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Kissing Spines beim Pferd: Symptome, Diagnose und Therapie

Kissing Spines beim Pferd: Symptome, Diagnose und Therapie

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Kissing Spines beim Pferd bedeutet, dass sich die Dornfortsätze der Wirbelsäule zu nahe kommen, berühren oder sogar überlappen. Dornfortsätze sind die nach oben ragenden Knochenfortsätze der Wirbel, auf denen später der Sattel liegt. In der Fachsprache wird das Bild als „overriding spinous processes“ bezeichnet, also überlappende Dornfortsätze. Betroffen ist vor allem die hintere Brustwirbelsäule im Bereich der Sattellage, seltener die Lendenwirbelsäule.

Die Diagnose fällt oft, wenn ein Pferd sich unter dem Reiter verändert: es buckelt, wehrt sich beim Satteln, galoppiert schlecht an oder wirkt einfach unwillig. Wichtig ist dabei ein Punkt, den viele Halter nicht kennen. Eng stehende Dornfortsätze sind auf Röntgenbildern sehr häufig, auch bei Pferden ohne jede Beschwerde. Das Röntgenbild allein beweist also nicht, dass Kissing Spines die Ursache für das Verhalten deines Pferdes sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kissing Spines ist zuerst ein Röntgenbefund. In einer großen Praxisauswertung hatten 39 Prozent der Pferde ohne Rückenprobleme ebenfalls eng stehende Dornfortsätze.
  • Rückenschmerz kann auch von einer Lahmheit, dem Iliosakralgelenk oder den Wirbelgelenken kommen. Eine sorgfältige Lahmheitsuntersuchung mit diagnostischen Anästhesien gehört deshalb immer dazu.
  • Die meisten Spezialisten behandeln zuerst konservativ: lokale Injektionen, gezielte Bewegung und Physiotherapie. Eine Operation kommt in Frage, wenn das nicht reicht.
  • Viele Pferde gehen nach der Behandlung wieder unter dem Sattel. Entscheidend sind ein guter Muskelaufbau, ein passender Sattel und Geduld.

Was passiert bei Kissing Spines in der Wirbelsäule?

Zwischen zwei Dornfortsätzen liegt normalerweise ein Spalt, der Zwischendornfortsatzraum. Er ist mit einem Band gefüllt, dem Ligamentum interspinale. Ein Spalt unter vier Millimetern gilt in der Fachliteratur als zu eng. Berühren sich die Knochen, kann es an den Kontaktstellen zu Umbau, Verdichtung und Entzündung der Knochenhaut kommen. Das kann schmerzen, muss aber nicht. Viele Pferde leben über lange Zeit mit solchen Befunden, ohne dass sie Beschwerden zeigen.

Am häufigsten betroffen sind die Dornfortsätze zwischen dem 13. und 18. Brustwirbel, genau dort, wo Sattel und Reitergewicht wirken. In einer großen Operationsserie mit 215 Pferden waren der 15., 16. und 17. Brustwirbel am häufigsten beteiligt. Warum manche Pferde eng stehende Dornfortsätze entwickeln und andere nicht, ist nicht geklärt. Genetische Faktoren werden untersucht. Eine Studie an Warmblütern und Quarter Horses fand einen Abschnitt auf Chromosom 25, der mit schwereren Befunden zusammenhängt. Einen Gentest für die Praxis gibt es daraus bisher nicht.

Als weitere Einflüsse werden Körperbau, Trainingszustand, Haltung der Wirbelsäule unter dem Reiter und ein schwacher Rücken diskutiert. Belegt ist davon bis heute wenig. Ein Zusammenhang mit dem Alter ist ebenfalls nicht sicher gezeigt. Vollblüter waren in einer englischen Studie mit 582 Pferden bei Rückenschmerz häufiger vertreten als Warmblüter. Auch Paint Horses und Quarter Horses gelten als häufiger betroffen.

Kissing Spines ist nicht dasselbe wie eine Spondylose. Bei der Spondylose verknöchert die Unterseite der Wirbelkörper, also der untere Teil der Wirbelsäule. Beide Befunde können sowohl einzeln als auch gleichzeitig auftreten. Mehr dazu steht im Ratgeber Spondylose beim Pferd.

Woran erkenne ich Kissing Spines bei meinem Pferd?

Ein Pferd mit schmerzhaften Kissing Spines zeigt selten ein einzelnes, klares Symptom. Viel häufiger verändert sich das Verhalten unter dem Sattel schleichend. Typische Hinweise sind:

  • Abwehr beim Satteln oder Gurten, Wegdrehen, Ohrenanlegen, Schnappen
  • Wegdrücken oder Wegducken, wenn du über den Rücken streichst
  • Buckeln, Steigen oder Losrennen, besonders beim Angaloppieren
  • Schwierigkeiten im Galopp, häufiges Umspringen oder Kreuzgalopp
  • festgehaltener Rücken, kurze Tritte, Taktunreinheiten
  • Unwilligkeit beim Springen, Verweigern oder flache Sprünge
  • Probleme beim Aufsteigen, das Pferd läuft weg oder steht nicht still
  • abgebaute Muskulatur neben der Wirbelsäule
  • nachlassende Leistung ohne erkennbaren Grund

Keines dieser Zeichen ist spezifisch, die Ursache lässt sich daraus allein nicht ableiten. Dieselben Signale zeigen Pferde mit einer Lahmheit, einem schlecht passenden Sattel, Magengeschwüren oder Schmerzen im Iliosakralgelenk. Ein englisches Forschungsteam um Sue Dyson hat für gerittene Pferde eine Liste mit 24 Verhaltensweisen entwickelt, das Ridden Horse Pain Ethogram. Zeigt ein Pferd acht oder mehr davon, ist ein Schmerz im Bewegungsapparat wahrscheinlich. Die Liste hilft dir, Beobachtungen festzuhalten und mit deinem Tierarzt zu besprechen. Sie sagt aber nicht, wo der Schmerz sitzt.

Wenn dein Pferd plötzlich stark lahmt, sich kaum bewegen will, schwitzt oder zittert, steckt meist etwas anderes dahinter. Dann lass es sofort untersuchen. Einen Pferdetierarzt in deiner Nähe findest du in der Tierarztsuche, nachts und am Wochenende hilft der Tierarzt-Notdienst.

Reiterin streichelt ihr gesatteltes Pferd am Hals

Wie stellt mein Tierarzt Kissing Spines sicher fest?

Die Diagnose steht auf drei Säulen: der klinischen Untersuchung, der Bildgebung und den diagnostischen Anästhesien. Dein Tierarzt tastet den Rücken ab, prüft die Beweglichkeit und schaut sich dein Pferd an der Hand, an der Longe und unter dem Reiter an. Weil viele Rückenschmerzen in Wahrheit von einer Lahmheit an Vorder- oder Hinterbein ausgehen, gehört eine gründliche Lahmheitsuntersuchung dazu. In einer britischen Studie mit 506 Sportpferden in normaler Arbeit war fast die Hälfte lahm oder zeigte Gangauffälligkeiten, ohne dass die Besitzer davon wussten.

Röntgenbilder der Brust- und Lendenwirbelsäule zeigen, wie eng die Dornfortsätze stehen und ob sich der Knochen verändert hat. Mit Ultraschall lassen sich Bänder, Muskulatur und die kleinen Wirbelgelenke beurteilen. In Kliniken kommt teils eine Szintigraphie dazu. Dabei wird ein schwach radioaktiver Stoff gespritzt, der sich in Knochen mit aktivem Umbau anreichert.

Ein Röntgenbefund allein reicht nicht. In einer Auswertung aus Minnesota mit 4.407 Pferden, die über sieben Jahre wegen Lahmheit oder Leistungsschwäche vorgestellt wurden, hatten 68 Prozent der Pferde mit Rückenschmerzen eng stehende Dornfortsätze. Von den Vergleichspferden ohne Rückenprobleme waren es aber auch 39 Prozent. Die englische Studie mit 582 Pferden zeigte, dass schwerere Röntgenbefunde und ein deutlicher Szintigraphie-Befund häufiger mit Schmerzen einhergehen. Am stärksten war der Zusammenhang, wenn zusätzlich die Wirbelgelenke arthrotisch verändert waren. Die Autoren betonen, dass Lahmheiten und Iliosakralschmerz einen Rückenschmerz vortäuschen können.

Deshalb setzt dein Tierarzt oft eine diagnostische Anästhesie ein. Er spritzt ein örtliches Betäubungsmittel zwischen die verdächtigen Dornfortsätze und prüft danach, ob sich das Pferd besser bewegt. Auch diese Methode hat Grenzen: Eine Studie an Präparaten von 2026 zeigte, dass sich die Flüssigkeit oft bis zu den Wirbelgelenken und Nervenaustritten verteilt. Eine deutliche Besserung spricht trotzdem dafür, dass der Rücken die Schmerzquelle ist.

Welche Behandlung hilft bei Kissing Spines?

Es gibt keine einheitliche Therapie. Eine internationale Umfrage unter 353 Pferdeorthopäden von 2024 zeigte, dass 71 Prozent zuerst konservativ behandeln und erst operieren, wenn das nicht reicht. Am häufigsten wurde eine lokale Injektion mit kontrollierter Bewegung kombiniert. Manuelle Therapie setzten Spezialisten in Europa öfter ein als in den USA.

Bei der konservativen Behandlung spritzt dein Tierarzt entzündungshemmende Medikamente, meist ein Kortisonpräparat, gezielt zwischen die betroffenen Dornfortsätze. Manche Praxen ergänzen eine Mesotherapie, also viele kleine Injektionen in die Haut über dem Rücken, oder eine Stoßwellentherapie. Gleichzeitig beginnt ein Trainingsprogramm, das den Rücken aufwölbt und die tiefe Rückenmuskulatur stärkt. In der Auswertung aus Minnesota hatte die Kombination aus Stoßwelle, Mesotherapie und Bewegung den besten Erfolg.

Wichtig ist die Zeit danach. Injektionen behandeln nicht die Knochen, sondern den Schmerz. In einer Vergleichsstudie mit 68 Pferden besserten sich 89 Prozent nach der Injektion zunächst, bei der Hälfte dieser Pferde kehrten die Beschwerden aber zurück. Ohne gezielten Muskelaufbau ist das Risiko eines Rückfalls hoch.

Reiterin auf einem Dressurviereck im Freien

Wann ist eine Operation bei Kissing Spines sinnvoll?

Eine Operation kommt meist dann in Frage, wenn dein Pferd trotz konservativer Behandlung und Training über Monate Schmerzen hat. Zwei Verfahren sind verbreitet.

Bei der Desmotomie durchtrennt der Chirurg am stehenden, sedierten Pferd über kleine Schnitte das Band zwischen den Dornfortsätzen. Die Knochen bleiben unberührt, das Pferd braucht keine Vollnarkose. In der Vergleichsstudie von 2012 besserten sich 95 Prozent der operierten Pferde, und bei keinem kehrte der Rückenschmerz im Beobachtungszeitraum zurück. Die Pferde gingen nach drei bis sechs Wochen wieder in kontrollierte Arbeit.

Bei der Teilresektion werden die Spitzen der betroffenen Dornfortsätze abgetragen, meist in Vollnarkose, inzwischen teils auch am stehenden Pferd. In einer älteren Serie mit 215 operierten Pferden kehrten 72 Prozent in die volle Arbeit zurück, weitere neun Prozent konnten eingeschränkt geritten werden. Longiert wurde dort nach zwei Wochen, geritten nach etwa drei Monaten.

Die Studien sind meist rückblickend und ohne zufällige Zuteilung. Welches Verfahren für dein Pferd besser ist, hängt von Zahl und Schwere der Befunde ab und davon, ob weitere Probleme wie Arthrose der Wirbelgelenke vorliegen. Sprich mit einer Pferdeklinik über ihre eigenen Ergebnisse.

Kann ich mein Pferd mit Kissing Spines noch reiten?

Ja, viele Pferde mit Kissing Spines werden nach der Behandlung wieder normal geritten, manche auch im Sport. Voraussetzung ist, dass der Schmerz unter Kontrolle ist und der Rücken gezielt aufgebaut wird. Reiten kann sogar Teil der Therapie sein, wenn das Pferd dabei lernt, den Rücken aufzuwölben und den Hals fallen zu lassen.

In den ersten Wochen steht meist Arbeit vom Boden im Vordergrund. Dazu gehören Longieren in Dehnungshaltung, Arbeit über Stangen und Cavaletti, Bergaufgehen im Gelände und Übungen an der Hand. Eine Studie aus den USA zeigte, dass sogenannte Karottenstretches, bei denen das Pferd den Kopf einem Leckerli nach zur Brust, zwischen die Vorderbeine oder zur Seite folgt, den tiefen Rückenmuskel Musculus multifidus innerhalb von drei Monaten messbar vergrößern. Die Pferde machten die Übungen an fünf Tagen pro Woche. Bei Menschen mit Rückenschmerzen ist bekannt, dass dieser Muskel schwindet, beim Pferd wird Ähnliches vermutet. Anregungen für das Training findest du im Ratgeber Muskelaufbau beim Pferd und unter Jungpferd longieren.

Lass den Sattel von einem erfahrenen Sattler prüfen, bevor du wieder aufsteigst, denn ein Rücken mit wachsender Muskulatur verändert seine Form. Halte Rücksprache mit deinem Tierarzt und einem Physiotherapeuten für Pferde, wann du Trab, Galopp und Sprünge wieder aufnimmst. Ergänzend kann Pferdemassage die Muskulatur lockern, sie ersetzt aber kein Training.

Reiterin auf einem Falben in einem Reitplatz

Wie ist die Prognose bei Kissing Spines?

Die Prognose ist bei vielen Pferden gut, aber nicht für alle gleich. Günstig ist es, wenn nur wenige Dornfortsätze betroffen sind, die Schmerzen eindeutig dem Rücken zugeordnet werden konnten und das Pferd konsequent aufgebaut wird. Ungünstiger ist die Lage, wenn gleichzeitig die Wirbelgelenke arthrotisch verändert sind, eine Lahmheit dazukommt oder das Pferd sehr hohe Leistung bringen soll. Eine Übersichtsarbeit von 2025 fasst die Forschung der letzten Jahrzehnte zusammen. Das Ergebnis der Autoren: Die Ursachen sind weiter wenig verstanden, und es fehlt an guten Vergleichsstudien.

Wenn du ein Pferd kaufen willst, gehört die Frage nach Röntgenbildern vom Rücken in die Ankaufsuntersuchung. Ein Befund ist kein automatisches Ausschlusskriterium. Er sollte aber zum geplanten Einsatz des Pferdes passen und im Kaufvertrag geregelt sein.

Was kostet die Behandlung von Kissing Spines?

In Deutschland gilt die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT vom 15. August 2022, geändert am 15. März 2023, Stand 9. Oktober 2026). Der Tierarzt rechnet je nach Aufwand zwischen dem einfachen und dem dreifachen Satz ab. Häufige Positionen:

GOT-Nummer Leistung einfacher Satz
835 Orthopädische Untersuchung, eingehend, Pferd 138,00 Euro
837 Lahmheitsuntersuchung Pferd 51,31 Euro
166 erste und zweite Röntgenaufnahme, jeweils 26,53 Euro
167 dritte und jede weitere Röntgenaufnahme, jeweils 18,03 Euro
168 Aufschlag für ambulantes Röntgen, je Besuch 30,78 Euro
180 Ultraschalldiagnostik 58,92 Euro
179 Szintigraphie Pferd 457,94 Euro
285 Leitungsanästhesie 15,39 Euro
295 Sedation per Injektion, Pferd 16,50 Euro
195 / 196 Stoßwellentherapie radial / fokussiert 97,52 / 182,85 Euro

Dazu kommen Medikamente, Material, Wegegeld und 19 Prozent Umsatzsteuer. Eine Operation in der Klinik wird aus vielen Einzelpositionen, Narkose oder Sedierung, Klinikaufenthalt und Nachsorge zusammengesetzt. Lass dir vorab einen Kostenvoranschlag geben.

In Österreich gibt es keine verbindliche Gebührenordnung, jede Praxis und Klinik kalkuliert selbst. Frag vor der Abklärung gezielt nach:

  • Kosten für Lahmheits- und Rückenuntersuchung
  • Preis pro Röntgenaufnahme und wie viele Aufnahmen geplant sind
  • Ultraschall, Szintigraphie und diagnostische Anästhesien
  • Preis pro Injektionsbehandlung und Zahl der geplanten Wiederholungen
  • bei Operation: Eingriff, Narkose oder Sedierung, Tage in der Klinik, Kontrollröntgen
  • Anfahrt, Medikamente und Umsatzsteuer

Ob eine Versicherung zahlt, hängt vom Tarif ab. Eine OP-Versicherung für Pferde übernimmt nur die Operation, eine Pferdekrankenversicherung auch Diagnostik und konservative Therapie. Achte auf Wartezeiten und Ausschlüsse für bekannte Rückenbefunde.

Häufige Fragen

Wie verhält sich ein Pferd mit Kissing Spines?
Typisch sind Abwehr beim Satteln, Wegdrücken beim Abtasten, Buckeln oder Losrennen beim Angaloppieren, Taktfehler und Unwilligkeit beim Springen. Viele Pferde laufen mit festgehaltenem Rücken. Dieselben Zeichen haben aber auch andere Ursachen, etwa eine Lahmheit oder ein unpassender Sattel.
Kann man ein Pferd mit Kissing Spines noch reiten?
Ja, sehr oft. Nach Schmerzbehandlung und Aufbautraining werden viele Pferde wieder normal geritten. Wichtig sind ein passender Sattel, Arbeit in Dehnungshaltung und ein langsamer Wiedereinstieg in Galopp und Sprünge, abgestimmt mit deinem Tierarzt.
Wie ist die Prognose bei Kissing Spines?
Für viele Pferde gut. In einer Operationsserie kehrten 72 Prozent in die volle Arbeit zurück. Nach einer Desmotomie besserten sich in einer Vergleichsstudie 95 Prozent. Schwieriger wird es, wenn zusätzlich Wirbelgelenke oder Gliedmaßen betroffen sind.
Was hilft bei Kissing Spines?
Bewährt hat sich eine Kombination: Schmerztherapie durch Injektionen, eventuell Stoßwelle oder Mesotherapie, und ein konsequenter Muskelaufbau mit Bodenarbeit, Dehnungsübungen und Longieren. Reicht das nicht, kann eine Operation helfen.
Sind Kissing Spines vererbbar?
Das ist nicht geklärt. Eine Genomstudie an Warmblütern und Quarter Horses fand eine Region auf Chromosom 25, die mit schwereren Befunden zusammenhängt. Daraus gibt es noch keinen Gentest für die Zucht oder den Pferdekauf.
Ist ein Pferd mit Kissing Spines ein Fall für die Operation?
Nicht automatisch. Die meisten Spezialisten behandeln zuerst konservativ und raten erst zur Operation, wenn das Pferd trotz Behandlung und Training Schmerzen hat. Vorher sollte klar sein, dass der Rücken wirklich die Schmerzquelle ist.

Quellen

Turner TA: Overriding Spinous Processes („Kissing Spines“) in Horses, Diagnosis, Treatment, and Outcome in 212 Cases. AAEP Proceedings 57 (2011). https://www.ivis.org/library/aaep/aaep-annual-convention-san-antonio-2011/overriding-spinous-processes-kissing-spines-horses-diagnosis-treatment-and-outcome-212-cases

Zimmerman M, Dyson S, Murray R: Close, impinging and overriding spinous processes in the thoracolumbar spine, the relationship between radiological and scintigraphic findings and clinical signs. Equine Vet J 44 (2012), 178–184. DOI: 10.1111/j.2042-3306.2011.00373.x.

Walmsley JP, Pettersson H, Winberg F, McEvoy F: Impingement of the dorsal spinous processes in two hundred and fifteen horses, case selection, surgical technique and results. Equine Vet J 34 (2002), 23–28. DOI: 10.2746/042516402776181259.

Coomer RPC, McKane SA, Smith N, Vandeweerd JME: A controlled study evaluating a novel surgical treatment for kissing spines in standing sedated horses. Vet Surg 41 (2012), 890–897. DOI: 10.1111/j.1532-950X.2012.01013.x.

Treß D, Lischer C, Merle R, Ehrle A: International survey of equine orthopaedic specialists reveals diverse treatment strategies for horses with overriding spinous processes. Vet Rec 194 (2024). DOI: 10.1002/vetr.3899.

Pilati N, Pressanto MC, Palumbo Piccionello A, De Angelis Corvi F, Beccati F: Impinging and Overriding Spinous Processes in Horses, A Narrative Review. Animals 15 (2025), 2679. DOI: 10.3390/ani15182679.

Patterson Rosa L et al.: Genomic loci associated with performance limiting equine overriding spinous processes (kissing spines). Res Vet Sci 150 (2022), 65–71. DOI: 10.1016/j.rvsc.2022.06.015.

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Greve L, Dyson SJ: The interrelationship of lameness, saddle slip and back shape in the general sports horse population. Equine Vet J 46 (2014), 687–694. DOI: 10.1111/evj.12222.

Stubbs NC, Kaiser LJ, Hauptman J, Clayton HM: Dynamic mobilisation exercises increase cross sectional area of musculus multifidus. Equine Vet J 43 (2011), 522–529. DOI: 10.1111/j.2042-3306.2010.00322.x.

Dyson S, Berger J, Ellis AD, Mullard J: Development of an ethogram for a pain scoring system in ridden horses and its application to determine the presence of musculoskeletal pain. J Vet Behav 23 (2018), 47–57. DOI: 10.1016/j.jveb.2017.10.008.

Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) vom 15.08.2022, geändert am 15.03.2023, Gebührenverzeichnis. https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/

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