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Veganes Hundefutter: Was die Studienlage wirklich hergibt

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Veganes Hundefutter kommt ganz ohne tierische Zutaten aus. Statt Fleisch liefern Erbsen, Linsen, Kartoffeln, Getreide, Soja oder Algen das Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe werden zugesetzt. Immer mehr Halter interessieren sich dafür, aus ethischen Gründen, für die Umwelt oder weil sie gesundheitliche Vorteile erwarten. Zugleich warnen viele Tierärzte davor, und im Netz prallen die Meinungen hart aufeinander.

Die ehrliche Antwort liegt dazwischen. Hunde brauchen Nährstoffe, nicht bestimmte Zutaten. Ein vollständiges veganes Futter kann ihren Bedarf grundsätzlich decken. Wie gut das langfristig gelingt, ist aber deutlich schlechter untersucht, als es Befürworter und Gegner darstellen. Hier findest du, was die Studien zeigen, wo sie schwach sind und worauf du achten musst, wenn du deinen Hund vegan ernähren möchtest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hunde sind Allesfresser mit Hang zum Fleisch. Sie können pflanzliche Nahrung verwerten, brauchen aber bestimmte Nährstoffe in ausreichender Menge.
  • Studien, nach denen vegan ernährte Hunde gesünder sind, beruhen vor allem auf Angaben der Halter. Sie zeigen keine Schäden, beweisen aber auch keinen Vorteil.
  • Wenn vegan, dann mit einem Alleinfuttermittel, das die Nährstoffempfehlungen der FEDIAF erfüllt, oder mit einer tierärztlich berechneten Ration.
  • Selbst gemischte vegane Rationen ohne Berechnung, Welpen, trächtige Hündinnen und kranke Hunde sind besonders riskant.

Ist es artgerecht, einen Hund vegan zu ernähren?

Hunde stammen vom Wolf ab, haben sich aber im Zusammenleben mit dem Menschen verändert. Eine Genomstudie in Nature zeigte 2013, dass Hunde im Lauf der Domestikation zusätzliche Gene für die Stärkeverdauung erworben haben. Sie gelten in der Fachliteratur als Allesfresser oder fakultative Fleischfresser. Das heißt, Fleisch ist ihre natürliche Nahrung, sie sind aber nicht zwingend darauf angewiesen. Katzen dagegen sind strikte Fleischfresser und brauchen bestimmte Nährstoffe in einer Form, die praktisch nur in tierischem Gewebe vorkommt.

Artgerecht ist ein Futter dann, wenn es den Bedarf des Hundes an Energie, Eiweiß, Aminosäuren, Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen deckt und er es gut verträgt. Rechtlich verlangen beide Länder genau das. In Österreich schreibt § 17 Tierschutzgesetz vor, dass Art, Beschaffenheit, Qualität und Menge des Futters der Tierart, dem Alter und dem Bedarf der Tiere entsprechen müssen. In Deutschland muss ein Halter sein Tier nach § 2 Tierschutzgesetz seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren. Ein Verbot veganer Ernährung gibt es in keinem der beiden Länder. Verantwortlich für die Bedarfsdeckung bleibst aber du.

Wer den Fleischanteil nur reduzieren und Eier oder Milchprodukte weiter füttern möchte, findet im Ratgeber vegetarische Ernährung beim Hund die passenden Informationen. Hier geht es um die rein pflanzliche Variante.

Was sagen Studien zu veganem Hundefutter?

Die bekannteste Untersuchung stammt von Andrew Knight und Kollegen, 2022 im Fachjournal PLOS ONE veröffentlicht. Befragt wurden die Halter von 2.536 Hunden, die seit mindestens einem Jahr konventionelles Fleischfutter (54 Prozent), rohes Fleisch (33 Prozent) oder veganes Futter (13 Prozent) bekamen. Nach Angaben der Halter und ihrer Einschätzung der tierärztlichen Befunde hatten 49 Prozent der konventionell gefütterten, 43 Prozent der roh gefütterten und 36 Prozent der vegan gefütterten Hunde eine Gesundheitsstörung. Die Autoren schlossen, dass ausgewogene vegane Futter die gesündeste und am wenigsten riskante Wahl seien. 2024 rechnete dieselbe Gruppe in der Fachzeitschrift Heliyon die Daten mit Korrektur für Alter, Geschlecht, Kastration und Größe nach und kam zum gleichen Ergebnis.

Eine kanadische Gruppe um Sarah Dodd befragte 2022 ebenfalls Halter in Nordamerika. Wer pflanzlich fütterte, berichtete von weniger Augen-, Magen-Darm- und Lebererkrankungen und einer höheren Lebenserwartung. Die Autoren betonen selbst, dass Befragungen zur Wahrnehmung der Halter stark verzerrt sein können und objektive Studien nötig sind.

Dazu kommen kleine Studien mit Blutwerten. In einer Untersuchung mit 15 gesunden Hunden blieben Blutbild, Blutwerte, Aminosäuren, Vitamine und Herzmarker nach zwölf Monaten mit einem kommerziellen pflanzlichen Futter im Normalbereich. Eine Studie aus der Karibik fand bei 30 Hunden nach zwölf Wochen mit einem erbsenbasierten Futter keinen Mangel an essenziellen Aminosäuren oder Taurin und keine relevanten Veränderungen im Herzultraschall. Die Autoren fordern aber längere Studien.

Eine systematische Übersichtsarbeit von 2023 wertete 16 Studien zu veganer Ernährung bei Hund und Katze aus. Ergebnis: Die Aussagekraft der meisten Befunde ist gering oder sehr gering. Es gibt keine überzeugenden Belege für Schäden und einige Hinweise auf Vorteile. Die Autoren empfehlen, wenn überhaupt, vorsichtig vorzugehen und auf kommerzielle Futter zu setzen, die für den Bedarf der jeweiligen Tierart formuliert sind.

Hund mit rosa Halsband frisst aus einem weißen Napf

Warum sind diese Studien umstritten?

Der wichtigste Kritikpunkt betrifft die Methode. Die großen Studien beruhen auf Online-Fragebögen, die Halter freiwillig ausfüllen. Wer seinen Hund aus Überzeugung vegan füttert, nimmt Probleme möglicherweise seltener wahr oder meldet sie seltener. Halter, deren Hunde die Umstellung nicht vertragen haben, sind in der Gruppe der seit einem Jahr vegan gefütterten Hunde gar nicht mehr enthalten. Diagnosen wurden nicht von Tierärzten überprüft, und die Gruppen unterschieden sich in Alter und Lebensumständen.

2024 werteten Richard Barrett-Jolley und Alexander German von der Universität Liverpool den Datensatz von Knight mit zusätzlichen Variablen und anderen statistischen Verfahren neu aus. Am stärksten hingen die Einschätzungen der Halter mit dem Alter des Hundes, der Zahl der Tierarztbesuche und Medikamenten zusammen. Der Beitrag der veganen Ernährung war vernachlässigbar. Ihr Fazit: Aus diesen Daten lässt sich nicht ableiten, welche Ernährung für Hunde am besten ist.

Zur Einordnung gehört auch die Finanzierung. Die Studie von Knight wurde laut nachträglicher Korrektur im Journal von der Ernährungsorganisation ProVeg International finanziert. Alexander German wird laut Interessenerklärung von einem großen Tierfutterhersteller unterstützt, der an der Neuauswertung nicht beteiligt war. Interessen gibt es also auf beiden Seiten. Die britische Tierärztevereinigung BVA hielt 2022 fest, dass die Belege, vor allem zur lebenslangen Gesundheit, noch nicht ausreichen.

Unterm Strich zeigen die vorhandenen Daten, dass gut gemachte vegane Futter für gesunde erwachsene Hunde nicht offensichtlich schädlich sind. Dass sie gesünder sind als hochwertiges Fleischfutter, ist nicht belegt.

Welche Nährstoffe sind bei veganer Ernährung kritisch?

Ein Hund braucht keine bestimmten Zutaten, sondern Nährstoffe in ausreichender Menge und im richtigen Verhältnis. Bei rein pflanzlichen Rationen sind diese besonders wichtig:

  • Eiweiß und essenzielle Aminosäuren: Pflanzliches Eiweiß enthält einzelne Aminosäuren in geringerer Menge, zum Beispiel Methionin in Hülsenfrüchten oder Lysin in Getreide. Verschiedene Quellen müssen sich ergänzen.
  • Taurin und L-Carnitin: Gesunde Hunde bilden sie normalerweise selbst. Viele vegane Futter setzen sie trotzdem zu, um auf Nummer sicher zu gehen.
  • Vitamin B12: kommt in Pflanzen praktisch nicht vor und muss zugesetzt werden.
  • Vitamin D: Hunde bilden über die Haut kaum Vitamin D und sind auf das Futter angewiesen.
  • Kalzium und Phosphor: müssen im richtigen Verhältnis stehen, besonders bei jungen Hunden.
  • Zink, Eisen, Jod, Kupfer: werden aus Pflanzen teils schlechter aufgenommen, ein Überschuss kann aber ebenfalls schaden.
  • Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA: in veganen Futtern aus Algenöl.

Wie leicht dabei Fehler entstehen, zeigt eine Studie aus Brasilien. Alle vier dort erhältlichen veganen Futter für Hunde und Katzen hatten mindestens einen Nährstoff unter den Empfehlungen, etwa Kalzium, Kalium, Natrium oder Methionin. Bei keinem Hundefutter stimmte das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor. Kupfer lag in allen, Zink in zwei Futtern über dem zulässigen Höchstwert.

Ein Sonderfall ist die Diskussion um Herzerkrankungen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA untersuchte ab 2018 Fälle von dilatativer Kardiomyopathie, einer Herzmuskelerkrankung, bei Hunden, die vor allem getreidefreies Futter mit viel Erbsen oder Linsen bekamen. Einen ursächlichen Zusammenhang konnte sie bis zu ihrem letzten Zwischenstand im Dezember 2022 nicht belegen. Da viele vegane Futter auf Hülsenfrüchten beruhen, solltest du die Diskussion trotzdem kennen und auffällige Müdigkeit, Husten oder schnelle Atmung beim Tierarzt abklären lassen. Mehr zu Futter ohne Getreide liest du bei Hundefutter ohne Getreide.

Beagle-Welpe frisst aus einem Napf auf dem Holzboden

Woran erkenne ich ein bedarfsdeckendes veganes Hundefutter?

Für den Alltag gibt es eine einfache Grundregel: Füttere als Hauptmahlzeit nur ein Alleinfuttermittel. So heißt nach EU-Futtermittelrecht ein Futter, das wegen seiner Zusammensetzung für eine tägliche Ration ausreicht. Ergänzungsfuttermittel, Snacks und Kauartikel decken den Bedarf dagegen nicht allein. Die Angabe steht auf der Packung.

In Europa orientieren sich Hersteller an den Nährstoffempfehlungen der FEDIAF, des europäischen Verbands der Heimtiernahrungsindustrie. Die aktuelle Fassung erschien 2024. Sie legt Mindest- und teils Höchstgehalte für Eiweiß, Aminosäuren, Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe fest, getrennt für erwachsene Hunde und Welpen. Die Leitlinien sind nicht gesetzlich verbindlich, gelten aber als Branchenstandard. Prüf beim veganen Futter:

  • Steht „Alleinfuttermittel“ für die Lebensphase deines Hundes auf der Packung?
  • Gibt der Hersteller an, dass das Futter die FEDIAF-Empfehlungen erfüllt?
  • Sind Vitamin B12, Vitamin D, Taurin und L-Carnitin zugesetzt?
  • Kann der Hersteller eine vollständige Nährstoffanalyse vorlegen, nicht nur die Pflichtangaben?
  • Wurde das Futter in Fütterungsversuchen getestet, und kann der Hersteller sie benennen?
  • Gibt es einen Ansprechpartner mit tierärztlicher oder ernährungswissenschaftlicher Ausbildung?

Ob Trockenfutter oder Nassfutter, ist dabei zweitrangig, entscheidend ist die Vollständigkeit. Grundlagen zu beiden Formen findest du bei Trockenfutter und Nassfutter. Testberichte und Vergleiche im Netz sind oft von Händlern oder Herstellern finanziert und bewerten selten die Nährstoffanalyse.

Welche veganen Snacks und Kauartikel sind geeignet?

Neben dem Hauptfutter gibt es vegane Leckerlis, Kauknochen und Zahnpflege-Snacks, sogenannte Dentals. Sie sind meist Ergänzungsfuttermittel und dürfen zusammen nicht mehr als einen kleinen Teil der täglichen Energie liefern, sonst gerät die Ration aus dem Gleichgewicht. Zieh die Kalorien der Snacks von der Futtermenge ab, vor allem bei Hunden, die zu Übergewicht neigen.

Achte bei Kauartikeln auf die Größe, damit dein Hund sie nicht im Ganzen schluckt, und gib sie nur unter Aufsicht. Viele vegane Snacks sind getreidefrei und basieren auf Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Hülsenfrüchten. Das ist kein Qualitätsmerkmal an sich. Getreide ist für die meisten Hunde gut verträglich, und getreidefrei heißt nicht allergenfrei. Lies die Zutatenliste genau: Zugesetzter Zucker, Salz oder Xylit haben in Hundesnacks nichts verloren, und Xylit ist für Hunde giftig.

Für den Vergleich verschiedener Hauptfutter gilt: Entscheidend ist die Angabe der Lebensphase. Ein Futter mit dem Zusatz „Adult“ ist für ausgewachsene Hunde gedacht und für Welpen nicht geeignet. Senioren- oder Light-Sorten haben weniger Energie und manchmal angepasste Mineralstoffgehalte. Ob dem Futter Vitamine, Taurin oder Algenöl hinzugefügt wurden, steht unter den Zusatzstoffen auf der Packung.

Brauner Hund frisst Trockenfutter aus einem Napf

Kann ich veganes Hundefutter selbst machen?

Das ist die riskanteste Variante. Schon bei selbst gekochtem Futter mit Fleisch sind Rezepte aus Büchern und dem Internet oft unvollständig. Eine Studie der University of California in Davis prüfte 200 Rezepte für selbst zubereitetes Hundefutter. Nur neun lieferten alle essenziellen Nährstoffe in den Mindestmengen des US-Futtermittelverbands, acht davon stammten von Tierärzten. Bei einer rein pflanzlichen Ration ist die Fehlerquote eher höher, weil mehrere Nährstoffe ergänzt werden müssen.

Wenn du selbst kochen möchtest, lass dir eine Ration von einem Tierarzt mit Schwerpunkt Ernährung berechnen. Er stellt die Zutaten zusammen, berechnet die Mengen für Gewicht und Aktivität deines Hundes und legt fest, welche Vitamin- und Mineralstoffmischung du ergänzen musst. In Deutschland bieten zum Beispiel Universitätsinstitute für Tierernährung wie an der Ludwig-Maximilians-Universität München eine Rationsberechnung für Halter an. In Österreich frag deine Tierarztpraxis nach Kollegen mit Fortbildung in Tierernährung. Halte dich danach genau an den Plan und tausche keine Zutaten eigenmächtig aus. Allgemeine Grundlagen findest du im Ratgeber Hundefutter selber kochen.

Für welche Hunde ist vegane Ernährung ungeeignet?

Für einige Hunde ist das Risiko besonders hoch. Ohne enge tierärztliche Begleitung solltest du diese Hunde nicht vegan ernähren:

  • Welpen und Junghunde im Wachstum, weil Fehler bei Kalzium, Phosphor und Eiweiß das Skelett dauerhaft schädigen können
  • trächtige und säugende Hündinnen mit stark erhöhtem Bedarf
  • Hunde mit Herz-, Nieren-, Leber- oder Darmerkrankungen
  • Hunde mit Futtermittelallergien, denn auch Soja, Erbsen oder Weizen können Allergien auslösen
  • sehr aktive Arbeits- und Sporthunde mit hohem Energiebedarf
  • Hunde, die Hülsenfrüchte schlecht vertragen und mit Blähungen oder Durchfall reagieren

Bei Allergien setzen Tierärzte manchmal gezielt eine Ausschlussdiät mit einer neuen Eiweißquelle ein. Das ist eine Diagnostik, keine Dauerernährung. Mehr dazu unter Futtermittelunverträglichkeit beim Hund.

Wie stelle ich meinen Hund auf veganes Futter um?

Bevor du umstellst, lass deinen Hund vom Tierarzt untersuchen und ein Blutbild mit Organwerten machen. So hast du Ausgangswerte zum Vergleichen. Stell dann langsam um, indem du über mehrere Tage einen immer größeren Teil des alten Futters durch das neue ersetzt, wie bei jedem Futterwechsel. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Futterumstellung beim Hund.

Beobachte in den ersten Wochen Kot, Appetit, Fell und Energie. Wieg deinen Hund regelmäßig und beurteile seine Figur mit dem Body Condition Score. Pflanzliche Futter enthalten oft mehr Ballaststoffe, der Kot kann deshalb mehr und weicher werden. Lass nach einigen Monaten und danach mindestens einmal im Jahr die Blutwerte kontrollieren. Bei Müdigkeit, Leistungsabfall, Husten, schneller Atmung, stumpfem Fell oder Gewichtsverlust such deinen Tierarzt früher auf. Eine Praxis in deiner Nähe findest du über die Tierarztsuche.

Was kostet eine tierärztliche Rationsberechnung?

Deutschland: Tierärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) in der Fassung vom 22.11.2022, zuletzt geändert am 15.03.2023, abgerechnet, im einfachen bis dreifachen Satz plus 19 Prozent Umsatzsteuer. Eine eigene Gebührenposition für die Rationsberechnung bei Hund und Katze enthält das Gebührenverzeichnis nicht. Frag deshalb vorher nach dem Preis. Für die Beratung und die Kontrolluntersuchungen kommen diese Positionen in Frage:

GOT-Nr. Leistung einfacher Satz dreifacher Satz
2 Eingehende Anamnese oder Beratung, das gewöhnliche Maß übersteigend 30,78 € 92,34 €
16 Allgemeine Untersuchung mit Beratung, Hund/Katze 23,62 € 70,86 €
618 Großes Blutbild, maschinell 23,52 € 70,56 €

Dazu kommen Laborkosten für Organwerte und gegebenenfalls Spezialwerte wie Taurin oder Vitamin B12.

Österreich: Eine verbindliche Gebührenordnung gibt es nicht. Die Österreichische Tierärztekammer veröffentlicht nur eine unverbindliche Empfehlung. Seit 24.11.2025 liegt der kalkulatorische Stundensatz bei 172 Euro netto (Stufe I), für Tätigkeiten mit Zusatzausbildung bei 258 Euro netto. Frag vorab nach:

  • Was kostet die Rationsberechnung, und ist eine Anpassung nach einigen Wochen enthalten?
  • Welche Blutwerte werden vor und nach der Umstellung bestimmt, und was kosten sie?
  • Welche Vitamin- und Mineralstoffmischung brauche ich, und was kostet sie im Monat?
  • Wie oft sind Kontrollen geplant?

Was ein Hund insgesamt im Monat kostet, zeigt die Übersicht Was kostet ein Hund.

Häufige Fragen

Ist veganes Futter gut für Hunde?
Ein vollständiges veganes Alleinfuttermittel kann den Bedarf eines gesunden erwachsenen Hundes decken. Studien zeigen keine offensichtlichen Schäden, beruhen aber meist auf Angaben der Halter. Dass vegan gesünder ist, ist nicht belegt. Lass deinen Hund vor und nach der Umstellung tierärztlich kontrollieren.
Ist es artgerecht, Hunde vegan zu ernähren?
Hunde sind Allesfresser mit Neigung zum Fleisch und können pflanzliche Nahrung gut verwerten. Artgerecht ist ein Futter, das den Nährstoffbedarf deckt und vertragen wird. Rechtlich ist vegane Fütterung in Österreich und Deutschland erlaubt, solange der Bedarf gedeckt ist.
Dürfen Welpen vegan ernährt werden?
Davon ist abzuraten. Welpen haben einen hohen und sehr genauen Bedarf an Eiweiß, Kalzium und Phosphor. Fehler im Wachstum können das Skelett dauerhaft schädigen. Wenn überhaupt, dann nur mit einem Alleinfuttermittel für Welpen und enger tierärztlicher Begleitung.
Brauchen vegan ernährte Hunde Taurin?
Gesunde Hunde bilden Taurin normalerweise selbst. Viele vegane Futter setzen es dennoch zu. In einer Studie mit erbsenbasiertem Futter stieg der Taurinwert nach vier Wochen sogar. Bei Herzerkrankungen oder Risikorassen lass den Wert bestimmen und sprich mit deinem Tierarzt.
Ist veganes Hundefutter gut bei Allergien?
Nicht automatisch. Auch pflanzliche Eiweiße wie Soja, Weizen oder Erbsen können Allergien auslösen. Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie hilft eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät mehr als ein Wechsel auf vegan.
Was ist der Unterschied zwischen vegetarisch und vegan beim Hund?
Vegetarisches Futter verzichtet auf Fleisch und Fisch, kann aber Eier und Milchprodukte enthalten. Veganes Futter ist rein pflanzlich. Damit wird die Ergänzung von Vitamin B12, Vitamin D und bestimmten Aminosäuren noch wichtiger.

Quellen

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Knight A, Bauer A, Brown HJ: Vegan versus meat-based dog food: Guardian-reported health outcomes in 2,536 dogs, after controlling for canine demographic factors. Heliyon 10 (2024), e35578. DOI: 10.1016/j.heliyon.2024.e35578.

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Dodd S, Khosa D, Dewey C, Verbrugghe A: Owner perception of health of North American dogs fed meat- or plant-based diets. Research in Veterinary Science 149 (2022), 36 bis 46. DOI: 10.1016/j.rvsc.2022.06.002.

Barrett-Jolley R, German AJ: Variables associated with owner perceptions of the health of their dog: Further analysis of data from a large international survey. PLOS ONE 19 (2024), e0280173. DOI: 10.1371/journal.pone.0280173.

Domínguez-Oliva A, Mota-Rojas D, Semendric I, Whittaker AL: The Impact of Vegan Diets on Indicators of Health in Dogs and Cats: A Systematic Review. Veterinary Sciences 10 (2023), 52. DOI: 10.3390/vetsci10010052.

Linde A, Lahiff M, Krantz A, Sharp N, Ng TT, Melgarejo T: Domestic dogs maintain clinical, nutritional, and hematological health outcomes when fed a commercial plant-based diet for a year. PLOS ONE 19 (2024), e0298942. DOI: 10.1371/journal.pone.0298942.

Cavanaugh SM, Cavanaugh RP, Gilbert GE et al.: Short-term amino acid, clinicopathologic, and echocardiographic findings in healthy dogs fed a commercial plant-based diet. PLOS ONE 16 (2021), e0258044. DOI: 10.1371/journal.pone.0258044.

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FEDIAF: Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, Fassung 2024

U.S. Food and Drug Administration: FDA Investigation into Potential Link between Certain Diets and Canine Dilated Cardiomyopathy, Stand 23.12.2022

Vet Times: BVA bites back as vegan dog diet storm heats up, 22.04.2022

Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, Art. 3

Tierschutzgesetz Österreich, § 17, Stand 09.10.2026

Tierschutzgesetz Deutschland, § 2, Stand 09.10.2026

Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) vom 15.08.2022, geändert durch Art. 2 V v. 15.03.2023, Anlage Nr. 2, 16, 618, Stand 09.10.2026

Österreichische Tierärztekammer: Verlautbarung des Stundensatzes für tierärztliche Leistungen, gültig ab 24.11.2025

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