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Katzenasthma: Symptome erkennen und richtig behandeln

Katzenasthma: Symptome erkennen und richtig behandeln

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Katzenasthma, auch felines Asthma genannt, ist eine chronische Entzündung der unteren Atemwege. Die Bronchien reagieren überempfindlich auf eingeatmete Allergene wie Hausstaubmilben oder Pollen, verengen sich und bilden zähen Schleim. Typisch sind Husten, der oft wie Würgen klingt, pfeifende Atmung und im schlimmsten Fall ein Asthmaanfall mit schwerer Atemnot.

Asthma ist bei Katzen keine Seltenheit. Laut Cornell Feline Health Center sind ein bis fünf Prozent aller Katzen betroffen. Heilen lässt sich die Erkrankung nicht, aber mit der richtigen Behandlung leben die meisten Katzen viele Jahre gut damit. Hier erfährst du, wie du die Symptome erkennst, wie die Diagnose gestellt wird und wie die Therapie mit Inhalator und Maske funktioniert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Felines Asthma ist eine allergisch bedingte, chronische Entzündung der Bronchien. Es betrifft etwa ein bis fünf Prozent der Katzen, meist junge bis mittelalte Tiere.
  • Typische Anzeichen sind Husten mit vorgestrecktem Hals, pfeifende Atemgeräusche und Atemnot. Atmen mit offenem Maul ist ein Notfall.
  • Die Diagnose braucht Röntgen, Kotuntersuchung auf Lungenwürmer und meist eine Lungenspülung, denn Bronchitis, Parasiten und Herzerkrankungen sehen ähnlich aus.
  • Behandelt wird mit entzündungshemmenden Medikamenten und Bronchienerweiterern, oft als Inhalation mit Vorschaltkammer und Maske.

Was ist Asthma bei Katzen?

Beim felinen Asthma reagiert das Immunsystem überschießend auf eingeatmete Stoffe aus der Umwelt. Fachleute sprechen von einer Überempfindlichkeitsreaktion vom Soforttyp. Laut einer Übersicht des Labors Laboklin (Reinbacher, 2022) kommen als Allergene vor allem Hausstaub- und Vorratsmilben, Pollen, Schimmelpilzsporen und Hautschuppen infrage. Bei erneutem Kontakt setzen Abwehrzellen Botenstoffe frei, die Bronchien ziehen sich zusammen, die Schleimhaut schwillt an und bildet Schleim. In die Lunge wandern bestimmte weiße Blutkörperchen ein, die eosinophilen Granulozyten.

Auf Dauer verändert die Entzündung die Atemwege. Die Wände der Bronchien werden dicker, die Schleimhaut wird geschädigt, und Luft kann in der Lunge gefangen bleiben. Die Tiermedizinerin Carol Reinero betont in einer Übersichtsarbeit von 2011, dass Asthma lange nicht sauber von anderen Erkrankungen der unteren Atemwege getrennt wurde. Besonders die chronische Bronchitis wird oft mit Asthma verwechselt. Die Bronchitis ist aber keine Allergie, sondern eine Entzündung durch Infektionen oder Reizstoffe wie Rauch.

Welche Katzen bekommen Asthma?

Asthma beginnt meist bei jungen bis mittelalten Katzen. Laut Laboklin treten die ersten Symptome im Mittel mit einem halben bis viereinhalb Jahren auf, das Cornell Feline Health Center nennt ein Durchschnittsalter bei Diagnose von vier bis fünf Jahren. Bei älteren Katzen mit neuem Husten denken Tierärzte deshalb zusätzlich an andere Ursachen wie Tumore oder Herzerkrankungen.

Siamkatzen gelten in einigen Studien als häufiger betroffen. Cornell weist aber darauf hin, dass diese Veranlagung nicht sicher belegt ist. Mehr zur Rasse findest du im Porträt der Siamkatze.

Tierärztin hört eine weiße Langhaarkatze mit dem Stethoskop ab

Welche Symptome hat eine Katze mit Asthma?

Die Symptome können schleichend beginnen oder als plötzlicher Anfall auftreten. Manche Katzen haben über Monate nur einen gelegentlichen Husten, den Halter für das Hochwürgen von Haarballen halten. Achte auf diese Anzeichen:

  • Husten mit tief geducktem Körper und lang vorgestrecktem Hals
  • Husten, der wie Würgen oder Erbrechen klingt, ohne dass etwas herauskommt
  • pfeifende oder giemende Atemgeräusche, vor allem beim Ausatmen
  • schnelle Atmung in Ruhe
  • sichtbare Anstrengung beim Ausatmen, der Bauch pumpt mit
  • weniger Ausdauer beim Spielen
  • im Anfall: Atmen mit offenem Maul, blasse oder bläuliche Schleimhäute, Zusammenbrechen

Ein chronischer Husten kann laut Laboklin das einzige Symptom sein. Er wird oft mit Würgen verwechselt. Wenn deine Katze regelmäßig so hustet, nimm am besten ein Video auf und zeig es deinem Tierarzt. Das hilft bei der Einordnung sehr. Eine Übersicht über andere Ursachen findest du im Ratgeber Husten bei Katzen.

Was mache ich bei einem Asthmaanfall?

Atmet deine Katze mit offenem Maul, sind ihre Schleimhäute bläulich oder bricht sie zusammen, ist das ein Notfall. Bring sie sofort zum Tierarzt oder in den Notdienst. Bleib ruhig, vermeide Stress und lass die Katze die Position einnehmen, in der sie am besten atmen kann. Transportiere sie in einer gut belüfteten Box, nicht im Arm. Ruf am besten vorher in der Praxis an, damit Sauerstoff vorbereitet werden kann.

Hat dein Tierarzt für Notfälle ein Notfallspray verschrieben, verwende es genau so, wie er es dir gezeigt hat. Danach muss die Katze trotzdem untersucht werden. Mehr zu Sofortmaßnahmen steht im Ratgeber Atemnot bei Katzen.

Rote Langhaarkatze wird auf dem Behandlungstisch untersucht

Wie stellt der Tierarzt Katzenasthma fest?

Einen einzelnen Test, der Asthma beweist, gibt es nicht. Die Diagnose setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Zuerst fragt dein Tierarzt nach Verlauf und Umfeld und hört die Lunge ab. Ein Röntgenbild des Brustkorbs zeigt oft Veränderungen an den Bronchien, kann bei leichtem Asthma aber auch unauffällig sein. Laut Laboklin haben viele Asthmakatzen außerdem erhöhte eosinophile Granulozyten im Blut.

Entscheidend ist meist die Lungenspülung, auch bronchoalveoläre Lavage oder BAL genannt. Unter Narkose wird eine kleine Menge Flüssigkeit in die Atemwege gegeben und wieder abgesaugt. Im Labor werden die Zellen untersucht. Überwiegen eosinophile Granulozyten, spricht das für Asthma, überwiegen neutrophile Granulozyten, eher für eine chronische Bronchitis. Zusätzlich wird die Flüssigkeit auf Bakterien, Mykoplasmen und Viren untersucht.

Wichtig ist der Ausschluss von Parasiten. Der Lungenwurm Aelurostrongylus abstrusus ist laut Laboklin der wichtigste Lungenwurm der Katze in Mitteleuropa und kann genau dieselben Symptome machen. Der Nachweis gelingt im Kot mit einem speziellen Verfahren. Weil die Larven nicht ständig ausgeschieden werden, empfiehlt Laboklin bei Verdacht eine Behandlung gegen Lungenwürmer, auch wenn der Kottest negativ ist. Mehr dazu im Ratgeber Lungenwurm bei Katzen. In Regionen, in denen Herzwürmer vorkommen, werden auch diese abgeklärt, siehe Herzwürmer bei Katzen.

Weitere Erkrankungen, die ähnlich aussehen können, sind Herzerkrankungen, Flüssigkeit oder Luft im Brustkorb, Tumore, Fremdkörper und Infektionen. Ein Allergietest im Blut kann helfen, die auslösenden Allergene zu finden. Laut Laboklin muss vorher Kortison für mehrere Wochen abgesetzt werden, was dein Tierarzt mit dir plant. Wie sich die häufigste Herzerkrankung der Katze zeigt, erklärt der Ratgeber HCM bei der Katze.

Wie wird Katzenasthma behandelt?

Die Therapie hat zwei Säulen. Entzündungshemmende Medikamente, meist Glukokortikoide, also Kortison und verwandte Wirkstoffe, beruhigen die Entzündung der Atemwege. Bronchodilatatoren erweitern die verengten Bronchien und werden vor allem im akuten Anfall eingesetzt. Beide können laut Cornell als Tablette, als Spritze oder zur Inhalation verabreicht werden. Im Notfall kommt Sauerstoff dazu.

Für die Dauerbehandlung wird heute häufig die Inhalation empfohlen, weil das Medikament direkt in die Lunge gelangt und der Körper weniger belastet wird. Dafür gibt es Inhalierhilfen für Katzen, etwa AeroKat: Das Spray wird in eine Vorschaltkammer gesprüht, die Katze atmet es über eine weiche Maske ein. Die meisten Katzen gewöhnen sich mit Geduld und Leckerli an die Maske. Übe die Anwendung in kleinen Schritten, belohne jeden Fortschritt und zwinge die Katze nicht. Welches Medikament in welcher Dosierung passt, legt dein Tierarzt fest.

Laboklin rät, die Symptome gut zu kontrollieren, aber die Medikamente nicht höher als nötig zu dosieren. Eine allergenspezifische Immuntherapie, eine Art Hyposensibilisierung gegen die gefundenen Allergene, ist der einzige Ansatz, der an der Ursache ansetzt. In einer klinischen Studie waren laut Laboklin 67 Prozent der Katzen allein unter dieser Therapie beschwerdefrei. Größere Studien dazu fehlen aber noch. Für andere Mittel wie Antihistaminika oder Fettsäuren ist die Datenlage bei Katzenasthma zu dünn.

Getigerte Katze mit weißer Brust sitzt auf dem Fliesenboden

Was kann ich zu Hause gegen Asthma tun?

Allergene ganz zu vermeiden, gelingt im Alltag kaum. Einige Maßnahmen sind trotzdem sinnvoll, auch wenn Cornell betont, dass ihr Nutzen bei Katzen nicht streng untersucht ist:

  • Staubarme, unparfümierte Katzenstreu verwenden. Tipps findest du im Katzenstreu Ratgeber.
  • In der Wohnung nicht rauchen und auf Duftsprays, Räucherstäbchen und Duftkerzen verzichten.
  • Regelmäßig lüften, aber während der Heizperiode trockene Luft vermeiden.
  • Staubsauger mit Feinstaubfilter verwenden und Teppiche und Decken häufig waschen.
  • Übergewicht vermeiden, weil es die Atmung zusätzlich belastet.
  • Die Atemfrequenz im Schlaf zählen und bei Veränderungen mit der Praxis sprechen.

Hat ein Allergietest bestimmte Allergene gezeigt, kannst du gezielter vorgehen. Hinweise zu saisonalen Auslösern stehen im Ratgeber Pollenallergie bei Katzen.

Wie alt werden Katzen mit Asthma?

Asthma ist laut Cornell oft fortschreitend und verschwindet selten von selbst. Eine Heilung gibt es nicht. Mit regelmäßiger Behandlung und Kontrollen können Katzen mit Asthma aber viele Jahre gut leben. Gefährlich sind vor allem unbehandelte schwere Anfälle. Belastbare Studien zur genauen Lebenserwartung von Asthmakatzen gibt es nicht. Entscheidend ist, dass du Verschlechterungen früh bemerkst und die Therapie mit deinem Tierarzt anpasst. Eine Praxis findest du über die Tierarztsuche.

Was kostet die Diagnose von Katzenasthma?

In Deutschland rechnet die Praxis nach der Gebührenordnung für Tierärzte ab (GOT, Fassung vom 15. März 2023). Üblich ist der einfache bis dreifache Satz. Dazu kommen Laboruntersuchungen, Medikamente, Inhalierhilfe und Umsatzsteuer.

Leistung GOT-Nummer einfacher Satz dreifacher Satz
Allgemeine Untersuchung mit Beratung, Katze 16 23,62 € 70,86 €
Röntgenaufnahme, erste und zweite 166 26,53 € 79,59 €
Inhalationsnarkose Hund, Katze, Frettchen 337 61,57 € 184,71 €
Endoskopie, z. B. Bronchoskopie 161 92,35 € 277,05 €
Lungenspülprobe (BAL), zusätzlich zur Intubation oder Endoskopie 904 41,90 € 125,70 €

In Österreich gibt es keine verbindliche Gebührenordnung. Frag vorab nach einem Kostenvoranschlag mit Untersuchung, Röntgen, Kotuntersuchung auf Lungenwürmer, Narkose, Lungenspülung mit Laboruntersuchung und gegebenenfalls Allergietest.

Häufige Fragen

Wie alt können Katzen mit Asthma werden?
Viele Katzen mit gut eingestelltem Asthma erreichen ein normales Alter. Genaue Studien zur Lebenserwartung fehlen. Wichtig sind eine konsequente Behandlung, regelmäßige Kontrollen und schnelles Handeln bei einem Anfall. Unbehandelt kann ein schwerer Anfall lebensgefährlich werden.
Welche Wirkung hat Kortison bei Katzen mit Asthma?
Kortison hemmt die Entzündung in den Bronchien, die Schleimhaut schwillt ab, und die Atemwege reagieren weniger stark. Als Inhalation wirkt es vor allem in der Lunge und belastet den Körper weniger als Tabletten oder Spritzen. Dosis und Form legt dein Tierarzt fest.
Warum hustet meine Katze komisch und würgt?
Viele Katzen husten mit vorgestrecktem Hals, was wie Würgen aussieht. Das kann ein Haarballen sein, aber auch Asthma, Bronchitis, Lungenwürmer oder ein Fremdkörper. Hustet deine Katze öfter, filme es und lass sie untersuchen. Bei Atemnot sofort zum Tierarzt.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Katzenallergie und Asthma?
Das sind zwei verschiedene Dinge. Bei der Katzenallergie reagiert ein Mensch auf Allergene der Katze, was beim Menschen Asthma auslösen kann. Beim Katzenasthma reagiert die Katze selbst auf Allergene aus der Umwelt wie Milben oder Pollen.
Ist Katzenasthma ansteckend?
Nein. Asthma ist eine allergische Entzündung und keine Infektion. Andere Katzen, Hunde oder Menschen können sich nicht anstecken. Ähnliche Symptome durch Lungenwürmer oder Infektionen können aber übertragbar sein, deshalb ist die genaue Diagnose wichtig.
Kann ich einen Inhalator für Menschen bei meiner Katze verwenden?
Nicht ohne Rücksprache. Manche Wirkstoffe aus der Humanmedizin werden auch bei Katzen eingesetzt, aber Auswahl und Dosierung bestimmt dein Tierarzt. Für die Anwendung brauchst du zusätzlich eine Vorschaltkammer mit Katzenmaske.

Quellen

Trzil JE: Feline Asthma: Diagnostic and Treatment Update. Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice 50 (2020), 375–391. DOI: 10.1016/j.cvsm.2019.10.002.

Reinero CR: Advances in the understanding of pathogenesis, and diagnostics and therapeutics for feline allergic asthma. The Veterinary Journal 190 (2011), 28–33. DOI: 10.1016/j.tvjl.2010.09.022.

Reinbacher E: Felines Asthma, ein Update zur Diagnostik und Therapie. LABOKLIN aktuell, 22.04.2022. https://laboklin.de/de/felines-asthma-ein-update-zur-diagnostik-und-therapie/

Cornell Feline Health Center: Feline Asthma: What You Need to Know. https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/feline-asthma-what-you-need-know

Gebührenordnung für Tierärzte, Anlage (Gebührenverzeichnis), Nr. 16, 161, 166, 337, 904. https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/anlage.html

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