweis

Bei akuten Symptomen, plötzlicher Verschlechterung oder Unsicherheit sollte immer eine Tierärztin oder ein Tierarzt konsultiert werden. Dieser Online-Ratgeber liefert Orientierung, ersetzt aber keine individuelle tierärztliche Beratung in Deutschland oder Österreich.

Welche Impfungen sind in Österreich Pflicht oder dringend empfohlen?

In Österreich gibt es eine echte Pflichtimpfung nur für die Tollwut, und auch diese gilt nicht generell, sondern an die Bedingungen des EU-Heimtierausweises geknüpft. Sobald du mit deinem Hund über die Grenze möchtest oder in einer Gemeinde wohnst, in der eine kommunale Impfpflicht erlassen wurde, brauchst du den gültigen Tollwutimpfschutz. Innerhalb Österreichs ohne Reise oder Tierheimkontakt ist die Tollwut formal nicht zwingend, dennoch von der österreichischen Tierärztekammer und der WSAVA als Core-Vaccine empfohlen.

Daneben gelten als sogenannte Kernimpfungen (Core-Vaccines) Staupe, Hepatitis contagiosa canis (Adenovirus), Parvovirose und Leptospirose. Diese vier Krankheiten sind weltweit so verbreitet, oft tödlich oder mit bleibenden Schäden verbunden, dass jeder Hund unabhängig von Lebensstil oder Region geschützt werden sollte. Die Impfung erfolgt meist als Kombinationsspritze, die du in der Praxis als „SHPP“ oder „SHPPiL“ auf dem Impfpass siehst.

Als sogenannte Non-Core-Vaccines (situationsabhängige Impfungen) kommen Zwingerhusten (Bordetella und Parainfluenza), Borreliose, Babesiose und in Reisefällen Leishmaniose dazu. Sie sind sinnvoll, wenn dein Hund regelmäßig in Hundepensionen, Hundeschulen, an Hundewettkämpfen teilnimmt, in Zeckengebiete reist oder im Mittelmeerraum unterwegs ist.

Impfungen für den Hund – go4vet

Wie sieht der Welpen-Impfplan im Detail aus?

Der Welpenschutz endet typischerweise zwischen der achten und zwölften Lebenswoche, wenn die mütterlichen Antikörper aus der Muttermilch nachlassen. Genau in diese Phase fällt die erste aktive Impfung. Der WSAVA-Standard, dem die meisten österreichischen und deutschen Praxen folgen, sieht vor, dass dein Welpe drei Grundimmunisierungen bekommt, gefolgt von einer Auffrischung im Alter von etwa fünfzehn Monaten.

Die erste Impfung mit acht Wochen umfasst Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Parainfluenza. Mit zwölf Wochen folgt die zweite Spritze mit demselben Cocktail plus Leptospirose und je nach Praxis-Strategie auch der erste Tollwut-Stich. Mit sechzehn Wochen erfolgt die dritte Impfung als sogenannte Sicherheits-Auffrischung, weil bis zu diesem Alter manche Welpen noch genug mütterliche Antikörper haben, um die ersten beiden Impfungen teilweise zu neutralisieren. Mit fünfzehn Monaten wird der Schutz nochmals aufgefrischt, danach genügen dreijährliche Auffrischungen für Staupe, Hepatitis und Parvovirose, während Leptospirose und Tollwut je nach Impfstoff jährlich oder alle drei Jahre gegeben werden.

In den ersten zehn Tagen nach jeder Impfung solltest du deinen Welpen nicht überfordern, also keine langen Märsche, keine Hundebegegnungen mit fremden Tieren und kein Baden. Eine ruhige Phase hilft dem Immunsystem, einen stabilen Schutz aufzubauen. Eine ausgewogene Welpenernährung in dieser Zeit unterstützt zusätzlich.

Wie oft muss der adulte Hund nachgeimpft werden?

Die früher übliche jährliche Komplettimpfung gilt mittlerweile als überholt. Die WSAVA empfiehlt für Staupe, Hepatitis und Parvovirose Auffrischungen alle drei Jahre, weil der Schutz nach moderner Antikörper-Forschung deutlich länger anhält als ein Jahr. In Österreich und Deutschland setzen die meisten Tierärzte diesen Standard um, manche Praxen bieten zusätzlich einen Antikörper-Titer an, mit dem du objektiv prüfen kannst, ob eine Auffrischung tatsächlich nötig ist.

Die Leptospirose dagegen muss jährlich aufgefrischt werden, weil der Impfschutz nach etwa zwölf Monaten deutlich nachlässt. Dasselbe gilt für Bordetella (Zwingerhusten), wenn dein Hund regelmäßig in Pension geht oder Hundeschule besucht. Tollwut ist je nach verwendetem Impfstoff drei Jahre wirksam, wobei Reisen ins europäische Ausland nach EU-Heimtierausweis-Verordnung den gültigen Schutz voraussetzen, also lieber ein wenig vor Ablauf nachimpfen.

Beim jährlichen Gesundheitscheck in der Praxis besprichst du mit deinem Tierarzt den aktuellen Lebensstil deines Hundes. Plant ihr eine Reise nach Italien oder Kroatien, wird die Diskussion um Mittelmeerkrankheiten wie Leishmaniose und Babesiose wichtig. Wohnt ihr in einem Gebiet mit hoher Borreliose-Prävalenz, kann eine Impfung gegen Lyme-Borreliose erwogen werden, ersetzt aber niemals die konsequente Zeckenprophylaxe.

Welche Impfungen brauchst du für Reisen mit dem Hund?

Innerhalb der Europäischen Union gilt der EU-Heimtierausweis, in dem alle Impfungen, die Mikrochip-Nummer und gegebenenfalls Wurmkuren dokumentiert sind. Pflicht ist eine gültige Tollwutimpfung, die bei der Erstimpfung mindestens 21 Tage zurückliegen muss. Für Welpen unter zwölf Wochen ist das Reisen in viele EU-Länder nur sehr eingeschränkt erlaubt, weil die Tollwutimpfung erst ab dieser Lebenswoche zugelassen ist.

Reisen nach Großbritannien, Irland, Malta, Norwegen und Finnland erfordern zusätzlich eine Bandwurmbehandlung gegen Echinococcus multilocularis, die ein bis fünf Tage vor Einreise von einem Tierarzt verabreicht und im Heimtierausweis eingetragen werden muss. Für Reisen in Drittländer wie Türkei, Marokko oder USA gelten weitere Anforderungen, oft inklusive Tollwut-Antikörper-Titration und Veterinärzeugnis. Plane diese Schritte mindestens drei Monate vor Reisebeginn, weil die Bearbeitungsfristen lang sind.

Im Mittelmeerraum solltest du an die regionalen Vektor-Krankheiten denken. Eine Impfung gegen Leishmaniose ist verfügbar, schützt aber nur teilweise und ersetzt keine Anti-Sandmücken-Prophylaxe mit speziellen Halsbändern oder Spot-On-Präparaten. Babesiose lässt sich ebenfalls impfen, der Schutz wirkt jedoch nur gegen einen Teil der Erreger und ist umstritten. Sprich mit deiner Tierärztin frühzeitig über die Reise-Region.

Welche Impfungen brauchst du für Hundepension, Schule und Wettkampf?

Pensionen und Hundeschulen verlangen in Österreich und Deutschland fast immer einen aktuellen Impfpass mit Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut. Viele Pensionen fordern zusätzlich eine Bordetella-Impfung gegen Zwingerhusten, weil sich diese hochansteckende Atemwegserkrankung in dichten Hundegruppen rasch ausbreitet. Die Impfung gibt es als Spritze oder als Tropfen in die Nase, der nasale Impfstoff wirkt schneller und löst lokal Schleimhautimmunität aus.

Wenn du an Wettkämpfen wie Agility, Dummytraining oder Schutzdienst teilnimmst, kann zusätzlich eine Borrelioseimpfung sinnvoll sein, weil dein Hund häufiger im hohen Gras unterwegs ist. Plane eine Bordetella-Impfung mindestens fünf Tage vor dem Pensionsaufenthalt ein, damit der Schutz aufgebaut werden kann. Frage die Pension oder Schule nach den genauen Anforderungen, denn diese können regional unterschiedlich sein.

Welche Nebenwirkungen sind normal und wann musst du reagieren?

Die meisten Hunde vertragen Impfungen ohne Probleme. Leichte Müdigkeit am Impftag, eine kleine Schwellung an der Einstichstelle oder ein vorübergehend reduzierter Appetit sind normale Reaktionen, die innerhalb von ein bis zwei Tagen verschwinden. Auch leicht erhöhte Körpertemperatur über bis zu 24 Stunden ist unbedenklich. Eine kurze, ruhige Phase mit Wasser, Schonkost und Kuscheldecke reicht meist aus.

Achten musst du auf seltene, aber ernste allergische Reaktionen. Schwellungen im Gesicht, am Hals oder an den Lefzen, plötzliches Erbrechen, Durchfall, Juckreiz mit Nesselsucht oder Zusammenbrechen innerhalb der ersten 30 Minuten nach der Impfung sind Notfälle. Fahre sofort zurück in die Praxis oder in die nächste Notfallklinik. Solche Reaktionen lassen sich gut mit Antihistaminika und Kortison behandeln, müssen aber für künftige Impfungen dokumentiert werden, damit ein anderer Impfstoff oder eine Vorbehandlung gewählt wird.

Sehr selten kommen autoimmune Reaktionen wie immunbedingte hämolytische Anämie oder Polyarthritis vor. Sie treten Wochen nach der Impfung auf und sind meist mit anderen Auslösern verschachtelt. Eine pauschale Empfehlung, deshalb auf Impfungen zu verzichten, gibt es aus tiermedizinischer Sicht nicht, weil das Erkrankungsrisiko ohne Schutz um ein Vielfaches höher liegt als das Risiko einer Impfreaktion.

Impfungen für den Hund – go4vet

Welche Impfstoff-Typen gibt es und wie wirken sie?

Tierärzte arbeiten mit zwei großen Gruppen von Impfstoffen. Die sogenannten Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte Viren oder Bakterien, die sich im Körper noch vermehren können, aber keine Krankheit auslösen. Der Vorteil ist eine sehr kräftige, lang anhaltende Immunantwort, oft schon nach einer einzigen Auffrischung. Staupe, Hepatitis und Parvovirose werden meist mit Lebendimpfstoffen verabreicht. Bei sehr jungen Welpen unter sechs Wochen, trächtigen Hündinnen oder immungeschwächten Tieren werden sie aber mit Vorsicht eingesetzt.

Die zweite Gruppe sind Totimpfstoffe und sogenannte Subunit-Impfstoffe, die nur abgetötete Erreger oder einzelne Eiweißbausteine enthalten. Tollwut, Leptospirose, Borreliose und Leishmaniose werden in dieser Form gegeben. Sie sind sicherer für empfindliche Tiere, brauchen aber meist zwei Dosen im Abstand von drei bis vier Wochen für den vollen Schutz und müssen häufiger aufgefrischt werden. Moderne Impfstoffe enthalten oft sogenannte Adjuvantien, also Verstärkerstoffe, die die Immunantwort gezielt anregen. Diese Verstärker können in seltenen Fällen lokale Schwellungen begünstigen, sind aber für die Wirksamkeit unverzichtbar.

Was kosten Impfungen für Hunde in Österreich?

Die Kosten variieren nach Bundesland, Praxis und gewähltem Impfschema. Eine Welpen-Grundimmunisierung mit drei Terminen liegt zwischen 150 und 250 Euro insgesamt. Eine jährliche Auffrischung kostet meist 50 bis 90 Euro inklusive Allgemeinuntersuchung. Die Tollwutimpfung allein liegt bei 25 bis 45 Euro. Ein EU-Heimtierausweis schlägt einmalig mit 15 bis 30 Euro zu Buche, dazu kommt der Mikrochip mit 30 bis 60 Euro.

Bordetella, Borreliose und Leishmaniose-Impfungen kosten je 30 bis 60 Euro pro Spritze. Wenn du zusätzlich einen Antikörper-Titer für Staupe und Parvo bestimmen lässt, kommen 60 bis 100 Euro hinzu. Insgesamt solltest du für Vorsorge bei einem adulten Hund pro Jahr etwa 100 bis 200 Euro einplanen, abhängig vom individuellen Risikoprofil. Eine gute Versorgung mit Wurmkuren und Parasitenprophylaxe runden den Vorsorgeplan ab. Bedenke auch, dass bestimmte Folgekosten dazukommen können, etwa für die Auffrischung der Tollwutimpfung knapp vor einer geplanten Reise oder für eine zusätzliche Bordetella-Impfung vor dem Pensionsaufenthalt im Sommer.

Im Vergleich zu den Behandlungskosten einer Krankheit wie Parvovirose, deren stationäre Therapie über drei bis sieben Tage rasch zwischen 800 und 2.500 Euro verschlingen kann, oder einer Staupeerkrankung mit oft tödlichem Ausgang, sind Impfungen eine sehr günstige Investition in die Gesundheit deines Hundes.

Tierärztlicher Blick: Wie planst du den optimalen Impfschutz?

Aus tiermedizinischer Praxis heraus ist der wichtigste Tipp, das Impfthema nicht als jährliche Routine, sondern als individuellen Gesundheitsplan zu sehen. Bring deinen Hund zum jährlichen Vorsorgecheck und besprich mit deiner Tierärztin, welche Krankheiten in deiner Region und für deinen Lebensstil tatsächlich relevant sind. Ein Wohnungshund in Wien hat ein anderes Risikoprofil als ein Jagdhund im Waldviertel oder ein Reisebegleiter, der jeden Sommer in Kroatien Urlaub macht.

Achte darauf, den Impfpass oder den EU-Heimtierausweis bei jedem Termin mitzubringen und die Eintragungen zu kontrollieren. Verloren gegangene oder unvollständige Pässe lassen sich nur mühsam ersetzen, weil meist eine komplette Neuimpfung nötig wird. Bei älteren Hunden mit chronischen Erkrankungen kann ein Antikörper-Titer-Test helfen, unnötige Impfungen zu vermeiden, ohne den Schutz zu verlieren. Eine kompetente Tierarztsuche in deiner Nähe in Österreich findest du über unser Suchverzeichnis, dort kannst du gezielt nach Spezialisierung auf Welpenmedizin oder Reisemedizin filtern.

Häufige Fragen zu Impfungen beim Hund

Ist eine Tollwutimpfung in Österreich gesetzlich Pflicht?
Eine generelle bundesweite Pflicht gibt es nicht. Sobald du mit deinem Hund ins Ausland reist, eine Hundepension, Tierheimaufenthalte oder bestimmte Wettkämpfe planst, brauchst du jedoch den gültigen Tollwutschutz. Manche Gemeinden haben kommunale Impfpflichten erlassen, prüfe das bei deiner Wohnsitzgemeinde.
Wie oft muss mein erwachsener Hund geimpft werden?
Staupe, Hepatitis und Parvovirose werden nach der Grundimmunisierung alle drei Jahre aufgefrischt. Leptospirose und Bordetella jährlich, Tollwut je nach Impfstoff alle drei Jahre. Den exakten Plan stimmst du mit deiner Tierärztin auf den Lebensstil deines Hundes ab.
Was ist eine Titer-Bestimmung und wann ist sie sinnvoll?
Bei der Titer-Bestimmung wird im Blut gemessen, wie viele Antikörper gegen Staupe, Hepatitis und Parvo noch vorhanden sind. Liegt der Wert über der Schutzgrenze, brauchst du diese Impfungen vorerst nicht aufzufrischen. Sinnvoll ist der Test bei älteren Hunden, bei Tieren mit chronischen Krankheiten und wenn du Impfungen objektiv steuern möchtest.
Mein Welpe hatte nach der Impfung Fieber, ist das normal?
Eine leicht erhöhte Temperatur und Müdigkeit über bis zu 24 Stunden sind harmlose Reaktionen. Wenn das Fieber höher als 40 Grad steigt, dein Welpe apathisch wird, erbricht oder Schwellungen im Gesicht entwickelt, kontaktiere sofort die Praxis. Solche Reaktionen sollten in den Impfpass eingetragen werden.
Brauche ich für Reisen nach Italien oder Kroatien zusätzliche Impfungen?
Pflicht ist nur die Tollwutimpfung samt EU-Heimtierausweis. Empfohlen werden zusätzlich ein konsequenter Schutz gegen Sandmücken (Leishmaniose) und Zecken (Babesiose, Ehrlichiose). Plane Beratung und Schutzmaßnahmen mindestens vier Wochen vor Abreise ein.
Was kostet die Welpen-Impfserie in Österreich?
Die komplette Grundimmunisierung mit drei bis vier Terminen kostet je nach Praxis und Bundesland zwischen 150 und 280 Euro, inklusive Erstuntersuchung, Mikrochip und EU-Heimtierausweis. Spätere Auffrischungen liegen bei 50 bis 90 Euro pro Termin.
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