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Elektrolyte für Pferde: Turniertag, Hitze, lange Ritte

Elektrolyte für Pferde: Turniertag, Hitze, lange Ritte

Ein Pferd im intensiven Training kann beim Schwitzen zehn bis fünfzehn Liter Flüssigkeit pro Stunde verlieren. Mit diesem Schweiß gehen nicht nur Wasser, sondern auch große Mengen an Mineralstoffen verloren, die der Organismus dringend braucht: Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium und Magnesium. Werden diese Mineralien nicht zeitnah ersetzt, drohen Leistungsabfall, Muskelverspannungen, sogenannte Thumps (Zwerchfell-Flattern) und im Extremfall Koliken. Hier erfährst du, wann Elektrolyte für dein Pferd wirklich notwendig sind, welche Produkte aus dem SanoVet-Sortiment in Österreich und Deutschland passen und wie du die Gabe am Turniertag strukturiert planst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pferdeschweiß ist hypertonisch, das Pferd verliert also relativ mehr Salz als Wasser , das unterscheidet es grundlegend vom Menschen.
  • Elektrolyte für Pferde sind ab rund einer Stunde Schweißarbeit, bei Hitze über 25 °C, Transporten, Distanzritten und am Turniertag sinnvoll.
  • Pulver (Power Tonic) mit vierzehn Vitaminen und sieben Spurenelementen ist der Allrounder für die regelmäßige Gabe.
  • Flüssig (Elektrolyte Plus) ist zuckerfrei und damit die erste Wahl bei EMS, Cushing und empfindlichem Magen.
  • Elektrolyte immer nur mit gesichertem Zugang zu frischem Wasser geben, sonst drohen osmotische Probleme.

Was sind Elektrolyte beim Pferd eigentlich?

Elektrolyte sind elektrisch geladene Mineralstoffe, die in jeder Körperzelle vorkommen und zahlreiche Prozesse steuern. Sie regulieren den Wasserhaushalt, halten den pH-Wert des Blutes stabil, ermöglichen die Reizweiterleitung zwischen Nerven und Muskeln und sind direkt an der Muskelkontraktion beteiligt. Die fünf wichtigsten Elektrolyte beim Pferd sind Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium und Magnesium.

Im Gegensatz zum Menschen produziert das Pferd sogenannten hypertonischen Schweiß. Das bedeutet, der Schweiß enthält eine höhere Salzkonzentration als das Blut. Während ein schwitzender Mensch vor allem Wasser und nur wenig Salz verliert, verliert das Pferd gleichzeitig große Mengen Salz und kann seinen Verlust nicht einfach durch reines Wassertrinken ausgleichen. Genau hier setzen Elektrolyte als Zusatzfutter an: Sie ersetzen, was beim Schwitzen verloren ging.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem normalen Mineralfutter und einem speziellen Elektrolyt-Produkt. Ein Mineralfutter deckt den Grundbedarf im Alltag, ein Elektrolyt ist eine konzentrierte Formulierung für Belastungssituationen. Beide haben ihre Berechtigung, sind aber nicht gegeneinander austauschbar.

Wann braucht dein Pferd Elektrolyte?

Nicht jedes Pferd braucht jeden Tag ein Elektrolyt-Produkt. Ein Freizeitpferd, das täglich eine Stunde ruhig geritten wird und im Winter kaum schwitzt, kommt mit gutem Mineralfutter und einem Salzleckstein gut aus. Sobald jedoch eine der folgenden Situationen zutrifft, lohnt sich eine Ergänzung.

Training mit mehr als einer Stunde deutlichem Schwitzen, etwa im Aufbautraining, in der Dressurarbeit bei höheren Temperaturen oder im Springtraining im Sommer, ist ein klassisches Anwendungsfeld. Am Turniertag selbst kommen Stress, Transport und mehrere Starts zusammen, der Flüssigkeitsverlust summiert sich. Auch Transporte über drei Stunden, Distanzritte, Rennpferde und Vielseitigkeitspferde gehören zur Zielgruppe. Sobald die Außentemperatur über 25 °C klettert oder eine hohe Luftfeuchtigkeit dazu kommt, steigt der Schweißverlust selbst bei moderatem Training deutlich an.

Die klassischen Anzeichen eines Elektrolytmangels sind gut beobachtbar. Muskelverspannungen und eine klamme Rückenmuskulatur treten oft zuerst auf. Leistungsabfall, schnelleres Ermüden und eine verminderte Erholung nach dem Training sind weitere Hinweise. Ein besonders deutliches Warnsignal ist das sogenannte Thumps oder Zwerchfell-Flattern, bei dem die Flanke im Takt des Herzschlags zuckt. Es ist Folge eines ausgeprägten Calcium-Mangels und erfordert sofortige Pause plus tierärztliche Abklärung. Auch ein vermindertes Durstgefühl nach hoher Belastung ist ein Warnzeichen: Paradoxerweise trinken stark dehydrierte Pferde oft zu wenig, weil durch den Salzverlust der Durst-Reiz gedämpft wird.

Die fünf wichtigsten Mineralstoffe im Überblick

Natrium

Natrium ist der Hauptbestandteil des Pferdeschweißes und zentral für den Wasserhaushalt. Ein Natriummangel führt zu vermindertem Durst, Müdigkeit und Leistungsabfall. Ein einfacher Salzleckstein deckt den Grundbedarf, bei starkem Schwitzen ist er jedoch nicht mehr ausreichend.

Chlorid

Chlorid geht parallel zu Natrium verloren und ist an der Regulation des Säure-Basen-Haushalts beteiligt. Ein Mangel unterstützt die Entwicklung einer Stoffwechsel-Alkalose, die typisch nach längerer intensiver Arbeit auftreten kann.

Kalium

Kalium ist vor allem für die Muskelkontraktion und die Reizweiterleitung wichtig. Heu ist grundsätzlich eine gute Kaliumquelle, bei starkem Schwitzen kann der Verlust dennoch relevant werden. Ein Mangel zeigt sich in Muskelschwäche und schnellerer Ermüdung.

Calcium

Calcium steuert die Muskelkontraktion und die Nervenleitung. Ein Mangel ist die Ursache des bereits erwähnten Thumps. Besonders Distanzpferde, Rennpferde und Vielseitigkeitspferde sind gefährdet, wenn die Versorgung während langer Belastung nicht ausreicht.

Magnesium

Magnesium unterstützt die Muskelentspannung und wirkt ausgleichend auf das Nervensystem. Ein Mangel kann sich in Nervosität, Muskelverspannungen und einer erhöhten Schreckhaftigkeit äußern. Auch bei der Erholung nach dem Training spielt Magnesium eine Rolle.

Gute Elektrolyt-Produkte liefern diese fünf Mineralstoffe in einem Verhältnis, das dem Pferdeschweiß entspricht. Wer nur Natrium ergänzt, etwa ausschließlich über Salz, deckt nur einen Teil des Bedarfs.

Pulver oder flüssig , was passt besser?

Im SanoVet-Sortiment gibt es zwei Elektrolyt-Produkte, die sich in Form, Zusammensetzung und Einsatzzweck unterscheiden. Welche Variante passt, hängt vom Pferdetyp, vom Einsatzgebiet und vom Gesundheitszustand ab.

Power Tonic ist ein wasserlösliches Pulver, das pro Tagesration 25 bis 50 Gramm liefert. Zusätzlich zu den fünf wichtigsten Elektrolyten enthält die Rezeptur vierzehn Vitamine und sieben Spurenelemente. Damit eignet sich Power Tonic besonders gut für Pferde im regelmäßigen Training, die neben dem Elektrolyt-Ausgleich auch von einer Breitband-Versorgung profitieren. Das Pulver lässt sich ins Futter mischen oder in Wasser auflösen. Ein weiterer Vorteil: Durch die Pulverform ist die Packung ergiebig und kostengünstig bei regelmäßiger Gabe.

Elektrolyte Plus ist eine flüssige, zuckerfreie Alternative. Die Tagesdosis liegt bei 25 bis 75 Milliliter. Da das Produkt ohne Zuckerzusatz auskommt, ist es die erste Wahl für Pferde mit Equinem Metabolischen Syndrom (EMS), Cushing-Syndrom (PPID), Insulinresistenz oder Magenproblemen. Auch Pferde, die beim Futter wählerisch sind und Pulver im Trog liegen lassen, akzeptieren die flüssige Variante oft besser, weil sie sich geschmacklich unauffälliger ins Futter einarbeiten lässt. Bei moderatem Einsatz reicht eine Flasche rund vierzig Tage.

Beide Produkte sind nicht dopingrelevant und können laut FEI und FN ohne Karenzzeit am Turniertag gegeben werden. Das ist ein wichtiger Unterschied zu manchen Kräuterprodukten, die eine 48-stündige Absetzfrist erfordern.

Turniertag in Österreich und Deutschland , ein realistischer Zeitplan

Am Turniertag kommt es auf gutes Timing an. Wenn du den Elektrolytausgleich sinnvoll planst, unterstützt du Leistungsfähigkeit und Regeneration deines Pferdes spürbar. Das folgende Beispiel zeigt einen typischen Turniertag im Sommer mit zwei Starts bei etwa 28 °C, wie er in Österreich oder Deutschland häufig vorkommt.

Am Abend vor dem Turnier gibst du die reguläre Tagesdosis Power Tonic, etwa 30 Gramm, ins Abendfutter. Am besten zusammen mit ausreichend Wasser oder gut eingeweichten Heucobs. So startet dein Pferd mit gut gefüllten Mineraldepots in den nächsten Tag.

Am Turniermorgen, ungefähr zwei Stunden vor dem ersten Start, folgt eine weitere moderate Gabe. Das können etwa 25 Gramm Pulver oder 25 Milliliter eines flüssigen Elektrolyts sein, gemischt ins Futter. Wichtig ist, dass deinem Pferd gleichzeitig ausreichend Wasser zur Verfügung steht.

Nach jedem Start solltest du die verlorenen Elektrolyte wieder auffüllen. Ideal ist der Zeitpunkt nach dem Abschwitzen, wenn dein Pferd wieder ruhig atmet. Hier reicht eine kleinere Menge, zum Beispiel 25 Milliliter Elektrolyte Plus im Futter oder 25 Gramm Power Tonic im Mash.

Am Abend, zurück im Stall, schließt du den Tag mit der normalen Abendration ab. Achte besonders darauf, dass dein Pferd ausreichend trinkt. Über Nacht sollten mindestens zwei Eimer frisches Wasser bereitstehen.

Der entscheidende Punkt: Arbeite mit mehreren kleinen Gaben rund um die Belastung und nicht mit einer einzelnen großen Menge. Das ist magenfreundlicher und sorgt für eine gleichmäßigere Versorgung.

Wasseraufnahme sicherstellen , die unterschätzte Stellschraube

Elektrolyte funktionieren nur zusammen mit ausreichend Wasser. Ohne Flüssigkeit können sie ihre Wirkung nicht entfalten und im ungünstigsten Fall sogar Probleme verschärfen. Durch die enthaltenen Salze wird Flüssigkeit in den Magen-Darm-Trakt gezogen. Wenn dein Pferd zu wenig trinkt, kann das eine Dehydration verstärken.

Gerade auf Turnieren trinken viele Pferde schlechter als zu Hause. Fremdes Wasser oder Stress sind häufige Gründe. Eine einfache Lösung ist, Wasser von zu Hause mitzunehmen oder es zumindest auf der Hinfahrt anzubieten.

Ein bewährter Trick ist, das Wasser schon zu Hause leicht „anzuaromatisieren“, zum Beispiel mit einem kleinen Schuss Apfelsaft oder etwas Rübenmelasse. So gewöhnt sich dein Pferd an den Geschmack und akzeptiert auch fremdes Wasser eher.

Wenn dein Pferd wählerisch ist, solltest du Elektrolyte nicht direkt ins Trinkwasser mischen. Sonst besteht die Gefahr, dass es gar nicht mehr trinkt. In solchen Fällen gehören Elektrolyte ins Futter und daneben steht immer ein Eimer mit klarem Wasser zur freien Verfügung.

Zusätzlich kannst du über das Futter Flüssigkeit zuführen. Mash, eingeweichte Heucobs oder Rübenschnitzel werden von vielen Pferden gut angenommen und helfen, die Wasseraufnahme zu erhöhen. Wenn dein Pferd das kennt, hast du am Turniertag einen klaren Vorteil.

Produktvergleich , die passende Wahl für dein Pferd

Power Tonic (Pulver, 25–50 g): Der Allrounder für das regelmäßige Training. Liefert neben Elektrolyten vierzehn Vitamine und sieben Spurenelemente, nicht dopingrelevant. Ideal für Sportpferde im Trainingsalltag, die eine Breitband-Versorgung brauchen.

Elektrolyte Plus (flüssig, 25–75 ml): Die zuckerfreie Alternative für Pferde mit EMS, Cushing, Insulinresistenz oder empfindlichem Magen. Nicht dopingrelevant. Ideal, wenn du Elektrolyte ausgleichen möchtest, ohne zusätzliche Nährstoffe oder Zucker.

✓ Beide Produkte sind ohne FEI- oder FN-Absetzfrist einsetzbar.

✓ Beide Produkte sollten immer mit frischem Wasser kombiniert werden.

→ Zu den Elektrolyt-Produkten im SanoVet-Sortiment

Häufige Fragen zu Elektrolyten beim Pferd

Reicht ein Salzleckstein nicht auch aus?
Ein Salzleckstein deckt den Grundbedarf an Natrium und Chlorid im Alltag. Bei starkem Schwitzen, am Turniertag oder im Hochsommer reicht er nicht aus, weil er weder Kalium, Calcium und Magnesium liefert noch eine ausreichend hohe Aufnahmerate ermöglicht. Viele Pferde lecken zudem unregelmäßig. Ein spezielles Elektrolyt-Produkt wie Power Tonic oder Elektrolyte Plus stellt die Versorgung in Belastungsphasen zuverlässig sicher.
Darf ich Elektrolyte auch im Winter geben?
Grundsätzlich ja, aber meist nicht nötig. Pferde schwitzen im Winter deutlich weniger, der tägliche Elektrolyt-Verlust ist gering. Ausnahmen sind Wintertrainings in der Halle bei intensiver Arbeit, dickes Winterfell mit entsprechendem Schwitzen und Pferde im Rennsport-Training. Hier kann eine moderate Gabe sinnvoll sein, alle anderen Pferde kommen mit Mineralfutter und Salzleckstein gut aus.
Sind Elektrolyte für Pferde mit EMS oder Cushing problematisch?
Nein, aber die Produktauswahl ist entscheidend. Klassische Pulver enthalten oft Traubenzucker als Geschmacksträger und sind damit für EMS- und Cushing-Pferde ungeeignet. Die flüssige, zuckerfreie Variante Elektrolyte Plus aus dem SanoVet-Sortiment ist hier die passende Wahl. Im Zweifel lohnt sich ein Blick auf die Zusammensetzung oder eine kurze Rücksprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt.
Wie erkenne ich, ob mein Pferd zu wenig Elektrolyte hat?
Typische Anzeichen sind Muskelverspannungen, klamme Rückenmuskulatur, schnellere Ermüdung, Leistungsabfall und eine verzögerte Erholung nach dem Training. Ein deutliches Warnsignal ist das Thumps, das Zuckern der Flanke im Herzschlag-Takt, das auf Calcium-Mangel hinweist. Auch ein vermindertes Trinkverhalten trotz offensichtlicher Dehydration ist verdächtig. Bei akuten Symptomen wie Thumps, starker Schwäche oder Kolik-Anzeichen bitte sofort die Tierärztin oder den Tierarzt hinzuziehen.
Sind Elektrolyte auf dem Turnier dopingrelevant?
Power Tonic und Elektrolyte Plus sind laut FEI und FN nicht dopingrelevant und können ohne Karenzzeit am Turniertag gegeben werden. Das gilt für die klassischen Mineralstoff-Elektrolyte grundsätzlich. Anders sieht es bei Kombi-Produkten aus, die zusätzlich Koffein, Theobromin oder bestimmte Kräuterbestandteile enthalten. Prüfe vor jedem Bewerb die jeweils aktuelle FEI- und FN-Liste.
Kann ich Elektrolyte überdosieren?
Bei gesundem Pferd und gesichertem Wasserzugang ist eine kurzfristige Überdosierung unkritisch, überschüssiges Natrium und Chlorid werden über die Nieren ausgeschieden. Problematisch wird es, wenn hohe Gaben ohne ausreichend Wasser kombiniert werden, dann drohen osmotische Probleme im Magen-Darm-Trakt. Halte dich an die Hersteller-Dosierung (25–50 g Power Tonic oder 25–75 ml Elektrolyte Plus) und sorge immer für frisches Wasser parallel zur Gabe.
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