Magengeschwüre beim Pferd (EGUS): Symptome und Fütterung
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Magengeschwüre beim Pferd sind weit häufiger, als viele Halter in Österreich und Deutschland annehmen. Studien zeigen, dass bis zu 60 Prozent aller Sportpferde und ein nicht unerheblicher Anteil der Freizeitpferde betroffen sind. Oft bleiben die Anzeichen lange unauffällig: ein leichter Leistungsabfall, wählerisches Fressverhalten, Empfindlichkeit beim Satteln. Eine sichere Diagnose ist ausschließlich per Gastroskopie durch einen Tierarzt möglich. Welche Symptome auf das sogenannte Equine Gastric Ulcer Syndrome (EGUS) hinweisen, wie Ursachen, Diagnose und Therapie zusammenhängen und welche Rolle ein durchdachtes Fütterungsmanagement mit einem getreide- und zuckerfreien Zusatzfutter wie Gastrozym von SanoVet dabei spielen kann, erfährst du hier.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓✓EGUS beschreibt zwei Formen von Magengeschwüren beim Pferd: ESGD in der Plattenepithelschleimhaut und EGGD in der Drüsenschleimhaut.
- ✓✓Bis zu 60 Prozent der Sportpferde sind laut Studien betroffen, häufig ohne eindeutige Klinik.
- ✓✓Typische Hinweise sind Leistungsabfall, Satteldruck-Empfindlichkeit, Zähneknirschen, Gähnen und wiederkehrende Koliken.
- ✓✓Die Diagnose ist nur per Gastroskopie durch Tierarzt möglich, die akute Therapie erfolgt mit verschreibungspflichtigem Omeprazol.
- ✓✓Ein getreide- und zuckerfreies Zusatzfutter wie Gastrozym unterstützt die Schleimhaut begleitend, es ersetzt aber keine tierärztliche Behandlung.
⚠️ Wichtig: Wenn du den Verdacht auf Magengeschwüre hast, gehört dein Pferd immer zuerst zum Tierarzt oder in die Klinik. Nur eine Gastroskopie zeigt, wo die Läsionen sitzen und wie stark sie ausgeprägt sind. Zusatzfutter kann sinnvoll begleiten, ersetzt aber keine Diagnose und keine medikamentöse Therapie.

Was ist EGUS? Zwei Formen, eine Diagnosegruppe
EGUS steht für Equine Gastric Ulcer Syndrome und beschreibt alle Formen von Magenschleimhautschäden beim Pferd. Das Pferd ist von Natur aus ein Dauerfresser. Der Magen produziert kontinuierlich Säure, unabhängig davon, ob gerade gefressen wird oder nicht. Normalerweise wird diese Säure durch Speichel und Futterbrei abgepuffert. Fällt diese Pufferung weg, kann die Schleimhaut angegriffen werden. Die heute gängige Einteilung, basierend auf dem Konsenspapier des European College of Equine Internal Medicine, unterscheidet zwei Hauptformen.
Die Equine Squamous Gastric Disease, kurz ESGD, betrifft den oberen Teil des Magens. Dort liegt die Plattenepithelschleimhaut, die keinen eigenen Schutz gegen Säure hat. Probleme entstehen vor allem dann, wenn Magensäure bei Bewegung nach oben schwappt oder wenn zu wenig Raufutter im Magen ist, um die Säure zu binden.
Die Equine Glandular Gastric Disease, kurz EGGD, betrifft den unteren Magenbereich. Diese Drüsenschleimhaut ist grundsätzlich besser geschützt. Faktoren wie Stress, bestimmte Medikamente wie nichtsteroidale Entzündungshemmer oder entzündliche Prozesse können diesen Schutz aber schwächen.
Beide Formen unterscheiden sich in ihren Ursachen, im Verlauf und auch darin, wie gut sie auf die Behandlung ansprechen. Genau deshalb ist die Gastroskopie so wichtig, weil nur sie zeigt, welche Form tatsächlich vorliegt und wie gezielt behandelt werden muss.
Welche Symptome deuten auf Magengeschwüre beim Pferd hin?
Magengeschwüre beim Pferd zeigen sich selten eindeutig. In vielen Fällen entwickeln sich die Symptome schleichend über Wochen und werden zunächst als Trainingsproblem, Charakterfrage oder Fütterungsthema eingeordnet. Genau deshalb lohnt es sich, früh genauer hinzuschauen.
Hinweise sind beispielsweise:
- ✓Leistungsabfall ohne klaren orthopädischen Befund, oft kombiniert mit Unwilligkeit bei Versammlung oder vor dem Sprung
- ✓Wählerisches Fressverhalten, vor allem beim Kraftfutter. Das Pferd frisst langsamer, macht Pausen oder lässt Reste stehen
- ✓Empfindlichkeit beim Satteln oder Gurten, teilweise mit Ohrenanlegen oder Abwehrreaktionen
- ✓Stumpfes Fell trotz guter Pflege und ausreichender Mineralversorgung
- ✓Häufiges Gähnen im Stand oder vermehrtes Zähneknirschen als Zeichen inneren Unwohlseins
- ✓Wiederkehrende, eher milde Koliken, oft im Zusammenhang mit Fütterung oder Belastung
- ✓Gewichtsverlust oder ausbleibende Gewichtszunahme trotz angepasster Ration
- ✓Verhaltensänderungen im Stall, zum Beispiel Nervosität oder Rückzug
Nicht jedes Pferd zeigt alle diese Symptome. Manche fallen nur durch einen schleichenden Leistungsabfall auf, andere reagieren hauptsächlich beim Satteln.
Gerade bei Sportpferden in Dressur, Springen oder Vielseitigkeit lohnt sich bei unklaren Leistungsproblemen immer auch der Blick Richtung Magen. Aber auch Freizeitpferde können betroffen sein, etwa nach einem Stallwechsel, längerer Boxenruhe oder intensiven Transporten, wenn sie plötzlich schlechter fressen oder empfindlicher werden.
Welche Ursachen und Risikofaktoren können Magengeschwüre beim Pferd verursachen?
Magengeschwüre entstehen fast nie durch einen einzelnen Auslöser. In der Regel kommen mehrere Faktoren zusammen, die die Schutzmechanismen der Magenschleimhaut überfordern.
Fütterungsfehler als Hauptauslöser
Der Pferdemagen produziert rund um die Uhr Säure. Neutralisiert wird sie vor allem durch Speichel beim Kauen und durch ausreichend Raufutter im Magen. Problematisch wird es, wenn dein Pferd länger als etwa vier Stunden kein Heu oder keine Grassilage bekommt, wenn größere Mengen Kraftfutter vor dem Raufutter gefüttert werden oder wenn die Ration insgesamt zu wenig Struktur enthält. Auch die Menge an Stärke spielt eine Rolle. Mehr als zwei Gramm Stärke pro Kilogramm Körpergewicht pro Mahlzeit gelten laut GfE-Empfehlung als klarer Risikofaktor.
Stress, Transport und Haltungswechsel
Stress wirkt sich direkt auf die Durchblutung der Magenschleimhaut aus und schwächt deren Schutzfunktion. Typische Auslöser sind längere Transporte, Turniere, Stallwechsel, reine Boxenhaltung ohne Sozialkontakt oder unruhige Trainingsphasen. Auch Veränderungen im Tagesablauf, etwa neue Fütterungszeiten oder ein Reiterwechsel, können das Risiko erhöhen.
Medikamente und Begleiterkrankungen
Bestimmte Medikamente können die Magenschleimhaut zusätzlich belasten. Dazu zählen vor allem nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Phenylbutazon oder Flunixin. Sie hemmen schützende Mechanismen im Magen und können bei längerer Anwendung Geschwüre begünstigen. Auch chronische Probleme, zum Beispiel an Zähnen oder Gelenken, können über dauerhaften Stress das Risiko erhöhen. Ein weiterer Faktor ist intensives Training auf nüchternen Magen, weil dabei Magensäure verstärkt in den empfindlichen oberen Magenbereich gelangt.

Wie werden Magengeschwüre beim Pferd diagnostiziert?
Magengeschwüre lassen sich beim Pferd nicht zuverlässig über Blutwerte oder Kotuntersuchungen feststellen. Die einzige sichere Methode ist die Gastroskopie, also eine Magenspiegelung mit einem etwa drei Meter langen, flexiblen Endoskop. Diese Untersuchung wird routinemäßig in spezialisierten Pferdekliniken oder größeren Fahrpraxen durchgeführt. Vor der Untersuchung muss dein Pferd mindestens zwölf bis 16 Stunden nüchtern bleiben und etwa sechs Stunden kein Wasser aufnehmen, damit die Magenschleimhaut gut beurteilt werden kann. Unter leichter Sedierung wird das Endoskop über die Nüstern in den Magen vorgeschoben. Die Untersuchung dauert in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten. Beurteilt werden Lage, Anzahl, Größe und Schweregrad der Läsionen. Üblich ist eine Einteilung von Grad null, also unauffällig, bis Grad vier, mit tiefen Geschwüren und möglicher Blutungsgefahr. Auf Basis dieses Befunds legt der Tierarzt die Therapie fest. Standard in der Akutbehandlung ist Omeprazol, ein verschreibungspflichtiger Protonenpumpenhemmer, der die Säureproduktion im Magen deutlich reduziert. Die Behandlung dauert meist vier bis acht Wochen, bei der glandulären Form oft länger. Eine Kontrollgastroskopie nach Abschluss der Therapie ist sehr sinnvoll, da ein symptomfreies Pferd nicht automatisch eine vollständig abgeheilte Schleimhaut hat.
⚠️ Wichtig: Omeprazol und andere Protonenpumpenhemmer bekommst du in Österreich und Deutschland nur über den Tierarzt. Eine Selbstbehandlung mit Humanpräparaten ist rechtlich nicht erlaubt und medizinisch riskant. Zusatzfutter kann die Therapie unterstützen, ersetzt sie aber in keinem Fall.
Was ist bei der Fütterung bei EGUS zu beachten?
Ein durchdachtes Fütterungsmanagement ist bei Magengeschwüren kein Extra, sondern ein zentraler Teil von Therapie und Vorbeugung. Die Empfehlungen der GfE und des ECEIM-Konsenspapiers geben dabei die Richtung vor.
Raufutter als Basis
Die Grundlage ist immer ausreichend Raufutter. Als Richtwert gelten mindestens 1,5 bis zwei Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpergewicht. Ein 600-Kilogramm-Pferd sollte also etwa neun bis zölf Kilogramm Heu pro Tag bekommen. Ideal ist eine möglichst durchgehende Versorgung. Entweder steht Heu rund um die Uhr zur Verfügung oder es wird in kurzen Abständen, spätestens alle vier Stunden, nachgelegt. Heunetze oder Slow Feeder helfen dabei, die Fresszeit zu verlängern und fördern gleichzeitig den Speichelfluss, der die Magensäure puffert.
Kraftfutter reduzieren und richtig einsetzen
Große Kraftfutterportionen gehören zu den häufigsten Auslösern von ESGD. Die Reihenfolge ist entscheidend: erst Heu, dann Kraftfutter. Pro Mahlzeit sollte die Menge ein Kilogramm Kraftfutter pro 250 Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten. Mehrere kleine Mahlzeiten sind deutlich magenfreundlicher als wenige große. Stärkereiche Futtermittel wie Mais oder melassehaltige Mischfutter solltest du bei empfindlichen Pferden reduzieren oder ersetzen. Besser geeignet sind strukturreiche, energiehaltige Alternativen wie Ölsaaten, eingeweichte Heucobs oder speziell abgestimmte, magenschonende Futtermischungen.
Training nicht auf nüchternen Magen
Ein Pferd sollte nie komplett nüchtern gearbeitet werden. Eine kleine Portion Heu, etwa ein Kilogramm, rund 30 bis 60 Minuten vor dem Training hilft, den Magen zu „polstern“. So wird verhindert, dass Säure in den empfindlichen oberen Magenbereich schwappt. Nach dem Training sollte möglichst zeitnah wieder Raufutter zur Verfügung stehen.
Magensäure puffern und Schleimhaut gezielt unterstützen
Neben der Grundfütterung können bestimmte Nährstoffe die Magenschleimhaut gezielt unterstützen. Magnesiumoxid und Calciumcarbonat wirken als Puffer im Mageninhalt. Lecithin stabilisiert die Schleimschicht, und die Aminosäure Threonin ist ein wichtiger Baustein für die schützenden Mucine der Drüsenschleimhaut. Gerade bei Pferden mit EMS, Cushing oder Insulinresistenz ist es wichtig, dass solche Ergänzungen getreide- und zuckerfrei sind.
Gastrozym von SanoVet: Gezielte Unterstützung bei EGUS
Gastrozym ist ein getreide- und zuckerfreies Ergänzungsfutter, das die Magenschleimhaut gezielt unterstützt. Es enthält natürliche Puffersubstanzen wie Magnesiumoxid und Calciumcarbonat, ergänzt durch Lecithin und die Aminosäure Threonin. Die empfohlene Tagesmenge liegt bei etwa 30 Gramm, also ungefähr einem gehäuften Messlöffel, gemischt ins Kraftfutter. Das Produkt ist nicht dopingrelevant und kann auch im Turniersport ohne Absetzfrist eingesetzt werden. Eine typische Anwendung läuft über 28 bis 56 Tage. Sinnvoll ist der Einsatz begleitend zur tierärztlichen Behandlung und anschließend in der Nachsorge. Wichtig: Gastrozym ersetzt keine tierärztliche Therapie, sondern ergänzt das Fütterungsmanagement.
Wie kann man Magengeschwüre bei Sport- und Turnierpferden vorbeugen?
Gerade im Sport lässt sich das Risiko für Magengeschwüre deutlich senken, wenn Fütterung, Haltung und Training gut aufeinander abgestimmt sind.
Diese sieben Punkte haben sich in der Praxis bewährt:
- ✓immer Raufutter vor Kraftfutter füttern
- ✓ausreichend Heu in guter, staubarmer Qualität bereitstellen
- ✓Kraftfutter in kleinen Mengen, idealerweise auf mehrere Mahlzeiten verteilt
- ✓vor dem Training immer eine kleine Portion Heu geben
- ✓für ausreichend Sozialkontakt und Bewegung sorgen, da Isolation Stress verstärkt
- ✓Transporte gut planen, mit Heuangebot und ausreichend Pausen
- ✓entzündungshemmende Medikamente nur so kurz wie nötig und immer in Absprache mit dem Tierarzt einsetzen
Bei Pferden mit bekannter EGUS-Vorgeschichte oder in intensiven Trainingsphasen kann eine vorbeugende Unterstützung sinnvoll sein. Gastrozym eignet sich dafür gut, da es getreide- und zuckerfrei ist und keine Dopingrelevanz hat.
Auch rund um Transporte oder Turniere kann es sinnvoll sein, die Fütterung einige Tage vorher und nachher gezielt anzupassen, um den Magen zu entlasten.
Häufige Fragen zu Magengeschwüren beim Pferd
Quellen
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