Zusatzfutter für Pferde: Wann ist es wirklich sinnvoll?
Ein gesundes Pferd, das ausreichend gutes Heu bekommt und bedarfsgerecht mit Mineralstoffen versorgt ist, kommt in vielen Fällen ohne zusätzliches Ergänzungsfutter aus. Die Basis stimmt dann bereits. Sobald aber Faktoren wie Training, Alter, gesundheitliche Themen oder besondere Lebensphasen dazukommen, kann gezieltes Zusatzfutter sinnvoll werden. Entscheidend ist immer, ob tatsächlich ein erhöhter Bedarf besteht und nicht einfach „vorsorglich“ ergänzt wird. Dieser Leitfaden zeigt dir, in welchen Situationen Ergänzungsfutter wirklich einen Unterschied macht, welche Produktkategorien SanoVet dafür anbietet und wie du den Bedarf deines Pferdes realistisch einschätzt.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓Zusatzfutter ergänzt die Ration gezielt, ersetzt aber nie gutes Grundfutter
- ✓SanoVet deckt die wichtigsten Einsatzbereiche ab, von Atemwegen über Stoffwechsel bis zur Zucht
- ✓Im Turniersport musst du auf Dopingrelevanz und Absetzfristen achten
- ✓Bei EMS, Cushing oder Insulinresistenz sind zucker- und getreidefreie Produkte entscheidend
- ✓Bei akuten Problemen gehört dein Pferd immer zuerst in tierärztliche Behandlung
Wann ist Zusatzfutter für dein Pferd sinnvoll?
Die Grundlage bleibt immer gleich: ausreichend Raufutter, sauberes Wasser und ein Mineralfutter, das Defizite ausgleicht. Erst wenn darauf aufgebaut wird, machen Ergänzungen überhaupt Sinn.
Im Sport steigt der Bedarf deutlich. Pferde in Dressur, Springen oder Vielseitigkeit benötigen mehr Elektrolyte, hochwertiges Eiweiß und Vitamin E, um Muskulatur und Regeneration zu unterstützen. Hier kommen gezielte Ergänzungen aus dem SanoVet-Sortiment ins Spiel.
Ältere Pferde profitieren häufig von Unterstützung für Gelenke, Stoffwechsel und Fellwechsel. Auch die Blutbildung kann im Alter eine größere Rolle spielen. SanoVet bietet dafür abgestimmte Produkte, die genau auf diese Lebensphase ausgerichtet sind.
In der Zucht verschieben sich die Anforderungen ebenfalls deutlich. Stuten im letzten Drittel der Trächtigkeit und junge Pferde im Wachstum haben einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen für den Knochenaufbau. Auch hier ist eine gezielte Ergänzung sinnvoll.
Dann gibt es auch typische Alltagsthemen:
- Brüchige Hufe brauchen Zeit und eine konstante Versorgung, oft über mehrere Monate, damit stabiles Horn nachwachsen kann.
- Bei Magenproblemen sind getreide- und zuckerfreie Ergänzungen sinnvoll, wie sie SanoVet anbietet, um die Magenschleimhaut zu entlasten.
- Bei Husten können Kräuter in geprüfter Qualität die Atemwege unterstützen, immer als Ergänzung zur tierärztlichen Behandlung.
Am Ende geht es immer um eine einfache Frage: Deckt die Grundration den Bedarf deines Pferdes oder nicht?
Grundfutter und Zusatzfutter klar voneinander trennen
Ein häufiger Fehler ist, dass alles gleichzeitig gefüttert wird, ohne klare Struktur. Dabei haben Grundfutter und Zusatzfutter unterschiedliche Aufgaben.
Das Grundfutter stellt die Basis sicher. Dazu gehören Heu, Wasser, Salz und ein passendes Mineralfutter. Zusatzfutter setzt genau dort an, wo ein konkreter Bedarf besteht.
Ein einfaches Beispiel: Ein Freizeitpferd mit wenig Belastung und guter Grundversorgung braucht in der Regel kein zusätzliches Vitamin E. Aber ein Sportpferd im Training kann durch gezielte SanoVet-Ergänzungen davon profitieren, weil die Muskulatur stärker beansprucht wird.
Es geht also nicht darum, möglichst viel zu füttern, sondern gezielt das Richtige.
Drei Grundregeln helfen dir dabei:
- Weniger ist oft mehr. Lieber wenige, sinnvoll kombinierte Produkte aus dem SanoVet-Sortiment einsetzen als vieles gleichzeitig.
- Achte auf Qualität. Hochwertige Rohstoffe und durchdachte Rezepturen machen den Unterschied.
- Plane die Fütterung bewusst. Nicht jede Ergänzung gehört dauerhaft in den Trog. Kuren und gezielte Einsatzphasen sind oft sinnvoller als eine Dauergabe.
Die zehn Kategorien im SanoVet-Sortiment
SanoVet entwickelt und produziert seit 1998 in Österreich Ergänzungsfutter für Pferde. Das Sortiment ist bewusst in zehn Kategorien aufgebaut, die jeweils einen klaren Fütterungszweck abdecken. So kannst du schneller einschätzen, welche Richtung für dein Pferd überhaupt relevant ist.
Atemwege und Immunsystem
Typische Einsatzbereiche sind Husten, Belastung im Fellwechsel oder empfindliche Atemwege. Kräuter wie Eibischwurzel, Thymian, Spitzwegerich und Isländisches Moos unterstützen die Bronchien vor allem in akuten Phasen. Ergänzend können Nukleotide und Sanddorn das Immunsystem stärken, etwa bei Stress oder erhöhter Belastung. Hier geht es oft um eine Kombination aus kurzfristiger Unterstützung und gezielten Kuren in anspruchsvollen Phasen.
→ Mehr zum Thema Husten beim Pferd
Bewegungsapparat
Gelenke, Sehnen und Bänder sind besonders bei Sportpferden und älteren Tieren ein zentrales Thema. Bewährt haben sich Kombinationen aus Glucosamin, Kollagenhydrolysat und MSM, die über einen längeren Zeitraum gefüttert werden. Für den Muskelaufbau nach Trainingspausen gibt es ergänzende Produkte mit essenziellen Aminosäuren. Wichtig ist die Einordnung: Bei akuter Lahmheit gehört dein Pferd immer zuerst zum Tierarzt. Zusatzfutter unterstützt hier langfristig, ersetzt aber keine Behandlung.
→ Gelenke beim Pferd gezielt unterstützen
Hufe, Haut und Fell
Probleme wie brüchige Hufe, Fellwechsel oder Hautirritationen hängen oft mit der Versorgung an Spurenelementen zusammen. Biotin in Kombination mit Zink, Kupfer und Methionin kann die Hornqualität nachhaltig verbessern. Für Hautthemen wie Sommerekzem gibt es Ergänzungen mit Sanddorn, Vitamin E und weiteren unterstützenden Nährstoffen. Wichtig ist Geduld: Hufwachstum braucht Zeit, sichtbare Ergebnisse entstehen erst über mehrere Monate.
→ Brüchige Hufe beim Pferd behandeln
Magen, Leber und Verdauung
Gerade bei Sportpferden sind Magenprobleme weit verbreitet. Getreide- und zuckerfreie Ergänzungen mit Puffersubstanzen wie Magnesium und Calcium können die Magenschleimhaut entlasten. Stoffe wie Lecithin unterstützen zusätzlich die Regeneration. Für die Leber, etwa nach Medikamentengaben oder im Fellwechsel, kommen klassische Pflanzen wie Mariendistel oder Artischocke zum Einsatz. Ergänzend gibt es Produkte, die sowohl die Verdauung unterstützen als auch äußerlich bei Problemen wie Mauke angewendet werden können.
→ Magengeschwüre beim Pferd erkennen und füttern
Elektrolyte
Wenn ein Pferd schwitzt, verliert es Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium und Magnesium. Bei intensivem Training, langen Transporten, Turnieren oder heißen Tagen lohnt sich ein gezielter Ausgleich. Es gibt wasserlösliche Pulverprodukte mit bis zu vierzehn Vitaminen und sieben Spurenelementen, und es gibt flüssige zuckerfreie Alternativen, die sich besonders für Pferde mit Magenproblemen oder einer EMS-Diagnose eignen. Ein Liter flüssiges Elektrolyt reicht rund vierzig Tage bei moderatem Einsatz.
→ Elektrolyte für Pferde richtig einsetzen
Muskelregeneration und Muskelaufbau
Muskelverspannungen, „hoch im Blut stehende“ Pferde oder Aufbau-Phasen nach Trainingspausen sind die drei Haupt-Szenarien. Hochdosiertes Vitamin E (zwischen 60.000 und 100.000 Milligramm pro Kilogramm) wirkt antioxidativ, in Kombination mit Selen und Lysin auch regenerativ. Für den reinen Muskelaufbau gibt es Produkte mit Sojaproteinisolat und allen essenziellen Aminosäuren. Bei bekanntem EHV-1 im Stall empfehlen manche begleitend hochdosiertes Lysin, weil die Aminosäure das Virus-Wachstum kompetitiv zu Arginin hemmen kann. Wichtig: Das ist eine Unterstützung, kein Heilmittel, die tierärztliche Therapie bleibt unverzichtbar.
Leistung
Für Rennpferde und Sportpferde auf Wettkampf-Niveau gibt es flüssige Tonika mit konzentrierten Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Zusätzlich existieren Maulspritzen mit schnell verfügbarer Energie aus Melasse und Traubenzucker, die rund eine halbe Stunde vor dem Start gegeben werden. Hier lohnt sich eine genaue Abstimmung mit dem Trainer und dem behandelnden Tierarzt, insbesondere bei Pferden in regulierten Rennsport-Disziplinen.
Nerven
Nervosität im Training, Anspannung vor dem Turnier oder Unruhe beim Transport sind häufige Themen. L-Tryptophan in hoher Dosierung (bis 82.000 Milligramm pro Kilogramm), kombiniert mit Griffonia-Pulver (der afrikanischen Schwarzbohne), wirkt unterstützend ohne die Leistungsbereitschaft zu mindern. Für den täglichen Einsatz eignet sich ein Pulverprodukt, für situative Gaben (vor dem Ausritt, am Turnier, beim Tierarztbesuch) gibt es ein Leckerli-Format. Beide sind laut FEI dopingfrei, unterliegen aber der FN-Absetzfrist von 48 Stunden vor dem Bewerb.
Zucht
Zuchtstuten und Fohlen bis zum dritten Lebensjahr haben einen besonders hohen Calcium- und Phosphor-Bedarf. Ein pelletiertes Mineralstoffutter, speziell für diese Lebensphase formuliert, liefert die richtigen Mengenverhältnisse plus Vitamine und Spurenelemente für das gesunde Knochenwachstum. Ein wichtiger Hinweis: Auch das beste Zuchtfutter ersetzt keine artgerechte Aufzucht mit viel Auslauf und Sozialkontakt.
Mineralfutter als Grundversorgung
Ein gutes Grund-Mineralfutter ohne Füllstoffe, getreide- und melassefrei, ist für jedes Pferd sinnvoll. Es gleicht regionale Boden-Defizite aus und liefert die Basis-Vitamine. Pelletierte Varianten mit Spirulina-Mikroalge werden besonders gerne gefressen und eignen sich auch für empfindliche Pferde mit EMS-Diagnose. Die Dosierung orientiert sich am Körpergewicht (circa zehn bis 15 Gramm pro 100 Kilogramm).
Wie wählst du das richtige Zusatzfutter aus?
Die Auswahl eines passenden Ergänzungsfutters folgt einer klaren Logik. Zuerst steht die Frage: Welcher konkrete Bedarf besteht? Husten, Gelenke, Magen, Turniervorbereitung, Grundversorgung? Erst dann kommt die Frage nach Produkteigenschaften wie getreidefrei, flüssig oder dopingsicher.
Unser Pferdefutter-Berater macht diesen Weg strukturiert. In sieben kurzen Fragen ermittelt er deinen Pferdetyp, die aktuellen Anliegen, den Kontext (akut, dauerhaft, situativ), das Turnier-Szenario, Besonderheiten wie Getreidefreiheit, das Körpergewicht und das Alter. Auf Basis dieser Angaben zeigt er die drei passendsten Produkte aus 24 Möglichkeiten, jeweils mit Begründung, Tagesdosis und Doping-Hinweis.
Jetzt ausprobieren: Der Pferdefutter-Berater liefert in zwei Minuten eine persönliche Empfehlung für dein Pferd.
Doping-Bestimmungen bei Turnierpferden
Wenn du dein Pferd im FN- oder FEI-Bereich startest, musst du bei Zusatzfutter die geltenden Absetzfristen im Blick behalten. Relevant sind vor allem Produkte mit pflanzlichen Inhaltsstoffen, die eine pharmakologische Wirkung haben können, zum Beispiel Mariendistel, Griffonia, Eibischwurzel oder Thymian.
Diese gelten nach FEI-Richtlinien zwar als dopingfrei, unterliegen im FN-System in Deutschland und Österreich aber einer Absetzfrist von 48 Stunden vor dem Start.
Im SanoVet-Sortiment betrifft das konkret folgende Produkte: Horse Vital Plus, Bronchicalma, Leber Vital, Sano Calm und Calm Cubes. Alle anderen Produkte sind nicht dopingrelevant und können ohne Einschränkung gefüttert werden.
Wenn du ganz sicher gehen willst, orientierst du dich zusätzlich an der aktuellen FN-Dopingliste oder an den FEI Prohibited Substances. Gerade im Turniersport lohnt sich hier ein genauer Blick.
Getreidefrei, zuckerfrei, hypoallergen , wann wichtig?
Bei Pferden mit Equinem Metabolischen Syndrom, Cushing oder Insulinresistenz ist die Fütterung besonders sensibel. Zucker und Stärke müssen in diesen Fällen konsequent reduziert werden. Getreide- und zuckerfreie Ergänzungen sind hier keine Option, sondern Voraussetzung.
Im SanoVet-Sortiment zählen dazu unter anderem Arthrovit, Arthrobol, Sano Cell Repair, Gastrozym, Leber Vital, Sanobol, Supra Anabolin, Calm Cubes und Mineral Vital.
Der Begriff „hypoallergen“ wird oft verwendet, ist bei Pferden aber nur bedingt sinnvoll. Allergien sind individuell und lassen sich nicht pauschal über ein Produkt ausschließen. In der Praxis hat sich ein anderer Ansatz bewährt: möglichst wenige, klar deklarierte Zutaten und keine unnötigen Zusatzstoffe.
Produkte mit kurzer, transparenter Zusammensetzung sind für empfindliche Pferde in der Regel die bessere Wahl.
Die häufigsten Fehler beim Zusatzfutter
In der Praxis tauchen immer wieder die gleichen Fehler auf. Wenn du sie kennst, kannst du sie leicht vermeiden.
Schlechtes Grundfutter ausgleichen wollen
Ein häufiger Punkt ist, Zusatzfutter als Ausgleich für schlechtes Grundfutter zu nutzen. Das funktioniert nicht. Wenn das Heu qualitativ schwach ist, lässt sich das nicht über Ergänzungen kompensieren.
Zu viele Produkte gleichzeitig
Ebenso problematisch ist es, mehrere Produkte ohne klare Linie zu füttern. Wer Biotin, Vitamin E, Gelenkfutter, Mineralfutter und zusätzlich noch Kräuter kombiniert, riskiert Überversorgungen und verliert schnell den Überblick.
Zu kurze Anwendungsdauer
Ein weiterer Klassiker ist eine zu kurze Anwendung. Gerade bei Themen wie Hufqualität braucht der Körper Zeit. Eine vierwöchige Kur bringt hier nichts, sinnvoll sind mehrere Monate konsequente Fütterung.
Falsche Dosierung
Auch die Dosierung wird oft unterschätzt. Sie sollte immer zum Körpergewicht passen. Ein kleines, robustes Pferd hat einen anderen Bedarf als ein großrahmiges Warmblut.
Absetzfristen im Turniersport ignorieren
Und zuletzt ein typischer Turnierfehler: Kräuterprodukte werden nicht rechtzeitig abgesetzt. Wer die Absetzfristen nicht beachtet, riskiert unnötigen Ärger bei der Kontrolle.