Katzenleckerlies: Snacks mit Maß
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Leckerlies sind das wichtigste Trainings- und Belohnungsmittel im Alltag mit deiner Katze. Sie helfen beim Clickertraining, beim Eingewöhnen an Transportbox oder Tierarztbesuch und sie stärken die Beziehung zwischen euch. Der Haken: Viele Katzenleckerlies sind energiereich, oft viel zu süß oder fettig, und manche enthalten Zusatzstoffe, die Katzen schlecht vertragen. Wer regelmäßig falsch belohnt, riskiert Übergewicht, Verdauungsbeschwerden und Futterverweigerung gegenüber dem normalen Hauptfutter.
Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Leckerli-Sorten es gibt, wie viele Kalorien deine Katze pro Tag verträgt, welche Inhaltsstoffe du meiden solltest, welche Belohnungen sich für Training eignen und welche typischen Fehler du vermeiden kannst. Wir gehen auch auf Hausmittel-Leckerlies aus der Küche, auf zahnpflegende Snacks und auf das Belohnen kranker oder älterer Katzen ein. Der Inhalt ist tierärztlich geprüft und gilt für Österreich, Deutschland und die Schweiz.
Wichtig vorab
Leckerlies sollten maximal zehn Prozent der Tagesenergie deiner Katze ausmachen. Bei einer normalgewichtigen vierjährigen Katze sind das rund 25 Kilokalorien pro Tag, was etwa fünf bis acht handelsüblichen Trockensnacks entspricht. Wer mehr füttert, riskiert schleichendes Übergewicht und sollte die Hauptfuttermenge entsprechend reduzieren.
Welche Arten von Katzenleckerlies gibt es?
Im Handel findest du grob fünf Hauptkategorien. Trockensnacks sind kleine, knusprige Stückchen mit langer Haltbarkeit, oft in Sorten wie Huhn, Lachs oder Käse. Sie eignen sich gut fürs Clickertraining, weil sie nicht kleben und schnell zu fressen sind. Cremige Snacks in Tubenform sind seit einigen Jahren ein Verkaufsschlager. Katzen mögen sie sehr gerne, sie eignen sich gut zum Belohnen ohne Krümel und können auch in der Tierarztpraxis als Ablenkung dienen.
Kausnacks und Streifen aus getrocknetem Fleisch oder Fisch sind besonders artgerecht, weil sie hochwertiges Eiweiß enthalten und durch das Kauen die Zähne leicht reinigen. Funktionssnacks sind angereichert, etwa mit Malt für Haarballen, mit Cranberry für Harnwege oder mit Glucosamin für Gelenke. Sie sind sinnvoll, ersetzen aber niemals eine tierärztlich verordnete Diät. Gefriergetrocknetes Fleisch ist die naturnaheste Variante. Es besteht aus reinem Muskelfleisch oder Innereien und enthält keine Zusatzstoffe.
Welche Sorte für dich passt, hängt vom Einsatzzweck ab. Für Training brauchst du kleine, leicht zu portionierende Snacks. Für Belohnung im Alltag eignen sich auch Kausnacks. Für Katzen mit Vorerkrankungen sollte die Auswahl mit der Tierärztin abgestimmt werden, vor allem bei Niereninsuffizienz, Diabetes oder Allergien. Mehr zur generellen Ernährung findest du im Beitrag zur artgerechten Ernährung der Katze.

Kalorien und Tagesmenge im Blick
Leckerlies haben eine erstaunlich hohe Energiedichte. Ein einziges fingernagelgroßes Trockenleckerli enthält etwa drei bis fünf Kilokalorien, ein cremiger Tubensnack rund zehn bis fünfzehn Kilokalorien pro Portion. Wer fünf solche Snacks pro Tag gibt, deckt damit oft schon zwanzig Prozent des Energiebedarfs. Bleibt die Hauptmahlzeit gleich, drohen ein bis zwei Kilogramm Gewichtszunahme pro Jahr.
Eine erwachsene, normalgewichtige Wohnungskatze von vier Kilogramm braucht rund 250 Kilokalorien täglich. Davon dürfen maximal 25 Kilokalorien aus Leckerlies stammen. Das entspricht etwa fünf kleinen Trockensnacks, einer halben Tube Cremesnack oder einem kleinen gefriergetrockneten Fleischstückchen. Für Senior-Katzen und Wohnungskatzen mit wenig Aktivität liegt der Bedarf oft niedriger, hier solltest du noch sparsamer belohnen.
Reduziere die Hauptfuttermenge entsprechend, wenn du regelmäßig Leckerlies fütterst. Faustregel: Pro fünf gefütterte Snacks zehn Gramm Hauptfutter weniger. Achte besonders bei Trainingseinheiten oder Tierarztbesuchen mit vielen Belohnungen darauf, an diesen Tagen die Hauptmahlzeit kleiner zu halten. Mehr zur Gewichtskontrolle findest du im Beitrag Futter für übergewichtige Katzen.
Welche Zutaten solltest du meiden?
Viele günstige Leckerlies enthalten unnötige Zusatzstoffe. Künstliche Farbstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker sind für Katzen nicht artgerecht und können Allergien auslösen. Achte auf eine kurze Zutatenliste mit klar deklarierter Tierart, möglichst hohem Fleischanteil und ohne pauschale Begriffe wie „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ oder „tierische Erzeugnisse“ ohne weitere Spezifikation.
Zucker hat in Katzenleckerlies nichts verloren. Katzen können Süße geschmacklich gar nicht wahrnehmen, der Zucker dient nur dazu, die Akzeptanz und Haltbarkeit zu verbessern. Er fördert Übergewicht, Zahnstein und im schlimmsten Fall Diabetes. Auch Salz, Knoblauch, Zwiebeln, Schokolade, Weintrauben und Rosinen sind tabu, weil sie für Katzen toxisch sein können.
Vorsicht auch bei Hundeleckerlies oder selbstgemachten Leckereien aus Wurst, Käse oder Schinken. Hundefutter deckt nicht den Taurinbedarf der Katze, Wurst enthält oft viel Salz und Gewürze, Käse ist sehr energiereich und für viele Katzen schlecht verdaulich, weil sie als ausgewachsene Tiere meist laktoseintolerant sind. Mehr zu Milchprodukten und Katze findest du im Beitrag Dürfen Katzen Milch trinken.
Leckerlies für Training und Clickern
Beim Training brauchst du kleine, hochwertige Belohnungen, die deine Katze in Sekunden frisst und sofort wieder aufmerksam ist. Gefriergetrocknetes Hühnerfleisch, kleine Stücke gekochtes Hühnchen ohne Salz oder feine Tubensnack-Tropfen eignen sich besonders gut. Vermeide krümelige Trockensnacks, die deine Katze ablenken, weil sie Krümel suchen muss.
Trainiere am besten vor der Hauptmahlzeit, wenn deine Katze hungrig und motiviert ist. Eine Trainingseinheit von fünf bis zehn Minuten reicht aus, längere Sessions ermüden viele Katzen. Belohne nicht jedes erwünschte Verhalten gleich, sondern variiere und steigere allmählich die Anforderungen. Bei klassischem Tricktraining oder beim Eingewöhnen an die Transportbox lernen viele Katzen schneller als ihre Halter erwarten.
Bei Tierarzt-Vorbereitung kannst du Leckerlies gezielt einsetzen, um positive Verknüpfungen zu schaffen. Lege ein Leckerli in die offene Transportbox, gib es nach dem Vorzeigen der Spritze, belohne ruhiges Verhalten beim Streicheln im Abdomen. Solche Mini-Übungen über Wochen hinweg machen den nächsten Praxisbesuch deutlich entspannter. Eine erfahrene Praxis findest du über unseren Tierarzt-Finder oder, in Wien, über die Übersicht zum Tierarzt in Wien.
Hausmittel-Leckerlies aus der eigenen Küche
Du kannst dir viele Leckerlies einfach selbst herstellen. Geeignet sind dünn aufgeschnittenes, gegartes Hühnerbrustfilet ohne Salz und Gewürze, dünne Streifen gekochter Pute, gegartes Lachsfilet oder gegarte Garnelen. Diese Leckereien hältst du im Kühlschrank zwei bis drei Tage, im Gefrierfach bis zu zwei Monate. Sie sind frei von Zusätzen und passen in jede Diät.
Etwas aufwendiger sind selbstgemachte Trockenfleisch-Streifen. Lege dünn geschnittenes Hühner- oder Putenfleisch auf ein Backblech und trockne es bei achtzig Grad Umluft für drei bis vier Stunden. Die Streifen sind mehrere Wochen haltbar, frei von Zucker, Aroma und Konservierungsstoffen. Auch gefriergetrocknetes Eigelb in winzigen Mengen ist beliebt, weil es sehr aromatisch ist und nahrhaft, aber sparsam einzusetzen.
Tabu sind dagegen rohes Schweinefleisch wegen des Aujeszky-Virus, gewürztes oder mariniertes Fleisch, Wurstwaren mit Pökelsalz und alle Hülsenfrüchte. Auch Reste vom Mittagessen sind selten geeignet, weil sie meist Salz, Gewürze, Knoblauch oder Zwiebel enthalten. Wenn du selbst kochst, plane Katzenportionen separat ohne Würzung ein.
Zahnpflegende Leckerlies und Funktionssnacks
Spezielle Dental-Snacks sind so geformt und texturiert, dass beim Kauen mechanisch Plaque von den Zähnen entfernt wird. Anerkannt sind Produkte mit dem VOHC-Siegel der Veterinary Oral Health Council. Sie sind kein Ersatz fürs Zähneputzen, ergänzen die Mundpflege aber sinnvoll. Mehr dazu im Beitrag zur Zahnpflege bei Katzen.
Funktionssnacks für Haarballen enthalten Maltextrakt oder erhöhte Faseranteile und unterstützen den Abtransport verschluckter Haare. Sinnvoll sind sie vor allem bei Langhaarkatzen oder im Fellwechsel zwischen März und Mai sowie September und November. Snacks für Harnwege enthalten oft Cranberry-Extrakt und können bei Katzen mit Neigung zu Blasenentzündungen begleitend hilfreich sein. Bei akuten Beschwerden ersetzen sie aber keine tierärztliche Therapie.
Gelenk-Snacks mit Glucosamin und Chondroitin werden bei Senior-Katzen zur Unterstützung von Hüft- und Kniegelenken eingesetzt. Die wissenschaftliche Datenlage ist gemischt, ein klarer Effekt ist nicht für alle Tiere belegt. Bei Verdacht auf Arthrose lohnt eine tierärztliche Diagnose und ggf. eine medikamentöse Therapie, statt sich nur auf Snacks zu verlassen.

Leckerlies für kranke und ältere Katzen
Bei Senior-Katzen oder Katzen mit chronischen Erkrankungen ist die Auswahl der Leckerlies besonders wichtig. Bei chronischer Niereninsuffizienz sollten Snacks phosphorarm sein, viele handelsübliche Trockensnacks und Käseprodukte sind dafür ungeeignet. Tierärztinnen können spezielle nierenschonende Snacks empfehlen oder rohes Hühnerfleisch in Mini-Portionen.
Bei Diabetes sind kohlenhydratarme Leckerlies wichtig. Reine Fleischstreifen ohne Zusätze, gefriergetrocknete Innereien oder spezielle Diabetes-Snacks sind geeignet. Süße Tubensnacks und stärkereiche Trockensnacks dagegen können den Blutzucker stark anheben und die Therapie destabilisieren. Sprich die Auswahl mit der behandelnden Tierärztin ab.
Auch bei Allergien, Futtermittelunverträglichkeiten oder Magen-Darm-Empfindlichkeiten gibt es spezielle hypoallergene Snacks mit nur einer Proteinquelle. Wer einer Eliminationsdiät folgt, darf keine anderen Leckerlies geben, sonst ist die Diagnostik nutzlos. Eine Katzenversicherung deckt in vielen Fällen Diätfutter und tierärztliche Beratung ab, prüfe vor Abschluss die genauen Bedingungen.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Trockensnacks lagerst du am besten in einem luftdichten Behälter aus Glas oder Edelstahl, kühl und dunkel. Geöffnete Beutel verlieren binnen weniger Wochen an Aroma, was Akzeptanz und Wirksamkeit als Belohnung mindert. Tubensnacks und cremige Pastensnacks gehören nach Anbruch in den Kühlschrank und sollten innerhalb von ein bis zwei Wochen verbraucht werden.
Selbstgemachte Hähnchen- oder Pute-Streifen halten sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage, im Gefrierfach bis zu zwei Monate. Friere sie portionsweise ein, dann hast du immer eine Tagesration griffbereit, ohne den Vorrat anzubrechen. Verfärbungen, Schimmel oder ein säuerlicher Geruch sind klare Hinweise zum Wegwerfen, gerade bei selbstgemachten Snacks ist Vorsicht besser als Sparen.
Achte zusätzlich auf das Mindesthaltbarkeitsdatum bei industriell gefertigten Snacks. Vorratspackungen lohnen sich für Single-Katzen-Haushalte selten, weil das Aroma vor dem Aufbrauchen verfliegt. Lieber kleinere Tüten kaufen und konsequent nachordern. Verstaue die Snack-Box außer Reichweite deiner Katze, sonst lernen viele Katzen sehr schnell, sich selbst zu bedienen und stürmen die Vorratsschublade aus eigenem Antrieb.
Auch ein klar erkennbares Etikett mit Anbruchsdatum hilft, Übersicht zu behalten. Wer mehrere offene Sorten parallel hat, riskiert sonst, ältere Snacks zu lange aufzuheben.
Tierärztlicher Blick: Typische Fehler vermeiden
Aus tierärztlicher Sicht sind drei Fehler im Umgang mit Leckerlies besonders häufig. Erstens: Zu viele Snacks, die nicht in die Hauptfutterbilanz eingerechnet werden, führen zu schleichendem Übergewicht. Zweitens: Falsche Leckerlies bei kranken Katzen können die Therapie unterlaufen, etwa wenn Diabetes-Patienten süße Snacks bekommen oder Nierenpatienten phosphorreiche Käseprodukte. Drittens: Leckerlies aus Mitleid oder zur Beruhigung statt zur gezielten Belohnung führen oft zu Bettelverhalten.
Sinnvoll ist es, Leckerlies bewusst und in begrenzter Menge einzusetzen. Lege eine feste Tagesmenge in eine kleine Dose und entnimm im Lauf des Tages nur aus dieser Reserve. Wer die Snacks in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt, kann sie sowohl für Training als auch für spontane Belohnung nutzen, ohne die Tagesbilanz zu sprengen.
Bei Katzen mit Übergewicht, Diabetes oder Allergien ist eine Leckerli-Pause oft ein wichtiger Therapiebaustein. Statt klassischer Snacks kannst du dann ein paar Bröckchen aus der Tagesration des Hauptfutters separat in einer Dose aufbewahren und gezielt zum Belohnen einsetzen. So bleibt die Energiebilanz stabil und deine Katze fühlt sich trotzdem belohnt.
Notfall: Giftige Snacks
Wenn deine Katze versehentlich Schokolade, Weintrauben, Rosinen, Zwiebel- oder Knoblauchprodukte oder Xylit gefressen hat, kontaktiere sofort eine tierärztliche Praxis oder die Vergiftungsnotrufzentrale. Diese Lebensmittel können bereits in kleinen Mengen lebensbedrohlich sein. Auch Schokolade-Pralinen mit Likör enthalten doppelt gefährliche Stoffe. Warte nicht ab, bis Symptome auftreten.
Häufige Fragen zu Katzenleckerlies
Quellen
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