Pferdekrankheiten im Alter

Kurz zusammengefasst

  • Pferde haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 25 bis 30 Jahren, wobei einige sogar 40 Jahre oder älter werden können. Ein Pferd wird im Allgemeinen als "alt" oder "Senior" betrachtet, wenn es zwischen 15 und 18 Jahren alt ist. Dies berücksichtigt physiologische Veränderungen, die mit dem Altern einhergehen.
  • Das Alter eines Pferdes kann durch physische Veränderungen wie graue Haare, Gewichtsverlust, abgenutzte Zähne, Energieverlust und einen Schleier über den Augen erkannt werden. Zusätzlich gibt es subtilere Anzeichen wie eine langsamere Erholung von Anstrengung, Muskelabbau, steifer Gang und Verhaltensänderungen.
  • Obwohl der Alterungsprozess unvermeidlich ist, können Maßnahmen wie eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein stabiler Lebensstil und frühzeitige medizinische Versorgung dazu beitragen, die Vitalität und Gesundheit eines älteren Pferdes zu erhalten. Das Alter führt nicht notwendigerweise zu einem schreckhafteren Verhalten; viele ältere Pferde werden tatsächlich ruhiger.

Medizinische Prüfung / Online Redaktion

Dr. Volker Moser
Dr. Volker Moser
Medizinischer Experte
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Nadja Sukalia
Online Redaktion

Die Haltung eines Pferdes ist eine wunderbare und bereichernde Erfahrung, die viel Freude mit sich bringt. Doch wie bei allen Lebewesen verändern sich Pferde im Laufe ihres Lebens, und das Alter bringt besondere Herausforderungen und Bedürfnisse mit sich. Im Alter werden Pferde anfälliger für verschiedene Gesundheitsprobleme und erfordern daher besondere Aufmerksamkeit und Pflege.

Pferde können eine beeindruckende Lebensdauer erreichen. Während die durchschnittliche Lebenserwartung von Pferden bei etwa 25 bis 30 Jahren liegt, gibt es auch Fälle, in denen Pferde 40 Jahre oder älter werden. Die Lebenserwartung hängt unter anderem von der Rasse, Ernährung, Pflege und der allgemeinen Gesundheit des Pferdes ab.

 

 

Ab wann spricht man eigentlich von einem alten Pferd?

Die Definition eines „alten“ Pferdes kann variieren, je nachdem, wen man fragt. Generell gilt ein Pferd als „alt“ oder „Senior“, wenn es das Alter von etwa 15 bis 18 Jahren erreicht hat. Diese Einstufung berücksichtigt Veränderungen in der Physiologie und den Bedürfnissen des Pferdes, die mit dem Altern einhergehen.

Wie alt sind Pferde im Vergleich zu Menschen?

Die Umrechnung des Pferdealters in Menschenjahre ist nicht ganz einfach, da Pferde in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich altern. Man kann jedoch sagen, dass ein 1-jähriges Pferd in etwa dem Alter eines 6-jährigen Menschenkindes entspricht. Ein Pferd im Alter von 20 Jahren könnte mit einem Menschen im Alter von etwa 60 Jahren verglichen werden.

An diesen Merkmalen erkennen Sie ein altes Pferd

Das Alter eines Pferdes offenbart sich oft durch physische und verhaltensbedingte Veränderungen. Zu den erkennbaren Merkmalen gehören:

  • Graue Haare oder ein stumpfes Fell können Hinweise auf das Alter sein.
  • Gewichtsverlust, da ältere Pferde Schwierigkeiten haben können, ihr Gewicht zu halten.
  • Abgenutzte oder fehlende Zähne sind bei älteren Pferden üblich.
  • Energieverlust und verringerte Ausdauer sind oft Anzeichen des Alterns.
  • Ein leichter Schleier über den Augen kann ebenfalls auf das Alter hindeuten.

Woran erkenne ich, dass mein Pferd alt wird?

Zusätzlich zu den oben genannten Merkmalen gibt es subtilere Anzeichen, dass Ihr Pferd in das Seniorenalter übergeht. Dazu zählen:

  • Langsamere Erholung von Anstrengung
  • Veränderung in der Muskulatur, etwa Muskelabbau
  • Steiferer Gang
  • Verhaltensänderungen wie erhöhte Reizbarkeit oder Lethargie

Lassen sich Alterungsprozesse verzögern?

Während der Alterungsprozess selbst unvermeidlich ist, können eine angemessene Pflege, Ernährung und regelmäßige tierärztliche Kontrollen dazu beitragen, die Vitalität und Gesundheit Ihres Pferdes zu erhalten. Zu den Möglichkeiten zur Verzögerung von Alterungsprozessen gehören:

  • Für Ihr Pferd ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Sorgen Sie für eine Diät, die auf sein Alter und seine Bedürfnisse abgestimmt ist.
  • Bewegung ist entscheidend. Ein moderates Bewegungsprogramm kann dazu beitragen, die Gelenke Ihres Pferdes geschmeidig zu halten.
  • Ein ruhiger und stabiler Lebensstil ist förderlich. Er kann dazu beitragen, das Immunsystem Ihres Pferdes stark zu halten.
  • Denken Sie an frühzeitige medizinische Versorgung. Die Behandlung von gesundheitlichen Problemen, bevor sie sich verschlimmern, kann die Lebensqualität verbessern.

Im Alter ist die Bewegung nicht mehr so elastisch, sind Pferde im Alter schreckhafter?

Ältere Pferde können tatsächlich eine gewisse Steifigkeit in ihren Bewegungen zeigen. Das liegt oft an Arthritis oder anderen Gelenkproblemen. Dennoch bedeutet das Alter nicht zwangsläufig, dass ein Pferd schreckhafter wird. Viele ältere Pferde werden ruhiger und gelassener. Wie sich das Temperament eines Pferdes mit dem Alter verändert, kann individuell stark variieren.

Die typischen Krankheiten bei alten Pferden

Das Altern bringt für Pferde eine Vielzahl von gesundheitlichen Herausforderungen mit sich. Hier sind einige der häufigsten Krankheiten, die bei älteren Pferden auftreten können:

  • Arthritis: Steifheit und Schmerzen in den Gelenken.
  • Zahnprobleme: Abnutzung und Verlust von Zähnen.
  • Hufprobleme: Erhöhte Anfälligkeit für Hufkrankheiten.
  • Herz- und Lungenprobleme: Alterungsbedingte Veränderungen in Herz und Lunge.
  • Stoffwechselstörungen: Beispielsweise die Cushing-Krankheit.

Welche spezifischen Probleme treten bei alten Pferden auf?

Neben den oben genannten Krankheiten gibt es auch spezifische Probleme, die ältere Pferde betreffen könnten:

  • Osteoarthritis kann zur Einschränkung der Beweglichkeit führen.
  • Schwierigkeiten beim Kauen können zu Ernährungsproblemen führen.
  • Ältere Pferde können anfälliger für Verdauungsprobleme wie Koliken sein.
  • Seh- oder Hörverlust kann die Kommunikation erschweren.

Sehnenschäden

Sehnenschäden sind ein ernstes Problem, das nicht nur alte Pferde betrifft. Bei älteren Pferden kann die Heilung jedoch länger dauern, und die Sehnen können anfälliger für Verletzungen sein. Einige Faktoren in Bezug auf Sehnenschäden:

  • Ursachen: Überlastung, schlechte Hufpflege, unebenes Gelände.
  • Symptome: Schwellung, Hitze in der betroffenen Region, Lahmheit.
  • Behandlung: Ruhe, Eisbehandlung, eventuell chirurgische Eingriffe.
  • Prävention: Richtige Aufwärmung, korrekte Hufpflege, regelmäßige Kontrollen durch den Tierarzt.

Lahmheiten bei alten Pferden

Lahmheiten bei alten Pferden können auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein, einschließlich Gelenkproblemen, Sehnenschäden oder Hufkrankheiten. Die Behandlung hängt von der Ursache ab und kann Physiotherapie, Medikamente oder Ruhe erfordern.

Zahnerkrankungen der alten Pferde

Zahnprobleme sind bei älteren Pferden weit verbreitet und können ernste gesundheitliche Probleme verursachen:

  • Symptome: Schwierigkeiten beim Kauen, Gewichtsverlust, Mundgeruch.
  • Behandlung: Regelmäßige Kontrollen durch einen Pferdezahnarzt, Anpassung der Fütterung.
  • Prävention: Regelmäßige Zahnkontrollen, richtige Ernährung.

Darum braucht ein altes Pferd besondere Pflege

Mit zunehmendem Alter benötigen Pferde mehr Aufmerksamkeit und spezielle Pflege. Ältere Pferde sind anfälliger für Krankheiten, Ernährungsprobleme und können Schwierigkeiten mit der Mobilität haben. Die besondere Pflege beinhaltet:

  • Regelmäßige Gesundheitskontrollen, um eventuelle Probleme frühzeitig zu erkennen.
  • Anpassung der Diät an die Bedürfnisse älterer Pferde.
  • Bequeme Unterbringung

 

 

Was muss in Bezug auf ein altes Pferd beachtet werden?

Die Zahnpflege
  • Regelmäßige Kontrollen: Mindestens jährlich durch einen spezialisierten Pferdezahnarzt.
  • Anzeichen für Probleme: Achten Sie auf Schwierigkeiten beim Kauen oder Mundgeruch.
Die Fütterung
  • Ältere Pferde benötigen oft mehr Energie, Proteine und spezifische Nährstoffe.
  • Weichere Nahrung oder spezielle Diäten können erforderlich sein.
Allgemeine Pflege
  • Halten Sie Ihr Pferd aktiv, aber achten Sie auf die Intensität.
  • Regelmäßige Kontrolle und Pflege der Hufe sind entscheidend.
  • Ältere Pferde können anfälliger für Kälte sein, daher ist entsprechender Schutz wichtig.

Wenn alte Pferde in Rente gehen – wie füttern?

Wenn ein Pferd in die „Rente“ geht, ändern sich seine Ernährungsbedürfnisse. Ältere Pferde brauchen oft mehr Kalorien, aber diese sollten aus hochverdaulichen Quellen stammen. Bei der Nahrungszusammensetzung sollten Sie auf weichere Nahrung setzen, um das Kauen zu erleichtern.  Überwachen Sie das Gewicht und die Kondition Ihres Pferdes und passen Sie die Fütterung entsprechend an.

Haltung und Fütterung von alten Pferden: Alte Pferde verlieren häufig an Gewicht

Gewichtsverlust bei älteren Pferden kann ein häufiges Problem sein. Mögliche Ursachen und Lösungen:

  • Achten Sie auf eventuelle Zahnprobleme und führen Sie gegebenenfalls eine Anpassungen der Diät durch.
  • Stoffwechselstörungen: Gehen Sie regelmäßig zum Tierarzt, um mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
  • Hochverdauliche Nahrung, die reich an Energie ist, kann hilfreich sein.

Wie alt werden eigentlich Pferde?

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Pferdes liegt zwischen 25 und 30 Jahren, obwohl einige bis zu 40 Jahre alt werden können. Die Lebensdauer hängt von vielen Faktoren ab, wie Rasse, Gesundheit sowie Pflege und Haltung. Einige Rassen leben tendenziell länger als andere. Eine gute Ernährung und Pflege können sich positiv auf die Lebensdauer Ihres Pferdes auswirken. Aber auch regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt, um Krankheiten früh zu erkennen und entsprechend zu behandeln, können die Lebenserwartung Ihres Pferdes steigern, 

Wie alt sind Pferde im Vergleich zu Menschen?

Es ist üblich, das Alter von Pferden im Vergleich zu Menschen zu betrachten, um ihre Lebensphase besser zu verstehen. Eine grobe Faustregel:

  • Ein 4-jähriges Pferd entspricht einem 18-jährigen Menschen.
  • Ein 10-jähriges Pferd entspricht einem 35-jährigen Menschen.
  • Ein 20-jähriges Pferd entspricht einem 60-jährigen Menschen.
  • Ein 30-jähriges Pferd entspricht einem 85-jährigen Menschen.

Welche Veränderungen treten bei Pferden im Alter auf?

Mit dem Altern kommen verschiedene Veränderungen, sowohl physisch als auch psychisch. Zu den typischen Alterungsmerkmalen gehören:

  • Verminderte Muskelmasse, Ergrauen des Fells, verminderte Mobilität.
  • Mögliche Veränderungen im Temperament oder in der Aktivität.
  • Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen oder Zustände.

Pferde im Alter verändern ihr Verhalten

Alte Pferde zeigen oft Veränderungen in ihrem Verhalten. Ähnlich wie Menschen können ältere Pferde weniger energisch werden. Außerdem werden einige Pferde mit dem Alter anhänglicher oder zurückgezogener. Aber auch die Fressgewohnheiten ändern sich im Alter. Ursachen können etwa Kau- oder Verdauungsprobleme sein.

Lassen sich Alterungsprozesse verzögern?

Während der Alterungsprozess natürlich ist, gibt es Möglichkeiten, einige Effekte zu verzögern oder zu mildern:

  • Regelmäßige Bewegung hält Ihr Pferd fit und die Gelenke geschmeidig.
  • Eine ausgewogene Ernährung versorgt Ihr Pferd mit allen benötigten Nährstoffen.
  • Frühzeitige medizinische Intervention bei Erkrankungen oder Beschwerden.

Kommt es bei alten Pferden häufiger zu Erkrankungen?

Ja, ältere Pferde sind anfälliger für bestimmte Erkrankungen, einschließlich:

  • Arthritis und Gelenkprobleme
  • Herz- und Atemwegserkrankungen
  • Hormonelle Imbalancen, wie Cushing-Syndrom
  • Verdauungsprobleme

Durch regelmäßige tierärztliche Kontrollen und eine auf das Alter abgestimmte Pflege können viele dieser Probleme besser gehandhabt oder sogar verhindert werden.

Welche spezifischen Probleme treten bei alten Pferden auf?

Die Gesundheit und das Wohlbefinden älterer Pferde können durch eine Vielzahl spezifischer Probleme beeinflusst werden. Einige der Hauptthemen sind:

Gelenke

  • Chronische Gelenkentzündungen (Arthritis) sind bei älteren Pferden häufig und können Schmerzen und Steifheit verursachen.
  • Degenerative Gelenkerkrankungen, wie etwa Abnutzungen, die mit dem Alter zunehmen.

Zähne

  • Ältere Pferde neigen dazu, Zähne zu verlieren oder Probleme mit dem Kauen zu haben.
  • Ohne ordnungsgemäße Pflege können sich Infektionen und Zahnfleischerkrankungen entwickeln.

Pferde im Alter: Wenn die Zipperlein zunehmen

Mit dem Alter nehmen oft auch die sogenannten „Zipperlein“ oder kleinere Beschwerden zu. So können ältere Pferde empfindlicher auf Insektenstiche oder Hautirritationen reagieren. Darüber hinaus können Veränderungen im Verdauungssystem zu Koliken oder Verstopfung führen. Außerdem können alternde Pferde allmählich das Seh- oder Hörvermögen verlieren.

Alte Pferde verlieren häufig an Gewicht: Was kann dagegen getan werden?

Gewichtsverlust ist ein häufiges Problem bei älteren Pferden und kann auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, beispielsweise die Ernährung, Zahnprobleme oder zugrunde liegende Krankheiten. Es gibt jedoch einige Strategien, die hierbei helfen können. So können Sie die Ernährung Ihres Pferdes anpassen. Eine Ernährung, die reich an hochwertigen Proteinen und Fasern ist, kann hilfreich sein, dem Gewichtsverlust entgegenzuwirken. 

Führen Sie auch regelmäßige Zahnkontrollen durch. Hierbei können Sie sicherstellen, dass Ihr Pferd bequem kauen kann. Lassen Sie Ihr Pferd auch auf zugrunde liegende gesundheitliche Probleme untersuchen.

 

 

Fazit:

In diesem Ratgeber haben wir das Altern bei Pferden von Anzeichen bis zu Pflegebedürfnissen behandelt. Das Altern ist ein natürlicher Lebensabschnitt, der Aufmerksamkeit erfordert. Es erinnert uns daran, dass:

  • Alterung ein natürlicher Prozess ist, den wir mit Wissen, Geduld und Empathie begleiten können.
  • Vorsorge durch regelmäßige Kontrollen und individuelle Pflege wichtig ist.
  • Jedes Pferd einzigartig ist, daher braucht es individuelle Betrachtung und Pflege.

In der Verantwortung und im Privileg, für unsere Pferde zu sorgen, können wir ihr Leben in den späteren Jahren bereichern.

 

Medizinische Qualitätsprüfung

Medizinischer Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: November 7, 2023

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