Zahnpflege beim Pferd

Kurz zusammengefasst

  • Die Zahnpflege beim Pferd ist essenziell, um Gesundheit und Wohlbefinden zu gewährleisten, da unbehandelte Zahnprobleme Schmerzen, Krankheiten und Verhaltensänderungen verursachen können.
  • Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen, angepasste Ernährung und gezielte Pflege sind entscheidend, um häufige Zahnprobleme zu verhindern und das Pferd vor ernsthaften Folgen zu schützen.
  • Eine fachgerechte Zahnbehandlung, Vorbereitung auf die Behandlung und Beachtung der post-behandlungsbedingten Ernährung sowie die Berücksichtigung individueller Pferdebedürfnisse sind unerlässlich, um langfristige Zahngesundheit zu gewährleisten.

Medizinische Prüfung / Online Redaktion

Dr. Volker Moser
Dr. Volker Moser
Medizinischer Experte
Profil ansehen
Nadja Sukalia
Online Redaktion


Inhaltsverzeichnis

  1. Warum ist die Zahnpflege bei Pferden so wichtig?
  2. Wie oft ist eine Zahnpflege beim Pferd notwendig?
  3. Welche Rolle spielt die Fütterung für die Zahngesundheit von Pferden?
  4. Wie ist das Gebiss eines Pferdes aufgebaut?
  5. Wie viele Zähne hat ein Pferd und welche Funktionen erfüllen sie?
  6. Was sind Hengst- und Wolfszähne bei Pferden und welche Bedeutung haben sie?
  7. Was sind die Unterschiede zwischen den Zähnen von Fohlen und erwachsenen Pferden?
  8. Wie machen sich Zahnprobleme bei einem Pferd bemerkbar?
  9. Was sind typische Zahnprobleme bei Pferden?
  10. Wie kann man Zahnproblemen bei Pferden vorbeugen?
  11. Warum müssen Pferde zum Zahnarzt?
  12. Was kostet eine Zahnbehandlung bei einem Pferd?
  13. Wie oft sollte das Gebiss eines Pferdes gewechselt werden und welche Kosten fallen dabei an?
  14. Was ist notwendig für eine erfolgreiche Zahnbehandlung?
  15. Was sind mögliche Folgen einer nicht behandelten Zahnbehandlung?
  16. Wie lange sollte man nach einer Zahnbehandlung beim Pferd pausieren?
  17. Was füttert man einem Pferd nach einer Zahnbehandlung?
  18. Welche möglichen Folgen kann eine Sedation haben und wie unterstützt man sein Pferd dabei?
  19. Wie können Sie sich und Ihr Pferd auf eine Zahnbehandlung vorbereiten?
  20. Was muss nach der Behandlung beachtet werden?
  21. Was hilft bei EOTRH (Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis)?
  22. Was können Pferde mit Zahnproblemen fressen?
  23. Was hilft bei Zahnfleischentzündungen bei Pferden?
  24. Wie erkenne ich Magnesiummangel beim Pferd und welche Rolle spielt er für die Zahngesundheit?
  25. In welcher Reihenfolge sollte man ein Pferd putzen und wie trägt dies zur Zahngesundheit bei?
  26. Wie viele Zähne hat ein Pferd und welche Funktion haben sie?
  27. Welche speziellen Zähne haben Pferde und welche Probleme können damit auftreten?
  28. Was ist der Unterschied zwischen Zahnschmelz, Dentin und Zahnzement?
  29. Können Pferde eigentlich Karies bekommen?
  30. Wie oft sollte das Gebiss gewechselt werden, wenn das Pferd gegen die Hand geht?
  31. Fazit:

Pferdezähne sind darauf ausgelegt, Futter zu kauen und zu zerkleinern, um eine effiziente Verdauung zu ermöglichen. Doch wie bei uns Menschen können auch Pferde unter Zahnproblemen leiden, die sich negativ auf ihre Lebensqualität und Leistungsfähigkeit auswirken können.

Warum ist die Zahnpflege bei Pferden so wichtig?

Die Zahnpflege spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Pferden. Pferde sind von Natur aus Grasfresser und nutzen ihre Zähne dazu, ihr Futter zu zerkleinern, bevor es zum Verdauungstrakt weitergeleitet wird. Unbehandelte Zahnprobleme können daher nicht nur Schmerzen und Unbehagen verursachen, sondern auch ernsthafte gesundheitliche Probleme wie Gewichtsverlust, Koliken oder Verhaltensänderungen. Zudem ist eine regelmäßige Zahnpflege entscheidend, um Erkrankungen wie Karies, Zahnfleischentzündungen oder EOTRH (eine chronische Entzündung der Schneide- und Hengstzähne) vorzubeugen.

Wie oft ist eine Zahnpflege beim Pferd notwendig?

Eine regelmäßige Überprüfung der Zähne durch einen Tierarzt oder Pferdezahnarzt sollte mindestens einmal jährlich stattfinden. Bei jungen Pferden oder Tieren mit vorherigen Zahnproblemen können jedoch häufigere Kontrollen notwendig sein. Außerdem sollte der Besitzer regelmäßig selbst die Maul- und Zahnhygiene des Pferdes überwachen und bei Anzeichen von Problemen sofort einen Fachmann konsultieren.

Welche Rolle spielt die Fütterung für die Zahngesundheit von Pferden?

Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend für die Zahngesundheit. Pferde, die hauptsächlich Heu und Gras fressen, nutzen ihre Backenzähne effektiv und natürlich ab. Wenn das Pferd hauptsächlich Kraftfutter bekommt, kann dies zu einem ungleichen Abrieb der Zähne führen. Zudem sollten stärke- und zuckerhaltige Lebensmittel begrenzt werden, da sie das Risiko von Karies erhöhen können.

Wie ist das Gebiss eines Pferdes aufgebaut?

Das Gebiss eines erwachsenen Pferdes besteht in der Regel aus 36 bis 44 Zähnen. Diese setzen sich zusammen aus:

  • 12 Schneidezähnen (Incisivi) zur Aufnahme der Nahrung,
  • 12 Backenzähnen (Molaren) zum Zermahlen der Nahrung,
  • 12 Vorbackenzähnen (Prämolaren), die ebenfalls zum Zermahlen der Nahrung dienen,
  • 4 Eckzähnen (Canini), die vor allem bei Hengsten vorkommen und keine besondere Funktion haben,
  • Bis zu 4 Wolfszähnen, kleinen, spitzen Zähnen, die meistens vor den ersten Backenzähnen liegen.

Jeder Zahn hat drei Bestandteile: Den Zahnschmelz, der die härteste Substanz im Pferdekörper ist und den Zahn vor Abrieb schützt; das darunterliegende Dentin, das den Hauptteil des Zahnes bildet; und den Zahnzement, der den Zahn im Kiefer verankert.

Wie viele Zähne hat ein Pferd und welche Funktionen erfüllen sie?

Die Anzahl der Zähne kann bei Pferden variieren. Stuten haben normalerweise 36 Zähne, während Hengste bis zu 44 Zähne haben können, wenn sie alle vier Eckzähne und Wolfszähne ausgebildet haben. Die Schneidezähne dienen dem Pferd zum Abbeißen der Nahrung, während die Backenzähne für das Zermahlen zuständig sind. Die Eckzähne haben bei domestizierten Pferden kaum eine Funktion, sie sind ein Überbleibsel aus der Wildzeit, wo sie wahrscheinlich zum Festhalten von Rivalen dienten.

Was sind Hengst- und Wolfszähne bei Pferden und welche Bedeutung haben sie?

Hengstzähne sind die Eckzähne, die hauptsächlich bei männlichen Pferden vorkommen, obwohl auch einige Stuten sie ausbilden können. Sie liegen zwischen den Schneide- und Backenzähnen und haben keine besondere Funktion beim Kauen.

Wolfszähne sind kleine Zähne, die vor den ersten Backenzähnen liegen. Sie kommen nicht bei allen Pferden vor und können manchmal Probleme verursachen, da sie beim Gebissgebrauch stören können. In diesem Fall können sie vom Tierarzt entfernt werden.

Was sind die Unterschiede zwischen den Zähnen von Fohlen und erwachsenen Pferden?

Fohlen werden mit einem Satz von 24 Milchzähnen geboren. Diese sind kleiner und weicher als die bleibenden Zähne und fallen im Alter von etwa 2,5 bis 4,5 Jahren aus, wenn die bleibenden Zähne nachwachsen. Das vollständige Gebiss ist in der Regel mit etwa 5 Jahren ausgebildet.

 

 

Wie machen sich Zahnprobleme bei einem Pferd bemerkbar?

Zahnprobleme bei Pferden können sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar machen:

  • Futter aus dem Mund fallen lassen oder unregelmäßiges Kauen, was auf Schmerzen im Maul oder Zahnprobleme hindeuten kann.
  • Gewichtsverlust trotz ausreichender Futteraufnahme, möglicherweise aufgrund schmerzhafter Zähne oder Kauprobleme.
  • Veränderte Fressgewohnheiten wie Vorlieben für weiches Futter oder Nicht-Kauen von Heu.
  • Verhaltensänderungen beim Reiten wie Kopfschütteln, Widerstand gegen die Hand oder andere ungewöhnliche Verhaltensweisen.
  • Ausfluss oder Schwellungen im Gesicht als mögliche Anzeichen eines Zahnabszesses.

Was sind typische Zahnprobleme bei Pferden?

Zu den häufigsten Zahnproblemen bei Pferden gehören:

  • Zahnfrakturen werden durch Trauma oder Kauen auf harten Gegenständen verursacht und können zu Schmerzen und Infektionen führen.
  • Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparats, die zu Lockerung und Zahnverlust führen kann.
  • Zahnstein sind harte Ablagerungen, oft an den Eckzähnen, und können zu Zahnfleischentzündungen führen.
  • Haken- und Spitzenbildung sind die Folge von unebenmäßigem Zahnabrieb, der zu scharfen Kanten an den Backenzähnen führt, die Verletzungen verursachen können.
  • Zahnabszesse sind eitrige Entzündung durch tiefliegende Zahnprobleme wie Frakturen oder Wurzelinfektionen.

Wie kann man Zahnproblemen bei Pferden vorbeugen?

Vorsorge ist der Schlüssel zur Vermeidung von Zahnproblemen bei Pferden. Mindestens einmal jährlich sollte eine zahnmedizinische Untersuchung durch einen spezialisierten Tierarzt oder Pferdezahnarzt durchgeführt werden. Bei Bedarf kann dieser auch Zähne raspeln oder andere notwendige Behandlungen durchführen.Eine Ernährung mit ausreichend grobem Futter wie Heu kann dabei helfen, die Zähne natürlich abzureiben und Hakenbildung zu verhindern. Achten Sie auf Verhaltensänderungen Ihres Pferdes beim Fressen oder Reiten, die auf mögliche Zahnprobleme hinweisen könnten. Ein gutes Trinkverhalten unterstützt die Verdauung und hilft, das Risiko von Zahnproblemen zu reduzieren. 

Warum müssen Pferde zum Zahnarzt?

Pferde benötigen regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen, da Zahnprobleme häufig vorkommen und oft nur von einem Fachmann erkannt und behandelt werden können. Zahnärzte für Pferde, auch Pferdezahnärzte genannt, haben spezielle Kenntnisse und Werkzeuge, um das Gebiss gründlich zu untersuchen und eventuelle Probleme zu diagnostizieren. Durch rechtzeitige Kontrollen können schwerwiegende Folgen von unbehandelten Zahnproblemen vermieden werden.

Wie sieht der Ablauf einer Zahnbehandlung beim Pferd aus?

Eine Zahnbehandlung beim Pferd beginnt in der Regel mit einer gründlichen Untersuchung des Mauls. Der Pferdezahnarzt verwendet dafür spezielle Werkzeuge und eine Zahnspiegelung, um auch die hinteren Zähne gut einsehen zu können. Während der Untersuchung werden alle Zähne auf Frakturen, Zahnstein, Hakenbildung und andere Anomalien überprüft. Auch die Backenzähne, die für Pferde schwer einsehbar sind, werden mit Hilfe einer sogenannten „Kaukamera“ untersucht.

 

 

Wie kann man sich und sein Pferd optimal auf eine Zahnbehandlung vorbereiten?

Damit die Zahnbehandlung reibungslos verläuft, ist eine gute Vorbereitung wichtig. Sorgen Sie dafür, dass das Pferd in einer vertrauten und ruhigen Umgebung ist, um unnötigen Stress zu vermeiden. Vor der Behandlung ist es hilfreich, die Zähne des Pferdes zu putzen, um groben Schmutz zu entfernen und eine bessere Sichtbarkeit zu gewährleisten. Üben Sie das Führen des Pferdes mit einem Halfter und lassen Sie es den Kopf halten, damit der Pferdezahnarzt ungehinderten Zugang zum Maul hat. Informieren Sie den Pferdezahnarzt über besondere Eigenheiten oder Probleme, die Ihr Pferd möglicherweise hat.

Was kostet eine Zahnbehandlung bei einem Pferd?

Die Kosten einer Zahnbehandlung bei einem Pferd können variieren, abhängig von der Art der Behandlung und dem Zustand der Zähne. Eine einfache zahnärztliche Untersuchung und das Entfernen von Zahnstein sind in der Regel günstiger als komplexe Behandlungen wie das Raspeln oder Schleifen der Zähne. Die Preise können auch je nach Region und Erfahrung des Pferdezahnarztes variieren. Es ist ratsam, im Voraus einen Kostenvoranschlag einzuholen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Wie oft sollte das Gebiss eines Pferdes gewechselt werden und welche Kosten fallen dabei an?

Das Gebiss eines Pferdes sollte regelmäßig überprüft und gegebenenfalls gewechselt werden, wenn es beschädigt oder abgenutzt ist. Die Häufigkeit des Wechsels hängt von der Nutzung des Pferdes und dem Zustand des Gebisses ab. Ein neues Gebiss kann je nach Material und Qualität zwischen 30 und 200 Euro kosten.

Was kostet das Raspeln oder Schleifen der Zähne beim Pferd?

Das Raspeln oder Schleifen der Zähne, um Haken und scharfe Kanten zu beseitigen, ist ein wichtiger Bestandteil der Zahnpflege beim Pferd. Die Kosten für diese Behandlung variieren je nach Umfang und Aufwand. In der Regel kann man mit Kosten von 100 bis 300 Euro rechnen. Komplexere Behandlungen, wie das Entfernen von Zahnstein oder das Beheben von Frakturen, können die Kosten erhöhen.

Was ist notwendig für eine erfolgreiche Zahnbehandlung?

Eine erfolgreiche Zahnbehandlung erfordert vor allem die Expertise und Erfahrung eines qualifizierten Pferdezahnarztes. Dieser sollte über das nötige Equipment verfügen, um eine gründliche Untersuchung und gegebenenfalls Behandlung durchzuführen. Außerdem ist es wichtig, dass das Pferd während der Behandlung ruhig und entspannt ist. Eine gute Vorbereitung, wie bereits im vorherigen Teil erwähnt, ist daher entscheidend.

Was sind mögliche Folgen einer nicht behandelten Zahnbehandlung?

Eine nicht behandelte Zahnproblematik kann zu einer Reihe von Komplikationen führen. Dazu gehören:

  • Schmerzen und Unwohlsein beim Essen, was zu Gewichtsverlust und Mangelernährung führen kann.
  • Entzündungen und Infektionen im Maul, die sich auf andere Teile des Körpers ausbreiten können.
  • Einschränkungen bei der Leistungsfähigkeit des Pferdes, insbesondere beim Reiten.
  • Verhaltensänderungen aufgrund von Schmerzen und Unbehagen.

Es ist daher wichtig, Zahnprobleme frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Wie lange sollte man nach einer Zahnbehandlung beim Pferd pausieren?

Nach einer Zahnbehandlung benötigt das Pferd in der Regel eine kurze Ruhephase, um sich von der Sedation zu erholen und den Eingriff zu verarbeiten. Es ist wichtig, dem Pferd ausreichend Zeit zu geben, bevor es wieder belastet wird. Dies kann je nach Art der Behandlung und individuellen Bedürfnissen des Pferdes zwischen ein paar Stunden bis zu einem Tag dauern. Bei komplexeren Eingriffen kann der Pferdezahnarzt konkrete Empfehlungen geben.

Was füttert man einem Pferd nach einer Zahnbehandlung?

Nach einer Zahnbehandlung sollte das Pferd zunächst nur weiche Nahrung erhalten, um die Belastung der Zähne zu minimieren. Dazu gehören eingeweichtes Heu, Mash oder spezielles Weichfutter. Es ist ratsam, auf grobes Futter wie Heucobs oder Pellets zu verzichten, bis das Pferd sich vollständig erholt hat. Auch frisches Gras sollte in den ersten Stunden nach der Behandlung vermieden werden, da es zu viel Belastung für die Zähne bedeuten könnte.

Welche möglichen Folgen kann eine Sedation haben und wie unterstützt man sein Pferd dabei?

Sedation, also die Beruhigung des Pferdes während der Zahnbehandlung, kann in den meisten Fällen problemlos durchgeführt werden. Allerdings kann es vereinzelt zu Nebenwirkungen wie Benommenheit oder Gleichgewichtsstörungen kommen. Um das Pferd zu unterstützen, sollte es nach der Sedation in einer ruhigen Umgebung gelassen werden, damit es sich ohne Störungen erholen kann. Außerdem sollte das Pferd in dieser Zeit nicht gefüttert werden, um das Risiko von Schlundverstopfungen zu minimieren.

Wie können Sie sich und Ihr Pferd auf eine Zahnbehandlung vorbereiten?

Eine gute Vorbereitung auf eine Zahnbehandlung ist entscheidend für einen reibungslosen Ablauf und das Wohlbefinden des Pferdes. Hier noch einmal die wichtigsten Punkte:

  • Vor und nach der Behandlung sollte das Pferd in einer vertrauten und ruhigen Umgebung sein.
  • Reinigen Sie vor der Behandlung die Zähne des Pferdes
  • Üben Sie das Führen mit einem Halfter, damit der Pferdezahnarzt ungehinderten Zugang zum Maul hat.
  • Teilen Sie dem Pferdezahnarzt besondere Eigenheiten oder Probleme mit, die Ihr Pferd haben könnte.

Was muss nach der Behandlung beachtet werden?

Nach der Zahnbehandlung ist es wichtig, das Pferd noch eine Weile zu beobachten, um sicherzustellen, dass es sich gut erholt. Geben Sie dem Pferd nach der Behandlung nur weiches Futter und verzichten Sie auf zu intensives Training oder Reiten in den ersten Stunden oder Tagen. Achten Sie auch darauf, dass das Pferd ausreichend trinkt und die Maulhygiene weiterhin gewahrt bleibt.

Was hilft bei EOTRH (Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis)?

EOTRH ist eine Erkrankung, die vor allem die Schneide- und Hengstzähne älterer Pferde betrifft. Dabei kommt es zu einer resorptiven Umwandlung des Zahngewebes und einer vermehrten Bildung von Zement. Dies führt zu schmerzhaften Veränderungen der Zähne und des Zahnhalteapparats. Die Behandlung von EOTRH umfasst in der Regel das Entfernen der betroffenen Zähne, um das Leiden des Pferdes zu lindern. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und Schmerzen zu reduzieren.

Was können Pferde mit Zahnproblemen fressen?

Pferde mit Zahnproblemen sollten vor allem auf weiches und leicht verdauliches Futter umgestellt werden. Dazu gehören eingeweichtes Heu, Heucobs, Mash oder spezielles Weichfutter. Gras sollte in den ersten Stunden nach der Behandlung vermieden werden, um die Zähne nicht zu stark zu belasten. Die Fütterung sollte an die individuellen Bedürfnisse und den Zustand der Zähne angepasst werden. Bei Unsicherheit sollte ein Tierarzt oder Pferdezahnarzt zu Rate gezogen werden.

Was hilft bei Zahnfleischentzündungen bei Pferden?

Zahnfleischentzündungen bei Pferden können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, einschließlich Zahnstein, Hakenbildung oder falschem Gebrauch des Gebisses. Die Behandlung hängt von der Ursache und Schwere der Entzündung ab. Eine gründliche Zahnreinigung durch einen Pferdezahnarzt kann in vielen Fällen helfen, die Entzündung zu reduzieren. Zusätzlich können entzündungshemmende Mittel oder Mundspülungen verwendet werden. Eine gute Maulhygiene und eine angepasste Fütterung sind ebenfalls wichtig, um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.

Wie erkenne ich Magnesiummangel beim Pferd und welche Rolle spielt er für die Zahngesundheit?

Magnesiummangel beim Pferd kann sich durch verschiedene Symptome wie Muskelzittern, Unruhe, Nervosität und schlechte Leistungsfähigkeit zeigen. Magnesium spielt auch eine wichtige Rolle für die Zahngesundheit, da es am Erhalt von stabilem Zahnschmelz beteiligt ist. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Magnesium ist daher wichtig, um Zahnprobleme zu vermeiden. Bei Verdacht auf Magnesiummangel sollte ein Tierarzt konsultiert werden, der die passende Supplementierung oder Futteranpassung empfehlen kann.

In welcher Reihenfolge sollte man ein Pferd putzen und wie trägt dies zur Zahngesundheit bei?

Das Putzen eines Pferdes sollte immer mit der Hufpflege beginnen, gefolgt von der Reinigung des Fells und der Mähne. 

 

 

Das Maul und die Zähne sollten am Ende gereinigt werden. Durch diese Reihenfolge kann das Pferd während der Putzsession entspannen und gewöhnt sich an die Berührungen, bevor das empfindliche Maul gereinigt wird. Eine gründliche Maulhygiene ist wichtig, um Futterreste zu entfernen und mögliche Zahnprobleme frühzeitig zu erkennen.

Wie viele Zähne hat ein Pferd und welche Funktion haben sie?

Ein erwachsenes Pferd hat in der Regel 36 bis 44 Zähne, abhängig davon, ob es sich um ein männliches oder weibliches Tier handelt. Die Zähne sind spezialisiert auf verschiedene Funktionen im Verdauungssystem des Pferdes. Die Schneidezähne dienen dazu, das Gras und Futter abzuschneiden, während die Backenzähne das Futter zerkleinern. Die Eckzähne sind besonders bei Hengsten ausgeprägt und werden oft als „Hengstzähne“ bezeichnet.

Welche speziellen Zähne haben Pferde und welche Probleme können damit auftreten?

Pferde haben einige spezielle Zähne, die besondere Probleme verursachen können:

  • Hengstzähne sind verlängerte Eckzähne und kommen häufig bei Hengsten vor. Sie können zu Verletzungen im Maul führen, wenn sie mit dem Gebiss in Konflikt geraten.
  • Wolfszähne sind kleine, zusätzliche Zähne, die in der Nähe der Backenzähne wachsen. Sie können Druckstellen und Schmerzen im Maul verursachen und sollten oft entfernt werden, insbesondere wenn das Pferd mit einem Gebiss geritten wird.

Was ist der Unterschied zwischen Zahnschmelz, Dentin und Zahnzement?

Zahnschmelz, Dentin und Zahnzement sind die drei Hauptbestandteile eines Pferdezahns. Der Zahnschmelz ist die äußere Schicht des Zahns und dient als Schutzschild. Er ist das härteste Gewebe im Körper des Pferdes und schützt den darunterliegenden Zahn vor Abnutzung und Schäden. Das Dentin ist die darunterliegende Schicht des Zahns und ist nicht so hart wie der Zahnschmelz. Es bildet den größten Teil des Zahns und enthält kleine Kanälchen, die mit Nervenenden verbunden sind. Schäden am Dentin können zu empfindlichen Zähnen führen. Der Zahnzement ist eine spezielle Substanz, die den Zahn im Kiefer verankert. Er ähnelt in seiner Struktur dem Knochen und bildet eine feste Verbindung zwischen dem Zahn und dem umgebenden Gewebe.

Können Pferde eigentlich Karies bekommen?

Im Gegensatz zu Menschen sind Pferde weniger anfällig für Karies. Dies liegt zum Teil an der Zusammensetzung ihrer Zähne und daran, dass sie im Gegensatz zu uns keine zuckerhaltige Nahrung zu sich nehmen. Allerdings können Pferde unter anderen Zahnproblemen wie Zahnfrakturen, Zahnstein und Hakenbildung leiden, die regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen erfordern.

Wie oft sollte das Gebiss gewechselt werden, wenn das Pferd gegen die Hand geht?

Wenn ein Pferd gegen die Hand geht, kann dies ein Anzeichen dafür sein, dass das Gebiss nicht mehr optimal passt oder dass es Schmerzen verursacht. In diesem Fall ist es ratsam, das Gebiss von einem Experten überprüfen zu lassen. Je nach Verschleiß und Zustand des Gebisses kann eine regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls ein Wechsel alle sechs Monate bis zu einem Jahr empfohlen werden.

Fazit:

Die Zahnpflege beim Pferd ist ein essentieller Bestandteil der Gesundheitsvorsorge und des Wohlbefindens unserer geliebten Vierbeiner. Die Zahngesundheit beeinflusst nicht nur das Kauen und die Verdauung, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und das Verhalten des Pferdes. Durch regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen und eine gezielte Zahnpflege können Zahnprobleme frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor sie sich zu schwerwiegenden Erkrankungen entwickeln.

 

Medizinische Qualitätsprüfung

Medizinischer Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: November 7, 2023

Weitere Beiträge:

Ausgewählte Tierärzt:innen:

Finde jetzt passende Tierärzt:innen in Deiner Nähe:

Cookie Consent mit Real Cookie Banner